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Debatte zur Deutschpflicht für Grundschulkinder: "Ich sprach kein Deutsch, als ich au
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Muhterem Aras, Präsidentin des baden-württembergischen Landtags, kam mit zwölf Jahren auf eine deutsche Schule - ohne ein Wort zu verstehen. Wie viele andere wehrt sie sich nun gegen eine provokante Forderung aus der CDU.

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christianbernard 06.08.2019, 17:22
140. Wollen viele die Aussage eigentlich mit aller Absicht missverstehen?

Diese Frage stelle ich mir gerade. Es wurde ein Vorschlag gemacht, der eine zusätzliche Förder- und Unterstützungsebene zum Erlernen der Sprache etablieren würde. Niemanden wird der Zugang zur Schule verweigert. Es findet aber eine vorgeschaltete Unterstützung statt, die eine enorme Hürde reduzieren kann. Das ist absolut praktische und aktive Integrationshilfe. Wer hier nun schreit, dass dies der Kniefall vor der AfD bedeutet, hat meines Erachtens genau das Gegenteil davon verstanden. Afd: Ausländer raus! Der Vorschlag hier: Wir helfen und unterstützen damit es für alle besser klappt zu einer Gemeinschaft zu werden. Der Unterschied ist jetzt hoffentlich klarer dargestellt.
Und was die sehr begrüßenswerten positiven Biographien angeht: Ich freue mich sehr, wenn Menschen jedweder Herkunft jeden erdenklichen Erfolg erreichen. Ich würde mich aber noch mehr freuen, wenn dieses Potential insbesondere durch Förderunen auch in Sprache noch viel breiter genutzt werden könnte.
Es gibt sicher leider auch die weniger gut verlaufenene Biographien. Wohl sogar gescheiterte Biographien. Das ist sehr bedauerlich. Und da Sprache ein sehr wesentlicher Fakor im gesellschaflichen Leben ist, wird es hier Zusammenhänge geben.
Das traurige ist, dass man von den gescheiterten Biographien hier wohl nicht lesen wird, da diese Menschen vielleicht gar nicht mehr hier sind, oder jetzt gerade irgendwo unter ihren Möglichkeiten mangels Qualifikation und Schulabschluss malochen müssen.
Das halte ich für das wirkliche Problem.

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misterknowitall2 06.08.2019, 17:24
141. Danke...

Zitat von postmaterialist2011
In meinem Studium waren die ganzen "Privatschulbesucher" durchweg die mit Abstand schlechtesten Studenten. Oftmals aus wohlhabendem Elternhaus, aber nicht die Hellsten und oft mit mangelnden sozialen Fähigkeiten. Ich bin auf eine Grundschule gegangen mit Kindern aus den unterschiedlichsten Elternhäusern, Arme, Reiche, Inländer, Ausländer, hochbegabt bis lernschwach. Dort haben wir Solidarität, Mitgefühl, Toleranz und viele Sachen mehr gelernt. Wir hatten in der ersten Klasse mehrere türkische Kinder, die kein Wort Deutsch sprachen. Da der Unterricht stark visualisiert war (viele Tafeln, Bilder) und die Lehrerin zudem die stärksten deutschen Kinder neben ausländische Kinder gesetzt hat, war der Spracherwerb kein Problem und auch die Stärksten fühlten sich nicht zurückgesetzt. Übrigens sind dann von 35 Grundschülern 19 aufs Gymnasium gegangen ( inklusive zweier türkischer Kinder) und dies zu einer Zeit, als in Baden-Württemberg noch weniger als 20% der Grundschüler auf das Gymnasium wechselten. Sprich wo ein Wille da ein Weg, lernen unter Gleichaltrigen geht in dem Alter sehr schnell, wer dann noch Zusatzförderung benötigt soll sie bekommen, egal ob Deutscher oder Ausländer.
ich habe ähnliche Erfahrungen gemacht. In der Schule und im Studium. Ich dachte schon, was für eine Ausnahme meine Schule gewesen sein muss, wenn man sich die Kommentare durchliest.

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