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Digitaler Unterricht: "Ein Gerät pro Schüler muss nicht sein"
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Bund und Länder streiten heftig über die Frage, wie sich die Digitalisierung der Schulen vorantreiben lässt. Doch ist sie überhaupt sinnvoll? Eine Didaktikerin erklärt, worauf es ankommt.

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dasfred 14.12.2018, 06:41
1. Alles zu allgemein gehalten

Smartphone und Tablet sind Werkzeuge und so sollten sie auch eingesetzt werden. Nicht Tablet statt lernen, sonst heißt es eines Tages, was man nicht im Kopf hat, muss man auf dem Smartphone haben. Enorm viel Stoff muss man am Ende der Schulzeit aus dem Gedächtnis abrufen können. Heute wird von vielen nicht mehr zwischen Wissen und Informationen unterschieden. Elektronik kann Wissen nicht ersetzen, nur informieren. Wenn mir ein Bewerber auf Fragen antwortet, dass er ja alles googeln kann, ist er so qualifiziert, wie jemand, der mir sagt, ich habe keine Ahnung, aber ich habe einen großen Bruder, der weiß das. Wir können auch beobachten, dass elektronische Hilfsmittel die Aufmerksamkeitsspanne für viele Themen enorm verkürzen.

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ofelas 14.12.2018, 07:06
2. White Boards

Also digitale Tafel sollten ausreichend sein, dabei kommt es auf die Inhalte an. Dass Google, Apple und andere versuchen massivst in den Education Markt einzudringen ist bekannt.

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fuchsi 14.12.2018, 07:25
3. Bitte keine pauschalen Anweisungen

Studien, die Binsenwahrheiten bestätigen, führen in der Debatte um die Digitalisierung des Unterrichts nicht wirklich weiter. Es geht weniger um die Verteilung der Geräte als vielmehr darum, wie diese Medien das Denken, Lernen und Arbeiten verändern. Fast alle Schüler besitzen ein eigenes Smartphone, viele haben längst einen eigenen Ansatz entwickelt, um damit individuell zu lernen. Lehrer wissen das. Die Forschung sollte diese Erfahrung aufgreifen und von der gegenwärtigen Realität ausgehen anstatt Thesen aus Jahre alten Studien zu extrahieren. Ohne Visionen, was Digitalisierung sein könnte, kommen wir nicht voran, sondern bleiben in der jüngeren Vergangenheit stecken.

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joe_guglielmo 14.12.2018, 07:53
4. Ich bin auch für eine Digitalisierung der Schulen

und für mehr Teilhabe der Lehrer, indem sie von den Schülern lernen!
Solange Lehrer unter Medienkompetenz verstehen, dass ihre eigenen Technologieängste an die Schüler weitergegeben werden und sich das Aufdecken von eklatanten Sicherheitsdefiziten im schuleigenen IT Netz ( Passwort= Anmeldename, jahrelang unverändert etc. ) nur durch kriminelle Energie eines "Hackers" erklären können ist digitale Bildung der Lehrer dringend von Nöten!

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TS_Alien 14.12.2018, 08:27
5.

Das Beispiel mit dem Läufer zeigt, wohin die Entwicklung gehen wird. Es wird noch mehr Vorgekautes präsentiert, so dass es immer weniger um das Denken gehen wird. Ein individuelles Lerntempo nützt keinem wirklich etwas. Denn damit hinken die Langsamen immer weiter hinterher. Da träumen viele von einer Revolution im Lernprozess, die selbst oftmals zu wenig Wissen darüber haben, wie ernst- und dauerhaft sinnvoll gelernt wird. Das geht nur über harte Arbeit. Am besten mit Papier und Stift.

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fördeanwohner 14.12.2018, 08:29
6. -

Zitat von fuchsi
Studien, die Binsenwahrheiten bestätigen, führen in der Debatte um die Digitalisierung des Unterrichts nicht wirklich weiter. Es geht weniger um die Verteilung der Geräte als vielmehr darum, wie diese Medien das Denken, Lernen und Arbeiten verändern. Fast alle Schüler besitzen ein eigenes Smartphone, viele haben längst einen eigenen Ansatz entwickelt, um damit individuell zu lernen. Lehrer wissen das. Die Forschung sollte diese Erfahrung aufgreifen und von der gegenwärtigen Realität ausgehen anstatt Thesen aus Jahre alten Studien zu extrahieren. Ohne Visionen, was Digitalisierung sein könnte, kommen wir nicht voran, sondern bleiben in der jüngeren Vergangenheit stecken.
Nun, es ist sinnvoll und praktisch digitale Endgeräte im Unterricht verwenden zu lassen. Allerdings bin ich immer wieder überrascht, wie wenig die Kids (insbesondere Oberstufenschüler/innen) diese tatsächlich nutzen. Ihre eigenen Ansätze haben die wenigsten entwickelt. Manchmal kommt man sich als mittelalte Lehrkraft komisch vor, wenn man sie auf all die guten und coolen Angebote aufmerksam machen muss. Und dann werden diese nicht einmal genutzt.
Man kann die Geräte gut nutzen, um andere Geräte/Materialien zu ersetzen. Zum Beispiel kann man online Wörterbücher während des Unterrichts nutzen lassen, so dass niemand schwere Bücher durch die Gegend schleppen muss. Smartphones eigenen sich auch zum schnellen Nachschlagen anderer Infos oder zum audio-visuellen Festhalten von z.B. Rollenspielen, was man sonst nur mit viel Aufwand und wenig Nachhaltigkeit leisten kann.
Generell gilt, digitale Medien nur, wenn sie einen Mehrwert haben, ansonsten old-school, insbesondere wenn gleichzeitig die Kosten geringer sind;-)

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new#head 14.12.2018, 08:52
7.

Heute hat jeder Schüler ständig das grösst mögliche Lexikon zur Verfügung und noch mehr. Dasist im Grunde eine wundervolle Errungenschaft. Es ersetzt jedoch nicht das erforderliche Allgemeinwissen, was jeder im Gedächtnis haben sollte. Mir fällt nicht nur im Umgang mit Schülern und Auszubildenden die abnehmende Fähigkeit und Bereitschaft auf, Wissen zu verknüpfen und Zusammenhänge abzuleiten. Geschult werden muss der intelligente Umgang mit den technischen Möglichkeiten und die Fähigkeit das zur Verfügung stehende Wissen anzuwenden und nicht nur abzurufen.
Bei der technischen Ausstattung von Schulen sollte man nicht kleckern sondern klotzen.

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helgemnielsen 14.12.2018, 08:58
8. Empfehlung

Ich empfehle jedem Computergläubigen die Lektüre des Buches: LogOut von Clifford Stoll.
Warum Computer nichts im Klassenzimmer zu suchen haben und andere High-Tech-Ketzereien.
Ok, seitdem Erscheinen dieses Taschenbuches hat sich einiges zum Positivem geändert, aber die Grundaussage bleibt bestehen. Kein Zweifel, das der Computer nützlich ist, doch wie groß ist der Nutzen der schönen Datenwelt in der Schuie wirklich?

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intercooler61 14.12.2018, 09:03
9. zu kurz gesprungen

Im Beitrag (wie in den Kommentaren) geht es ausschließlich darum, Rechner als Werkzeug zu _benutzen_, also um die Erziehung zum IT-Nutzer. Durchaus nötig, aber von denen gibt es in der Welt genug. Was hat das speziell mit MINT und zukunftsfähigen Qualifikationen zu tun? - So gut wie nix. Welche Informatikqualifikation hat die Dame eigentlich?

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