Forum: Leben und Lernen
Digitalpakt: Lehrer fühlen sich mit digitalen Medien im Stich gelassen
DPA

Bremsen die Lehrer den digitalen Wandel im Klassenzimmer aus? Nein, sagen vielen von ihnen: Wir würden ja gerne anders unterrichten - wenn wir nur könnten.

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zensurgegner2016 01.03.2019, 16:06
70.

Zitat von wago
... und Sie werden es als IT-Spezialist nicht glauben, auch in ein LAN kann man Router einbinden.
Ja, es geht um Schule

Und mit Ihrem Vorschlag würden Sie die Schule von nahezu aller moderner Kommunikation abschneiden

Man stelle sich vor: Nur Geräte, die in irgendeiner Form Kabelangebunden sind
Keine Tablets, Notebooks und Co, und wenn dann nur Spezialgeräte mit Schnittstellen, die kein normaler Hersteller mehr einbaut

Zudem würde man dann noch viel mehr auf den St Nimmerleinstag schieben, denn bis die ganzen Baumaßnahmen.....

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zensurgegner2016 01.03.2019, 16:11
71.

Zitat von käthe
Ihre Einlassung hat mit meinen Bedenken über die Kosten nichts zu tun. Die Frage stellt sich aber auch: ist das Konsumieren von ein bisschen Lernsoftware auf Tablets wirklich das, was die heutigen Schülern zu Wohlstandserhaltern qualifiziert, wenn Sie schon damit kommen? Ich glaube nein. Wer von Kind auf nur noch wischen kann, wird auch nie beispielsweise handwerkliche Fähigkeiten erlernen. Wer keine Bücher liest, kann später auch keine Akten studieren. Etc etc. Das Ausland hilft da auch nicht immer: so haben die Finnen das Erlernen einer Handschrift abgeschafft. Ein Riesenfehler, wie ich finde.
Kosten:
Was ist teuerer: Heute einige Euros an Ausrüstung und Co sparen
und
Im Gegenzug eine Generation heraufziehen, die digitale "Neandertaler" sind?

Nebenbei geht es nicht um "das bisschen lernsoftware" sondern darum, dass das Komplettpaket "Digital" sowohl das Lehrern als auch das Lernen als auch die Organisation beschleunigt

Zudem - das zeigen alle Untersuchungen - sind uns die Staaten mittlerweile enteilt, die im Alltag die Technik wie selbstverständlich integrieren
Etwas vereinfacht: Wenn wir unsere Kinder "analog" erziehen und denen beibringen, dass "Digital" lediglich ein praktisches Hilfsmittel ist, mehr aber auch nicht, dann werden die Kinder auch analoge Lösungen vorziehen
Und deswegen werden in Staaten, in denen der Nachwuchs ganz selbstverständlich laufend digitale Hilfsmittel nutzt, dieZukunft entwickelt und der Mehrwert erzeugt

Hierzulande gibts da rein gar nichts, wenn man von SAP und Siemens absieht
Als ehemals mit führende Wirtschaftsmacht des Planeten ist das ein Armutszeugnis

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käthe 01.03.2019, 16:33
72.

Zitat von zensurgegner2016
Kosten: Was ist teuerer: Heute einige Euros an Ausrüstung und Co sparen und Im Gegenzug eine Generation heraufziehen, die digitale "Neandertaler" sind? Nebenbei geht es nicht um "das bisschen lernsoftware" sondern darum, dass das Komplettpaket "Digital" sowohl das Lehrern als auch das Lernen als auch die Organisation beschleunigt Zudem - das zeigen alle Untersuchungen - sind uns die Staaten mittlerweile enteilt, die im Alltag die Technik wie selbstverständlich integrieren Etwas vereinfacht: Wenn wir unsere Kinder "analog" erziehen und denen beibringen, dass "Digital" lediglich ein praktisches Hilfsmittel ist, mehr aber auch nicht, dann werden die Kinder auch analoge Lösungen vorziehen Und deswegen werden in Staaten, in denen der Nachwuchs ganz selbstverständlich laufend digitale Hilfsmittel nutzt, dieZukunft entwickelt und der Mehrwert erzeugt Hierzulande gibts da rein gar nichts, wenn man von SAP und Siemens absieht Als ehemals mit führende Wirtschaftsmacht des Planeten ist das ein Armutszeugnis
Derzeit ist es aber leider doch so, dass "Digital" mitnichten etwas beschleunigt, wenn man die Zeit berücksichtigt, die die technische Verwaltung auffrisst (siehe den Lehrer, der sich in seiner Freizeit um die IT nebenbei kümmert). Ich denke, es muss ein intelligenter Mittelweg zwischen analog und digital gefunden werden. Die Schüler müssen ja auch in der Lage sein, handeln zu können, wenn IT-Systeme mal ausfallen. Z.B. mal anhand einer gedruckten Karte und Straßenschildern selbst einen Weg finden, wenn's Navi keinen Saft mehr hat. Oder in einem Lexikon etwas finden, wenn Wikipedia nicht erreichbar ist (lässt sich beliebig fortsetzen).

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grotefend 01.03.2019, 19:56
73. Moment

Zitat von cyblord
Wieso "alles können"? Es geht hier doch um DIE Kernkompetenz eines Lehrers: Vermittlung von Wissen und Bildung. Und das bedeutet natürlich mit AKTUELLEN Werkzeugen. Waren das früher Bücher und ab und zu mal nen Film, ist halt heute PC und Tablet angesagt. Eine Fachkraft muss sich natürlich mit neuer Technik für ihr Fachgebiet auseinandersetzen können. Das gilt für jeden Handwerker, für Ingenieure natürlich sowieso, aber natürlich genau so auch für Lehrer. Wieso das nun ausgerechnet bei Lehrern übermenschliche Kräfte erfordern sollte bleibt wohl deren Geheimniss. Natürlich muss man sich dazu bewegen und neuer Technik offen gegenüberstehen. Daran scheint es ein wenig zu mangeln. Aber abzuwarten bis andere eine Lösung präsentieren ist jedenfalls keine professionelle Herangehensweise.
Für den Fall, dass Sie es nicht verstanden haben: es geht um Unterrichtsmaterialien. Und das ist zum großen Teil Aufgabe der Verlage. Was sollen die Lehrer tun? Lernprogramme selbst programmieren? Mit Verlaub: aber ein Handwerker stellt sich nicht seine Werkzeuge her.

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salomon17 01.03.2019, 19:58
74. Endlich wird das mal gesagt!

Ein Digitalpakt für die Bildung müsste anders aussehen. Die Software müsste frei verfügbar sein, sie müsste plattformunabhängig (auf jedem Betriebssystem, am besten browserbasiert) funktionieren. Die Hardware sollte egal sein, zur Not reicht das Smartphone, das hat jeder Schüler ohnehin. Die Netze an den Schulen müssen funktionieren (mit intelligenten Filtern) und extern administriert werden (nicht durch Lehrer, die sollen sich auf ihren Unterricht konzentrieren können). So wie es bislang läuft, wollen alle wieder nur verkaufen, aber keiner will koordinieren. - Und genau das hat schon in den letzten 20 Jahren nicht funktioniert.

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ondrana 01.03.2019, 21:11
75.

Warum schaut man nicht einmal in die Länder, in denen es schon seit Jahren funktioniert?

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zensurgegner2016 01.03.2019, 22:14
76.

Nein das ist falsch

1: Die Länder , also Bundesländer geben den Schulen viel und hoffnungslos zuweig Geld
Dafür wirds an anderer Stelle rausgeschmissen

2: Für IT ist kein Geld da, was kein Wunder ist, da die Strukturen der Länder so unglaublich analog sind, die wissen gar nicht was IT ist
Schonmal versucht mit Behörden zu mailen?

3: Gleichzeitig sind die Kultusminister aber so unendlich machtgeil, dass die sich sogar vom Bund haben ins Gesetz reinschreiben lassen, dass de 5 Milliarden nicht für Personal ausgegeben werden DÜRFEN

Nun haben wir für 5 Milliarden Hardware
und
Nach wie vor kein Geld für Personal, dass die Hardware betreut

Grund: Die Angst vor Machtverlust der Kultusminister

Da lässt man lieber die Jugend und die Zukunft über die Klinge springen als vorausschauend zu planen

Und das in allen 16 Bundesländern

Zum heulen

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T. Wittlinger 02.03.2019, 12:23
77. Hallo Herr Himmelrath,

nachdem Sie nun im zweiten Schritt, die Klagemauer aufgestellt haben hoffe ich, das Sie im nächstens Schritt - positive Beispiele zur Überwindung der offensichtlich weitverbreiteten "Truthahn -Illusion" (auch in den aktuellen Kommentaren) präsentieren.
In Anlehnung an Alexander von Humboldt: "Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben", erlaube ich mir folgende, positive Reisehinweise - für eine "WWW-Exkursion":
(1) Im reformierten Sek II, der bekanntlich auch zur Hochschulreife führt, gibt es Schulen wie z.B.
https://www.akbk-horrem.de/index.php
die seit Jahrzehnten erfolgreich, mit den IT-Hilfsmitteln und einem entsprechenden Curriculum unterwegs sind. Das Leitmotive: "Wollt ihr eine bessere Zukunft, so müsst ihr sie erziehen helfen..." - wird längst zukunftsorientiert umgesetzt.
(2) Aus meinem Alumni ist mir ergänzend bekannt, wie die humanistische Bildung - in der Breite und in der Tiefe sowie mit modernen Konzepten plus den zeitgemäßen Hilfsmitteln aufgestellt werden kann. vgl.: http://www.fsg-marbach.de/index.php?id=homepage
(3) Im wissenschaftlichen Bereich des Themas "Digitalisierung von Lehre" denke ich, ist Jörn Loviscach - nicht nur wegen seiner 3000+ frei verfügbaren Lernvideos, sondern insbesondre aufgrund seiner Vorträge und der reflektierten Papers eine sehr guter Protagonist! vgl.: https://j3l7h.de/
In Anlehnung an ihn hat sein Kollege Edmund Weitz das Grundkonzept übernommen und ein hervorragendes Mathematiklehrbuch erstellt! Das moderne Lehrbuch gibt’s selbstredend auch als e-book und die zugehörigen Videos (da werden u.a. didaktisch sehr gut, die modernen IT-Hilfsmittel(!) eingesetzt, wie z.B. Python…;-) sind ohne paywall erreichbar vgl.:
https://www.youtube.com/channel/UCjTfChr0yyz4iZq0x12Q6xA
(4) Tja auch die hartgesottenen, Totholz-Germanisten nehmen inzwischen zur Kenntnis, dass die meisten Originalmanuskripte per IT erstellt werden. Der digitale "Wind Of Change" weht über den Literaturtempeln, auf der Schillerhöhe in Marbach, wie SPON diese Woche vermeldete vgl.:
http://www.spiegel.de/netzwelt/games/deutsches-literaturarchiv-marbach-sammelt-kuenftig-auch-computerspiele-a-1255563.html
(5) Abschließend im Thema "Reisen bildet". Die bildungsreisenden Protagonisten mögen sich doch bitte, bei ihrem nächsten Urlaubsflug einmal überlegen - mit welchen Hilfsmitteln(!), die Piloten in ihren heutigen Bildschirm-Cockpits geschult werden?
vgl.: https://www.lufthansa-flight-training.com/cockpit/e-learning

P.S. Den digitalen Bildungs-Furor betrachtend denke ich übergeordnet - Max Plack lag richtig!
[...] "Eine neue wissenschaftliche Wahrheit pflegt sich nicht in der Weise durchzusetzen, daß ihre Gegner überzeugt werden und sich als belehrt erklären, sondern vielmehr dadurch, daß ihre Gegner allmählich aussterben und daß die heranwachsende Generation von vornherein mit der Wahrheit vertraut gemacht ist." (Wissenschaftliche Selbstbiographie)

Herr Himmelrath vielleicht greifen Sie die obigen fünf Cliffhanger auf, für weitere SPON-Kapitel - in der unendlichen Geschichte…;-))

MfG Thomas Wittlinger

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Hadriwa 02.03.2019, 16:00
78. ... das sehe ich auch so

Zitat von AxelSchudak
Eine der ganz grossen Vorteile, die "Digitalisierung" von Lernvorgängen ermöglichen würde, wäre eine Individualisierung des Lerntempos und später des Lernstoffs (jenseits eines Mindestkanons). Aber dafür existieren weder die Lernpläne noch die wissenschaftlichen Grundlagen, gewschweige denn die Software zur Vermittlung. Der einizige Bereich der zumindest letzteres hat sind einige Mathematikbereiche, die sich auch als Pionierfelder hierfür anbieten würden. Derzeit ist aber keine Bewegung in dieser Richtung in Sicht. Man bräuchte zudem in Schulen neben der Infrastruktur eine Aufteilung in pädagogische Betreuung vor Ort und fachliche Betreuung übers Netz, und auf Informatikseite einen Systementwurf, der Protokolle für die Darstellung und Verknüpfung von Inhalten und deren Übung und Leistungskontrolle bietet. Stattdessen konzentriert man sich, Hardware ohne die notwendige Supportleistung in die Schulen zu bringen. Und in Niedersachsen werden Stellen "geschaffen", in dem man den Berufsschulen den (teils bereits verplanten) Etat aus Landesmitteln einfach kurzfristig streicht, so dass viele BBS kein Geld mehr für Fortbildungen haben.
Die Chancen der Digitalisierung werden zu wenig erkannt. Das verstehe ich auch nicht. Ich habe dann aus Verzweiflung Bilder gemalt und ein Video gebaut.
https://sites.google.com/view/robertploetz/

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Hadriwa 02.03.2019, 16:15
79. ... genau

Zitat von salomon17
Ein Digitalpakt für die Bildung müsste anders aussehen. Die Software müsste frei verfügbar sein, sie müsste plattformunabhängig (auf jedem Betriebssystem, am besten browserbasiert) funktionieren. Die Hardware sollte egal sein, zur Not reicht das Smartphone, das hat jeder Schüler ohnehin. Die Netze an den Schulen müssen funktionieren (mit intelligenten Filtern) und extern administriert werden (nicht durch Lehrer, die sollen sich auf ihren Unterricht konzentrieren können). So wie es bislang läuft, wollen alle wieder nur verkaufen, aber keiner will koordinieren. - Und genau das hat schon in den letzten 20 Jahren nicht funktioniert.
... und wenn diese Browserbasierten Lerninhalte auch übersetzt werden, dann hat fast jedes Kind dieser Erde Chance auf Bildung. Irgendein altes Smartphone kann sich bald auch ein Straßenkind aus Rio organisieren. Wir Europäer müssen mit unserem Wissen und unserem Geld für die freien Inhalte sorgen.

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