Forum: Leben und Lernen
Digitale Medien in der Kita: Wie ein Tablet die Erziehung bereichern kann
Universal Images/ Getty Images

Kleine Kinder wachsen heute selbstverständlich mit Smartphone und Tablet auf. Umso wichtiger wäre eine frühkindliche Medienpädagogik, sagen Experten. Doch die Skepsis in den Kitas und bei Eltern ist groß.

Seite 1 von 3
rokkinger 28.11.2019, 09:33
1. Schwachsinn

Ist durch viele Studien mittlerweile belegt, das Gehirn von Kleinkindern verändert sich nicht zum Positiven durch die Nutzung von Smartphone oder Tablet. Etwas mehr Kritik vom Spiegel wäre wünschenswert. Die Industrie hat natürlich großes Interesse an der Digitalisierung von Kindergärten und Schulen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
keine-#-ahnung 28.11.2019, 10:05
2. "Man darf nicht die Augen davor verschließen ...

... dass digitale Medien ein Teil der heutigen Kindheit sind. Umso wichtiger ist es, Kindern schon früh digitale Kompetenzen und einen selbstbestimmten Medienumgang zu vermitteln"

Interessantes Argument. Auch Alkohol- und Nikotinabusus, Drogengebrauch, Langzeitarbeitslosigkeit, verbale und körperliche Gewalt können Teile auch der heutigen Kindheit sein.

Welche Konsequenz ergibt sich daraus? Rischdisch ...

Bildungszombies erziehen Bildungszombies.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
m_s@me.com 28.11.2019, 10:12
3. Khan Academy

Das ist ein weites Feld. Großer Stuss ist jedenfalls der - am Computer sitzend - erdachte Sermon von Manfred Spitzer. Es ist deprimierend, dass dieser Unsinn reflexartig auch von Leuten zitiert wird, die nur den Buchdeckel dieses Machwerks kennen. Bei wem hat sich da das Gehirn geändert? Wem überhaupt nicht einfällt, was man mit dem iPad in frühkindlicher Bildung machen könnte, schaut sich mal Khan Academy an. Fantastisch!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
bandelier 28.11.2019, 10:17
4. Einiges hört sich ganz vernünftig an,

überzeugt mich jedoch nicht. Ich bin glückliche Oma von zwei Enkeln, 9 und 10 Jahre alt, die nichts lieber tun, als draussen zu spielen und zu forschen. Im Kindergarten wurde ihnen das Tablet erspart, in der Grundschule auch. Enkeltochter wird im Januar 10, ist auf dem Gymnasium 1er Schülerin, spielt Saxophon und ist sehr erfolgreiche Wettkampfschwimmerin. Weil sie nebenher noch viele Freunde hat, mit denen sie spielen muss, bleibt für Digitales nicht viel Zeit. Enkelsohn scheint ihr zu folgen, ist sportlich sehr aktiv und will nun zur Kinderfeuerwehr. Ja, und dann trifft man sich draussen mit den Freunden. Ihr extrem hohes Allgemeinwissen erwarben sich beide durch Bücher und eigenes Erforschen, aber auch durch selektives TV. Beide können gut, unter Aufsicht, mit dem PC umgehen, auch mit Papas Smartphone. Und Uropas elektrisches Mikroskop hat viele Erkenntnisse gebracht und wird gern genutzt. Es wird bald die Zeit kommen, dass sie mit digitalen Medien in der Schule konfrontiert werden, doch ich bin sicher, dass sie das eben so locker schaffen wie bisher alles. Wenn ich dann an die Kinder denke, denen das Tablet selbstverständlich ist, muss ich feststellen, dass es zu ihnen gravierende Entwicklungsunterschiede gibt, selbst in der sprachlichen Entwicklung. Das tut mir so leid. Hier wird einem kommerziellen Zwang nachgegeben, ohne, dass die Bedingungen für die sinnvolle Nutzung digitaler Geräte vorhanden sind. Viele Eltern, und da leider besonders die, die Digitalem sehr zugeneigt sind, haben keine Ahnung, dass man so etwas auch sinnvoll einsetzen kann. Wenn das geschehen würde, gut kontrolliert, wäre es in Ordnung. Wir müssen nicht schon im Kindergarten die Kinder auf ein wirtschaftlich effektives Dasein vorbereiten, sondern sie zu Menschen grosslieben, die bereichernde Mitglieder der Gesellschaft werden. Dazu gehört u.a. die Vermittlung sehr konventioneller Werte. Für die kommerziellen Werte sorgt dann später die FDP.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
zimmerwiestube 28.11.2019, 10:27
5.

Der Autor hat offensichtlich noch nie etwas von den Risiken gehört, vor denen Prof. Spitzer aufgrund wissenschaftlicher Studien warnt. Die Eltern sind zu Recht
beunruhigt, wenn sie sich gegen die
Vereinnahmung von Schulen und Kindergärten durch die Digitalindustrie wehren.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
www.easyfaM.com 28.11.2019, 10:42
6. Entwickelt lieber Empathie, Beziehung, Kreativität. Ohne Screens.

Langeweile ist eine der wichtigsten Triebfedern der Kreativität von Kindern. Wenn ich mich wochenends in den Autos im Stau umsehe, dann sehe ich meist Kinder jeden Alters am Tablet oder Handy. Sie und die Eltern verlernen das gemeinsame Verhandeln der Situation, das Füllen der Langeweile mit Beziehung, mit Spielen wie "Ich sehe was was du nicht siehst".
Ein Screen ist kein Babysitter.
Wenn in vielen Jahren die Digitalisierung einige Jobs überflüssig gemacht haben, dann brauchen die Menschen vor allem Kreativität, Verhandlungsgeschick, Empathie, sollten in der Lage sein, Beziehungen zu pflegen. Es gibt keinen Grund, Kindergarten- und Grundschulkindern früher an digitale Medien heranzuführen. Das erarbeiten die sich von ganz alleine. Sinnvoll erscheint mir, dass ein Tablet wie ein Lehrmittel in der Schule genutzt wird, mit ein paar mehr "Seiten" als es ein Buch je bieten kann und der Recherchemöglichkeit.
Wir sollten darauf achten, dass die IT-Branche nicht noch mehr Gründe entwickelt, warum auch schon im Kindergarten Tablets, Projektoren, etc eingesetzt werden sollten. Die ErzieherInnen sollen Bezugsperson bleiben, Nähe bieten, ein interaktives soziales Umfeld für die Kleinen bieten. Wenn die meisten Kindergärten Tablets hätten, wäre das eine "optimale" Gelegenheit, die Betreuerdichte zu reduzieren, weil sich die Kinder mehr mit den Tablets beschäftigen. Mehr zur Achtsamkeit, wann welches Medium Sinn macht und wie man die Mediennutzungszeit mit den Kindern vereinbart gibt es im Elternonlineportal von easyfaM.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
p.quintern 28.11.2019, 10:59
7. Genau!

Zitat von bandelier
überzeugt mich jedoch nicht. Ich bin glückliche Oma von zwei Enkeln, 9 und 10 Jahre alt, die nichts lieber tun, als draussen zu spielen und zu forschen. Im Kindergarten wurde ihnen das Tablet erspart, in der Grundschule auch. Enkeltochter wird im Januar 10, ist auf dem Gymnasium 1er Schülerin, spielt Saxophon und ist sehr erfolgreiche Wettkampfschwimmerin. Weil sie nebenher noch viele Freunde hat, mit denen sie spielen muss, bleibt für Digitales nicht viel Zeit. Enkelsohn scheint ihr zu folgen, ist sportlich sehr aktiv und will nun zur Kinderfeuerwehr. Ja, und dann trifft man sich draussen mit den Freunden. Ihr extrem hohes Allgemeinwissen erwarben sich beide durch Bücher und eigenes Erforschen, aber auch durch selektives TV. Beide können gut, unter Aufsicht, mit dem PC umgehen, auch mit Papas Smartphone. Und Uropas elektrisches Mikroskop hat viele Erkenntnisse gebracht und wird gern genutzt. Es wird bald die Zeit kommen, dass sie mit digitalen Medien in der Schule konfrontiert werden, doch ich bin sicher, dass sie das eben so locker schaffen wie bisher alles. Wenn ich dann an die Kinder denke, denen das Tablet selbstverständlich ist, muss ich feststellen, dass es zu ihnen gravierende Entwicklungsunterschiede gibt, selbst in der sprachlichen Entwicklung. Das tut mir so leid. Hier wird einem kommerziellen Zwang nachgegeben, ohne, dass die Bedingungen für die sinnvolle Nutzung digitaler Geräte vorhanden sind. Viele Eltern, und da leider besonders die, die Digitalem sehr zugeneigt sind, haben keine Ahnung, dass man so etwas auch sinnvoll einsetzen kann. Wenn das geschehen würde, gut kontrolliert, wäre es in Ordnung. Wir müssen nicht schon im Kindergarten die Kinder auf ein wirtschaftlich effektives Dasein vorbereiten, sondern sie zu Menschen grosslieben, die bereichernde Mitglieder der Gesellschaft werden. Dazu gehört u.a. die Vermittlung sehr konventioneller Werte. Für die kommerziellen Werte sorgt dann später die FDP.
Danke Bandelier, genau so sehe ich das auch! Digitale Medien, sei es PC oder Tablet, zu nutzen, stellt für durchschnittlich intelligente Kinder kein Problem dar. Die Handhabung dieser ist ein im wahrsten Sinne ein Kinderspiel. Hierfür bedarf es keiner Vorbereitung in Kita oder Grundschule. Dort müssen andere soziale und kognitive Fähigkeiten erworben werden...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
PaulMeister 28.11.2019, 11:06
8. Ob es nun schon unbedingt im Kindergarten sein muss...

glaube ich auch nicht. Aber die garantiert aufkommenden Beißreflexe bei solchen SPON Artikeln, die gegen jegliche Nutzung Digitaler Medien und Tablets im frühen Kindesalter, meist unter Anführung von Manfred Spitzer "Werke" (der eine Meinung hat und gewinnbringend eine Position frühzeitig besetzt hat) sind ebenso schwachsinnig.

Am Besten kann man mitreden, wenn man zum Thema eigene Erfahrungen gemacht hat. Unsere Tochter hat zu Hause frühzeitig und ungezwungen Kontakt mit dem iPad gehabt. Natürlich haben wir uns die Zeit genommen und zusammen mit ihr Alters- und Kindgerechte Apps rausgesucht. So hat sie mit einer sehr schön gemachten App spielerisch recht früh alle Buchstaben und deren Laute kennengelernt. Mit einer anderen App aus einer Buchstabensuppe die passenden Kleinbuchstaben rausgefischt und hin und wieder schaut sie in Youtube Kids Ihre Lieblingsserien (so wie wir früher auch halt vorm Fernseher gesessen haben) an. In der Kita, wurde uns bei jedem Entwicklungsgespräch attestiert, dass sie keinerlei Entwicklungsdefizite und einen reichen Wortschatz hat und von vielen Kinder gemocht wird, weil sie oft kreativer Ideengeber für Spielideen (bspw. für Rollenspiele) ist. Jetzt ist sie in der Schule und auch dort gibt es keine Auffälligkeiten oder Entwicklungsdefizite.

Es ist aber auch so, dass wir das Tablet nicht überhöhen, wie ich es oft bei anderen Familien sehe. Da wird ein Bohei um eine halbe Stunde Tabletzeit gemacht, als ob jedes mal der Weihnachtsmann persönlich kommt. Im Grunde kennen wir das doch alle, Dinge die stark restriktiert werden, werden umso interessanter, als sie es ohne Verbote und Restriktionen eigentlich wären.
Wenn ein Tablet aber einfach nur ein Werkzeug ist und nicht auf einen überhöhten Thron gestellt wird, ist es ebenfalls ganz schnell uninteressant und wird wir im Artikel auch beschrieben einach links liegen gelassen. Natürlich gibt es auch Eltern die Ihre Kinder einfach davor parken ohne zu wissen, was die eigentlich die ganze Zeit machen. Aber das geht und ging mit einem Fernseher bisher auch schon die letzten Jahrzehnte und ist kein Problem von Tablets.

Im Sommer verbringen wir die meiste Zeit im Garten. Da wird das Tablet von unserer Tochter manchmal Wochen- oder Monatelang nicht in die Hand genommen, weil es draußen einfach viel spannender ist mit Freunden zu spielen oder im Pool zu planschen.

Ein ganz normales Kind halt, was in der Gegenwart angekommen ist...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
thseeling 28.11.2019, 11:26
9. manfred spitzer ...

@5 ... Sie haben offensichtlich noch keine Beiträge gelesen, die die Bücher und sonstigen Äußerungen von Spitzer widerlegen. Das ist alles populistische Panikmache, um seine Bücher zu verkaufen. Medienpädagogen rollen schon mit den Augen, wenn nur der Name erwähnt wird.

https://www.sueddeutsche.de/digital/bestseller-digitale-demenz-von-manfred-spitzer-krude-theorien-populistisch-montiert-1.1462115-2

Es gibt aber auch gemäßigte Kritik: https://www.lehrerfreund.de/schule/1s/manfred-spitzer-digitale-demenz/4236

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 3