Forum: Leben und Lernen
Die ideale Schule - wie soll sie sein?

Stillsitzen, Gleichschrittpauken, Frontbeladung: Vom klassischen Programm haben sich manche deutsche Schulen abgewandt. Sie erproben ein neues Lernen, individuell und mit aufregenden Projekten. Was ist Ihre Meinung: Wie sollen Schule und Unterricht am besten sein?

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Die_Geistwurst 26.03.2008, 12:20
1.

Zitat von sysop
Stillsitzen, Gleichschrittpauken, Frontbeladung: Vom klassischen Programm haben sich manche deutsche Schulen abgewandt. Sie erproben ein neues Lernen, individuell und mit aufregenden Projekten. Was ist Ihre Meinung: Wie sollen Schule und Unterricht am besten sein?
Individuelles Lernen ist - das nur am Rand - gar keine neue, sondern eine alte Idee, die am Anfang des 20. Jahrhunderts in reformpädagogischen Konzepten beschrieben wurde, z. B. bei Bernfeld.

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Dr.Strangelove 26.03.2008, 12:32
2. Finnland haha

Es gab auf einem skand. Sender eine Doku-Reihe in der Lehrer als Dänemark, Schweden, Norwegen und Schweden die Arbeitsplätze getauscht haben.

Es gibt zwar in Finnland eine individuelle Förderung, aber der Unterricht ist weitgehend frontal., während Dänemark und Schweden eher offene Arbeitsformen bevorzugten.

Offene Arbeitsformen oder Frontalunterricht beide können vorteilhaft sein, wenn Sie dann richtig durchgezogen werden und es eine Selbstüberprüfung gibt. Ohne eine ständige Selbstkontrolle wird jede Unterrichtsform erstarren und gegen die Kinder arbeiten. Und das ist es, was in Deutschland zu fehlen scheint.

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carlosowas 26.03.2008, 12:34
3. Erziehungsmethoden in der Geschichte

Alle 50 Jahre fällt man bei den Erziehungsmethoden von einem Extrem ins andere. Das ist oft politisch motiviert oder von Wichtigtuern unter den Pädagogen gefördert. Die älteren von uns haben noch die stenge Erziehungsmethode aus der Kaiser- und Nazizeit mitbekommen, also mit Prügelstrafe. Heute würde ein Lehrer mit dieser Erziehungsmethode in den Knast kommen. Aber gute Soldaten für den 1. und 2. Weltkrieg hat sie uns beschert. J.-J. Rousseau hat einen Erziehungsroman geschrieben und seine eigenen vier Kinder ins Waisenhaus geschickt. Das sagt doch alles. Theoretikern sollte man bei Erziehungsmethoden keinen Glauben schenken. Die Menschheit ist viele tausend Jahre alt, die richtige Erziehungsmethode ist immer noch nicht gefunden. Ähnliches gilt für die Sexualität; die haben die Menschen trotz Religionen, Philosophien und Psychologien immer noch nicht begriffen. Vielleicht gibt es da nichts zu begreifen; deshalb die vielen zum Teil widersprüchlichen Theorien dazu.
Aber funkioniert hat es trotzdem irgendwie.

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von wegen 26.03.2008, 12:36
4.

Bin ich mit der Zeitmaschine unterwegs gewesen, oder lese ich ne Spiegel Online Ausgabe aus den siebzigern ?
Das ganze Schulsystem hat sich doch schon lange verändert (Stichwort 68er) meiner Meinung nach nicht immer zum besseren.

Ich selbst, hatte in den frühen 80igern in Hessen fast nur Lehrer mit langen Haaren/Bärten. Die uns ständig auf Demos schickten mit uns per du waren und keinen Wert auf Hausaufgaben legten.

Habe nix gegen Reformen ganz im Gegenteil, aber was damals begann war keine Reform sondern eine Revolution von Illusionisten/innen.

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testthewest 26.03.2008, 12:37
5.

Zitat von sysop
Stillsitzen, Gleichschrittpauken, Frontbeladung: Vom klassischen Programm haben sich manche deutsche Schulen abgewandt. Sie erproben ein neues Lernen, individuell und mit aufregenden Projekten. Was ist Ihre Meinung: Wie sollen Schule und Unterricht am besten sein?

Ach, die ganzen neuen Konzepte sind doch naiv.

Kein Mensch will lernen, dazu ist er von Natur aus zu bequem. Es muss schon die sprichwörtliche Not kommen, um ihn erfinderisch zu machen.

Lernen ist anstrengend, und heutzutage gibt es auch zuviele Distraktoren wie Fernsehen, Internet, Spiele usw. welches ein konzentriertes Auseinandersetzen mit einem Fach zusätzlich erschweren.

Der Frontalunterricht ist im Endeffekt das Beste, oder anders ausgedrückt: Am besten man liest konzentriert ein Buch...das ist meist besser als der bunteste Vortrag.

Indiviuelles Lernen sollte privat durchgeführt werden. So wie es jedem selber überlassen ist wie er sich auf eine Prüfung vorbereitet. Die Schule mit so "pseudomodernen Lernkonzepten" zu fluten, wird gewiss nicht in besseren Schülern münden.

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Sandygirl 26.03.2008, 12:38
6.

Zitat von sysop
Stillsitzen, Gleichschrittpauken, Frontbeladung: Vom klassischen Programm haben sich manche deutsche Schulen abgewandt. Sie erproben ein neues Lernen, individuell und mit aufregenden Projekten. Was ist Ihre Meinung: Wie sollen Schule und Unterricht am besten sein?
Manchmal waere es gut, wenn ein Autor vor dem Schreiben eines Artikels den Grundschulalltag auch anschaut.
jede der Unterrichtsformen (Frontal, Gruppe, Team, Kreis, usw.) hat seine Berechtigung und senie Anwendungsgebiete. Ich denke die heutige Grundschule in Deutschland ist wesentlich weiter, als der Artikel suggeriert.

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Orthoklas 26.03.2008, 12:46
7.

Es ist wohl die Abwechslung der Methoden, die den Schülern tatsächlich am meisten Spaß bereitet und auch zu guten Lernergebnissen führen kann. Der so oft verteufelte Frontalunterricht muss dabei übrigens eine weiterhin entscheidende Rolle spielen - nicht als wichtigste Unterrichtsform, sondern vielmehr als gleichberechtigt neben den anderen. Zuviel Gruppenarbeit beispielsweise nämlich nervt auf Dauer jeden Schüler. Die LehrerInnen, die das leisten können, werden mit Sicherheit Erfolg haben.
Das individuelle Lernen stellt wohl den höchsten Anspruch an Schule und Lehrer dar und kann zurzeit wegen des chronischen Lehrermangels mit Sicherheit nicht gewährleistet werden. Damit bleibt es wohl dabei, dass guter Unterricht nur von talentierten und motivierten LehrerInnen geleistet werden kann.

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Sam_Vimes 26.03.2008, 12:48
8. Hmmm.........

Zitat von sysop
Stillsitzen, Gleichschrittpauken, Frontbeladung: Vom klassischen Programm haben sich manche deutsche Schulen abgewandt. Sie erproben ein neues Lernen, individuell und mit aufregenden Projekten. Was ist Ihre Meinung: Wie sollen Schule und Unterricht am besten sein?
Schwierig.....

Die hier
http://www.spiegel.de/schulspiegel/w...543225,00.html
beschriebenen Methoden & Maßnahmen klingen ja recht vielversprechend.

Mir kommen da drei Überlegungen:
1. Ich hoffe, dass hinter den beschriebenen Ideen mehr steckt, als nur eine pädagogische Wunschvorstellung. (Wie oft wurde eine heilsbringende "pädagogische Revolution" angepriesen um hinterher festzustellen, dass da wohl mehr Wunschdenken hinter steckte).
Eine echte Neuerung täte dem Schulsystem sicher ganz gut.

2. Was ist mit der Abschlussfrage.
Freies, eigenständiges Denken und Lernen ist ja toll. Aber will man das hier überhaupt? Die letzen bildungspolitischen Ideen (insbesondere der Bertelsmannstiftung) geht doch eher dahin, die Bildung zurückzufahren und auf das Erlernen von genormten Skills setzt, um so in kürzester Zeit Humanressourcen für den baldigsten Verbrauch in der Wirtschaft zu produzieren.

3. Wie ist die Gruppendynamik geregelt. meine Befürchtung ist die, dass freies und eigenständiges Lernen eher etwas für "gut erzogene" (ich rede von den Kindern, denen man in der 9. Klasse nicht mehr erklären muss, dass man nicht auf den Boden spuckt)Kinder. Wo bleiben die auffälligen, demotivierten Kinder? Können die in diesem System bestehen? Oder sprengen sie gar das System?


PS: Hallo sysop: Wie wäre es mal, den Link zum Thread mal in das Eingangsposting zu stellen? Oft stolpert man ja über eine Diskussion, ohne den entsprechenden Artikel zu kennen.

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ergoprox 26.03.2008, 12:50
9.

klingt ganz nett, aber seltsam, dass alte ideen (z.B. F.Vester "denken, lernen und vergessen") nun als tolle innovationen verkauft werden...

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