Forum: Leben und Lernen
Digitale Schulbücher: Wie Lehrer sich der Zukunft verweigern
DPA

Der Digitalpakt kommt, mehr als fünf Milliarden Euro sollen für Computer und Software an die Schulen fließen. Doch Lehrer bestellen noch immer lieber kiloschwere Bücher.

Seite 23 von 27
blomson 26.02.2019, 18:09
220. etwas zu simpel

Es gibt mehr als genug LehrerInnen, die gerne auf digitale Bücher umsteigen würden. Da den Fehler zu suchen ist zu kurz gedacht. 1 Tablet im Rucksack, anstatt 6-7 Büchern ist doch super. Man könnte Audio und Video direkt einbinden und auch Links und interaktive Übungen in einem Medium bündeln. Wunderbar!
Bisher gab es das aber noch nicht in unkompliziert. Entweder brauchte man zwangsweise Internetzugang (in vielen Klassenzimmern nicht verfügbar), oder man braucht trotzdem weiter CDs und DVDs und diese kommen auch noch mit Kopierschutz, so dass ich die neusten nicht mal mehr auf meinem Smartphone speichern kann um sie von dort abzuspielen, oder an den Beamer zu streamen.
Hakt die Technik, muss man sich selber irgendwie helfen, da in Schulen kein IT Service bezahlt wird.
Dann kommt das Problem der Versicherung. Wer zahlt, wenn mein privates Gerät bei der Arbeit kaputt geht? Ich. Wer zahlt, wenn ein Schüler sein Tablet aus Versehen fallen lässt? Der Schüler selber. Da kommt dann das Kostenargument. Für die Eltern kann das schnell sehr teuer werden.
Möglich und wünschenswert ist das digitale Schulbuch, aber solange es kein einheitliches Format der Verlage gibt, solange die Ausstattung der Schulen so schlecht ist, kein Support gestellt wird, die Kosten für alle Parteien nicht kalkulierbar sind und die rechtliche Lage bei Schäden nicht klar ist, wird es wohl weiter Bücher aus Papier geben.
Die Verlage verdienen daran momentan übrigens besser als je zuvor, da ein Schulbuch mittlerweile nur noch 3 mal ausgeliehen werden darf und dann in die Tonne muss, egal, wie gut es evtl erhalten ist!
Wenn den Schulen überzeugende Konzepte vorgestellt werden, sind die LehrerInnen zu 90% sofort dabei, da bin ich überzeugt.

Beitrag melden
wauz 26.02.2019, 18:14
221. Wenn Sie meinen

Zitat von Rainer Hackenberg
Alle Lehrer sollten in den Ferien eine Woche verpflichtend einen Computerkurs absolvieren.
man käme in der Frage mit einer "Woche Computerkurs" weiter, dann sind Sie so Computer-illiterate, dass .. Sie am besten vom Thema schweigen sollten!
Das gehört in die Lehrer-Ausbildung, schon im Grundstudium, wenigstens 2 Semester 4-stündig + Tutorium. Rumklicker haben wir schon genug!

Beitrag melden
ghdstz 26.02.2019, 18:15
222. Gefährlicher Quatsch

Zitat von eulenspiegel1979
Rechnen mit Stift und Papier ist ebenso überholt, wie das Fahren mit Pferd und Kutsche. Schön wenn man es kann, aber was nutzt es denn? Später im Beruf rechnet man mit Programmen und schreibt am PC. Kopfrechnen sollte man können, darum geht es nicht. Aber wer macht dass denn? Es ist doch viel effizienter und vor allem fehlerfreier, wenn man es mit einem Taschenrechner (in digitaler Form) tut.
Eine der größten Gefahren unserer modernen Technologie ist das viel zu leichtgläubige Vertrauen, welches viele ihrer Anhänger in sie setzen. Fehlerfrei ? Es darf gelacht werden ! Es stimmt zwar, der elektronische Rechenknecht macht normalerweise keine Rechenfehler - aber er erkennt nicht unsere Eingabefehler. Wie schnell hat man sich mal vertippt, und wie leicht unterläuft einem mal ein Zuordnungsfehler im Spreadsheet - dann kommt eben Blödsinn heraus, der schnell teuer und ggf. auch gefährlich werden kann. Es sollte generell zur Pflicht gemacht werden, so wie in der guten alten Zeit im Kopf zu überschlagen in welcher Größenordnung das Ergebnis zu erwarten ist. Auch überschlägiges Rechnen mit Stift und Papier kann da helfen. Leichtgläubiges Akzeptieren von angezeigten Ergebnissen ist keine gute Idee.

Beitrag melden
Schätzli 26.02.2019, 18:27
223. Mal wieder die Lehrer...

...und wieder ein kätzerischer Artikel pauschalisiert gegen alle LehrerInnen. Bravo! Genau bei den Verlagen, die hier genannt werden, habe ich im letzten Jahr bei der Didacta VERGEBLICH nach passenden Apps für die Grundschule gesucht und wurde mit großen Augen fragend angeguckt.
Heute morgen habe ich mir tatsächlich meinen Overheadprojektor zurück gewünscht, weil mein Laptop / die WLantechnik streikte und mir wiederholt meinen Unterricht sprengte.
Für die Bezahlung der Hardware und die Einrichtung des Wlans etc.sind nicht die Lehrer oder die Schule, sondern der Schulträger zuständig. Wenn der kein Geld dafür ausgibt, können noch so engagierte LehrerInnen nichts ausrichten. Oder erwarten die Verlage, dass das von den Lehrkräften alles selbst bezahlt wird?

Beitrag melden
trex#1 26.02.2019, 18:29
224.

Digitalisierung ist für viele Lehrer eben Neuland. Da weiß man vor allem über die Gefahren einer solchen Entwicklung zu warnen

Beitrag melden
Nonvaio01 26.02.2019, 18:31
225. zusammen gefasst

sagen die kommentare folgendes:

Lehrer wollen, die Kids wollen, nur die Schulen sind ueberhaupt nicht ausgestattet, kein Wlan im jahre 2019...unglaublich.

Kein IT support....

Es gibt firmen die bieten IT support an, warum kann da nicht eine Firma mehrer schulen unterstuetzten? eine Kleine Firma hat auch keine IT abteilung, da kommt dann 1-2 die woche einer, der ist aber nicht angestellter der Firma.

Duer alles moegliche hat der Staat geld, nur nicht fuer die Zukunft...

Beitrag melden
Nonvaio01 26.02.2019, 18:32
226. stimmt

Zitat von ghdstz
Eine der größten Gefahren unserer modernen Technologie ist das viel zu leichtgläubige Vertrauen, welches viele ihrer Anhänger in sie setzen. Fehlerfrei ? Es darf gelacht werden ! Es stimmt zwar, der elektronische Rechenknecht macht normalerweise keine Rechenfehler - aber er erkennt nicht unsere Eingabefehler. Wie schnell hat man sich mal vertippt, und wie leicht unterläuft einem mal ein Zuordnungsfehler im Spreadsheet - dann kommt eben Blödsinn heraus, der schnell teuer und ggf. auch gefährlich werden kann. Es sollte generell zur Pflicht gemacht werden, so wie in der guten alten Zeit im Kopf zu überschlagen in welcher Größenordnung das Ergebnis zu erwarten ist. Auch überschlägiges Rechnen mit Stift und Papier kann da helfen. Leichtgläubiges Akzeptieren von angezeigten Ergebnissen ist keine gute Idee.
aber das muss ja nicht auf dem papier gemacht werden.

Beitrag melden
tjhc 26.02.2019, 18:33
227. Besser so als ziellos Technik einzusetzen

Digitale Lerninhalte haben viele Schwächen, z.B.:
- Ablenkung (gerade wenn es sich nicht nur um einen e-book reader handelt)
- es besteht die Gefahr, dass die Lern-App zu sehr den Schüler anleitet und der Schüler nicht genügend selbst tut (z.B. wenn man beim kleinen 1x1 nicht 7x8=56 schreibt sondern nur 56 prägt sich ggf. nicht die gesamte Formel ein)
- schreiben auf der Tastertur schränkt in der Textgestaltung ein (Positionierung/Tafelbild)
- für manche Augaben völlig unnötig (wofür soll das oben genannte VR-Angebot genutzt werden?)
An der Uni habe ich sowohl Tafel- als auch Powerpoint-Vorlesungen gehört und muss sagen, dass Tafelvorlesungen meistens wesentlich besser waren.
Man kann digitale Angebote sicher auch sinnvoll nutzen, aber nicht überall und das will gelernt sein.

Der einzige Punkt, wo ich zustimmen muss: Der Overhead muss weg! Das Ding nutzt keiner im "echten" Leben und wenn man etwas präsentieren muss, ist eine powerpoint-Folie mindestens genauso gut.

Beitrag melden
batewoman 26.02.2019, 19:11
228. Lesekompetenz...

... bleibt wohl wichtig in der Zukunft. Zumindest ist es schwer vorstellbar, dass YouTube-Kanäle in Zukunft wirklich komplexe, dichte Informationen bieten können, wie es ein Text nun einmal tut. Und diese Textkompetenz kann man nun mal leider auch nur mit Texten unterrichten - das alleine auf den Deutschunterricht zu reduzieren, greift viel zu kurz. Angesichts der leider nicht sehr großen Lesekompetenz unserer Schüler wäre es ein ganz falscher Weg, das Lesen von Texten (in einem Buch! einem gedruckten!) zugunsten von Digitalisierung auszulagern. Digitalisierung haben sie nun mal schon daheim - leider oft viel zu viel.
Und das bisschen Digitalisierung, das es in den Schulen momentan gibt? Technik, die aus mehr als einem Baustein besteht, geht auch gerne kaputt. Wird in Schulen fast so gerne repariert wie Fenster, Mauern, Regenrinnen etc. Ist halt nicht immer Geld für da. Oder Personal. Wenn alle Räume ausgestattet sind mit Beamern und Smartboards und Rechnern, nützt das halt nicht so viel, wenn grade das WLan ausfällt. Oder in dem einen Raum die Lautsprecher kaputt sind und im nächsten die Maus und im dritten die Tastatur. Wenn man dann als Lehrer eine Stunde auf den digitalen Medien aufgebaut hat (und ja, das tut man ab und zu!), steht man mit großer Wahrscheinlichkeit ziemlich blöd da, wenn nix funktioniert. Das Buch funktioniert übrigens immer. Der Overheadprojektor meistens. Die Rechner halt nun mal - oft. Wenn man Glück hat. Und der Windowsrechner innerhalb der Schulstunde hochgefahren ist.

Beitrag melden
benutzername 26.02.2019, 20:25
229. Für alle Lehrer...

Es ist zu schön zu lesen, mit welchen Emotionen Sie in der Kommentarfunktion auf den möglichen Digitalpakt reagiert haben.

Weitere Infos unter: https://www.bmbf.de/de/wissenswertes-zum-digitalpakt-schule-6496.html

Sie beklagen zum einen die Arbeitsüberlastung (welcher Arbeitnehmer aber hat etwa 10 Wochen im Jahr Zeit seine Überstunden abzubauen) und Eigenfinanzierung (die Sie durchaus steuerlich gelten machen können), haben andererseits aber Zeit sich über Wartung von Endgeräten, Klassensätze und vielen mehr zu äußern. Das steht doch garnicht zur Debatte!

Beitrag melden
Seite 23 von 27
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!