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Digitales Klassenzimmer: Vergesst die Schüler nicht
DPA

Bei der Digitalisierung der Schulen machen Bundesländer Druck, denn Deutschland steht schlecht da. Doch: Lernen bleibt Lernen - egal, ob analog oder digital. Die Schüler müssen wieder in den Mittelpunkt.

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toc-ra 27.12.2017, 15:13
70. Richtig

Die Digitalisierung des Unterrichts ist nun wirklich ein vernachlässigbares Problem der deutschen Schullandschaft. Wir haben viel größere Probleme mit Integration, die dringend richtiges Deutsch lernen müssen. Und damit meine ich nicht nur die letzten Imigranten sondern auch die Zweiten- und Dritten-Generation. Aber viel dringender ist Abschaffung der fehlgeschlagen Inklusion. Unter der alle Schlüer leiden, im besonderen die Inklusionkinder.

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Sissy.Voss 27.12.2017, 15:19
71. Alltägliche Qualifikationen...

Zitat von ersatzaccount
Ich finde es sollte beides unterrichtet werden. Das Anwenden von alltäglicher Software und Apps und zumindest eine Einführung ins codieren. Früher hat man ja auch Schreibmaschine gelernt ohne das Ziel dass die Schüler 200 Anschläge in der Minute schaffen
Die Beherrschung von Word und Excel sind heute Grundkenntnisse ohne die Schüler nicht auskommen können. In der Berufsausbildung, beim Studium oder bei der Bewerbung für einen Job sind diese Kenntnisse unverzichtbar. Und ich meine durchaus die Produkte von Microsoft. In jeder größeren Firma wird man nicht für voll genommen, wenn man ein kostenfreies xy-Produkt als Qualifikation angibt. Die Infrastruktur wird durch die IT-Abteilung vorgegeben und die Damen und Herrn dort laden sich für gewöhnlich nichts auf, was nicht Standard ist. Das Codieren. Im Prinzip stimme ich Ihnen zu - das liegt wohl daran, dass ich selbst Jahrzehnte als Programmierer gearbeitet habe und heute noch mit Software zu tun habe. Ja, ein bißchen Basic, um Entscheidungsprozesse und Schleifen zu verstehen. Sie tun einem Schüler jedoch keinen Gefallen, wenn Sie Visual Studio auf ihn loslassen. Dafür ist schon vorhandenes Eigeninteresse erforderlich.

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lupenrein 27.12.2017, 15:19
72. Auch

die 'totale Digitalsierung' ist - wie viele andere Bereiche in unserer Gesellschaft -
inzwischen als lukrative Geschäftsidee erkannt worden.
Es ist nicht der hehre Wunsch der Wirtschaft, unseren Kindern eine bessere Zukunft
durch bessere Bildungschancen über mehr Digitaslisierungg in den Schulen zu verschaffen.
Mundus vult decipi.

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walter_de_chepe 27.12.2017, 15:21
73. Sehr wichtiger Beitrag!

So lesen lernen, dass man sich durch Lesen ein Wissensgebiet erschließen kann, ist eine Schlüsselqualifikation für die Wissenschaft. Dazu muss man als Schüler dicke Bücher lesen, muss sich Zeit nehmen und Geduld entwickeln. Das hat sich seit Jahrhunderten nicht geändert.

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hzj 27.12.2017, 15:25
74. Digitalisierung und Ausstattung mit Geräten sind nur Mittel zum Zweck!

Sie sind nicht Selbstzweck, jedenfalls nicht für die Lehrer, die sich inhaltlich, sachlich, fachlich damit auseinandersetzen und digitale Medien einsetzen. Das geht nicht von heute auf morgen, dass muss erforscht, erlernt und gelehrt werden. Leider haben fast alle, die ihre negative Grundeinstellung hier herausposaunen, keine eigenen, qualifizierten Erfahrungen mit der Nutzung von digitalen Medien im Unterricht. Oder nur ganz kurze, schlecht vor- und nachbereitete.
Die Technik muss in den Klassen- und Fachräumen vorhanden sein, zuverlässig funktionieren, die Lehrer brauchen Fortbildungen, dann wird die Nutzung von Tablets und Smartphones für einzelne Unterrichtsphasen irgendwann ganz normal sein. Genau so normal, wie das Weglegen und Ausschalten der Geräte, wenn sie nicht benötigt werden.
Kaum oder gar nicht helfen werden diese Investitionen den funktionalen Analphabeten, die mit einem Gesamtanteil von derzeit 20% eines Jahrgangs in den Grundschulen herangezogen werden. Wer nicht lesen und nicht schreiben kann, keine Sprachkenntnisse hat und aus vielfachen Gründen vielfach gehandicapt ist, wird weder mit noch ohne digitale Medien lernen, aus seinem Schlamassel rauszukommen.

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rugall70 27.12.2017, 15:36
75. Schülern fehlt die Geduld für längere Texte

Zitat von walter_de_chepe
So lesen lernen, dass man sich durch Lesen ein Wissensgebiet erschließen kann, ist eine Schlüsselqualifikation für die Wissenschaft. Dazu muss man als Schüler dicke Bücher lesen, muss sich Zeit nehmen und Geduld entwickeln. Das hat sich seit Jahrhunderten nicht geändert.
Was Sie ansprechen, gehört meines Erachtens zu den größten Herausforderungen für die Bildungseinrichtungen unserer Zeit. Das Lese-Verhalten unserer Kinder hat sich durch die Digitalisierung nachhaltig verändert. Infolgedessen haben Kinder heute eine dramatisch verkürzte Aufmerksamkeitsspanne.

Die Folge: Es fehlt die Geduld für längere Texte. Schon einfache Zeitungsartikel überfordern viele. Hierauf muss die Schule eine Antwort finden. Und die Antwort kann NICHT lauten: Noch mehr Digitalisierung!

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Nania 27.12.2017, 15:41
76.

Zitat von rugall70
Ich kenne nur das Bayerische Schulsystem. Und hier sind Gymnasien ohne Computer und Internet undenkbar - schon allein deshalb, weil es in Bayern das Fach "Informatik" gibt.
Das gibt es zwar fast überall, dass heißt aber nicht, dass die Computer jederzeit zur Verfügung stehen. Es bedeutet eher, dass man als Lehrer das "Glück" haben muss, zufällig eine Stunde zu haben, in der der Raum nicht besetzt ist. Dann muss man ggf. der einzige sein, der heute auf den Raum zugreifen möchte und ob man dann dort wirklich Internet hat, ist noch einmal eine ganz andere Frage. Wie gesagt: Es gibt Schulen in Deutschland, in denen es nur einen Computer gibt, auf den Lehrer jederzeit zugreifen können. Der steht im Lehrerzimmer und hat keinen funktionierenden Internetanschluss. Da müssen wir nicht von Digitalisierung reden. Digitalisierung ist nämlich nicht, einen Rechner irgendwo hinzustellen. Dazu braucht es interaktive Programme und Ansätze, die sowohl den Lehrern als auch den Schülern gerecht werden.

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Nania 27.12.2017, 15:45
77.

Zitat von Sissy.Voss
Die Beherrschung von Word und Excel sind heute Grundkenntnisse ohne die Schüler nicht auskommen können. In der Berufsausbildung, beim Studium oder bei der Bewerbung für einen Job sind diese Kenntnisse unverzichtbar. Und ich meine durchaus die Produkte von Microsoft. In jeder größeren Firma wird man nicht für voll genommen, wenn man ein kostenfreies xy-Produkt als Qualifikation angibt. Die Infrastruktur wird durch die IT-Abteilung vorgegeben und die Damen und Herrn dort laden sich für gewöhnlich nichts auf, was nicht Standard ist. Das Codieren. Im Prinzip stimme ich Ihnen zu - das liegt wohl daran, dass ich selbst Jahrzehnte als Programmierer gearbeitet habe und heute noch mit Software zu tun habe. Ja, ein bißchen Basic, um Entscheidungsprozesse und Schleifen zu verstehen. Sie tun einem Schüler jedoch keinen Gefallen, wenn Sie Visual Studio auf ihn loslassen. Dafür ist schon vorhandenes Eigeninteresse erforderlich.
Ein Unternehmen, in dem nicht bekannt ist, dass es mit u.a. LibreOffice und OpenOffice gute Alternativen zu Word gibt und dass die Bedienungselemente beider Anbieter kaum unterscheiden... naja, der sollte vielleicht nicht so sehr auf Word- und Excel-Kenntnisse pochen.
Ich sage es mal so: Ich würde immer schreiben, dass ich Word- und Excel beherrsche, auch wenn ich meist mit den Entsprechungen von LibreOffice arbeite.
Zudem sind beide Anbieter alles andere als XY und durchaus in einigen großen Einrichtungen auch etabliert.

Das wäre ähnlich, als würden Sie standardmäßig vom Bewerber verlangen, sich mit Microsoft Outlook auszukennen, obwohl es andere, qualitativ gleichwertige Programme anderer Anbieter gibt, mit denen an anderen Stellen gearbeitet wird.

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Freidenker10 27.12.2017, 15:57
78.

Zitat von rugall70
Ich kenne nur das Bayerische Schulsystem. Und hier sind Gymnasien ohne Computer und Internet undenkbar - schon allein deshalb, weil es in Bayern das Fach "Informatik" gibt.
Das klingt gut! Wobei wir in BW leben das ja auch nicht gerade völlig verarmt ist und da wundere ich mich schon über das gänzliche fehlen digitaler Themen! Wir können das zwar privat ganz gut auffangen, aber ein schulischer herangehen an dieses Thema wäre wünschenswert, zumal die heutige Zeit immer digitaler wird! Hier fällt mir halt immer wieder dieses miefige System auf. Ein Schulleiter kurz vor der Pensionierung der vermutlich noch immer denkt das ihm dieses "neumodische Zeug" nicht in die Schule kommt... Aber klar Goethe ist natürlich heute noch immer wichtiger.. ;-)

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rugall70 27.12.2017, 15:57
79. Computerräume einklagbar

Zitat von Nania
Das gibt es zwar fast überall, dass heißt aber nicht, dass die Computer jederzeit zur Verfügung stehen. Es bedeutet eher, dass man als Lehrer das "Glück" haben muss, zufällig eine Stunde zu haben, in der der Raum nicht besetzt ist.
Ich denke, dass ausreichend Computerräume einklagbar wären. Laut Bayerischer Schulbauverordnung § 2 Abs. 1 "sind die für den lehrplangemäßen Unterricht erforderlichen Fachräume vorzuhalten". Darunter zählen nach Anlage 4 (Gymnasien) selbstverständlich auch Informatikräume.

Es ist dann natürlich auch Sache des Stundenplanmachers, dass er die Informatikstunden so legt, dass man in diesen Stunden die Computer nutzen kann. Wenn es vier Computerräume gibt, dann können nicht fünf Klassen gleichzeitig Informatik haben.

Irgendwo kommt man mit der Ausstattung natürlich auch an seine Grenzen. Schließlich gibt es pro Schule auch nicht zehn verschiedene Turnhallen und fünfzig Chemie-Säle.

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