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Deutsche Unis - international konkurrenzfähig?

Im internationalen Vergleich schneiden deutsche Hochschulen schlecht ab: In einem neuen weltweiten Ranking sind die beiden besten aus Bayern - aber sie schafften es nicht unter die Top 50. Sind die deutschen Unis international noch konkurrenzfähig?

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Vinodissimo 14.08.2007, 13:56
1.

Zitat von sysop
Im internationalen Vergleich schneiden deutsche Hochschulen schlecht ab: In einem neuen weltweiten Ranking sind die beiden besten aus Bayern - aber sie schafften es nicht unter die Top 50. Sind die deutschen Unis international noch konkurrenzfähig?
Was hätte man auch anders erwarten können, dass die angelsächsischen Länder sich mal wieder als Weltmeister dekorieren, weil sie über höhere Budgets verfügen.

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discipulus 14.08.2007, 14:09
2. International "konkurrenzfähig"?

[QUOTE=sysop;1386834
...
Sind die deutschen Unis international noch konkurrenzfähig?[/QUOTE]
Welche Kriterien für die "Konkurrenzfähigkeit" werden angelegt??
Bei mancher Diskussion - auch hier in Bayern - habe ich den Eindruck:
Versorgung der Professoren auf Kosten der Steuerzahler: Besoldung und Pension aus C4, andrerseits staatsunabhängige Entscheidungskompetenz mit den Mitteln des Steuerzahlers.

Was wollen die selbst ernannten "Excellence cluster" a la Stoiber eigentlich?

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Peter Kunze 14.08.2007, 14:11
3. Durchaus

Tach,

Zitat von sysop
Im internationalen Vergleich schneiden deutsche Hochschulen schlecht ab: In einem neuen weltweiten Ranking sind die beiden besten aus Bayern - aber sie schafften es nicht unter die Top 50. Sind die deutschen Unis international noch konkurrenzfähig?
Die Frage sollte sich eher nach dem Produkt richten, welches Unis produzieren: Forschungsergebnisse und Akademiker. Hier können die deutschen Unis durchaus mithalten, wobei eine wachsende technik- und wissenschaftsfeindlichkeit in der Gesellschaft sowie die Einführung des Master/Bachelor-Matsches das ihrige zum Absinken des Rufs der Unis beitragen.

Die Art der Umsetzung wiederum ist international natürlich nicht mehr konkurrenzfähig. Die Vorteile der angelsächsischen Topunis ist überwältigend:

- Mehr Geldmittel stehen zur Verfügung. Die Privatwirtschaft und die Ehemaligen lassen sich da nicht lumpen.

- Freie Wahl der Studis. Ein Abi entlockt mal ein müdes Lächeln bei der Zulassungsstelle.

- Freie Wahl der Studien- und Forschungsgebiete, keine bis wenige staatliche Vorschriften.

Vor einer Antwort bitte bedenken: Darüber zu streiten, ob dies nun sinnvoll, ethisch vertretbar und sozial gerecht sei ist NICHT das Thema des Threads - zumal auch in D Eliten händeringend gesucht werden...

Bye

Peter

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Andreas2 14.08.2007, 14:17
4.

Schon die erste Antwort zeigt das Problem: die Vogel-Straußpolitik in diesem Lande, sprich: das Ignorieren der Realität und ihrer Ursachen, wird eine wirkliche Verbesserung verhindern, denn dafür bräuchte es ein Umdenken auf vielen Ebenen und nicht dieses übliche Geschwätz. Übrigens, Vinodissiomo, schon gemerkt ? Es geht keineswegs um ein Dekorieren der angelsächsischen Länder ( von denen dieses Ranking überhaupt nicht entworfen wurde, wie man dem Artikel eigentlich recht deutlich entnehmen kann). Und weiter: ist es unappetitlich, ja sittenwidrig, dass die "Sieger-Unis" höhere Budgets haben ? Natürlich nicht, aber solange eine wirkliche und überfällige Eliteförderung in unserer Sozialneidgesellschaft diskreditiert wird, so lange eine absolut sinnvolle und kontrollierte Zusammenarbeit mit der Industrie durch völlig surrealistische Restriktionen zuverlässig verhindert wird, so lange brauchen wir uns über solche Ergebnisse nicht zu wundern.

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Müder_Mensch 14.08.2007, 14:17
5.

Zitat von Vinodissimo
Was hätte man auch anders erwarten können, dass die angelsächsischen Länder sich mal wieder als Weltmeister dekorieren, weil sie über höhere Budgets verfügen.
Laut dem Artikel ist die Untersuchung durch die Universität Shanghai gemacht worden, also haben sich die angelsächsischen Länder nicht selbst als Weltmeister dekoriert, das sollte man nicht übersehen.
Sehr gut bemerkt, das die meisten dieser Institute über ein wesentlich höheres Budget verfügen.
Und natürlich die brilliantesten Köpfe der Welt anziehen.

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auslaender2 14.08.2007, 14:18
6. Masse statt Klasse

Stimme Vinodissimo im Grunde zu, bei diesen Rankings werden nahezu ausschließlich angelsächsige Maßstäbe angelegt. Im Hinblick auf die Globalisierung müssen wir uns in Deutschland allerdings fragen ob wir entweder mitmachen oder hinterher hinken wollen.

Problematisch finde ich auch den Maßstab "Anzahl der Publikationen" und "Anzahl der Zitate".
Ich selbst habe in Australien einige Jahre wissenschaftlich gearbeitet und weltweit publiziert. Ich habe festgestellt das es schwer sein kann zu publizieren wenn man nicht zu einem bestimmten "Club" gehört. Außerhalb des "Clubs" ist es dann auch ebenso schwer von anderen zitiert zu werden. Das hat weniger mit der Qualität der Arbeit zu tun als mit der Meinung, die man vertritt. Oft regieren Eitelkeit und Egoismus den Review-Prozess. Wenn man dann eine "unbequeme" Meinung vertritt wird man ruck-zuck von Kollegen einfach ignoriert. Ich will auch nicht von Kungelei reden aber Beziehungen helfen auch dort, bzw. bekannte Co-Autoren.

Sowas sollte deshalb nicht zu stark in ein Uni-Ranking einfließen denn dort zählt ja wesentlich mehr, z.B.: Zufriedenheit der Studenten, Ausstattung, Professoren pro Student, usw.
Nicht jeder gute Forscher ist auch ein guter Lehrer, und möglichst viele davon zu haben nutzt dann auch nichts.

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SaT 14.08.2007, 14:21
7. mit Vorsicht genießen

Solche Ranglisten sollte man mit Vorsicht genießen. Kriterien wie Veröffentlichungen in (zumeist englischsprachigen) Fachmagazinen sind nur bedingt aussagekräftig. Es ist kaum verwunderlich, dass Wissenschaftler mit englischer Muttersprache hier bevorteilt sind. Man kann sich mal die Anzahl der Nobelpreisträger aus dem deutschsprachigen Raum vor und nach den Weltkriegen betrachten: auch wenn heute noch deutschsprachige Geehrte überpropotional vertreten sind so ist deren Anzahl stark abgesunken. Unwahrscheinlich, dass die deutschen mit ihrer Niederlage plötzlich dümmer wurden - eher wahrscheinlich, dass die englische Sprache durch die Kriege in der Wissenschaft so wie in anderen Bereichen so sehr an Bedeutung gewann, dass englischsprachige Unis heute einfach besser dastehen.
Unabhängig von solchen Statistiken (traue nur den Statistiken die Du selbst gefälscht hast) besteht klar Handlungsbedarf. Nicht ohne Grund habe ich mich nach meinem Diplom für eine Karriere in der freien Wirtschaft entschieden. In unseren Unis steht nicht nur zuwenig Geld für notwendige Hardware zur Verfügung auch die Gehälter für alle unter dem Rang eines Professors sind eine einzige Frechheit. Hier sollte ein reiches Land wie unseres mehr in die Bildung investieren.
Allerdings gibt es auch vom Geld unabhängige Probleme: Mobbing und Vetternwirtschaft.

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uglyripper 14.08.2007, 14:31
8. fragliche Gewichtung

Hallo,

Vielleicht sollte man bei der Qualitätsbewertung einer Universität nicht nur auf "höher, schneller, weiter - Kriterien", wie die Anzahl der Nobelpreisträger wert legen, sondern einen Blick auf die Qualität der Lehre im Allgemeinen oder die Verwertbarkeit des Gelehrten für das Berufsleben werfen. Nicht, daß ich denke, die deutschen Unis würden so besser abschneiden ;) , aber dem Studenten dürfte es in den meisten Fällen ziemlich egal sein, wie viele Fachartikel der Professor so veröffentlicht, er würde sich eher über Kleinigkeiten wie mehr als eine Sprechstunde pro Woche freuen, oder aber einen einigermaßen aktuellen Bücherbestand. Das Interesse an solchen Nichtigkeiten wird wohl proportional zur Höhe der eingeforderten Studiengebühren noch steigen...

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carlosbanane 14.08.2007, 14:32
9.

Absolut unnötige lächerliche Vergleiche, wozu soll das gut sein ?

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