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Debatte über Redefreiheit in den USA: "Universitäten funktionieren besser ohne direkt
REUTERS

US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, per Dekret die Redefreiheit an amerikanischen Hochschulen sicherstellen zu wollen. Der akademische Leiter der Universität Chicago, Daniel Diermeier, hält das für einen Fehler.

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Sandlöscher 19.03.2019, 06:50
1. Vielleicht

sollte mal eher die Finanzierung der Unis thematisiert werden. Thinktanks, Großindustrie und Reiche nehmen durch ihre Zuwendungen direkten Einfluss auf die Unis und deren Lehrinhalte. Das gilt auch für D.
Es ist daher kein Wunder, dass sich die marktradikale Ideologie weiter ungehemmt ausbreitet und die Gesellschaft spaltet. Der korrupte Verkauf sog. Elite-Studienplätze an Reiche ist vermutlich nur die Spitze des Eisbergs. Dumme Massen kann man halt besser belügen und mit Pseudowissenschaften in die Irre führen.

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spon-facebook-1629421895 19.03.2019, 07:08
2.

Die Universitäten in den USA sind doch private Unternehmen, welche privat finanziert werden. Was hat sich die Regierung da einzumischen?

Protest ist übrigens auch eine Form der freien Meinungsäußerung (wobei ich es bescheuert finde, wegen einem Troll Yanopulis die Uni abzufackeln).

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unpolit 19.03.2019, 07:15
3. Nachweisbarkeit von Fakten

sollte für Dispute jeglicher Art gelten, und das insbesondere an den Stätten des Wissens.

Wenn jeder Redner in der Lage sein muss, die von Ihm dargelegten Fakten auch nachweisen zu können, dann wäre eine unterschiedliche Interpretation von Fakten möglich. Das ist unbedingt wünschenswert.

Wenn - siehe Brexit - aber ein Forum gesucht wird, um wirre, Prüfungen nicht standhaltende alternative Fakten zu verbreiten, und diesen einen wissenschaftlichen, seriösen Anstrich zu verpassen, dann ist das abzulehnen.

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Lankoron 19.03.2019, 08:00
4. Ein Dekret ist doch

so unnötig wie ein Kropf oder eine Gummikrücke. Die Meinungsfreiheit wird vom ersten Zusatzartikel doch ausreichend geschützt....

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m82arcel 19.03.2019, 08:05
5.

"Universitäten sind für Diermeier der Ort, an dem argumentiert werde, mit dem Ziel, dass sich das bessere Argument durchsetzt." Dem stimme ich vorbehaltlos zu. Nur ist das, auch wenn ich hier nur für Deutschland sprechen kann, in der Regel gar nicht das Ziel von Veranstaltungen, zu denen "kritische" Redner eingeladen werden. Denn eine Gegenrede oder eine wirkliche Diskussion sind hier meist gar nicht vorgesehen und dann "aus zeitlichen Gründen" auch nicht spontan möglich. Da bleibt nur der lautstarke Protest um zu verhindern, dass die Universität dem Redner eine Plattform zur Verfügung stellt, seine Meinung unwidersprochen zu verbreiten. An einem wirklichen Austausch von Argumenten sind auch die Redner seltenst interessiert.

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Outdated 19.03.2019, 08:22
6. Ein Mangel an Redefreiheit an Amerikanischen campusen ist leider

ein ernstes Thema.
In den vergangenen Jahren wurde die an vielen Unis dort immer mehr beschnitten.
Ich müsste die entsprechenden Quellen dazu heraus suchen, aber ich erinnere mich daran das es auf einer berühmten Uni jetzt z.B. einen free speech corner gibt ( ein kleines fleckchen auf dem riesigen Campus) auf dem die Redefreiheit gewährt wird, auf dem rest des Geländes gilt zensur.
Die "richtige" politische Gesinnung bei der Auswahl von Gastrednern und Dozenten ist leider auch ein Thema.
Wer glaubt das eine Univerität ein Ort sein sollte an dem junge Menschen mit Kontroversen Themen ringen, ihren horizont erweitern und neues entdecken sollten, sollte sich jetzt nicht aus Reflex gegen Trump stellen.
Schaut euch genau an was es werden soll und entscheidet ob es gut ist oder nicht.

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ackermart 19.03.2019, 08:23
7. Radikales Reden ...

, ist auch von der Radix eines Übels, bzw. von 'dem' Übel schlechthin - zu Schlechtem hin führend - zu reden. Wahrscheinlich im die Radix dessen ausmerzenden Sinne spricht eine Seite von der unverbrüchlichen Einheit radikalen Denkens und radikalen Tuns - allein in denkendem Tun bereits, also auch vor der Rede schon. Ja und die andere Seite erkennt das Übel schlechthin in eben dieser Verknüpfung von Denken und dessen Tun - im Redlichen ausgesprochen, das nur auf der anderen Seite für 'redlich' gelte. Die sich selbst nur das gewaltfolgenlose Reden 'über' Radikales attestiert, im Gegensatz zu ihrem bei den anderen Radikales im Reden diagnostizieren. Kurz gesagt, das Übel schlechthin ist die Mundtotmachung - letztlich nicht nur des Mundes riskierend - aus "guten" Gründen zu tolerieren.

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ironbutt 19.03.2019, 08:27
8. Das sieht doch hier in Deutschland nicht anders aus

zunächst mal muss man anmerken, dass selbst im liberalen San Francisco die Universität Berkeley als "Volksrepublik Berkeley" (Peoples Republic of Berkeley) bezeichnet wird. Hinter der Golden Gate Bridge beginnt Nord-Korea. Wenn es in den USA soetwas wie eine aggressiv links-militante Szene gibt, dann da. Das ist aber in Deutschland auch nicht anders. Gehen sie doch mal mit ihrer Couleur dürch die Bauten einer Berliner Universität. Sie werden kaum glauben, welche primitiven Gewaltphantasien ihnen dann von Seiten der Gendergerechten und Political Corretness durcgrungenen Studenten eentgegen schlagen. Von den eindeutigen Bekenntnissen verschiedener AStA wollen wir gar nicht erst reden. Links ist der Tod jeder Diskussion, der Sozialismus kennt keine Opposition und lässt diese auch per sé nicht zu. Nirgendwo auf der Welt - und schon gar nicht in Universitäten. Ich verachte alle Extremen - von Links oder von Rechts: es ist das gleiche Geschmeiss.

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gatsue 19.03.2019, 08:32
9. Ist der Eingriff ein Fehler?

Sicherlich. Dennoch ist er angesichts der Gewalt linker Gruppen und der unterwürfigen Haltung vieler Administrationen amerikanischer Universitäten unvermeidlich. Redefreiheit, in den USA auch First Amendment genannt, ist ein zentralert Wert amerikanischer Freiheit. Und ist dieser in Gefahr, wie es derzeitig in den USA ist, muss der Staat eingreifen. Das ist seine Aufgabe: die Durchsetzung der Verfassung. Ich wäre froh, wenn sich die deutsche Politik auch ausschließlich darauf konzentrieren würde anstatt die gesellschaftliche Spaltung weiter zu treiben.

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