Forum: Leben und Lernen
Deutschlands beste Professoren: Radikalforscher bietet Mausetod im Sonderangebot
Silja Götz/ DER SPIEGEL

Was ist ein Leben wert? Gibt es eine Moral des Marktes? Ökonom Armin Falk, 45, Direktor des Labors für Experimentelle Wirtschaftsforschung an der Universität Bonn, stellt die Fragen, an die sich viele Kollegen nicht herantrauen. Und er provoziert mit Experimenten, bei denen es um Leben und Tod geht - den Mausetod.

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kaynchill 20.11.2013, 08:02
1. o O

durften die glücklichen Geldbesitzer dann wenigstens aus nächstet Nähe zusehen wie die Maus stirbt? Grausam, alleine die Exekution durch Gas. Und das alles für ein paar Euro?
Im ersten Fall hätte ich den fraglichen Studenten gerne 5? angeboten wenn sie die 10? ablehnen. Damit hätte sich der Wert des Mäuselebens nochmal halbiert. Die Reaktionen würde ich mir auch spannend vorstellen.

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townsville 20.11.2013, 08:17
2.

wieso erwartet man von Studenten, dass sie ethische Anmutungen gegenüber Nagern haben, wenn es gesellschaftlich akzeptiert industriell gezüchtete "überzählige Labormaeuse" gibt, die täglich Routinemäßig getötet werden? wir erwarten von Konsumenten, sich über Arbeitsbedingungen in Bangladesh zu erregen, waehrend es wirtschaftlich voellig akzeptabel ist, Waffen per Regierungsbeschluss an ein fundamentalistisches Tyrannenregime wie Saudi-Arabien zu liefern, das Menschenrechte offiziell mit Füssen tritt. Ethische Maßstäbe setzt die Gesellschaft im Konsens der Gesetzgebung und Staatshandlung, nicht der Einzelne.

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EinFan 20.11.2013, 08:21
3. schockierend...

Gut, dass sich mal jemand an das Thema herantraut. Jeder Mensch hat seinen Preis, dennoch schockiered wie gering er bei vielen zu sein scheint!

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uhuplus 20.11.2013, 08:39
4. Der eigentliche Skandal steht unten

"Überzählige Labormäuse" Das ist der Skandal. Wie krank muss man sein, daß man überzählige Mäuse erst züchtet und dann tötet. War es nicht so daß man einen guten Grund braucht, um ein Wirbeltier zu töten? Ich bin entsetzt, daß "braucht Futter" als Grund offenbar reicht.

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-g- 20.11.2013, 08:41
5. ich kann es nicht glauben

dieser Spinner tötet doch tatsächlich Tiere, nur um seine völlig überflüssige, schwachsinnige und bedeutungslose "Forschung" darzulegen ? Ich glaube mittlerweile ist wirklich alles möglich. Man muß nur ordentlich auf den Putz hauen, und Gesetze oder Moral spielen dann garkeine Rolle mehr. Oder mehr noch: unmoralisches Handeln wird zum Maßstab der Moral. Absolut verachtenswert.

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Koana 20.11.2013, 08:42
6. Die 20% sind wohl ...

Zitat von sysop
Was ist ein Leben wert? Gibt es eine Moral des Marktes? Ökonom Armin Falk, 45, Direktor des Labors für Experimentelle Wirtschaftsforschung an der Universität Bonn, stellt die Fragen, an die sich viele Kollegen nicht herantrauen. Und er provoziert mit Experimenten, bei denen es um Leben und Tod geht - den Mausetod.
... in etwa der Anteil an unserer Menschengemeinschaft, die dafür Sorgen, dass wir nicht exakt wie andere Großsäuger dem Gesetz des Dschungels verhaftet sind.

Problem - die 80% sind die dominante Mehrheit und schleifen a la Longue die Menschheit aus ihrer Daseinsmöglichkeit hinaus.

Der Mäuseversuch ist schlicht eine simple Transformation der Realität auf ein reduziertes Modell - nun wirklich keine Neuigkeit!

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joachimfalkowski 20.11.2013, 08:54
7. na ja

..... In den Siebziger Jahren wurden Experimente mit fingierten Stromschlägen an Menschen gemacht. Mit ähnlich erschreckenden Ergebnissen.
Einzig die Fragestellung war eine Andere doch der nach dem Geld sehr ähnliche.
Die Herren Professoren sollten sich doch intensiver mit der Frage beschäftigen, in wie weit Ihr vermeintlicher Anspruch auf die Wahrheit sie dazu berechtigt Versuche wie diese Neueren durchzuführen. Von der Wissenschaft von vorne herein zum Tode verurteilte Mäuse sind in einem beliebigen Experiment gestorben, also ihren Bestimmung zugeführt worden. Ich kann mit 10 Euro viel gutes tun , und das kostet nur ein Mäuseleben.
Das Experiment zeigt doch bloß , das wir unsere eigenen Ziele über die der anderen stellen.
Die Wissenschaft wird uns erkenntnistheoretisch nie in eine aufgeklärtere humanere Welt bringen. Das muss seit Kurt Gödel doch jedem klar sein.
Mit dem Finger auf andere zeigen um von sich selbst abzulenken ist noch unbedingt neu.
Hier wird unsere Angat vor uns selbst ausgenutzt , sonst nichts.

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Schäfer 20.11.2013, 08:58
8. man sagt "Mäusetod"

Zitat von sysop
Was ist ein Leben wert? Gibt es eine Moral des Marktes? Ökonom Armin Falk, 45, Direktor des Labors für Experimentelle Wirtschaftsforschung an der Universität Bonn, stellt die Fragen, an die sich viele Kollegen nicht herantrauen. Und er provoziert mit Experimenten, bei denen es um Leben und Tod geht - den Mausetod.
Bei dem Test fragt man sich, warum es moralisch verwerflich sein soll, Mäuse vor einer nicht artgerechten Haltung im Käfig zu bewahren.

Überhaupt ist Moral in der Ökonomie ein Kategorienfehler. Der Test wäre sicher noch anders ausgegangen, wenn man statt Mäusen junge Katzen oder Fruchtfliegen genommen hätte. Daraus herzuleiten, dass man eine schlechte Bezahlung von Arbeitern in Bangladesh befürwortet, ist absurd.

Mir gefällt es ganz gut, wenn Falk durch die Studienergebnisse schockiert ist. Moralisierende Gutmenschen haben es nicht besser verdient.

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tomatoeyes 20.11.2013, 09:00
9. Es geht um Leben und Tod

Lange vor der "Eurokrise" habe ich folgendes bei einer Firma, die 1995 in ihrer Sparte die Weltweit Nr 2 war: Eines Nachmittags kommt der "Bad-Guy" der Firma in unsere Abteilung. Der "Bad-Guy" hat eine Aufgabe - die lästigen Kunden sollen sich über ihn beschweren, und zwar bei dem "Good-Guy", der sich um diese Kunden kümmert. Frei nach dem Motto "Was kann ich für Sie tun?" Jedenfalls berichtete Mr. Bad-Guy uns, dass diejenigen, die sich trauen "der Firma Ärger zu machen" werden zuerst "blau", dann "rosa", dann "lila" und dann zum Schluss "grün". Ich vermute, dass er auch diese Äußerung "Todernst" gemeint hat. Er grinste währenddessen hämisch.

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