Forum: Leben und Lernen
Digitalpakt für Schulen: So viel kostet moderner Unterricht
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Eine Milliarde Euro will das Bildungsministerium pro Jahr ausgeben, damit Schüler digital lernen. Forscher haben ausgerechnet, wie weit man mit der Summe kommt.

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schumbitrus 03.11.2017, 08:09
30. Kann man da nicht endlich mal die Banken in die Pflicht nehmen?!

Ganz konkret haben die Banken und das Geld geklaut, das in den letzten 10 Jahren nicht in die Bildung investiert werden konnte.

Mit Blick auf HRE, Commerzbank & Co. und mit Blick darauf, dass mit dem Brexit der Bankenstandort Deutschland vermutlich attraktiver wird, sollten wir die "überlebenden Banken" jetzt zu einem Ausgleichs-Soli für eine strategische Stärkung des Standortes Deutschland heran ziehen: Gerettet werden ist keine Einbahn-Straße! Und wenn man vor 10 Jahren gerettet wurde, dann kann man jetzt mal kollektiv mit der Rückzahlung dessen beginnen, die wir Bürger der Bankenbranche gestundet haben!

Da stehen doch noch Milliarden zur Rückzahlung aus - fangen wir an, es uns zurück zu holen und für unsere Zukunft in Schulen und Universitäten zu investieren - nach Maßstäben, die WIR setzen!

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analysix 03.11.2017, 08:10
31. digitales Lernen gibt es doch schon längst - in sehr guter Qualität

Die Zukunft ist doch schon längst real: Seit Jahren bringt das veränderte Medienverhalten der Kids hervorragende digitale Lernmethoden hervor; dutzende hochqualitative Lernkanäle werden bereits von Abermillionen Schülern genutzt. Mein Lieblingsbeispiel: http://www.mathe-seite.de
Die werden sich durchsetzen, egal wie lange die Ministerien noch brauchen werden - denn die Nachfrage bestimmt das Angebot.

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zwietracht 03.11.2017, 08:10
32. Des Kaisers neue digitale Lehre

Zur Erinnerung: es gibt keine einzige Studie, die belegen würde, dass diese Mittel im Unterricht einen Vorteil im Lernen mit sich bringen. Im Gegenteil!!!
Hier geht es ausschließlich um einen lukrativen Absatzmarkt für Apple&Co.
Und die Politiker, gleichermaßen blöd wie korrupt, rufen dem nackten Kaiser bewundernd zu, wie schön seine neuen Kleider sind. Es ist zum Heulen.
Es gibt so viele wichtigere Dinge, die Verbesserungen bringen würden. Kleinere Klassen/mehr Lehrer. u.v.m.

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interessierter Laie 03.11.2017, 08:11
33. Geht mit Sicherheit auch günstiger...

Wenn man bspw. Eben nicht jede Schule mit einem eigenen Rechenzentrum ausstattet, sondern Virtualisierung und Software as a Service verwendet, braucht man kaum lokale Administration und die Grenzkosten sinken sehr schnell auf 0. Die Hardware wird bei den benötigten Stückzahlen auch sehr viel günstiger. Man braucht auch keine Intel Core i7. An einer kleinen ARM-basierten Maschine lernt man sogar noch eher was. Würde man statt Microsoft auf Linux setzen, wären auch die Lizenzkosten 0. Was man bräuchte wäre ein gutes und gut bezahltes Projektteam statt 200 ahnungslose Halblaien, die von einem guten Vertriebler gnadenlos übern Tisch gezogen werden. Die kann man an den Unis nehmen.

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Odde23 03.11.2017, 08:15
34. Digitale Bildung

Digitale Bildung erlangt man nicht durch die Verwendung von Computern und Tablets. Das nutzt der Mensch schon ganz alleine dort, wo es für ihn bequem ist. Auch ist die Nutzung meist intuitiv. Ich habe in meinem Informatikstudium vor 20 Jahren kaum einen Computer vor der Nase gehabt. Die meiste Zeit wurde auf Papier programmiert - das geht und ist auch heute noch üblich. Und auch Datenmodelle wurden auf Papier erarbeitet. Den Computer benötigt man nur zur Umsetzung der selbigen.

Was Computer hingegen gar nicht vermitteln können, sind Grundfähigkeiten die man das ganze Leben lang immer und überall immer wieder benötigt. Sicheres Rechnen, später auch Mathematik, sowie das Beherrschen der Muttersprache und mindestens einer Fremdsprache in Wort und Schrift.

Zu viel Computer, Tablet und Smartphone führen hingegen nicht zu höherer Denkleistung des Gehirns, sondern eher zum Gegenteil vgl. Prof. Dr. Spitzer - Digitale Demenz et al. Computer und Tablets als Lernmittel sind ein absoluter Holzweg und ein teurer noch dazu. Es wäre sinnvoller die Schulgebäude so auszustatten, dass man sich als Schüler dort wohl fühlt.

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isi-dor 03.11.2017, 08:28
35. Erste Schritte

Die Digitalisierung der Schule fängt bei der Lehrerbildung an und dort müssen erstens Milliarden investiert werden und zweitens dauert das noch viele Jahre. Was wir dringend brauchen ist:
1. Änderung der Lehramtsprüfungsordnungen
2. Abschaffung des Beamtenstatus für Lehrer
3. Pflicht zur Wahrnehmung von regelmäßigen Fortbildungen in den Schulferien
4. Einführung von Netzadministratoren an allen Schulen, es kann doch nicht sein, dass kostbare Lehrer dafür Deputatstunden erlassen bekommen, weil die veraltete und zu schwach Netze warten
5. Generalsanierung sämtlicher deutscher Schulgebäude
6. Wiedereinführung der ganzen gestrichenen Fachdidaktik-Lehrstühle samt ihrer Einrichtungen.
Ehe man das nicht gemacht hat, braucht man über Digitalisierung in Schulen gar nicht erst reden. Übrigens: ein Tablet für digitalen Unterricht hält maximal 3 Jahre, danach kostet es das gleiche Geld nochmals.
Digitalisierung ist übrigens kein Selbstzweck. Gute Lehrer können Kompetenzen auch nachhaltig ganz ohne Digitalquatsch vermitteln und das auch noch schonend für die Augen der Kinder. Derzeit gibt es pädagogisch nur wenige Einsatzbereiche für digitale Lehrmittel, die tatsächlich besser sind, als die bewährten analogen.

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lazarus.beutelmoser 03.11.2017, 08:28
36. Effizientes Lernen

hängt weniger damit zusammen, daß man die Schüler vor dem Rechner parkt, sondern damit, die Schule und ihre Organisation zu digitalisieren. Kann mir bitte ein Lehrer oder Rektor erklären, warum es notwendig ist, daß alle Noten drei Wochen vor Zeugnisausgabe festgelegt sein müssen? Diese drei Wochen, die jedes Schulhalbjahr verdümpelt werden, hätten jede Diskussion über G8/G9 überflüssig gemacht. Klar, daß Eltern den Beginn der Ferien nicht mehr ernst nehmen und einfach den preiswerteren Flug drei Tage vor Ferienbeginn nehmen.
Es ist mir schleierhaft, warum die Noten nicht am Tag vor der Zeugnisausgabe in die entsprechende Anwendung eingetippt werden und über Nacht (von mir aus am Nachmittag, damit jemand daebensteht und den Drucker mit neuem Papier füttert) werden die Zeugnisse samt digitalisierter Unterschrift des Rektors gedruckt. Das kann doch eigentlich kein Problem sein, oder?
Jetzt kommen natürlich die obersten Bedenkenträger aus ihren Löchern und führen das Argument der Versetzungskonferenzen an. Wenn man seine Schüler aber wirklich fördern wollte, würde man bereits während des regulären Unterrichts entsprechende Lernschwächen korrigieren, statt bei Versetzungskonferenzen das kollektive Versagen zu erkennen und zu beweinen.
Das wäre die einfachste und sinnvollste Digitalisierung der Schule. Wirklich Lernen kann man auch mit Tafel, Kreide und Overhead-Projektor (falls hier noch jemand weiß, was das ist).

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nochnbier 03.11.2017, 08:34
37. Den Kritikern sei gesagt ...

Den Kritikern sei gesagt, sich doch mal das fast 60-seitige Dokument der KMK durchzulesen (das gibt es kostenlos zum Download). Die Strategie "Bildung in der digitalen Welt" greift die hier genannten Kritikpunkte auf und es geht tatsächlich um ein ganzheitliches Bildungskonzept, bei dem digitale Medien dort eingesetzt werden wo sie wirklich sinnvoll sind. Aber wie immer, kann man im Forum ja erst einmal seine uninformierte Meinung rauslassen, weil "Digitles" an der Schule Teufelszeug sei.
Papier ist geduldig und solche Pläne mit ähnlichem Inhalt gab es schon vor 10 Jahren. Wenn man alles umgesetzt hätte, was man dort lesen konnte, wären die Schulen bereits auf einem modernen Stand. Natürlich hat die Bertelsmannstiftung das Interesse mehr Geld zu fordern, schließlich verdient man sehr gut an digitalen Medien. Die "Rechnung", die hier aufgemacht wurde, würde ich aber so nicht unterschreiben, denn einige Posten lassen sich durchaus mit weniger Kosten bewältigen, indem man z.B. stärker auf OpenSource und OER-Bildungsmaterialien setzt. Weil das Internet ohnenhin aus "geteiltem Wissen" besteht, lernen die Schüler schon jetzt mit "dem Internet", indem zu Hause Apps und Erklär-Videos verwendet werden, die den Stoff viel besser als jeder Lehrer erklären. Völlig klar, dass die Bertelsmannstiftung beim "Bezahlmodell für Bildung" bleiben will. Wer die Digitalstrategie der KMK liest, der wird aber erkennen, dass es so gar nicht vorgesehen ist, sondern in großem Umfang auf "geteiltes Wissen" zurückgegriffen werden soll. Die Verlage verschlafen diese Entwicklung (ähnlich der Musikindustrie) und versuchen durch Lobbyarbeit ihre Einkünfte zu sichern.
Wenn es bei den 5 Milliarden für den Digitalpakt bleibt, dann wird dieses Geld ausreichen - voraussgesetzt es wird mit Verstand ausgegeben und in Notwendiges investiert. Überteuerte Geräte und Lizenzen von Apple oder Microsoft zu kaufen gehört für mich nicht dazu und das ist in der KMK-Strategie auch nicht vorgesehen. Im Wesentlichen soll hier Gelt in die Ausbildung, Qualifikation und berufliche Fort- und Weiterbildung gesteckt werden. Denn was nützen all diese schönen Geräte, wenn Lehrkräfte und Erzieher damit nicht umgehen können.

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rachel17 03.11.2017, 08:41
38. Einmaliger Betrag für Endgeräte? Warum nicht richtigen IT- Unterricht?

Endgeräte, also Laptops oder Tabletts sollten geleast sein und alle paar Jahre ausgetauscht werden. Und - es darf der Drang nach Zerstörung gelangweilter Schüler nicht vergessen werden. Schätzungsweise werden Laptops nicht mal ein Jahr alt mit allen Tasten! Und viel besser wäre es, anstatt jedes Unterrichtsfach durch Computer und Internet zu bereichern, einen sehr guten Informatikunterricht bzw. Informationsverarbeitung oder - technologie mit entsprechend ausgebildeten Lehrern an allen Schulen in allen Jahrgangsstufen ab 6. Klasse einzuführen und zwar mit min. 2 Wochenstunden. Dann haben die Schüler was davon!

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mabrueck 03.11.2017, 08:46
39. Wenn man es richtig macht, kann es etwas bringen

Hauptvorteil wäre, dass man mit Tablets eBooks nutzen könnte und nicht mehr kiloweise Bücher schleppen müsste. Leicht digitial angereichert mit bspw. interaktiven Diagrammen, das wäre doch schon einmal was. Wir hatten damals um die Jahrtausendwende kein Mathebuch, weil das "alte" Mathebuch noch die alte Rechtschreibung hatte und die neuen Mathebücher nach der neuen Rechtschreibung vergriffen waren. Solche Probleme könnte man mit Tablets und eBooks reduzieren.
Ein deutschlandweites "Open Source" Mathebuch würde es auch tun. Keine oder minimale Kosten mehr.
Das Kopieren und Verteilen von "Arbeitsblättern" könnte man durch Tablets ersetzen. Diese Kosten könnten gespart werden.
Wenn man Informatik-Unterricht damit verbindet, dass man auf Microsoft-Produkte konditioniert wird, "weil diese in den Firmen eingesetzt werden", dann hat man Schule nicht verstanden. Schule dient in erster Linie dazu, aus den Kindern kritische Mitbürger zu machen. Mitlaufende Fachidioten braucht nur die herrschende Klasse aus Politik und Wirtschaft.
Und ja, richtig eingesetzt kann man auch am Tablet lernen. Natürlich ist der Lehrer das Nonplusultra, aber bevor der Unterricht komplett ausfällt, sollte bspw. Vokabelpauken per Tablet möglich sein. Die Gedichtinterpretation muss nicht am Tablet erfolgen.

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