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Debatte zur Deutschpflicht für Grundschulkinder: "Ich sprach kein Deutsch, als ich au
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Muhterem Aras, Präsidentin des baden-württembergischen Landtags, kam mit zwölf Jahren auf eine deutsche Schule - ohne ein Wort zu verstehen. Wie viele andere wehrt sie sich nun gegen eine provokante Forderung aus der CDU.

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Sportzigarette 06.08.2019, 14:39
20. erstmal aufregen....

Sorry, ich kann die ganze Aufregung nicht verstehen. Meine ganzen grünen und linken Freunde finden den Vorstoß natürlich auch ganz schrecklich und empören sich. Aber, nicht einer von ihnen schickt sein Kind auf eine Schule mit hohem Ausländeranteil, sondern auf die Privatschule, weil die Kinder ja nicht so viel lernen können, wenn die Lehrerin sich auf die Kinder mit Migrationshintergrund konzentrieren muss, damit diese erstmal deutsch lernen. Warum ist dei Forderung so verwerflich, Kinder, die nicht deutsch sprechen, ein Jahr hinten an zu stellen und erstmal deutsch intensiv zu unterrichten, bevor sie dann in eine normale Klasse kommen? Ich bin der Meinung wir würden diesen Kindern, aber auch den "biodeutschen" einen großen Dienst erweisen, aber diese Forderung ist scheinbar nicht p.c., darum müssen wir uns "empören".

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nesmo 06.08.2019, 14:40
21. Das Missverstädnis ist

dass die benannten Beispiele gelungener Schulkarrieren ohne anfängliche Deutschkenntnisse nichts mit dem eigentlichen Problem zu haben. Hier geht es um Kinder, die obwohl sie in Deutschland aufgewachsen sind kein deutsch können. Die werden daher auch nicht so einfach nebenbei deutsch in der Schule lernen, weil die Unterstützung in der Familie und ihrem Umfeld fehlt und sie nicht alle besonders begabt sind. Und in diesen Fällen schafft es die Schule nicht, nebenbei auch noch Deutschkenntnisse zu vermitteln. Dies belastet natürlich auch den Schulunterricht und die anderen Schüler, wenn einige Schüler kein deutsch können. Warum ist es dann nicht sinnvoll, zunächst konzentriert und gezielt Deutschkenntnisse außerhalb des Klassenverbandes zu vermitteln? Es wird hier so getan , als würden Kinder hierdurch ausgegrenzt werden. Im Gegenteil, durch Intensivlernen von deutsch, gelingt die Integration dann besser.

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exxilist 06.08.2019, 14:41
22. Wilder Aktionismus um am rechten Rand zu fischen

Herr Linnemann zeigt in selbstentlarvender Weise wieder einmal auf was das Problem nicht nur bei ihm sondern bei sehr vielen Politikern der CDU/CSU Kaste ist. Nämlich keine Ahnung von der Materie zu haben über die sie schwätzen. Und auch keine Bereitschaft, sich vorher einmal hinzusetzen und sich kundig zu machen. Gerade in der google Zeit sollte das doch wirklich kein Problem mehr sein.
Warum tun sie das immer wieder? Sie sind halt Berufspolitiker. Abi, evtl. Studium, dann direkt in die Politik. Keine Erfahrung mehr aus dem Arbeitsleben, aus der wirklichen Welt, das was den Menschen wirklich wichtig ist erfahren sie nicht mehr. Es geht nur um die eigene Karriere und Absicherung. Und dafür tut man bekanntlich alles. Auch mal wieder am rechten Rand angeln gehen.
Nun Herr Lindemann. Wie kann man denn eigentlich besser eine Sprache lernen als viel Zeit mit Muttersprachlern zu verbringen. Gerade unter Kindern ist das umso vielfach einfacher. Das geht ganz automatisch. Beim spielen. Ist der seit Jahrzehnten erfolgreiche Schüleraustausch bei dem die Kinder bei Gastfamilien leben auch nur Humbug?
Das erste Schuljahr gilt in der Regel eh nur der Postionierung und dem Finden der Klassengemeinschaft.
Da wird eh noch nicht viel gelernt. Im Gegenteil würde ich sogar dafür plädieren, die angesprochenen Kinder in die Schulen zu schicken. Wie wäre es denn einmal in Schulen nachzufragen. In der Schule meiner Kinder sind einige Fremdsprachler, die innerhalb kürzester Zeit brauchbares Deutsch gelernt haben. Durch den täglichen Umgang mit den anderen Schülern.
Eine "Vorschule" wie angesprochen liest sich für mich wie ein separieren. Vielmehr sollten wir über eine generelle Kindergartenpflicht nachdenken. Nicht nur damit ausländische Kinder die Sprache lernen. Auch vielen Einheimischen täte das sehr gut. Es ist bewiesenermaßen der Platz in dem das Sozialverhalten geübt wird. Die Welt hat z.Zt. genügend Egomanen.

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ralfix 06.08.2019, 14:42
23.

Schöne Beispiele - aber ist das so die Regel? Entweder sie haben eisernen Willen, private Unterstützer oder das entsprechende private Umfeld. Aber es gibt doch auch die anderen, die irgendwann abschalten.

Ich kenne jemand, der auch so mit elf aus Polen nach D kam, kein Wort deutsch gesprochen hatte und für ein paar Monate irgendwo im Ruhrgebiet mit vielen anderen Kindern deutsch gelernt hatte. Dann fällt doch der Einstieg ins Schulleben viel leichter.

Und nebenbei gesagt, waren damals die vielen vertretenen Nationen für die Kinder überhaupt kein Thema.

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MarcTheBrit 06.08.2019, 14:42
24. Kinder müssen die Landessprache beherrschen

Ich sehe nichts Falsches an der Forderung, dass Kinder die Landessprache beherrschen müssen. Es ist weder für die eigenen Kinder noch für die Mitschüler und Lehrer akzeptabel, bis zur Einschulung im eigenen Sprachraum zu bleiben und dann Lehrern und Mitschülern diese Elternaufgabe zu überlassen. Wer das begreift, wird als Eltern rechtzeitig die nötigen Schritte ergreifen. Wer das nicht begreift, muss im Interesse der Kinder Konsequenzen erfahren. Ich sehe nicht, dass ein Grundschulverbot gefordert wurde, sondern dass spätestens zur Einschulung notwendige Sprachkenntnisse bestehen müssen. Das ist Elternaufgabe!

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im_ernst_56 06.08.2019, 14:42
25. Weniger Hashtag-Aufregung, mehr Recherche

Man kann das Problem offenbar aus verschiedenen Perspektiven sehen. "Carsten Linnemann hat mit seiner Problembeschreibung absolut recht“, sagte Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, WELT. „Wir müssen uns endlich ideologiefrei dem Problem widmen, dass inzwischen ein Fünftel bis ein Viertel der Erstklässler nur schlecht oder gar kein Deutsch kann.“
Die Frage ist, ob Muhterem Aras und andere, die sagen, sie hätten ohne Vorkenntnisse in der Schule ruck zuck Deutsch gelernt, die Ausnahme sind, weil sie vielleicht schon vorher eine andere Fremdsprache gelernt haben. Vielleicht kommt es auch darauf an, ob die Kinder aus einem bildungsfernen oder bildungsaffinen Elternhaus kommen. Der berufliche Werdegang der in dem Beitrag exemplarisch genannten Personen zeigt, dass es sich dabei wohl kaum um durchschnittliche Schüler ohne deutsche Sprachkenntnisse gehandelt haben dürfte. Wer wird denn schon Landtagspräsidentin, Starpianist oder Journalistin bei der ZEIT?
Im übrigen trifft es nicht zu, dass Herr Lindemann den Grundschulbesuch verbieten will. Er fordert nur eine Art 0.Klasse für Kinder ohne ausreichende Deutschkenntnisse. Vielleicht sollte man, bevor man reflexhaft über Herrn Lindemann und die CDU herfällt, einfach mal gründlich in den Schulen und bei den Lehrern recherchieren.

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sailor60 06.08.2019, 14:44
26. Nichts zum Aufregen vorhanden

Von Schulverbot hat niemand geredet. Dafür von Sprachförderung und Vorschule. Wenn EIN Kind in der Klasse "on the fly" deutsch lernt - kein Problem, wenn 30% oder mehr der Kinder kein Deutsch sprechen scheint es ein Problem zu geben. Das Niveau der gesamten Klasse sinkt.
Also führen wir eine Eingangsprüfung mit anschließender Sprachförderung ein, falls erforderlich.
Wo bitte, ist hier der Aufreger?
Es wird Schulen geben, an denen das notwendig ist und andere, wo wir darauf verzichten können.

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dietmar.simon 06.08.2019, 14:45
27. Debatte zur Deutschpflicht

Statt Politiker sollten hier die Lehrer bzw. der Lehrerverband befragt werden.
Manchmal ist es wirklich hilfreich, wenn sachkompetente Menschen gehört werden.

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Sportzigarette 06.08.2019, 14:47
28. wirklich?

Zitat von Kaffeeforyou
die Forderung aus der CDU nur Kinder in die normale Schule zuzulassen, zeigt wieder , in wie weit die Volksvertreter sich von der AfD jagen lassen; es ist Tatsache, dass viele der ausländischen Erstklässler Defizite in der deutschen Sprache haben, aber gleich so eine absurde Idee zu entwickeln und ernsthaft kundzutun, zeigt wiederum, wie die CDU eingestellt ist. Es laufen schon so viele Wähler weg ; will die CDU auch noch die restlichen Wähler weg jagen?!
würden Sie Ihr Kind in eine erste Klasse schicken, in der mehr als 80 % (Neukölln) nicht in der Lage sind deutsch zu sprechen? Sie fänden es also absurd, wenn diese nicht deutsch sprechenden Kinder, statt mit 6 oder 7 ein Jahr später in eingeschult werden und ein Jahr lang davor intensiv in deutsch unterrichtet werden? Meine Meinung ist also AfD konform? Dann bin ich bei der SPD ja nun wirklich völlig falsch, aber ich hasse die AfD genauso wie sie, und nu?

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cronin2015 06.08.2019, 14:47
29. Unglaublich

Was zahlreiche Medien aus dem sinnvollen Vorschlag gemacht haben.
Herr Linnemann hat richtigerweise gefordert Kinder, die die Sprache nicht beherrschen in Förderklassen auf einen Stand zu bringen, der ihnen eine erfolgreiche Teilnahme am Unterricht ermöglicht. Was ist daran falsch?
Warum diese maßlose Empörung.
Warum ist bei uns eine sachliche Diskussion zur Problemlösung nicht mehr möglich?

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