Forum: Leben und Lernen
Digitales Lernen: Das Handy ist kein Spielzeug!
Christian Füller

Tablets und Apps gehören für sie selbstverständlich zur Schule dazu: In Berlin haben sich Lehrer getroffen, die Vorreiter im digitalen Unterrichten sind. Hier erzählen sie, mit welchen Gadgets und Methoden sie ihre Schüler begeistern.

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hjm 04.12.2015, 16:28
1.

Hier erzählen sie, mit welchen Gadgets und Methoden sie ihre Schüler begeistern. Schön und gut. Interessanter wäre allerdings die Frage, mit welchen Gadgets und Methoden ihre Schülern etwas gelernt haben.

(Hier erzählen Ärzte, wie sie ihre Patienten für SanoFit3000 begeistert haben. Aha. Das ist bestimmt schön für die PharmaFit GmbH. Wirkt das Medikament denn auch?)

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Paddel2 04.12.2015, 17:37
2. Am Thema vorbei

Sinnloses Thema. Smartphones und Tablets schaffen keine bessere Bildung. Die Rückstände deutscher Schüler in mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern lassen sich nicht durch Spiel-und-Spaß-Geräte herbeiführen. Ein fachlich guter Lehrer mit Engagement und Ausstrahlung benötigt nur eine alte Tafel um Bildung zu vermitteln. Statt Schüler auf Display tatschen zu lassen, deren Geräte nur rudimentäre Software ermöglichen, sollte man lieber in die Lehrerausstattung und -bildung investieren. Computergestützte Problemlösungskompetenz benötigt dagegen Laptops oder PCs mit Grundausstattung und ein Softwarepaket mit Matlap, Excel und vll. C++. Das gibt es billiger und bringt mehr.

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Diskutierender 04.12.2015, 18:41
3. Warum nicht!

Warum sollte man hier nicht mit der Zeit gehen? Wie einige Artikel zeigen, können Smartphone und Co. wirklich eine Bereicherung sein. Allerdings sollte man neben den sinnvollen Dingen, die man mit dem Smartphone oder anderen neuen Medien machen kann, den Kindern auch vermitteln, wie man sich respektvoll im Smartphone-Zeitalter anderen Menschen gegenüber benimmt, beispielsweise.

- Kein Smartphone-Glotzen in einem Gespräch mit einem Gegenüber
- Keine Smartphone-Benutzung bei Mahlzeiten
- Man lässt Gesprächspartner nicht einfach wegen eines Anrufs oder einer SMS stehen, ausser es ist ein Notfall
- Anwesende haben grundsätzlich Vorrang vor Abwesenden
- Beim Gehen, Radfahren oder Autofahren steckt das Smartphone in der Tasche
- Telefonieren in öffentlichen Verkehrsmitteln nur im Notfall und dann so kurz wie möglich

Allerdings sollte man hier nicht über Kinder oder Jugendliche schimpfen. Extrem viele Erwachsene auch im mittleren Alter sind ein äusserst schlechtes Vorbild, was Benehmen gegenüber anderen Menschen in Bezug auf Handy oder Smartphone angeht.

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austenjane1776 04.12.2015, 19:05
4. Problem

Natürlich sind die neuen Geräte auch ggf nützlich.
Natürlich kann man sie sinnvoll im Unterricht einsetzen.

Leider zeigt die Erfahrung, dass ca 80-90% der Zeit an den smarties verdaddelt wird.

Schaden tut das in erster Linie den weniger Bildungswilligen.

Die brauchen nämlich den "klassischen" Unterricht nötiger als die mit den Bildungs-Eltern.

Und - nicht vergessen - geleistet wird weiter handschriftlich.
Das sollte dann auch geübt werden -
sonst ist es Essig mit Abi usw.

Für Lehrkräfte sind offene Aufträge plus Smarties leicht -
die Leute machen halt was.
Und man muß nicht so viel reden und erklären.
Bei vielen wird das bloß nicht viel bringen.

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lindenbast 04.12.2015, 19:09
5.

Ich gebe eine Veranstaltung zur Literaturgeschichte; es wird aber verlangt, Powerpoint einzusetzen; das Ganze soll ja nicht 'zu textlastig' werden. Literaturgeschichte ist ja nun ganz sicherlich ein Sujet, das auf gar keinen Fall zu textlastig werden darf. (Ich habe mich schon längst entschieden, derlei von der humoristischen Seite zu nehmen.)

Ich mache also Powerpoint, und zwar bewusst und in voller Absicht nach der overkill-Methode: im Zweifel NOCH eine Folie und noch ein Bild, das zum Erkenntnisgewinn nichts beiträgt, aber dekorativ aussieht.

Die Notenschnitte gehen im Vergleich zu früher, als ich noch nach alter Väter Sitte mit Textblättern gearbeitet und den Kram selber erzählt habe, herunter - aber die Schwänzfrequenz ist dafür geringer und die studentischen Evaluationen viel besser. Und ich habe eine Menge über das Fortleben bestimmter literarischer Stoffe beispielsweise in Historienmalerei aus dem 19. Jh.. gelernt. Das ist doch auch was.

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ftester 04.12.2015, 20:49
6. Als ich

noch Ausbilder war und die neuen Azubis kamen war das Erste:"so, jetzt legen Sie bitte alles mal beiseite und rechnen aus den vorgegebnen Zahlen den Umfang des zugehörigen Rohres und das Volumen des angezeigten Zylinders aus...." Hatte ich, ab 1995, immer richtig was zu lachen:-).... Aber "was mit Medien" scheint besser zu funktionieren...:-)

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Billefelda 04.12.2015, 22:56
7. Wenig Anknüpfungspunkte in Mathe, Physik und Chemie

@ftester, Sie sind ja einer, geht mit sauschweren Aufgaben auf die jungen Leute los! Eventuell sogar noch die Masse der Teile berechnen! Ernsthaft, leider bringen viele aus den allgemeinbildenden Schule wenig Fähigkeiten für den betrieblichen Alltag mit. Aus Eigeninteresse (Basteln oder Fahrzeug-Schrauberei) kommt da nichts. Alles muss erst dazugelernt werden. Zum Glück ist jetzt immer der Taschenrechner in Handy-Form dabei.Toll war dabei der schnelle Abruf von kurzen Lehrfilmchen zu Versuchsaufbauten (oft von Azubis produziert) und neueste Infos zu Werkstoffen. Auch ich als Oldie konnte noch einiges lernen: z.B. die neu kreierte Volumeneinheit "Kubikliter"!!

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aljot 04.12.2015, 23:14
8. Wissen ist nicht die Frage - nur anwenden

letztlich entnehme ich den Stellungnahmen: Die Arbeit wird nachhause verlagert (was ja nun auch gerade äußerst umstritten ist) - eine Kontrolle der Ergebnisse durch eine ausgebildete Lehrkraft z.B. bzgl. Quellenkritik, Rechtschreibung, Grammatik usw. findet nicht statt (wird zumindest nicht erwähnt oder den technischen Möglichkeiten der Apps überlassen) - eine Prüfung, ob die Inhalte auch verstanden wurden, ist scheinbar eh obsolet, denn Wikipedia weiß ja alles - so erzieht man sich ein copy&paste-Unwissensproletariat vom Feinsten

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aljot 04.12.2015, 23:18
9. Wissen ist nicht die Frage - nur anwenden

letztlich entnehme ich den Stellungnahmen: Die Arbeit wird nachhause verlagert (was ja nun auch gerade äußerst umstritten ist) - eine Kontrolle der Ergebnisse durch eine ausgebildete Lehrkraft z.B. bzgl. Quellenkritik, Rechtschreibung, Grammatik usw. findet nicht statt (wird zumindest nicht erwähnt oder den technischen Möglichkeiten der Apps überlassen) - eine Prüfung, ob die Inhalte auch verstanden wurden, ist scheinbar eh obsolet, denn Wikipedia weiß ja alles - so erzieht man sich ein copy&paste-Unwissensproletariat vom Feinsten

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