Forum: Leben und Lernen
Digitales Klassenzimmer: Vergesst die Schüler nicht
DPA

Bei der Digitalisierung der Schulen machen Bundesländer Druck, denn Deutschland steht schlecht da. Doch: Lernen bleibt Lernen - egal, ob analog oder digital. Die Schüler müssen wieder in den Mittelpunkt.

Seite 7 von 17
Freidenker10 27.12.2017, 14:42
60.

Am Gymnasium meiner Tochter existieren Computer und das Internet nicht. Es gibt absolut gar nichts zu diesem Thema! Keinerlei Kurse, keinerlei Unterricht hierzu, keinerlei arbeiten mit Computern ( die gibts da gar nicht! ). Absolut null und das in der heutigen Zeit! Hier sieht man deutlich das Bürokratische Monster das Deutschland im Würgegriff hat. Veränderungen dauern Jahrzehnte und oft genug kommen sie gar nicht oder zu spät!

Beitrag melden
ole#frosch 27.12.2017, 14:46
61. Gibt es noch viel schlimmer.

Mathematik mit CAS Taschenrechner.
Jeder angehende Ingenieur wird die Dinger verfluchen, sobald er Mathematik an der Universität belegt.
Dann wenigstens Mathe Software am PC, aber diese CAS Taschrechner helfen aus meiner Sicht nicht, den schulstoff besser zu vermitteln und kosten dabei richtig Geld.

Beitrag melden
Nania 27.12.2017, 14:48
62.

Zitat von rugall70
Was Sie ansprechen, trifft doch den Kern des Artikels: Es kommt auf die Lehrer an! Und die Lehrer sollten (ebenso wie die Bildungspolitiker) die Bedürfnisse der Schüler in den Blick nehmen. Die heute gängige Fokussierung, um nicht zu sagen Verengung, der Bildungsdebatte auf die Digitalisierung geht am eigentlichen Problem vorbei.
Ich muss ehrlich zugeben: Ich habe nicht das Gefühl, dass es zu einer Verengung kommt. Ich habe eher den Eindruck, dass zwar alle reden, aber keiner macht - und damit bleibt die Digitalisierung eben etwas, über das man redet, dass es an den Schulen aber nicht wirklich gibt.
Dass wir gute Lehrer brauchen, steht glaube ich gar nicht zur Debatte. Ein schlechter Lehrer wird mit guten Lehrmitteln nicht besser, das ist wohl war, aber ich habe nicht das Gefühl, dass das irgendjemand in Abrede stellt.

Beitrag melden
Besserwisser12345 27.12.2017, 14:51
63. Mühe = Beschäftigung

Zitat von ersatzaccount
Nach der Logik müssten ja alle Schüler noch mit Schiefertafel und Rechenschieber unterwegs sein, weil viel Mühsamer als Füller und Taschnrechner. Warum soll das mitschreiben per und Papier effektiver sein als mit dem Tablet, welches ja auch Handschrift erkennt?
Meine Aussage lautet, dass Lernen auch andere Reize braucht als eine "mühelose" Vervielfältigung. Das Medium ist egal, d.h. wer auf einem Tablet schreibt, lernt ähnlich wie der Mitschreibende auf Papier. Das Hochhalten des Tablets vor einer mehr oder weniger gut beschrifteten Tafel (z.B. von und mit Schülern entwickelt) zum Fotografieren bietet das nicht. Ich sprach von "Mindestmaß" als Zusatzreiz. Würden Lernende heute Steno beherrschen (ich selber nicht!), wäre auch eine solche Kurzschrift meines Erachtens nach sinnvoll.
Die Taschenrechner-Diskussion ist übrigens von Ihnen hinzugefügt worden: wer damit umgehen kann, hat schon viel gelernt; mindest überschlägiges Kopfrechnen schadet aber auch nicht.

Beitrag melden
ersatzaccount 27.12.2017, 14:54
64.

Der Autor vergisst leider einen wichtigen Punkt und das ist bezeichnend: Den Spaß am lernen, das aktualisieren von Informationen und der Faktor Individualität.
Der Lerneffekt ist wesentlich größer wenn es den Kindern Spaß macht. Nicht nur ist das spielerische herangehen ans Lernen mithilfe digitaler Technik wesentlich einfacher und besser es erzielt auch deutlich bessere Lernerfolge als Frontalunterricht mit - oft veralteten - Lehrbüchern.
Digitale Lehrmittel lassen sich wesentlich einfacher, schneller und günstiger aktualisieren als Bücher, sie wiegen auch deutlich weniger.

Lernerfolge lassen sich von Eltern und Lehrern wesentlich effektiver überwachen und Auswerten. Stärken und Schwächen der Schüler lassen sich schneller und einfacher feststellen
Digitale Lernprogramm lassen sich auch individuell an die Bedürfnisse der Schüler anpassen. Wenn festgestellt wird das ein Schüler, z.B kein Problem mit Textverständnis hat, dafür aber mit Grundrechenarten können die Übungen entsprechend angepasst werden.

Das alles setzt allerdings eine ganzheitlichen Ansatz voraus. Technik, Lehrer, Lehrpläne und Eltern müssen richtig mit einbezogen werden.

Beitrag melden
Zweihorn 27.12.2017, 15:01
65. Schon . .

. . in grauer Vorzeit der Lehrerausbildung mussten die angehenden Lehrer/Lehrerinnen erst einmal die eigentlich recht banale Erkenntnis verinnerlichen: "Lernen ist ein im höchsten Maße individueller Prozess."
Keine Software, kein Gerät oder kein Medium kann bislang die Aufgabe eines guten Lehrers übernehmen. Nämlich den jeweiligen Stand dieses Prozesses zu erkennen und darauf reagieren.
Auch die schöne digitale Welt ist nichts weiter als ein Medium, nicht unbedingt der Inhalt.
Aber wie mit allen Medien lässt sich damit viel Geld verdienen. Aufgabe der Schule istr es also auch, Medien und das, was diese als Inhalte transportieren, kritisch zu beleuchten. Digitalisierung als Selbstzweck ist Nonsens. Zumindest in der Ausbildung.

Beitrag melden
Nania 27.12.2017, 15:04
66.

Zitat von Besserwisser12345
Meine Aussage lautet, dass Lernen auch andere Reize braucht als eine "mühelose" Vervielfältigung. Das Medium ist egal, d.h. wer auf einem Tablet schreibt, lernt ähnlich wie der Mitschreibende auf Papier. Das Hochhalten des Tablets vor einer mehr oder weniger gut beschrifteten Tafel (z.B. von und mit Schülern entwickelt) zum Fotografieren bietet das nicht. Ich sprach von "Mindestmaß" als Zusatzreiz. Würden Lernende heute Steno beherrschen (ich selber nicht!), wäre auch eine solche Kurzschrift meines Erachtens nach sinnvoll. Die Taschenrechner-Diskussion ist übrigens von Ihnen hinzugefügt worden: wer damit umgehen kann, hat schon viel gelernt; mindest überschlägiges Kopfrechnen schadet aber auch nicht.
Zwar könnte Steno ab und an mal praktisch sein - ist ist aber von der Technik überholt worden. Ich kenne kaum noch Journalisten (und ich kenne einige) die Steno beherrschen, dafür immer mehr mit Smartphone oder Diktiergerät. Es ist einfach, man kann sich besser auf das Gesagte konzentrieren und braucht nicht noch eine Schrift zu lernen.
Zudem: einer meiner Professoren meinte mal: Schreiben Sie nicht so viel mit! Ich will, dass Sie mitdenken, nicht mitschreiben. Beides gleichzeitig ist nämlich echt nicht einfach.

Beitrag melden
rugall70 27.12.2017, 15:06
67. In Bayern ist Informatik Unterrichtsfach

Zitat von Freidenker10
Am Gymnasium meiner Tochter existieren Computer und das Internet nicht. Es gibt absolut gar nichts zu diesem Thema! Keinerlei Kurse, keinerlei Unterricht hierzu, keinerlei arbeiten mit Computern ( die gibts da gar nicht! ). Absolut null und das in der heutigen Zeit! Hier sieht man deutlich das Bürokratische Monster das Deutschland im Würgegriff hat. Veränderungen dauern Jahrzehnte und oft genug kommen sie gar nicht oder zu spät!
Ich kenne nur das Bayerische Schulsystem. Und hier sind Gymnasien ohne Computer und Internet undenkbar - schon allein deshalb, weil es in Bayern das Fach "Informatik" gibt.

Beitrag melden
ramuz 27.12.2017, 15:10
68. Ich schliesse mal,

Zitat von ersatzaccount
Der Autor vergisst leider einen wichtigen Punkt und das ist bezeichnend: Den Spaß am lernen, das aktualisieren von Informationen und der Faktor Individualität. Der Lerneffekt ist wesentlich größer wenn es den Kindern Spaß macht. Nicht nur ist das spielerische herangehen ans Lernen mithilfe digitaler Technik wesentlich einfacher und besser es erzielt auch deutlich bessere Lernerfolge als Frontalunterricht mit - oft veralteten - Lehrbüchern. Digitale Lehrmittel lassen sich wesentlich einfacher, schneller und günstiger aktualisieren als Bücher, sie wiegen auch deutlich weniger. Lernerfolge lassen sich von Eltern und Lehrern wesentlich effektiver überwachen und Auswerten. Stärken und Schwächen der Schüler lassen sich schneller und einfacher feststellen Digitale Lernprogramm lassen sich auch individuell an die Bedürfnisse der Schüler anpassen. Wenn festgestellt wird das ein Schüler, z.B kein Problem mit Textverständnis hat, dafür aber mit Grundrechenarten können die Übungen entsprechend angepasst werden. Das alles setzt allerdings eine ganzheitlichen Ansatz voraus. Technik, Lehrer, Lehrpläne und Eltern müssen richtig mit einbezogen werden.
.. dass Sie überwiegend digital versucht haben zu lernen: passt mir, passt mir nicht. Lern ich, lern ich nicht. 1, 0 eben.

Hat leider nicht ganz geklappt. Bei den vielen Fehlern in diesem kurzen Text deutlich erkennbar....

Ansonsten haben Sie erstaunlich viele leicht vorurteilsbehaftete und eventuell interessensgebundene (? verkaufen Sie Digitales ?) Behauptungen bezüglich des Lernens mit "digitalen" Mitteln, aber schmerzlich wenig Beweise dafür. Sind das nun alternative facts? Oder wieder so ein Digital-Aus/ein-Ding?

Beitrag melden
rugall70 27.12.2017, 15:12
69. Bessere PCs oder bessere Lehrer?

Zitat von Nania
Ich muss ehrlich zugeben: Ich habe nicht das Gefühl, dass es zu einer Verengung kommt. Ich habe eher den Eindruck, dass zwar alle reden, aber keiner macht - und damit bleibt die Digitalisierung eben etwas, über das man redet, dass es an den Schulen aber nicht wirklich gibt. Dass wir gute Lehrer brauchen, steht glaube ich gar nicht zur Debatte. Ein schlechter Lehrer wird mit guten Lehrmitteln nicht besser, das ist wohl war, aber ich habe nicht das Gefühl, dass das irgendjemand in Abrede stellt.
Zu ihrem ersten Punkt: Ich spreche von einer Verengung der Bildungs-DEBATTE. Meine These: Man SPRICHT mit Blick auf die Schule inzwischen sehr viel, und manchmal fast ausschließlich von Digitalisierung. Ob die dann wirklich kommt, steht auf einem anderen Blatt. Da gebe ich Ihnen recht.

Zu ihrem zweiten Punkt: Wenn meine These, dass man mit Blick auf die Schulen hauptsächlich über Digitalisierung spricht, zutrifft, dann kann das problematisch sein. Selbst dann, wenn niemand in Abrede stellen würde, dass es hauptsächlich auf Lehrer ankäme. Warum? Weil dann die Gefahr groß ist, dass man bei allen Bildungsbemühungen hauptsächlich an die Digitalisierung denkt, und hier Zeit, Kraft und Kapital reinsteckt. Für die Verbesserung der Lehrerausbildung bleiben dann keine Ressourcen.

Beitrag melden
Seite 7 von 17
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!