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Deutschlands beste Professoren: Radikalforscher bietet Mausetod im Sonderangebot
Silja Götz/ DER SPIEGEL

Was ist ein Leben wert? Gibt es eine Moral des Marktes? Ökonom Armin Falk, 45, Direktor des Labors für Experimentelle Wirtschaftsforschung an der Universität Bonn, stellt die Fragen, an die sich viele Kollegen nicht herantrauen. Und er provoziert mit Experimenten, bei denen es um Leben und Tod geht - den Mausetod.

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ohminus 20.11.2013, 11:46
50.

Zitat von uhuplus
"Überzählige Labormäuse" Das ist der Skandal. Wie krank muss man sein, daß man überzählige Mäuse erst züchtet und dann tötet. War es nicht so daß man einen guten Grund braucht, um ein Wirbeltier zu töten? Ich bin entsetzt, daß "braucht Futter" als Grund offenbar reicht.
Und wie krank muss man sein, um bei einem Thema, das man offensichtlich nicht versteht, den Moralapostel zu spielen? Wenn z.B. Tieren ein bestimmtes Gen eingepflanzt wird, um zu sehen, ob dieses Gen für sich allein in der Lage ist, Leukämie auszulösen, die Tiere aber tatsächlich nicht an Leukämie erkranken, dann ist das Ziel des Experiments erreicht - alleine reicht die Mutation nicht aus. Soll man jetzt Mäuse am Leben halten, die einen gravierenden Defekt haben, der, wenn er auch keine Leukämie auslöst, doch ihrer Gesundheit nicht besonders zuträglich ist?

Ich frage mich, wer da der Tierquäler ist. Mit der Argumentation kann ich auch das Einschläfern von Haustieren verbieten - sollen sich die Köter halt zusammenreissen. "Schmerz ist Schwäche, die den Körper verlässt" - oder so.

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heidelbär 20.11.2013, 11:51
51. Multiple dekadente Ignoranz

Ein Professor, der seine Karriere auf tierquälerische Weise medienwirksam inszeniert zu befördern versteht, gehört vor den Kadi und auf die Vorschulbank
ins Fach Moral von Grund auf. Und dies mitsamt seinen überzähligen geldgeilen Probanden. Wolfgang Menge hat Jahrzehnte zuvor mit seinem "Millionenspiel" als Fernsehshow die gleichen Ergebnisse geliefert wie Falk. Intelligent, entlarvend und ohne kriminelle Tierquälerei mit öffentlichen Finanzen.

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Schäfer 20.11.2013, 11:52
52. nur Mäuse

Zitat von katzenheld1
Sicher möchten Sie noch ein paar Schritte weiter gehen, oder? Wie wäre es denn damit 1. Stufe: Es sind ja nur Mäuse 2. Stufe: Manche Menschen sind wie Mäuse 3. Stufe: Alle Menschen einer bestimmten Gruppe sind wie Mäuse 4. Stufe: Es waren ja nur Mäuse In 3. würden Sie wahrscheinlich die "Gutmenschen" einordnen.
So etwa war es gemeint.

Das wichtigste aber ist die Moral als falscher Massstab in der Ökonomie. Dazu kommt, dass Falk solche als moralisch einstuft, die seiner Moral folgen. Für andere zählt ein besonderes Verhältnis zu unbekannten Tieren nicht dazu.

Warum wird ein Tierversuch gemacht, wenn es nicht nötig ist? Wie in der Kosmetik hätte man auch in der Ökonomie Gewebekulturen statt Mäuse nehmen können. Die leben auch. Dass Tiere, weil sie Knopfaugen haben, anders behandelt werden müssen, ist ein Resultat der Vermenschlichung von Tieren und hat nichts mit Moral zu tun.

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Olaf 20.11.2013, 11:53
53.

Zitat von sysop
Was ist ein Leben wert? Gibt es eine Moral des Marktes? Ökonom Armin Falk, 45, Direktor des Labors für Experimentelle Wirtschaftsforschung an der Universität Bonn, stellt die Fragen, an die sich viele Kollegen nicht herantrauen. Und er provoziert mit Experimenten, bei denen es um Leben und Tod geht - den Mausetod.
Ich weiß wirklich nicht wo der Erkenntniswert solcher Versuche liegt. Eigentlich mache ich das gleiche, wenn ich mir ein Schnitzel kaufe.

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Thorst 20.11.2013, 11:53
54. Kein Skandal

""Überzählige Labormäuse" Das ist der Skandal. Wie krank muss man sein, daß man überzählige Mäuse erst züchtet und dann tötet. War es nicht so daß man einen guten Grund braucht, um ein Wirbeltier zu töten? Ich bin entsetzt, daß "braucht Futter" als Grund offenbar reicht."

Was denken sie, wie die Mäusezucht von statten geht? Man kann der weiblichen Maus ja kaum sagen: Wir brauchen diesmal nur 3 Mäuse. Wenn sie halt 5+ wirft, dann muss man damit leben. Zwar kann man Experimente verschachteln (sodass kein Überschuss entsteht), aber gerade bei bestimmten Mauslinien ist das nicht möglich (zu spezieller Genotyp usw). Irgendwann hat man einen Überstand und der ist auch relativ schnell aus dem Alter raus, in dem man die Experimente durchführt. Dann hat man 2 Optionen: Ein Leben lang durchfüttern und Aufgrund des stetig wachsenden Überschusses pleite gehen... oder eben einen schnellen Tod.
Ich weiß, sie sind nicht in der Forschung, ihnen ist das egal und sie wollen auch keines der Forschungsergebnisse (oder denken, es gibt Alternativen zum Tiermodell)... aber so ist die Realität.

Btw dauert Vergasen keine quälenden 10min. Vergasen dauert ca 30sek und ist relativ schonend für das Tier, da es entschläft (entspricht einer CO-Vergiftung).

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pepe_sargnagel 20.11.2013, 11:56
55.

Zitat von -g-
dieser Spinner tötet doch tatsächlich Tiere, nur um seine völlig überflüssige, schwachsinnige und bedeutungslose "Forschung" darzulegen ? Ich glaube mittlerweile ist wirklich alles möglich. Man muß nur ordentlich auf den Putz hauen, und Gesetze oder Moral spielen dann garkeine Rolle mehr. Oder mehr noch: unmoralisches Handeln wird zum Maßstab der Moral. Absolut verachtenswert.
Haben Sie den Artikel gelesen? Nicht er selbst, sondern die Probanden haben die Masse der Tiere für Geld ermordet! Das ist ein feiner, aber äußerst wichtiger Unterschied. Hätte er es getan würde es ja auch keine Rückschlüsse erlauben, ob Menschen in einer Gruppe so handeln können/würden/werden.

Sklaverei war übrigens ein Experiment, dass heute auch gegeiselt wird - aber Menschen zeigten hier ähnliche Muster. Viele Fragestellungen des täglichen Lebens beeinträchtigen Dritte (bspw. durch Kinderarbeit, Tötung Obdachloser durch Verschiffung unseres Mülls nach Afrika, wo sich dann andere daran vergiften, uvm.) sehr stark. Aber solange man sie nicht sieht und den Spiegel vorgehalten bekommt fühlt man sich bestens!

Ich finde die Studie auch unverschämt, weil man evtl. ein schlechtes Gewissen bekommt, weil die Ergebnisse veröffentlicht wurden. Aber deswegen schimpfen ja gerade so viele auf die Veröffentlichung und nicht über den Inhalt. Menschlich - aber moralisch? Ich beurteile es nicht, sondern überlasse die Bewertung jedem selbst.

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Dramaturg 20.11.2013, 12:02
56. Das Ergebnis dieses

...war für jeden, der sich tiefgründig mit dieser Gesellschaft beschäftigt, voraussehbar.
Die Opferung der Tiere war daher völlig unnütz!

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trident 20.11.2013, 12:03
57.

Zitat von Spiegelkritikus
Was kümmert es einen internationalen Konzern, der in Bangladesh unter unmenschlichen Bedingungen produzieren lässt, ob hin und wieder ein Arbeiter tot zusammenbricht? Wichtig ist nur, dass die Sache vertuscht werden kann und nicht an die (Welt-) Öffentlichkeit gelangt.
Wie das Experiment gezeigt hat sind Menschen eher zu solchen Taten bereit wenn sie Verantwortung abgeben können.

Sie sind ein Musterbeispiel dafür. Die pösen, pösen Konzerne... haben Kunden die tiefe Preise verlangen.

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Sotho 20.11.2013, 12:13
58. Pervers

Selbst wenn es sich nur um überzählige Labormäuse handelt, die eh sterben müssen, so dürfen sie doch nicht bei einem so sinnlosen Experiment zu Tode gequält werden. Angeblich müssen Versuche durch eine Ethikkommission genehmigt werden. Ein Experiment das nur die Unmoral dieser Elite unter Beweis stellen soll, ist ethisch nicht vertretbar. Das zeigt, dass diese Kommission nur eine Farce ist.

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sponmeister 20.11.2013, 12:15
59. Maus ist Maus und Mensch ist Mensch

Solch ein Experiment als "Wissenschaft" zu bezeichnen, ist eine Beleidigung für jeden Wissenschaftler. Sowas machen halt karrieregeile Wirtschafts"wissenschaftler", um es nach Harvard zu schaffen. Die interessantere Frage ist doch: Für wieviel Euronen würde ein Mensch einen anderen Menschen vergasen? Nur eine Frage des Preises?

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