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Digitalpakt für Schulen: "Ich möchte keine Laptopklassen"
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Tablets für alle Schüler ab der Grundschule - aber was ist mit den kaputten Schulklos, den undichten Fenstern und dem guten alten Buch? Der Digitalpakt von Bildungsministerin Wanka stößt auf Widerstand.

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Premiumbernd 13.10.2016, 08:36
150. Was ist mit den anderen Fächern?

Zitat von markus_buchholtz
Ich finde auch das diese 5 Mrd. € komplett falsch investiert werden. Ich bin Informatiker gewurden ohne einen einzigen Computer in der gesamten Schule. Vor den fiesen Klos hab ich mich aber damals schon geekelt. Und wie man so hört ist das noch schlimmer geworden. Jedes Kind weiß wie es ein Tablet oder Smartphone zu bedienen hat. Aber was nutzt es wenn bevor es dieses Wissen irgendwann man produktiv nutzen kann schon die Schuldecke auf den Kopf gefallen ist.
Die Schulen müssen tatsächlich renoviert werden, keine Frage. Aber auch die Bildung muss wieder intensiviert werden. Wie viele Jugendliche kenne ich, die weder vernünftig lesen und schreiben können, aber mit dem Smartphone total fit sind. Es braucht tatsächlich mehr Bücher und klassische Bildung. Denn diese ist auch die Grundlage für IT (Mathematik, Physik)

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mrotz 13.10.2016, 08:51
151.

Zitat von rugall70
Sie sagen, es sei Aufgabe des Informatikers, dafür zu sorgen, dass die Technik nicht ausfällt. Sehr richtig. Nur leider gibt es an den Schulen niemanden, der sich hauptamtlich darum kümmert. Wenn Sie ein Netzwerk mit mehr als 400 Rechnern haben, dann lässt sich deren Wartung einfach nicht mehr vom Mathe-Lehrer in der Pause erledigen. Was dann? Vor Kurzem ......
Es gibt auch Smartboards, auf die man auch per Finger schreiben kann, also auf keinen Spezialstift angewiesen sind...
Aber eine klassische Tafel braucht keine Zeit zum booten.
Unser Smartboard wird mitlerweile mehr zum youtube-Videos anschauen (Mittagspause) benutzt als zum schreiben....

Der einzige Vorteil eines Smartboards in der Schule ist die Aufzeichnung des Tafelanschriebs so daß auch kranke Kinder den Unterrichtsstoff bekommen können.
Aber ob das die Nachteile aufwiegt....

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turnerdrive 13.10.2016, 09:01
152. vielleicht wäre es interessant

zu Fragen was die Schüler wollen und nicht die Lehrer.
Ich hatte versucht in Sachen Medienkompetenz und Digitalisierung an Schulen etwas zu bewegen, aber das ist in Deutschland wohl nicht möglich.
In Anbetracht der Kommunikationsmöglichkeiten, des Teilens, bewertens etc von sozialen Plattformen mutet der Schulunterricht an wie die Fahr mit einer Postkutsche.
Für Schüler ist das so als würden sie in der Schule Postkutsche fahren und privat mit einem Ferrari durch die Lande cruisen. Das trägt nicht gerade dazu bei, dass Schüler die Schule ernst nehmen und die Institution auf Augenhöhe empfinden.
Die Zeiten wo das Wissen im Schulbuch, im Kopf des Lehrers und vielleicht im heimischen Lexika stand sind nun mal vorbei.

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nocheinwort 13.10.2016, 09:07
153. Keine Lust auf Neues?

Wer den Altersschnitt bei Lehrern kennt wundert sich nicht. Da müsste viel neu gelernt werden um mit den Schülern mithalten zu können. Dann lieber beim 'alten Stiefel' bleiben. Ob das die Schüler fit für die Berufswelt macht interessiert dabei wohl weniger.

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misterknowitall2 13.10.2016, 09:11
154. @MisterD #7

zwei Dinge sollten sie Bedenken. die Welt dreht sich weiter und man sollte vernünftige Weiterentwicklungen auch nutzen. es gibt mit der IT heute Möglichkeiten von denen könnte ich zu meiner Schulzeit nur träumen und man erwartet im Berufsleben das ich selbstverständlich diese Dinge einsetze. das sind Grundlagen die man heute braucht. und dann überlegen sie mal, wann schreibt man heute noch mit der Hand? bitter für unsere Generation, die das für selbstverständlich hält, aber normal für die jungen Menschen, die brauchen es nicht mehr.

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dickebank 13.10.2016, 09:23
155. Technik

Zitat von nocheinwort
Wer den Altersschnitt bei Lehrern kennt wundert sich nicht. Da müsste viel neu gelernt werden um mit den Schülern mithalten zu können. Dann lieber beim 'alten Stiefel' bleiben. Ob das die Schüler fit für die Berufswelt macht interessiert dabei wohl weniger.
Zum Unterrichten einer 30-er Schülergruppen brauchen Sie eine Technik, die zuverlässig funktioniert. Und. Das sind die eigene Stimme und ein Tafelanschrieb. Da die Kommunen als Sachaufwandsträger ja schon die Kosten für die Überprüfung der Standfestigkeit der Wandtafeln einsparen , ist nicht davon auszugehen, dass sie die Kosten für die digitale Infrastruktur an ihren Schulen einschlißlich Personalkosten übernehmen werden. Nach 3 bis 5 Jahren ist keiner der mit den Wanka-Milliarden beschafften Tablets mehr aktuell bzw. betriebsbereit. Die alten Kreidetafeln funktionieren dann aber größtenteils immer noch.

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dickebank 13.10.2016, 09:25
156. Median

Zitat von nocheinwort
Wer den Altersschnitt bei Lehrern kennt wundert sich nicht. Da müsste viel neu gelernt werden um mit den Schülern mithalten zu können. Dann lieber beim 'alten Stiefel' bleiben. Ob das die Schüler fit für die Berufswelt macht interessiert dabei wohl weniger.
Der Medianwert liegt unter 43 Jahren.

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großwolke 13.10.2016, 09:30
157.

Informatikunterricht ist eins. Computergestützter Fachunterricht was völlig anderes. Den Nutzen des ersten sieht jeder leicht ein, auch wenn es natürlich Blödsinn ist, dass man schon als Schulkind programmieren können muss (zwischen 10. Klasse und Informatik-Master stehen im Schnitt nochmal mindestens 7 Jahre, in der Software-Industrie kann sich da viel verschieben). Das zweite bedeutet einen Haufen Arbeit, die Anpassung des Lehrenden an vielleicht nicht immer optimale (oder gar nicht verfügbare!) Programme, für ein Ergebnis, das man bereits jetzt völlig ohne Computer haben kann.

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happyrocker 13.10.2016, 09:39
158. Schwierige Frage

Grundsätzlich bin ich der Ansicht, dass erst einmal die Fähigkeit, Informationen aus dem Internet zu verstehen, auszuwählen und einzuordnen vorhanden sein muss, um sinnvoll damit in der Schule zu arbeiten. Diese Fähigkeit erlernt sich aber eher auf dem Konservativen Weg. Auch werden Grundfertigkeiten viel häufiger auf den PC verlagert, statt selbst zu denken. Jeder Lehrer weiß inzwischen, dass manche Schüler allen Ernstes Nebenrechnungen wie 10x5 auf dem Smartphone rechnen, weil ihnen völlig die Übung für solche Selbstverständlichkeiten abhanden gekommen sind. Ich habe selbst erlebt, wie Studierende bei der Klausureinsicht nicht mehr in der Lage sind, einstellige Zahlen zu addieren (!) sondern sich lieber auf dem Handy 3x vertippen. Auch die Fähigkeit, mit der Hand zu schreiben, hat abgenommen. Was die technischen Fähigkeiten im Umgang mit dem PC angehen, sind interessierte Schüler sowieso auf dem neuesten Stand. Nicht jeder muss programmieren können, dafür gibt es Fachleute. Meine Befürchtung ist eher, dass die Fähigkeiten, in einer analogen Welt zurecht zu kommen - von Grundrechenarten bis Stadtplan lesen - immer mehr verkümmern. Da kann man sagen, das braucht bald keiner mehr, niemand ist mehr ohne Navi etc. unterwegs. Kann sein, ist für mich aber eine Horrorvision.

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maxxi12 13.10.2016, 09:48
159. Digital ist nicht alles im Leben

Der Präsident des Lehrerverbandes hat schlicht recht.

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