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Debatte zur Deutschpflicht für Grundschulkinder: "Ich sprach kein Deutsch, als ich au
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Muhterem Aras, Präsidentin des baden-württembergischen Landtags, kam mit zwölf Jahren auf eine deutsche Schule - ohne ein Wort zu verstehen. Wie viele andere wehrt sie sich nun gegen eine provokante Forderung aus der CDU.

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derhey 06.08.2019, 14:29
10. Mein Gott

man sollte die Kinder fragen. Bringt es etwas, die Kinder ohne Sprachkenntnisse einzuschulen? Ausnahmen bestätigen die Regel.

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SusiWombat 06.08.2019, 14:30
11.

Es gibt auch bei diesem Thema kein Schwarz/Weiß. Ja, auch ich erinnere mich an einen Mitschüler, der kaum Deutsch konnte. Ja, er hat es schnell gelernt. Aber es war eben nur einer und alle anderen hatten nicht diese Dialog-Defizite, die Kinder heute haben. Dieses Zuhören, verstehen was der andere sagt und dann eine Antwort formulieren, das ist ja heute für Grundschüler schwierig. Und wenn dann in einer Klasse 10 dieses moderne Kommunikationsdefizit und 10 ein Sprachdefizit haben - wohin will man die Klasse dann in 4 Jahren bringen?

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käthe 06.08.2019, 14:32
12. Schulpflicht

Sicher gehören ALLE Kinder auf die Schule. Wenn sie noch kein Deutsch können, brauchen sie eben noch zusätzlichen Förderunterricht. Oder vielleicht vor der Einschulung ein halbes Jahr Förderunterricht, damit sie nicht bei Null anfangen. Kinder lernen doch schnell, man muss sie nur lassen.

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peterle3 06.08.2019, 14:33
13. Linnemanns Anbiederung

Die Äußerungen in diesem Artikel zeigen auf, dass es Linnemann nur um eine populistische Anbiederung an (potentielle) AfD-Wähler ging. Alle, die aus ihrem Alltag oder professionell etwas von dem Thema Sprache - schulischer Erfolg - beruflicher Erfolg - gesellschaftlicher Erfolg verstehen, wissen, dass es ohne Sprachbeherrschung nicht geht. Die CDU als Verbotspartei gegen den beruflichen Erfolg der falschen Leute? Wenn Herr Linnemann mehr im Kopf gehabt hätte als seinen Wahlerfolg, hätte er sagen und fordern müssen: Mehr Sprachförderung bereits im Kindergarten, und wo das nicht reicht, Förderunterricht in der Schule, notfalls mehrere Jahre lang. Im fällte aber nicht mehr ein als ein sinnloses, kontraproduktives Verbot. So aber leistet er der Ausgrenzung Vorschub, und bejammert prekäre Verhältnisse, Kleinkriminaliät und Schlimmers. Frau Aras und die anderen hätten ruhig deutlicher werden können.

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ich2010 06.08.2019, 14:35
14.

Nicht nur Migrantenkinder brauchen gezielte Sprachförderung sondern auch so manches deutsches Kind. Da gibt es nicht wenige, die nicht mal einen zusammenhängenden Satz mit Subjekt Prädikat und Objekt formulieren können, geschweige denn im Unterricht folgen können. Es wäre für alle Kinder förderlich, wenn bei ALLEN die Sprachkompetenz als Kriterium für die Einschulung aufgenommen wird. 1-2 Jahre Sprachförderung in einer Vorschule wären sicherlich für alle sinnvoll.

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käthe 06.08.2019, 14:36
15. Erfolgsmeldung

Ein Gymnasium in meiner Heimatstadt hat für Flüchtlinge und EU-Ausländer 10 Wochenstunden zusätzlich an Deutschunterricht eingerichtet. Mit Erfolg: ich kenne einen jungen Mann, der nach 3einhalb Jahren in Deutschland das Abitur mit 1,9 abgelegt hat, mit 14 Punkten in der mündlichen Prüfung Deutsch. Wie gesagt, man muss den Schülern nur die Möglichkeit geben.

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Kristallwasser007 06.08.2019, 14:36
16. Völlig unüberlegte Aussage

Herr Linnemann gehört zu den deutschen Spitzenpolitikern in Deutschland. Umso erstaunlicher ist es, dass er Positionen vertritt, ohne sich scheinbar mit dem Thema auch nur annähernd auseinandergesetzt zu haben. Es gibt zu diesem Thema ganz sicher weltweite Studien, die belegen, dass eine Sprache in der Schule erheblich schneller erlernt werden kann als zu Hause durch Nachhilfeunterricht.

Ich selbst bin mit 9 Jahren nach Deutschland gekommen, meine Schwester war 11, mein Bruder 7. Wir sprachen alle kein Wort deutsch. Wir gingen sofort in die Schule, ich in die vierte Klasse, mein Bruder in die zweite, und meine Schwester in die fünfte Klasse eines Gymnasiums. Wir alle haben am Ende unser Abitur erfolgreich bestanden, ich selbst habe anschließend an der Uni studiert und promoviert. Ich bin sozusagen das Paradebeispiel für erfolgreiche Integration durch sofortigen Schulbesuch. Ich kann mit Gewissheit sagen, dass meine schulische und berufliche Karriere nicht erfolgreicher verlaufen wäre, wenn der Staat mir den Schulbesuch verwehrt hätte, so wie es Herr Linnemann nun wünscht.

Es ist geradezu erschreckend zu wissen, dass Politiker wie Herr Linnemann angetreten sind, um Deutschland erfolgreich in die Zukunft zu führen. Bei solchen Aussagen kann einem vor der Zukunft nur angst und bange werden.

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polza_mancini 06.08.2019, 14:36
17. Sorry,

ich bin ja kein Fan von Linnemann, aber diese Komprimierung seiner Aussagen grenzt schon an Manipulation. Man darf ja gerne sachlich diskutieren, ob die Teilnahme am Unterricht ohne Deutschkenntnisse Sinn macht und gleichwohl für die soziale Integration wichtig ist (ich denke: ja, nach den Erlebnisberichten im Artikel spricht zudem einiges dafür), aber dass frühzeitig alle Hebel auch im Vorschulalter gezogen werden müssen, um Sprache zu vermitteln, kann doch nicht wirklich kritisiert werden. Mal ganz abgesehen davon, dass so eine Förderung nicht nur ausländischen Kindern zukommen sollte; ich plädiere ganz stark für eine Kindergartenpflicht! Die empörten Lebensgeschichten passen mitunter auch gar nicht zum Thema: die eine steigt in der 5. Klasse ein, die andere Ende erstes Schuljahr, zum Teil wird außerhalb der Schule Deutsch gelernt. Wie kann man da sinngemäß (nicht nur im SPON) "Linnemann verbietet Grundschule für Ausländer" titeln und im Text dann mal halbgar die Einzelheiten der Aussage erläutern...Wasser auf die Mühlen unserer besorgten Bürger...

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Christoph 06.08.2019, 14:36
18.

Zitat von
Konkret sagte der CDU-Politiker, dass es nicht reiche, nur Sprachstandserhebungen bei Vierjährigen durchzuführen. Es müssten auch Konsequenzen gezogen werden. "Um es auf den Punkt zu bringen: Ein Kind, das kaum Deutsch spricht und versteht, hat auf einer Grundschule noch nichts zu suchen. Hier muss eine Vorschulpflicht greifen, notfalls muss seine Einschulung auch zurückgestellt werden", sagte Linnemann.
Aha, es geht also wohl um vierjährige Kinder. Warum melden sich darauf dann so viele Personen, die oft erst nach Deutschland gekommen sind, als sie schon ein Stückchen älter als vier waren und die wahrscheinlich schon in ihren ursprünglichen Heimatländern eine Schule besucht haben? Sollen diese Leute tatsächlich mit Kindern im Vorschulalter, die bis zum üblichen Schulpflichtalter noch sprachlich vorbereitet werden können, auf eine Stufe gestellt werden? Oder soll uns weisgemacht werden, dass ausreichende Deutschkenntnisse zum Schuleintritt völlig unwichtig sind? Mein Neffe war seinerzeit auch wegen noch nicht altersgerechter Entwicklung ein Jahr lang auf der Vorschule, geschadet hat ihm das, gemessen an den danach erbrachten Leistungen in Schule und Studium, sicher nicht,

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mercuriusstraat13 06.08.2019, 14:38
19. Träfe auch auf Deutsche zu

Wir wohnen als deutsche Familie im EU-Ausland. Unsere Kinder konnten ohne Sprachkenntnisse zur Grundschule gehen, und das ist auch richtig so. Alles andere ist weltfremd. Wäre absolut absurd. Die Kinder sprechen jetzt besser Niederländisch als Deutsch.

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