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Deutscher Inklusions-Schüler in Kanada: Finnans weiter Weg zum Glück
Privat

Kanada ist Deutschland beim Thema Inklusion 30 Jahre voraus. Sonderschulen für Behinderte sind dort längst abgeschafft. Finnan aus München geht seit einem Jahr in Toronto zur Schule. Wie läuft's?

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spon_5085922 01.05.2018, 05:56
1.

Da ich ein paar Menschen mit geistiger Behinderung bereits aus der Regelschulzeit kenne, erleichtert das mir das die Zusammenarbeit mit ihnen. So fassen die Mitarbeiter mit Handycap vertrauen und können meine Anweisungen leichter umsetzten und auch über sich hinauswachsen. Was mir eine Hilfe ist da ich wegen meinem Rücken oft eine Helfende Hand braucht der die schweren Metallteile mit denen wir arbeiten hochhebt. Auch Werte wie Ausdauer und Geduld werden geübt. Das alles könnte noch besser laufen aber das Jobcenter sieht sich z.B. für Menschen mit Behinderung nicht zuständig und Menschen mit Behinderung werden dort auch von den Sanktionsmechanismen erfasst weshalb man sie zum Schutz auch nicht in Kontakt mit dem ersten Arbeitsmarkt kommen lässt. Ich arbeite gut und gerne für die Inklusion auch wenn Deutschland hier ein Entwicklungsland ist.

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quark2@mailinator.com 01.05.2018, 07:05
2.

Das ist hier mal wieder ganz klar am Thema vorbei. Natürlich ist es kein Problem, wenn jemand etwas langsamer spricht, oder spastische Zuckungen in den Beinen hat. Das man solche Kinder an normalen Schulen integrieren kann und soll, werden die Wenigsten bestreiten. Das ist auch für den Rest der Klasse gut. Soweit ich es im Artikel verstanden habe, hat Finn in DE ja auch die normale Schule besucht. Das er da schlecht behandelt wurde ist schlecht (und das passiert leider auch vielen Kindern ohne Behinderungen). Aber wie gesagt, das geht alles am Thema vorbei, denn da dreht es sich doch darum, was mit Kindern ist, die den Unterricht permanent stören und so den Lernfortschritt allgemein einbremsen, ob nun aufgrund von Verhaltensauffälligkeiten oder einfach fehlender Intelligenz. Natürlich muß man das Recht eines jeden Menschen auf vollwertige Bildung sehr ernst nehmen. Das gilt aber für beide Seiten. Die sog. nicht behinderten Kinder haben auch ein Recht darauf, ihre Lernzeit möglichst optimal nutzen zu können. Denn Anwesenheitspflicht besteht ja für sie. Ich sehe irgendwie nicht, daß schwarz oder weiß hier die richtige Antwort sein können. Und da haben wir noch nicht über Geld geredet. Wie wäre es mit 2% vom BIP ?

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ollis.post 01.05.2018, 07:20
3.

Meilenweit voraus ist Kanada gegenüber Deutschland. Seit 30 Jahren klappt die Inklusion. Darum geht ja Finn auch
„in eine Learning Disability (LD) Klasse für Schüler mit Lernschwierigkeiten.“ statt in eine ganz normale Schule.

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Fackel 01.05.2018, 07:35
4. Sichtweisen

Klar, dass die Eltern von Finnan das klasse finden. Man darf sich aber auch getrost fragen ob die anderen Schüler nicht gebremst werden. In meinen Augen unumgänglich und dann stellt sich mir die Frage ob das Wohl eines Kindes über das aller anderen gestellt werden darf. In meinen Augen nicht.

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Albrecht Z 01.05.2018, 07:58
5. Es gibt nichts Gutes , es sei denn man tut es !

Der Artikel hat mich tief berührt und beschämt zugleich. Eine Nation, die Produkte entwickelt, die in der ganzen Welt so begehrt sind, dass es regelmäßig Exportweltmeister wird, schafft es nicht, die einfachsten baulichen und personellen Bedingungen zu schaffen, um die Integration zu erleichtern. Ich habe selber in Nordamerika gelebt und habe auch die Erfahrungen gemacht, dass dort Dinge, nachdem sie beschlossen sind schnell und pragmatisch umgesetzt werden, wogegen in unserem Land auch nach einem Beschluss die Zweifler die Ihre Bedenken anmelden und so die Umsetzung verzögern oder verhindern (G8,...) . Wir leben im größten Wohlstand aller Zeiten und geben dabei denen die besondere Unterstützung brauchen nicht notwendige Aufmerksamkeit.


Der Satz, dass der Junge sich in der Schule als Belastung gefühlt hat ist niederschmetternd. Ich kann mir nicht vorstellen, welche Kraft es den betroffenen Familien kostet die jungen Kinder davon zu überzeugen mit Begeisterung in die Schule zu gehen, wenn die Schulen dafür nicht ausgestattet sind.

Wenn man den Namen des Jungen in eine Suchmaschine eingibt kommt man auf einen Blog der Mutter. Es gibt für das Therapieprojekt ein Cowfundingprojekt an dem man sich durch eine Spende finanziell beteiligen kann. Ich habe dies gerade eben getan und würde mir wünschen, dass es heute am Tag der Arbeit noch einige andere Leser gleichfalls machen und so zumindest dem Jungen und seiner Mutter ein paar schöne Momente und Freiräume ermöglichen! Damit hätte der Artikel nicht nur die Leser informiert, sondern einen konkreten und messbaren Erfolg gebracht !

Ich schliesse mit dem Sprichwort " Es gibt nichts Gutes , es sei denn man tut es !

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rk_fisch 01.05.2018, 07:59
6. Der eine Satz bringt es auf den Punkt

"Hier wird Finnan akzeptiert wie, er ist", sagt seine Mutter. "Er gehört dazu."

Währenddessen prügeln sich in Deutschland Eltern, Lehrer und Schulleiter, wenn es um Inklusion (wo realistisch möglich) geht, siehe auch "Bremer Gymnasium klagt gegen Inklusion" bei Spiegel Online inklusive den Kommentaren von Eltern, die ihr Kind ohne "negativ behaftete Einflüsse" in der Schule sehen wollen.
In Deutschland wird vorwiegend das Prinzip "Du gehörst nicht dazu" betrieben. Viele verkennen in der Leistungsgesellschaft, das die Zahl derer, die "nicht dazu gehören", immer grösser wird, auch ohne körperlichen oder geistigen Einschränkungen.
Strampeln nach unten eben, bis man selbst unten angekommen ist oder dorthin definiert wurde.

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fördeanwohner 01.05.2018, 08:09
7. -

Ganz ehrlich, da wird wieder die Kritik an der falschen Stelle angebracht. "Die Lehrerin ..."
Das Problem lag wohl nur indirekt bei der Lehrerin in der Grundschule, sondern daran, dass es zu wenig Personal gab, das sich um Finnan kümmern konnte. Wenn man als Lehrkraft in einer Gruppe von 25 Kids allein unterrichtet, dann kann man sich rein zeitlich und körperlich/räumlich gar nicht richtig kümmern.
Und von wegen, die anderen Kids können ja helfen... Das mag die Sozialkompetenz stärken, aber Schule ist nicht nur dafür da.
Desweiteren muss man auch feststellen, dass es Eltern gibt, die ihr Kind an die eine Schule bringen wollen. Und dann kann es passieren, dass ein stark körperbehindertes Kind, das Mühe hat von A nach B zu kommen, an einer Schule eingeschult wird, die 1200 SuS hat, zweistöckig mit Treppen ohne Fahrstuhl ist, die Toiletten sonstwo sind usw. Aber es muss diese eine Schule sein. Und nachher sind die Lehrer schuld, weil es nicht funktioniert, mit Dienstaufsichtsbeschwerde usw.
Inklusion ja, aber nicht so, wie die Politik es umsetzt und wie Eltern von Inklusionskindern es fordern.
So langsam nervt es auch, immer wieder über dieselben Dinge zu diskutieren. Ein Beispiel aus Kanada ... Das ist ja toll. Interessiert nur keinen deutschen Politiker.

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Fizzo 01.05.2018, 08:10
8.

Fassen wir also zusammen, dass der Junge in eine gesonderte Klasse geht und das auf jede Klasse drei Lehr- und Betreuungspersonen kommen. Wenn es zu schwierig wird, wird er aus der Klassengemeinschaft entfernt. Das klingt für mich nach einer Sonderschule in Teilzeit. Wäre es finanzierbar, diesen Betreuungsschlüssel in Deutschland zu haben, wäre das hier sicherlich auch möglich. Aber bei einer 30er Klassenstärke mit einem Lehrer ist offensichtlich, dass besondere Bedarfe nicht vorrangig bedient werden können, weil schon das Grundlegendste eine logistische Herausforderung ist.
Und das alles zum Preis der dauerhaften Trennung vom Vater.

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cyberpommez 01.05.2018, 08:18
9. inclusion geht aber andets

Was wird denn da erzählt? Er geht in eine Learning Disability Klasse? Da haben wohl die Kanadier Inclusion nicht verstanden, denn so eine Klasse ist quasi eine Sonderschule. Mir scheint das Kanada da noch ein bissel nacharbeiten muss, so wie D auch, aber das kostet, und zählt Kanada eher als. Gute Bildung ist hier noch nie erwünscht gewesen

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