Forum: Leben und Lernen
Demografische Entwicklung seit 1997: Minus 2,3 Millionen Kinder
DPA

Die deutsche Gesellschaft altert: Seit Ende der Neunzigerjahre ist die Zahl der Minderjährigen stark zurückgegangen. Das zeigt eine neue Studie.

Seite 1 von 7
zeisig 14.11.2018, 12:00
1. Das kann sich schnell ändern.

Es ist kein Geheimnis, daß Familien aus den Kulturkreisen, aus denen Migranten vornehmlich kommen, im Schnitt kinderreicher sind als die typische nordeuropäische Familie. Also kann man davon ausgehen, daß die Sorge um eine Schrumpfung der deutschen bevölkerung unbegründet ist. Im Gegenteil. Deutschland ist ein kleines Land, wo im Verhältnis zu seiner Fläche viele Menschen leben. Zu viel ist ja auch nicht erstrebenswert.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Marut 14.11.2018, 12:05
2. Fragwürdige Bewertung

Immer wird in Berichten, die sich mit Geburtenrückgang befassen, das mit negativer Betonung beschrieben.
Dabei wäre eine andere Bewertung angesichts einer Weltüberbevölkerung von 7,5 Milliarden dringend nötig.
Die negative Bewertung ist ja nur die Folge eines grundsätzlichen Wachstumsdenkens, die sich auch nicht ändert, solange die Menschen es nicht begreifen, dass nur ein Umdenken in Richtung ganz anderer Gesellschaftsmodelle, deren Funktionieren eben nicht von andauerndem Wachstum abhänging sind, unser Überleben retten könnten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
drnatas 14.11.2018, 12:09
3. Dem Klima tut´s gut

Ich habe zwei Kinder und finanziell reicht mir das auch mehr als Dicke. Was heute an Schulen an Material verlangt wird ist echt irre. Die Ausgaben sind immens. Ich kann schon allein aus finanziellen Gründen verstehen, wenn jemand keine Kinder bekommen will.

Auf der der anderen Seite muss man aber auch sehen, dass wir in unsere Industriegesellschaft einen Großteil zum weltweiten CO2 Ausstoß und anderer Umweltverschmutzung beitragen. Also ist es doch für die Umwelt und damit auch für unsere Nachfahren besser, wenn die Bevölkerung schrumpft. Daher verstehe ich auch nicht so ganz warum alle immer schreien, wir müssen Leute aus anderen Ländern zu uns holen, damit die Bevölkerungszahl gleich bleibt. Bevölkerungsrückgang ist bis zu einem gewissen Maß vielleicht gar nicht verkehrt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Sonnenschein11 14.11.2018, 12:22
4. Wen wundert es?

Seitdem ich bewusst in Deutschland lebe, gibt es die Abwärtsspirale. Wo ich Kind war, konnte Vater mit seinem Geld ein Reihenhaus, 2 Kinder, Mutter und alle paar Jahre ein neues Auto finanzieren. Es blieb so viel Geld über, das wir mindestens 2x im Jahr in den Urlaub fahren konnten. 40 Jahre später verdiene ich gerade einmal so viel, dass ich mir die Miete leisten kann. Der Rest muss über das Gehalt meiner Frau beglichen werden. Wir können uns alle 8 Jahre einen Jahreswagen leisten, wir wohnen in einer Mietwohnung, haben mit 14 Jahren Abstand 2 Kinder. Das erste Kind konnten wir noch auf eine Privatschule schicken, das jüngste muss auf eine Europaschule. Wir können uns mit Müh und Not einen Jahresurlaub leisten. Und jetzt das absurde. Uns geht es verhältnismäßig gut. In Familien, wo nur einer Arbeitet, sieht es ganz düster aus. Das Kind ist eine der größten Ausgaben im Haushalt. Wenn ich sehe, was meine beiden Kinder mir jeden Monat kosten... Grob überschlagen 900,-€/Monat.
Also ich kann jeden verstehen, der sich sagt: Ich tue das einem Kind nicht an! Dann verzichte ich lieber auf Kinder!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ste.reg 14.11.2018, 12:32
5. Das ist in Ordnung.

Irgendwann müssen wir ja auch wieder eine Balance finden.
Deutschland hat im europäischen Vergleich ohnehin schon eine sehr/zu hohe Einwohnerdichte.
10-20 Millionen weniger Deutsche wären gar nicht so schlecht.
Entlastet die Städte, die Straßen, den Wohnungsmarkt...
Die Grenzen des Wachstums - nicht nur aus wirtschaftlicher Sicht sind real.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
birka12 14.11.2018, 12:49
6. Die Mär

Würden sich die Zahl der Geburten in einem Land stark erhöhen, z.B. Deutschland wird das immer als sehr wünschenswert beschrieben. Die Renten würden z.B. abgesichert, aber für wie lange? Gehen alle diese Kinder nicht auch einmal in Rente? Um diese Mär aufrecht zu erhalten müsste die nächste Generation auch wieder 4-5 Kinder per Familie hervorbringen, sonst stimmt die Rechnung nicht.
Jedes Kind in den entwickelten Ländern verbraucht riesige Ressourcen von unserem Planeten, absolut unerwünscht. Auch in den Schwellenländern wäre es sehr, sehr positiv wenn die Geburtenraten drastisch sinken würden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
interessierter Laie 14.11.2018, 13:02
7. @Marut& Sonnenschein11

es ist so herrlich, wenn zwei Kommentare so perfekt passen. Der eine sagt nur, man müsse auf Wachstum verzichten, der andere beklagt, das es Menschen heute schwerer haben, weil es eben nicht mehr kontinuierlich aufwärts geht. @Sonnenschein11: Rechnen wir mal raus, dass Sie heute für Gesundheit, Pflege und Zusatzversicherung wg. gekürzter Leistungen fast 5 Prozent pro Jahr mehr aufwenden müssen und fürs Alter nochmal 4 Prozent, weil die gesetzliche Rente nicht reicht. Da kommt was zusammen. Das ist der Grund. Und Marut - es geht der facto nicht um das Ende vom Wachstum. Das hieße ja, dass der Lebensstandard konstant bleibt. In einer alternden Bevölkerung wird der Lebensstandard für alle sinken. Geringere Einnahmen stehen stark steigenden Ausgaben gegenüber. Das bedeutet sozialen Sprengstoff, denn wo etwas knapper wird, steigt der Wettbewerb und es gibt mehr Verlierer.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
taypan 14.11.2018, 13:10
8. Problem und Ursache

Die Ursache liegt doch hauptsächlich an der reinen finanzierbarkeit. Wenn ich um mich umschaue (Anfang 30), dann haben nur rund 20 % meiner Bekannten Kinder und die haben die Vorraussetzung das Sie in ein geerbtes Eigenheim bzw, Eigentumswohnung ziehen konnten. Allein die restlichen 80 % leben entweder bzw. zum großteil bei Ihren Eltern oder können mit Ach und Krach Ihren Lebensunterhalt bestreiten und obwohl es sich bei allen um Akademiker handelt. Es ist doch kein Wunder das man in jungen Jahren überlegen muss wie man alles finanzieren will wenn man unterm Strich weniger Netto verdient als die Generation die einen geboren hat. Den Generationenvertrag mit dem Verpsrechen das es der nächsten Generation besser geht gibt es doch (ehrlich gesagt) doch gar nicht mehr. Dann soll man sich nicht wundern das viele zwar sich Kinder wünschen aber es wie bereits o.g. schlicht und einfach Sie es sich nicht finanzieren können. Und mit Hinblick auf die zukünftigen Renten ergebt sich dadurch natürlich ein Teufelskreis.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
muellerthomas 14.11.2018, 13:11
9.

Zitat von birka12
Würden sich die Zahl der Geburten in einem Land stark erhöhen, z.B. Deutschland wird das immer als sehr wünschenswert beschrieben. Die Renten würden z.B. abgesicher
Nicht einmal das, denn die jetzt arbeitende Generation müsste dann zunächst einmal mehr Rentner und mehr Kinder versorgen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 7