Forum: Leben und Lernen
Digitales Klassenzimmer: Warum Estlands Schüler den deutschen weit voraus sind
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Was für deutsche Lehrer die Kreide ist, ist für ihre estnischen Kollegen das Tablet. Das kleine baltische Land hat die Bundesrepublik in Sachen Bildung längst abgehängt. Ein Besuch im digitalen Klassenzimmer.

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serdna 08.11.2017, 15:18
70. Warum sollten sich Lehrer dafür interessieren?

Welche konkreten Interessen, in EURO, sollten Lehrer an digitalen Medien haben? Was konkret haben Sie davon? Lehrer kennen seit Jahrzenten die Schulbücher von Cornelsen, Klett, Westermann. Kennen den Aufbau, kennen die Übungen, wissen wie lange die Schüler für die Übungen brauchen, der Unterricht ist klar strukturiert, die Vorbereitung ist Null. Was hat jetzt ein Lehrer davon, wenn er digitale Medien einsetzt, egal in welcher Form?

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wintipc 08.11.2017, 15:18
71. Bruttoinlandsprodukts für Bildung

Deutschland gibt 4,3% für Bildung aus und 1,3% für die Verteidigung. Mein Vorschlag wäre die Auslandseinsätze zu beenden und die Armee abzuschaffen. 4,3 + 1,3 = 5,6%. Ich würde es aber nicht für IT Ausrüstung ausgeben sondern mal wieder die Gebäude renovieren und mehr und bessere Lehrer einstellen. Die Entscheidungen darüber sollte man Leuten wie Richard David Precht oder Manfred Spitzer überlassen, die Politiker sind in dieser Hinsicht meiner bescheidenen Meinung nach völlig unfähig und korumpiert.

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io_gbg 08.11.2017, 15:20
72.

Zitat von tpro
Wir karren tausende Comupter und Tabletts in Klassenzimmern und alles wird gut?
Nein. Es hat aber niemand behauptet, dass *alles* gut wird.

" Wer in der 3. Klasse das kleine Einmaleins nicht aufs Papier bringt, kanns auch nicht am Comuter."

Auch Rechtschreibung ist unabhängig von Papier und Computer!


"Wer in einem Satz 5 Rechtschreibfehler aufs Papier schreibt, schreibt diese auch auf dem Computer."

Ja, und da Papier und Computer beides nur Material bzw. Werkzeuge sind, ist es prinzipiell egal. Es geht hier darum, dass das Lernen unterstützt wird.

Wenn man den Artikel auch liest, stellt man übrigens fest, dass Hefte, Papier und dergleichen durchaus eingesetzt werden.

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noch_ein_forenposter 08.11.2017, 15:21
73. Sinnvoll ist sicherlich

die erwähnte Unterstützung des Lehrbetriebs - also vor allem für die Lehrer und die Verwaltung - durch entsprechende Software. Übel ist es dabei aber, die Daten bei einem kommerziellen Anbieter zu lagern mit der Begründung, man würde sowieso an die Daten kommen, wenn man will.

Ob aber nun die Nutzung von Tablets und Smartboards die Schüler besser auf die Industrie 4.0 vorbereiten als Tafel und Kreide, halte ich für zweifelhaft. Ich denke, dass das die Schüler häufig vom eigentlichen Inhalt ablenkt. Wichtiger ist m.E. eher - wie schon ein anderer Forist geschrieben hat - dass die Schüler strukturiertes Denken lernen, sowie das richtige Herangehen an den Lerninhalt. Da hilft die Technik aber nur begrenzt.

Sinnvoll ist es sicher, wenn Schüler zumindest in begrenztem Umfang programmieren lernen. Dazu noch den richtigen Umgang mit (sozialen) Medien und dem Internet. Dazu reichen aber auch normale PCs.

Bei uns krankt das Bildungssystem eher an der unsinnigen föderalen Struktur.

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Lord Menial 08.11.2017, 15:21
74. Grüße von Huxley & Orwell

Zitat von Waldemar Peschel
....dass die Kiddis begreifen, dass das Smartphon/Tablet/Computer weit mehr Möglichkeiten bietet als FB, WP und ähnliches......
Smartphon/Tablet/Computer weit mehr Möglichkeiten ..
- für den Staat,
- mehr oder weniger geheime Dienste
- Google
- Apple
- Amazon
- Twitter
- Diesäpp
- Dasäpp
- etc.
- usw.
- usf.
schon "Kiddies" 365 Tages des Jahres rund um die - auf dem Bildschirm blinkende - Uhr zu verfolgen und Daten zu saugen.

Smartphon/Tablet/Computer weit mehr Möglichkeiten, eine Datenspur von der Breite einer sechsspurigen Autobahn zu erzeugen und von Kindesbeinen ab ohne jede Unterbrechung hinter sich her zu ziehen.

Schon Kinder müssen darauf abgerichtet werden, genau das zu tun, ohne es je zu hinterfragen. Sonst machten sie sich "verdächtig".

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serdna 08.11.2017, 15:21
75. Können diese Probleme mit Schulbüchern gelöst werden ?

Zitat von Neapolitaner
Die Bildungsprobleme in Deutschland haben andere Ursachen und können mit mehr Tablets nicht geheilt werden. Richtig ist aber auch, dass das Smartphone per se nicht der Schuldige ist.
Hat jemand behauptet, dass tablets alle Probleme lösen? Sind Sie auch gegen Kühlschränke, weil auch mit Kühlschranken die Eier in sechs Monaten schlecht werden?? Lösen die Schulbücher alle Probleme?

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io_gbg 08.11.2017, 15:21
76.

Zitat von eigene_meinung
Durch die Verwendung von Tablets etc. wird der Unterricht doch nicht besser, die Bildung doch nicht höher.
Hat dich auch niemand behauptet. Aber technische Mittel können den Unterricht sehr gut unterstützen.

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keine Zensur nötig 08.11.2017, 15:22
77. Durchaus sinnvoll das Ganze -

Grundausbildung - also Schreiben mit der Hand mit Digitalisieren verbinden.

Dumm nur - unsere dickitalle Inwrastrucktur - ist eben keine. Auf dem Land wohnen - feine Sache, aber bitte nicht etwa verlangen, dass es ausser Edge etwas mehr gibt, oder feinen Telekomanschlüssen, vorwiegend mit ohne DSL.

Die Digitalisierung würde die besten Effekte bringen, wenn die Kinder das auch zu Hause weitermachen könnten. In Deutschland ein Unding - keine Infrastruktur, zuviele Arme ohne Geld für die Hardware.

Und das in einem Land, was ausser kluger Köpfe nichts zu bieten hat.

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Kritikfreak 08.11.2017, 15:23
78. @ Touri

Zitat von touri
Haben Sie auch den Rest meines Beitrages gelesen?
Ja, "das Lernen zu lernen" nennt sich Kompetenzorientierung und ist meines Erachtens Teil des Problems, weil rein formal orientiert und indifferent gegenüber dem konkreten Inhalt. Eine kluge Kritik daran übt m.E. etwa der Philosoph Christoph Türcke, in der Kurzform hier nachzulesen: http://www.sueddeutsche.de/bildung/schule-was-im-computer-ist-ist-noch-laengst-nicht-im-hirn-1.3576027

Zu meiner Kritik an Ihnen: Schreiben lernen (mit der Hand!), lesen lernen (ablenkungslos im gedruckten Buch!) und rechnen lernen im Kopf bzw. später mit Zettel und Stift halte ich für ein notwendiges Trainingsprogramm für das kindliche Gehirn, ohne dass die Aneignung von Wissen in der Oberstufe oder im Studium fürchterlich schwer fällt. Ein guter Freund von mir ist Soziologe-Dozent an einer großen Universität – und er berichtet von Studenten, die mit dem Lesen eines 50-Seiten-Aufsatzes heillos überfordert sind. Es sei nicht mehr möglich, soziologische Klassiker wie Max Weber mit diesen Leuten im Original zu lesen, weil sie die notwendige Lesekompetenz nicht aufbringen.

Stattdessen verlangen sie kurze Zusammenfassungen und E-Learning-Angebote, aber mit diesen Methoden wird man das Erlernte nie in einer Tiefe begreifen, die noch vor 20 Jahren an der Uni selbstverständlich war. Ein Grund dafür – nicht der einzige – ist die Verlagerung von Denkprozessen vom Hirn in den Rechner. Und das fängt in der Grundschule an.

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globaluser 08.11.2017, 15:24
79. Geht ja nicht nur um die Methodik,

die kann, wie erwähnt bei Kerzenlicht oder Tablet erlernen. Ein Tablet ist aber auch eine physische Erleichterung und man hat alle Inhalte auf einem Gerät, keine 20 Bücher mehr, etc.

Mein Neffe mit seinen sieben Jahren kommt nach Hause, wie ein Packesel, Tornister auf dem Rücken, Instrument und Sporttasche in der anderen.

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