Forum: Leben und Lernen
Deutschlands beliebtestes Studienfach: "BWLer müssen vor allem büffeln"

BWL ist das größte Massenfach seit Erfindung der Hochschule. Für Veteran Alfred Kieser ist klar: Mit Spaß hat das nichts zu tun. Im SPIEGEL-ONLINE-Interview erklärt der Professor, der Traum vom großen Geld locke die Studenten. Die Job-Chancen sind gut, Enttäuschungen aber programmiert.

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Schnurz321 03.11.2010, 22:25
230. "Geld verschieben"

Zitat von eigene_meinung
Die meisten BWLer haben tatsächlich nur Wörter, Fakten und Methoden auswendig gelernt, ohne sie zu verstehen. Das Gelernte wenden sie leider in der Praxis an, und zwar meist falsch, was zu den heutigen....
Gute Produkte können nur entstehen, wenn die entsprechenden Gelder auch optimal "verschoben" werden.

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Schnurz321 03.11.2010, 22:33
231. Bedeutung von "-logie"?

Zitat von Justin Case
Es ist für mich eine "weiche Wissenschaft". Es heisst nicht umsonst BetriebswirtschaftsLEHRE...
Biologie, Psychologie, Immunologie, ...
Ist Ihnen klar, was die Endung "-logie" bedeutet?

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Motorpsycho 03.11.2010, 22:35
232. Titel, Thesen, Temperamente

Zitat von hermanngaul
- eine Bratwurst mit Pommes bitte -
Ob es hier Pommes gibt, weiß ich nicht.

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solarfighter 04.11.2010, 00:45
233. Mein Beileid

Zitat von Auswahlaxiom
. Die Optimierung betrieblicher Prozesse oder Gleichgewichtsaussagen der Spieltheorie (all das fällt unter OR) ist normalerweise . Konvexe Analysis mit dem Gaußschen Algorithmus gleichzusetzen, also echt, dazu gehört schon was.
Das ist doch ähnlich spannend, oder? Bei mir ist in erster Linie der alte Gauß hängengeblieben, weil der dort in allen Variationen herunter gebetet wurde. An der Grundaussage ändert dies aber nichts.

Zitat von ergoprox
Genau, dann erläutern Sie mir doch bitte mal auf die Schnelle die wesentlichen Auswirkungen des BilMoG auf … Na das pdf hätte ich doch ganz gern, blöderweise beschäftige ich mich seit mehr als 7 Monaten mit diesem Kram und ..
Viel Spaß damit. Mein Beileid. So viel Alkohol vertrage ich gar nicht, denn ich saufen müsste, um mir diesen Kram schön zutrinken.

Zitat von Apo1978
*Turing, der Vater der Informatik, hat die Enigma geknackt. Man geht davon aus, dass dadurch der zweite Weltkrieg um 5 Jahre verkürzt wurde.
Das ist eine starke Überschätzung. Der WKII wurde im Wesentlichen durch die Wirtschaftsfuzzies und die „Grundrechenarten“ gewonnen. Beispiel: Afrikafeldzug (Rommel): 2 tote britische Soldaten für einen gefallenen Deutschen. Na und, wenn man die 3 fache Übermacht hat. Das deutsche Reich hatte quasi bis zu Letzt die technologisch überlegenen Waffen und auch den fähigeren Generalstab. Gebracht hat das trotzdem nichts. Die Alliierten haben durch die schiere Masse an Menschen und Material gewonnen. So betrachtet, haben gerade die viel gescholtenen WiWi's für den Sieg der Alliierten im WKII gesorgt.

Zitat von Auswahlaxiom
Ich würde diese Begriffe schon auseinanderhalten. Beispiel: Die Mondlandung. Wer diese leugnet, stellt eine Behauptung auf, aber doch keine Meinung. Aus diesem Grund fällt die Holocaustleugung in Deutschland zu recht nicht unter die Meinungsfreiheit.
Hier begeben Sie sich als Mathematiker aber auf dünnes Eis. Die Begrifflichkeit „Meinung“ ist mir im Kontext Mathematik noch nicht untergekommen. Am Ehesten würde dazu die „Vermutung“, als unbewiesene Behauptung passen.

Mal aus der erkenntnistheoretischen Ecke betrachtet, ist eigentlich jede Behauptung erst einmal auch eine Meinung. (Da „Meinung“ etwas popelig klingt und in eigentlich auch personenbezogen ist, wird in der Wissenschaft gerne der Begriff Hypothese hierfür verwendet.) Wenn man diese entweder bewiesen oder falsifiziert hat, kann man für sich selbst diese als Tatsache einordnen oder verwerfen. Da es ja so etwas, wie eine Schwarm-Intelligenz im engeren Sinne beim Menschen nicht gibt, deckt die Meinungsfreiheit, bis auf Ausnahmen, sogar die Verbreitung falsifizierter Behauptungen.

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Auswahlaxiom 04.11.2010, 09:07
234. Meinung

Zitat von solarfighter
Hier begeben Sie sich als Mathematiker aber auf dünnes Eis. Die Begrifflichkeit „Meinung“ ist mir im Kontext Mathematik noch nicht untergekommen. Am Ehesten würde dazu die „Vermutung“, als unbewiesene Behauptung passen.
In der Mathematik ist mir die "Meinung" auch noch nicht untergekommen, aber als Mathematiker darf ich doch eine haben, oder? Sagen wir zur Politik. Ich meine also, dass man die Meinung von der Behauptung unterscheiden muss, weil ich es als Mathematiker gewöhnt bin, dass auf eine Behauptung ein Beweis folgt (andernfalls die Behauptung eine Vermutung wäre). Die Meinung hingegen ist davon losgelöst. Ich kann z.B. meinen, dass das politische System der Bundesrebuplik Deutschland relativ gut funktioniert. Das erfordert keinen Beweis, es ist einfach nur meine Ansicht.

Zitat von
Mal aus der erkenntnistheoretischen Ecke betrachtet, ist eigentlich jede Behauptung erst einmal auch eine Meinung.
Wieso? Ich könnte doch behaupten, dass 0=1 ist. Aber ist das eine Meinung?

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kleinevroni 04.11.2010, 09:48
235. .

Zitat von spassmagnet
hmm kann nur sagen, dass Logistik und Finanzwirtschaft mit Sicherheit nicht ohne sind - Spieltheorie udn solche Sachen sind natürlich Spielerei - kommt wohl auf die Vertiefung an... hinsichtlich Mathe-knowhow steht man im Finanz-Bereich den Ingenieuren aber in nichts nach - sollte man vllt mal rein schauen, bevor man hier ablästert ;)
Finanzmathe - OK. Aber Logistik? Was ist daran schwierig? Bzw. wenn es so schwierig ist, warum machens dann so viele?

Natürlich MUSS man als Wiwi rechnen können. Aber die Berechnung von z.B. einer Achterbahn halte ich persönlich für komplizierter. Freilich gibts in den technischen Bereichen auch Armleuchter vor dem Herrn. Aber wohl in der absoluten Anzahl eben nicht so viele.

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Auswahlaxiom 04.11.2010, 10:05
236. Verschieben

Zitat von Schnurz321
Gute Produkte können nur entstehen, wenn die entsprechenden Gelder auch optimal "verschoben" werden.
Gute Produkte entstehen durch gute Ideen und durch gute Arbeit. Sie werden dann, wenn Prototypen existieren, verschlechtert, weil das sogenannte "Optimum" der BWLer eigentlich nur besagt, dass die Kosten gedrückt werden müssen (mit Optimieren hat das nichts zu tun). Aber Sie können ja noch nicht einmal genauer erläutern, was Sie hier "verschieben". Ich nehme an, es sind Zeilen und Spalten in Ihre Tabellenkalkulation.

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Schnurz321 04.11.2010, 13:27
237. BeWeEl

Zitat von Auswahlaxiom
Gute Produkte entstehen durch gute Ideen und durch gute Arbeit. Sie werden dann, wenn Prototypen existieren, verschlechtert, weil das sogenannte "Optimum" der BWLer eigentlich nur besagt, dass die Kosten gedrückt werden müssen (mit Optimieren hat das nichts zu tun). Aber Sie können ja noch nicht einmal genauer erläutern, was Sie hier "verschieben". Ich nehme an, es sind Zeilen und Spalten in Ihre Tabellenkalkulation.
Mir ging es hier in erster Linie um eine volkswirtschaftliche Perspektive, nach der eben auch "Geld verschieben" (oder Geld drucken) realwirtschaftliche Auswirkungen (auf Innovation, Produktion) hat. Aber grundsätzlich gilt das natürlich auch für betriebliche Entscheidungsprozesse: Ob ich den erwirtschafteten Gewinn an die Anleger ausschütte, Rückstellungen bilde oder in Forschung und Entwicklung investiere, hat Auswirkungen.
Und es geht nicht schlicht um "Kosten drücken", sondern aus einem gegebenen Budget das maximale herausholen oder ein gegebenes Niveau mit minimalen Kosten beibehalten (wofür wiederum Geld für andere Dinge - Investitionen, Rendite, etc. frei wäre).
"Kosten senken" und den kurzfristigen Gewinn auf Kosten des langfristigen Gewinns heben kann jeder, das ist keine Kunst. Es müssen eben entsprechende Anreize gesetzt zur langfristigen Orientierung gesetzt werden. Wenn ein Manager einen Fünfjahresvertrag hat und danach aus dem Beruf ausscheitet und stets je nach Quartalserfolg bezahlt wird, wird er tendenziell zu kurzfristiger Gewinnmaximierung neigenm, da er davon profitiert. Weitgehend unabhängig davon, ob der Manager BWL, Maschinenbau oder Medizin studiert hat.

Der BWLer mag unter solchen Rahmenbedingungen möglicherweise im Schnitt opportunistischer Handeln - voraussgesetzt, in den Führungsebenen ist ein repräsentativer Querschnitt der damaligen BWL-Studenten vertreten, die sich charakterlich diesbezüglich nicht weiterentwickelt haben.

Das liegt dann aber wohl eher am Image der BWL, das bestimmte Charaktere eben mehr anzieht.

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Scribulus 04.11.2010, 16:10
238. Unfähige BWLer in Banken?

Zitat von Auswahlaxiom
Ich behaupte, dass es Bankenkrisen nur gibt, weil in den Banken überproportional viele BWLer herumlaufen. Das sind nicht immer schlechte Menschen, die sind nur einfach unfähig.
Das mag für die heutige Generation der Bankvorstände zutreffen, nicht jedoch für die Zeit davor. Denn da war zwar die Akademikerquote auch recht hoch, setzte sich aber bei weitem nicht nur aus BWLern, sondern insbesondere auch aus Juristen zusammen. Maßgeblich für die verhängnisvolle Abweichung von der früher bewährten Unternehmenszielsetzung einer langfristigen Gewinnoptimierung scheint eher die Hinwendung zur absoluten Priorität einer kurzfristig maximalen Kapitalrendite zu sein. Dieser extremen Ausrichtung fiel nicht nur die Ethik zum Opfer, sondern sie begünstigte auch eine stellenweise unverantwortbare Risikobereitschaft. Man könnte sogar behaupten, dass unter der neuen Unternehmens“kultur“ der Handel der Banken vor allem auch mit Derivaten in Nachbarschaft zum Wetten geriet. Insofern muss es nicht unbedingt Unfähigkeit der Führungskräfte sein, sondern eine Kapitulation vor dem Diktat der Großaktionäre, denn die bestimmen die Unternehmenspolitik.

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ergoprox 04.11.2010, 16:29
239. ...

Zitat von Auswahlaxiom
Kann ich bestätigen, so einer hat uns auch mal besucht und den selben Mist gequatscht. Und am nächsten Tag steht er vor der Presse und sagt, dass man als Unternehmer schon Leidenschaft für das Produkt mitbringen muss, das man verkauft. Ich behaupte, dass es Bankenkrisen nur gibt, weil in den Banken überproportional viele BWLer herumlaufen. Das sind nicht immer schlechte Menschen, die sind nur einfach unfähig.
..na unfähig scheinen vor allem die mathematiker, die den bankern die risikomodelle verkauft haben, die sie selbst nicht übersehen konnten.

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