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Digitale Schulbücher: Wie Lehrer sich der Zukunft verweigern
DPA

Der Digitalpakt kommt, mehr als fünf Milliarden Euro sollen für Computer und Software an die Schulen fließen. Doch Lehrer bestellen noch immer lieber kiloschwere Bücher.

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firefox34 25.02.2019, 17:36
80. Dann sind wir

Dann sind wir wohl fast alle Technologieverweigerer. Das eBook macht nur ca. 5% am Umsatz bei Büchern aus. Zwar haben laut Statistik 45% der Haushalte einen eReader, aber offensichtlich greifen auch die Otto-Normal-Leser immer noch lieber zum gedruckten Buch als zum eBook. Wenn eBook keinen Mehrwert zum normalen Buch liefert, warum dann welche anschaffen? Bücher sind einfach in der Handhabung, überall zu gebrauchen, ohne Strom, ohne "Helpdesk" und fast unverwüstlich.
Die ganze "Digitalstrategie" macht erst dann Sinn, wen auch die Inhalte anders als mit einfachem Text und Bild vermittelt werden. Interaktiv, vernetzt, 3-dimsional, multimedial. Das kann ein Buch nicht. Das erfordert aber auch neue Konzepte für die Lehrenden. Jedem nur ein Tablet in die Hand zu drücken bringt genau gar nichts... und als Lehrer würde ich mir den unnötigen Stress mit unzuverlässiger Elektronik auch nicht antun.

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matti99 25.02.2019, 17:37
81. sozialpaktfinanzen und durchschitt pro schüler

hat sich schon einmal mit den nackten zahlen beschäftigt die am ende beim schüler/pro schuljahr ankommen? die gesamtsummen mögen gewaltig erscheinen, verteilt auf die jahre des paktes und auf länder, schulträger, schulen und lehrer bzw. dann schüler wird das alles sehr viel weniger. die technikinvestition an der schule bedarf immer noch einer -eu-weiten- ausschreibung, vergabeteilverfrahren, handwerk für installation, service etc. so einfach wie sich die redakteure in ihrer kleinen redaktion vorstellen ist das alles nicht.

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draco2007 25.02.2019, 17:37
82.

Zitat von Haarfoen
Mit Linux hat man zwar ein stabiles und gutes Betriebssystem, aber die Eltern und Lehrer heulen auf, weil sie sich nicht umstellen wollen und können - ferner gibt es Kompatibilitätsprobleme zu bestehenden Strukturen.
Ach so und die Schulen haben natürlich auch die Kapazitäten dieses Linux komplett korrekt und sicher einzurichten.
Ihnen ist klar, dass auch Linux genügend Sicherheitslücken hat. Und Google lässt einen schnell genug welche finden, vor allem, wenn die Systeme nicht Up-To-Date sind.

Wie sie einfach so eine korrekt eingestellte Windows (10) Maschine die nicht gerade mit 12345 als Passwort gesichert ist, abschießen würde ich gerne mal erfahren.

Das Problem ist NICHT das Betriebssystem, sondern schlicht die fehlende Kompetenz/Kapazität für die IT. Ohne durchdachten Service Desk können sie es vergessen hunderte Geräte sinnvoll zu warten. Egal ob Linux, Windows, MacOS oder wasauchimmer.

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rudolfsikorsky 25.02.2019, 17:38
83. Schon mal daran gedacht

das diese Bildschirme und sonstige Displays das Augenlicht der Kinder ruinieren können bis zur völligen Erblindung ?? Ist schon lange ein grosses Problem unter Schulkindern in Japan und Südkorea .

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prà ncipe 25.02.2019, 17:39
84. Ohne technische Ausstattung keine digitalen Medien

Ich bin Lehrer an einer der wenigen Schulen, die technisch ganz gut ausgestattet sind. Nach wenigen Jahren haben sich die meisten Lehrer das nötige Wissen und die nötigen Kompetenzen in Fortbildungen und auch zu Hause autodidaktisch selbst beigebracht oder beibringen lassen. Heute ist Unterricht mit digitalen Medien selbstverständlich. Soviel zum Bremsen der Lehrer. Es gibt bei uns keine OHPs mehr, wir haben nur Smart boards, die Schüler haben aber auch noch gedruckte Bücher neben ihren Smartphones. Alles klappt. Ohne Ausstattung wäre das nicht möglich.

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matthiasdaun 25.02.2019, 17:39
85.

Zitat von Rainer Hackenberg
Alle Lehrer sollten in den Ferien eine Woche verpflichtend einen Computerkurs absolvieren.
Abgesehen davon, dass Ihr Beitrag ein Beispiel für das oberflächliche Lehrer Bashing ist haben sie keine wirkliche Ahnung über die Kompetenzen der Lehrer. Lesen Sie einfach mal einige Beiträge von denen, die sich im Beruf auskennen und nicht einfach Stammtisch-Phrasen verbreiten. Dann würden Sie merken, dass es ganz nachvollziehbare Gründe dafür gibt, dass die Digitalisierung in der Schule lahmt. Es beginnt bei den rechtlichen Rahmenbedingungen, geht über die Kosten und endet in den technischen Rahmenbedingungen. Fortbildungen kann man übrigens auch am Nachmittag machen. Wenn Sie ein Problem mit den Ferien der Lehrer haben, dann nennen Sie es einfach Homeoffice. Ich kenne einige in der Wirtschaft, die so etwas haben. Oder Korrektur - und Vorbereitungszeit.

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olli-e 25.02.2019, 17:39
86. die Verlage stehen sich doch selbst im Wege...

...denn sie beschäftigen zum Großteil Leute die selbst keine Ahnung von Digitalisierung haben.
Die Verlage selbst könnten mit Hardware Herstellern in Verbindung treten und ihr Angebot einfach in Zukunft nur noch digital anbieten incl. Hardware.
Doch diesen innovativen Schritt traut sich keiner der Verlage...
Ich arbeit seit über 20 Jahren für einen Verlag und entwickle digitale Lernmedien - aber damit bin ich der Schrecken der Drucker, des Verlagsleiters der gerne alles gedruckt hätte usw...
Denn auch in den Verlagen sind die Köpfe alt - nicht nur in den Schulen.

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stefan.horender 25.02.2019, 17:40
87. Eines der Probleme steht schon in der Kurzzusammenfassung

"Der Digitalpakt kommt, mehr als fünf Milliarden Euro sollen für Computer und Software an die Schulen fließen. Doch Lehrer bestellen noch immer lieber kiloschwere Bücher."
So ist das, keine Rede von der Finanzierung von Systemadministratoren. Hat irgendjemand schon einmal ein Unternehmen mit, sagen wir, 50 Angestellten und 800 Kunden, die digitale Dienstleistungen dieses Unternehmens kaufen, ohne mindestens 2 Administratoren gesehen? Die werden dann angestellt, und das Produkt muss das wirtschaftlich hergeben. Aber über die Lehrer kann man dann lästern, wenn sich nicht ein paar finden, die das einfach mal so in ihrer Freizeit machen, ok vielleicht eine Woche pro Stunde Deputationsredukion, und das alles dann auch klappt, auf die Minute genau, morgens ab 8.00 (und nicht 8.10 Uhr).
Nur, das macht glaube ich kein anderes Unternehmen so, man stelle sich vor, der Buchhalter, der KFZ Mechaniker, die Anwältin oder die Übersetzerin, einfach so nebenbei für die 50 Kollegen und ihre 800 Kunden die Tablets, Notebooks und Wlans am laufen halten. Die Verlage werden natürlich behaupten, alles kein Problem, alles plug and play, in der Cloud, geteste, robust, (nur her mit den Steuermiliarden....)

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spon-1279537853053 25.02.2019, 17:40
88. kotz

jaja, die lehrer hams nich drauf! wie praktisch, dass man so schnell die schuldigen gefunden hat. wie wärs mal mit offenheit und ehrlichkeit? ein funktionierendes netz(werk) in jeder schule, eine funktionierende elektronische verwaltung aller daten in einem bundesland oder für jede schule einen informatiker/techniker, der für ca. 40 Klassenräume, 600 Schüler, 60 Lehrer, Schulleitung und verwaltung da ist?! und nicht ein kollegInn, der 3 oder 4 deputatsstunden bekommt und das alles neben seinem unterricht noch erledigen soll? also, was soll das übliche lehrerbashing - aber über schule schimpfen kann ja jeder!

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timnapf 25.02.2019, 17:41
89. Es liegt am mangelnden IT-Personal, nicht an den Lehrern.

Ich bin Lehrer und der Netzwerkberater eines mittelgroßen Gymnasiums in Baden-Württemberg mit ca. 900 Schülern, 230 Computern und 60 Tablets.
Und wer ist für die Administration verantwortlich?
Ich, als einziger, und erhalte eine Ermäßigung von 3 Stunden pro Woche. Das ist bei uns in ganz Baden-Württemberg per Verwaltungsvorschrift einheitlich geregelt.
In der freien Wirtschaft würde dafür eine eigene Abteilung aufgemacht.
Solange einzelne Lehrer gezwungen werden, mehr oder weniger in ihrer Freizeit die komplette IT einer Schule aufzubauen und zu betreuen, ist es kein Wunder, dass die Entwicklung stockt – denn es ist einfach nicht machbar.

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