Forum: Leben und Lernen
Debatte zur Deutschpflicht für Grundschulkinder: "Ich sprach kein Deutsch, als ich au
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Muhterem Aras, Präsidentin des baden-württembergischen Landtags, kam mit zwölf Jahren auf eine deutsche Schule - ohne ein Wort zu verstehen. Wie viele andere wehrt sie sich nun gegen eine provokante Forderung aus der CDU.

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karlo1952 06.08.2019, 14:08
1. Linnemanns Ansatz ist nicht falsch.

Die Migrantenkinder können, wie ihre Eltern auch, sich in Sprachkursen auf das Leben und die Schule in Deutschland vorbereiten. Ein Jahr Pflichtunterricht in deutsch würde keinem Schaden oder an seiner Zukunft behindern. Ohne Deutschkenntnisse in die Schule, behindert die Klasse nur an ihren Lernerfolgen, da die Lehrer immer auf die Schwächsten Rücksicht nehmen müssen, zu Lasten des Tests der Klasse. Oftmals sind die Eltern ja mit Schuld an fehlenden Deutschkennnissen, da sie selbst keinen großen Ehrgeiz an den Tag legen, was wir an unserer unmittelbaren Nachbarschaft selbst erleben können.

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Schartin Mulz 06.08.2019, 14:11
2. Was soll das aussagen?

Dass manche es geschafft haben, ändert doch nichts an dem Problem.
Wer als ausländisches Kind zwischen deutschsprachigen Kindern aufwächst, lernt die Sprache relativ problemlos.
Wir haben aber durch die massenhafte Zuwanderung heute das Problem, dass Migrantenkinder oft in ihrem Stadtteil, in der KITA und der Schule unter ihresgleichen sind. Wie bitte sollen die die Sprache lernen?
Ich habe selber hier unterrichtet, an einer Schule mit sehr geringem Migrantenanteil. Da gab es überhaupt keine Probleme. Könnte ich noch ein paar Geschichten da oben zufügen.
Wenn ich mit Kollegen sprach, die z.B. im Essener Norden unterrichten, das kann man sich gar nicht vorstellen. Da kann die Mehrheit der Schüler bei Schuleintritt gar nicht oder nur rudimentär Deutsch.
Und den Schülern soll man dann den Stoff vermiteln, dass sie nach 4 Jahren auf eine weiterführende Schule wechseln können. Wie soll das gehen, wenn die Kinder zuhause nicht Deutsch sprechen und auch im Umfeld hauptsächlich Migranten leben? Was die Lehrer, bzw. hauptsächlcih Lehrerinnen da leisten, ist bewunderswert. Aber oft eben auch aussichtslos. Und dann kommen wideder schlaue Bildunsgstudien, in denen diese Schulen natürlich zwangsläufig schlecht abschneiden. Da müssen die sich dann noch rechtfertigen!
Von daher sollte man diese Äußerung von Linnemann lieber mal als Diskussionsgrundlage nehmen statt schon wieder eine Empörungswelle durchs Land zu schicken. Empörung ersetzt bei uns schom lange die Diskussion. Bringt uns aber nicht einen Schritt weiter.

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Kaffeeforyou 06.08.2019, 14:12
3.

die Forderung aus der CDU nur Kinder in die normale Schule zuzulassen, zeigt wieder , in wie weit die Volksvertreter sich von der AfD jagen lassen; es ist Tatsache, dass viele der ausländischen Erstklässler Defizite in der deutschen Sprache haben, aber gleich so eine absurde Idee zu entwickeln und ernsthaft kundzutun, zeigt wiederum, wie die CDU eingestellt ist. Es laufen schon so viele Wähler weg ; will die CDU auch noch die restlichen Wähler weg jagen?!

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keine-#-ahnung 06.08.2019, 14:20
4. Realitätsverweigerung um der "guten Sache" wegen ...

Die Protagonisten sollten sich mal die Frage stellen, wieviele Mitschüler damals in ihrer ersten deutschen Grundschulklasse sassen, die ebenfalls "kein Wort Deutsch" konnten. An Berliner Schwerpunktschulen sind das heutzutage gerne mal über 90 Prozent. Ausbaden müssen das die Lehrer ... und vor allem die "eingeborenen" Kinder.
Lindemann will den Migranten nicht den Schulbesuch verweigern, sondern bei fehlender Sprachkompetenz ein verpflichtendes Vorschuljahr zum Erwerb einer zumindest basalen Sprachkompetenz debattieren.

Gleiche Rechte für Alle heisst nicht zwingend gleiche Unbildung für alle - sprachunkundige Schüler stören und verzögern zwangsweise die Vermittlung des Schulstoffes.

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Profdoc1 06.08.2019, 14:21
5. Nun ja, ....

Da hat Herr Linnemann richt tief in den Eimer ....
Die Forderung nach der deutschen Sprache ist natürlich in der vorgetragenden Einlassung nicht haltbar. Es gehört zu den sprachlichen Binsenweisheiten, dass junge Kinder im Vorschulalter Sprachen innethalb kurzer Zeit aufnehmen. Das ist nicht das Problem. Es ist eher die nachvollziehbare Überforderung der Lehrkräfte, wenn zu Anfang die Mehrzahl der Kinder in der ersten Klasse nicht sprach- und verstehfähig ist. Das ist jedoch ein anderes Problem und eine andere Aufgabenstellung.
Hätte Herr Linnemann in etwa so formuliert: 'Wir benötigen mehr ausgewiesene Fachkräfte in der Vorschule und in den ersten beiden Grundschulklassen zur Sicherstellung eines geregelten Unterrichts, um Deutsch als Sprache kurzfristig zu erlernen.'..... dann hätte ich ihm zugestimmt.

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fuchsi 06.08.2019, 14:23
6. Pfui Linnemann

Das ist eine unerhört diskriminierende Forderung dieses angeblich christlichen Politikers in einem Land, in dem ausnahmslos Schulpflicht für alle von 6 bis 18 Jahren herrscht. Linnemann gehört der Partei an, die sich seit Jahrzehnten gegen ein verpflichtendes letztes Kindergartenjahr wehrt, obwohl dies für alle Kinder die Sprachfähigkeiten und Sozialkompetent verbessert, ohne dass schon Notendruck herrscht. Ich bilde zukünftige Lehrkräfte für Deutsch aller Schulformen aus, alle erwerben Kenntnisse zur Mehrsprachigkeit im Studium. Linnemann ist offensichtlich ahnungslos, er sollte sich dann aber schämen, seine Unkenntnis populistisch in die Welt zu tröten. Meine Hochachtung gilt den im Beitrag genannten und den vielen, vielen, die es darüber hinaus noch gibt. Ich kenne nicht wenige aus dieser Gruppe, und, Herr Linnemann, stellen Sie sich das mal vor, die werden hoch qualifizierte Lehrkräfte - für Deutsch. Das ist die Wirklichkeit und die Zukunft, bitte unterlassen Sie diese Diskriminierung von Kindern.

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vera gehlkiel 06.08.2019, 14:25
7.

Da wird die Verantwortung für eine seit Jahrzehnten parteiideologisch aufgeladene und indoktrinierte Schulpolitik, die Verhinderung von Inklusion und Integration durch ein reaktionäres Elitedenken, an die Schwächsten im Lande abgeschoben. Werden Kinder Hetzern ausgeliefert, die mit geiferndem Tonfall zu Schreckensmeldungen frisch aus der Problemschule ihr Geld verdienen. Schade, dass dieser Abgeordnete Linnemann nicht mehr ins "Rezo-Video" rein gepasst hat. Aber vielleicht ein erster Anreiz für den blauhaarigen Influencer, sich an Teil zwei zu machen....

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Europa-Realist 06.08.2019, 14:25
8. Egozentrische Sichtweise

Dass sich Frau Aras bis zur Landtagspräsidentin hochgearbeitet hat, verdient Respekt. Doch ist deren Sichtweise ziemlich egozentrisch: Bei ihr mag das alles funktioniert haben, weil sie selbst über ausgeprägte kognitive Fähigkeiten verfügen mag und ehrgeizig veranlagt ist; dazu kommt noch ein entsprechendes Umfeld. Dies ist aber nicht der Normalfall! Weil Frau Aras zu ihrer Schulzeit die einzige Ausländerin gewesen war, konnte die stärkere Betreuung ihrer Person auch besser kompensiert werden, so dass ihre Mitschüler keine entsprechenden Defizite tolerieren musste.
Wie schaut es aber heute in den Klassen aus? Hier gibt es Grundschulsprengel mit 80% und mehr Migrationshintergrund. 30%-40% haben nicht nur sprachliche Defizite, sondern z.B. gar nicht schwimmen. Das hält Lehrer im Unterricht sehr auf. Viele Klassen schaffen das vorgegebene Pensum nur zu 3/4. Warum werden solche Fakten klein geredet, weil in einem Fall es vermeintlich anders lief?

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hallo09 06.08.2019, 14:27
9. er hat recht

Was damals noch als Einzelfälle gut geklappt hat, wird heutzutage zu einer starken Belastung. Grundschullehrer haben mit vielfältigen anderen Herausforderungen zu kämpfen. Mehrere Kinder ohne Deutschkenntnisse im normalen Unterricht 'mitzuziehen' ist eine Überforderung der Lehrkraft. Aufgabe ist es, den Unterrichtsstoff zu vermitteln. Es ist eine allgemeinbildende Schule und keine Sprachschule. Vor allem Kindern, die in Deutschland geboren wurden, sollte das Beherrschen der deutschen Sprache Pflicht sein. Es ist die Aufgabe der Eltern dafür zu sorgen. Tun sie es nicht, verweigern sie sich der Integration. Und es ist nicht Aufgabr der Schule oder Lehrer dies 'auszubaden'.

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