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Digitalpakt für Schulen: "Ich möchte keine Laptopklassen"
DPA

Tablets für alle Schüler ab der Grundschule - aber was ist mit den kaputten Schulklos, den undichten Fenstern und dem guten alten Buch? Der Digitalpakt von Bildungsministerin Wanka stößt auf Widerstand.

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peterbruells 12.10.2016, 17:42
60.

Zitat von kimchi
Grundschüler brauchen überhaupt keine Computer. Weder Laptops noch Smartphones. Wenn man ihnen was Gutes tun will, dann bringt man ihnen Tippen im 10-Finger System bei.
Auf einer Schreibmaschine? Darf die denn wenigstens elektrisch sein?

Ach ja, erinnert mich an die gute Zeit in den den 80er, als eine eine Hausaufgabe angeblich kopiert haben sollte, weil sie keine Tippfehler enthielt. Und alle Buchstaben jeweils gleich aussahen.

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magic88wand 12.10.2016, 17:48
61. Kein Vorurteil, sondern Urteil

Zitat von bart001
Leider habe die Folgen von Computer-Halbwissen ("Word ist doch einfach") oft genug erfahren müssen. Leider herrscht immer noch der Irrglaube Word sei eine art elektronische Schreibmaschine und Excel so etwas wie ein Taschenrechner. Mitarbeiter mit diesem Kenntnisstand wären tatsächlich besser dran keinen PC bei der Arbeit zu benutzen zu müssen. Natürlich kann man sich vieles in Eigenregie beibringen, Lesen, Schreiben, Rechnen übrigens auch, aber effektiver und nachhaltiger lernt es sich unter Anleitung.
Wenn man mal so was wie Makros programmieren außen vor lässt, ist Word tatsächlich einfach - ich benutze es jeden Tag, und das seit Jahren. Das einzige, was kompliziert ist, ist bei einer neuen Version die Funktionen wiederzufinden. Aber da hilft auch kein Schulunterricht, denn niemand weiß, wie das Word von morgen aussehen wird. Ich weiß nicht was Sie für Mitarbeiter haben, aber wo ich arbeite gibt es niemand, der/die das nicht gut genug für einen Bürojob beherrscht.

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NightToOblivion 12.10.2016, 17:50
62. Schulbibliotheken!?

Schulbibliotheken? Da sind wir schon beim Kern des Problems. Mangelndes Verständnis für Technik. Mit dem Aufbau von Clouds und dem Erwerb digitaler Lizenzen kann ich wesentlich leichter, jeden Schüler erreichen. Schon allein wenn Schüler grundsätzlich unabhängig vom Einkommen Zugriff auf jede Literatur haben. Vom einfachen Tafelwerk bis zu Goethes Werken. Aber das versteht man natürlich nicht wenn man glaubt das der Inhalt vom Medium Papier abhängt.

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peterbruells 12.10.2016, 17:51
63.

Zitat von bstendig
Wie wurden denn Sie während ihrer Schulzeit "am Computer" ausgebildet. … Die wurde alle entwickelt von Menschen, die es in der Schule NICHT hatten. Also von was reden Sie. … Die Nutzung von Office oder Facebook erlernt ein durchschnittlich begabter Mensch in 1-2 Wochen, sofern er es denn braucht.
Entwickelt wurden sie von einer sehr, sehr geringen Anzahl von Personen. Von denen übrigens viele schon frühzeitig Zugriff auf moderne Technologie hatte.

Jetzt geht es aber darum, dass diese Technologie normaler Alltag ist.

Über ihre „ein bis zwei Wochen“ bei der Nutzung von Office oder selbst Facebook kann ich nur herzlich lachen. Der normale Benutzer kriegt auf Facebook nicht einmal das Einstellen seiner Privatsphäre hin, er kann ja oft nicht einmal „Facebook“ von „Internet“ (geschweige denn Internet von WWW) unterscheiden?

Bei Office ist es noch schlimmer. Seit Jahrzehnten gibt es Vorlagen und die Leute schaffen es immer noch, nach einer halben Stunde gehen das Corporate Branding zu verstoßen. Dafür verwalten sie Millionenwerte in einer Excel-„Datenbank“ und wenn man sagt, dass man das Logo als TIFF benötigt und nicht als JPG, kriegt man diese selbe Datei eben nochmal. Nur eben als Logo.jpg.tiff.

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7eggert 12.10.2016, 17:55
64.

Es ist schon nicht verkehrt, das Schleppen zu sparen, aber man muß aufpassen, daß die Schüler die später benötigten Grundlagen immer noch lernen, statt sie dem Computer zu überlassen. Wir haben z.B. Mathematik so weit manuell gelernt, daß wir die Rechenregeln verstanden hatten, dann erst den TR benutzen dürfen.

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rugall70 12.10.2016, 17:55
65. In den USA sind sie damit schon durch!

Schon 2005 schrieb SPON: " Vernetzte US-Schule - Laptops ersetzen Lehrbücher: In Arizona wird die Zukunft der digitalen Schule schon heute getippt: Auf der Empire High School haben alle 340 Schüler einen Laptop bekommen - die Lehrbücher wurden abgeschafft. Hausaufgaben werden nun online verschickt, Internet-Links bestimmen den Unterricht." (Quelle: http://www.spiegel.de/lebenundlernen/uni/vernetzte-us-schule-laptops-ersetzen-lehrbuecher-a-371047.html)

Nur zwei Jahre später, 2007, war dann bei SPON Folgendes zu lesen: "Der Aufwand war gigantisch: Milliarden hat die US-Regierung in den Hightech-Unterricht gepumpt. Doch jetzt verbannen erste Schulen die teuren Laptops in den Schrank - es könnte der Beginn einer radikalen Wende sein. Besuch in einer Highschool, die digital abrüstet." (Quelle: http://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/laptop-bann-an-us-schulen-web-0-0-im-klassenzimmer-a-483245.html)

Im gleichen Jahr war bei Zdnet zu lesen: "Schulen in den USA verbannen PCs: Rechner im Unterricht verbessern Leistungen der Schüler nicht einmal ansatzweise" (Quelle: http://www.zdnet.de/39154301/schulen-in-den-usa-verbannen-pcs/) Vor allem der letztgenannte Artikel bringt es auf den Punkt.

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per.roentved 12.10.2016, 17:58
66. Ja, aber...

Also, ich bin auch für die Digitalisierung der Schule, aber in Maßen.
1. Ja, natürlich müssen erst die Schulen saniert werden. Was ich an den bisherigen 3 Schulen meines Sohnes gesehen habe, war 1x ok und 2x Katastrophe. Bevor da Tablets verteilt werden, sollten erstmal die Klos saniert, Turnhallen wasserdicht usw. werden Da gibts überhaupt keine Diskussion!
2. Wenn Tablets kommen, dann frühestens ab Klasse 5. Also nach der Grundschule. Klasse 7 oder 8 fände ich auch ein wenig spät, da sind die Kids schon zu alt. Aber die Grundschule ist mir heilig. Da soll Lesen, Schreiben und Rechnen vermittelt werden, feritg. Und gerade Schreiben scheint ja heutzutage verpönt zu sein, wenn ich so sehe, wie etliche meiner Kollegen (alles studierte Ingeneure) so schreiben. Abenteuerlich!! Ok, schreiben könnte man auch auf einem Tablet, aber das ist doch was anderes. Eine funktionierende Handschrift (also lesbar auch für andere) ist auch heute noch wichtig.

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quax1965 12.10.2016, 18:02
67. ein lange überfälliger Schritt

viele der Einlassungen gegen das digitale Klassenzimmer auch unter Lehrern weisen auf massive Wissenslücken hin.
Die Nutzung digitaler Medien ist als Ergänzung zu sehen
Insbesondere sind Leistungssteigerungen bei heute schwachen Schülern zu erwarten.
Leider wird in Deutschland zuviel gemeckert.

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mats73 12.10.2016, 18:03
68. bevor!!!

Bevor man die Maßnahme beschließt sollte doch erst mal klar sein, was damit bezweckt werden soll!
Davon hat keiner eine Vorstellung - alle rennen wie die Lemming dem Schlagwort digital hinterher.

Es besteht die Gefahr, dass hier ohne Not Zeitfresser in der Unterricht integriert werden, die überhaupt keinen positiven Effekt auf die Wissensvermittlung haben, außer dass die Methoden nach außen etwas moderner aussehen und die Beteiligten das Gefühl haben auf der Höhe der Zeit zu sein.

Nur wenn ein Ziel feststeht kann das auch überprüft werden und ein Erreichen sichergestellt werden.
Erste Überprüfungen von Unterrichtsformen mit digitalen Medien der letzten 20 Jahre liefern übrigens keinerlei Vorteil gegenüber Klassen, die analog unterwegs waren - im Gegenteil - wesentliche Basisfähigkeiten können dann nur eingeschränkt sichergestellt werden.
Bevor alle Hurra schreien, also bitte nachdenken!

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romeov 12.10.2016, 18:07
69. Klingt wieder nach einem Profilierungsversuch

...einer Ministerin, die vom Beamten-Image ablenken will, deshalb auch dieser unsinnige Begriff "DigitalPakt#D" Sowas lassen sich wirklich nur Beamte einfallen.

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