Forum: Leben und Lernen
Digitalpakt Schule: Endlich raus aus dem Schlafmodus
DPA

Bund und Länder haben sich doch noch geeinigt: Bald werden 5,5 Milliarden Euro in die technische Ausstattung von Schulen fließen. Doch mit ihrer Aufplusterei haben Politiker das Vertrauen der Bürger verspielt.

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r-bolter 21.02.2019, 13:28
1. "Schlafmodus" müsste korrekterweise Föderalismus heißen

Das Kernproblem ist unser Föderalismus, der gerade im Bildungsbereich bedeutet, dass unser Land aus 16 unabhängigen "Kleinstaaten" mit Provinzfürsten besteht, also 16 Schulgesetze, 16 Apothekengesetze, 16 Polizeigesetze mit z.T. nicht kompatiblen Computersystemen, praktisch keinen Austausch von Bildungsplänen oder gar Lehrkräften - ein Grund für den Lehrermangel ... warum hat das der Kommentator übersehen: Deutschland muss nicht "aufwachen", sondern braucht eine neue - nicht föderale - Verfassung, und das steht sogar in unserer Verfassung selbst: Sie ist nur "vorläufig"!

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als4888 21.02.2019, 13:46
2. Die wissen nicht ...

was an unseren Schulen los ist. Sorgt erst mal für ordentliche Schulräume und für genügend Lehrer, damit nicht so viel Unterricht ausfällt. Vertretungsstunden werden übrigens als Unterricht gezählt, aber da passiert praktisch gar nichts, außer die Kinder zu verwahren und die Statistik zu schönen.

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grotefend 21.02.2019, 13:55
3. Und weiter!?

Zitat von r-bolter
Das Kernproblem ist unser Föderalismus, der gerade im Bildungsbereich bedeutet, dass unser Land aus 16 unabhängigen "Kleinstaaten" mit Provinzfürsten besteht, also 16 Schulgesetze, 16 Apothekengesetze, 16 Polizeigesetze mit z.T. nicht kompatiblen Computersystemen, praktisch keinen Austausch von Bildungsplänen oder gar Lehrkräften - ein Grund für den Lehrermangel ... warum hat das der Kommentator übersehen: Deutschland muss nicht "aufwachen", sondern braucht eine neue - nicht föderale - Verfassung, und das steht sogar in unserer Verfassung selbst: Sie ist nur "vorläufig"!
Das GG ist eine gültige und funktionierende Verfassung. Die Vorläufigkeit at sich durch die Wiedervereinigung erübrigt - daran war sie nämlich gekoppelt.
Dass der Lehrermangel am Föderalismus ist aber auch eine steile, bzw. unhaltbare These. Es gibt kein einziges Bundesland, das einen Überhang an Grundschullehrkräften gibt und den anderen Bundesländern aushelfen könnte. Den Mangel gibt es im gesamten Land - unabhängig vom Föderalismus!

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grotefend 21.02.2019, 14:00
4.

Zitat von als4888
was an unseren Schulen los ist. Sorgt erst mal für ordentliche Schulräume und für genügend Lehrer, damit nicht so viel Unterricht ausfällt. Vertretungsstunden werden übrigens als Unterricht gezählt, aber da passiert praktisch gar nichts, außer die Kinder zu verwahren und die Statistik zu schönen.
Wie sollen die denn für genügend Lehrer sorgen? Wenn keiner den Job machen möchte, muss man die Konditionen verbessern. Wenn ich mir die ein oder andere Diskussion über Lehrer in diesem Forum anschaue, stellt man fest, dass die unhaltbaren Einstellungen und Vorstellungen, die manche über Lehrer haben, nicht gerade dazu beitragen, dass sich Leute für diesen Beruf entscheiden.

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singularitaet 21.02.2019, 14:09
5. Häufung von Parteimitgliedern in Kultusbürokratie und Schulämter

Leider versagen die Länder dort am stärksten, wo sie die Kompetenz am lautesten für sich reklamieren - in der Schulbildung.
Denn tatsächlich sind die Bildungsministerien zunehmend von BWL-Controllern und Juristen "durchseucht", für die nur existiert, was sich auch in Zahlen messen lässt. Daher ist ein Zentralabitur auch eher auf Wissensabfrage statt auf Bildung und Verständnis ausgelegt.
Zudem fällt bei genauerer Betrachtung auf, wie überproportional oft Parteimitglieder - insbesondere der CDU - in hochdotierten Positionen der Kultusbürokratie und Schulämter zu finden sind. Mit einer Bestenauslese für diese Posten lässt sich eine solche Quote eher nicht begründen.
Zudem sind insbesondere Länder, die den Föderalismus im Schulwesen so laut verteidigt haben, nach innen hochgradig zentralistisch ausgelegt und gängeln die Schulen mit einem hohen Maß an Vorschriften, deren Einhaltung viel zu viele Lehrerstunden bindet, die zum Unterrichten wesentlich sinnvoller gewesen wären.

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waterwolf 21.02.2019, 14:11
6. Misstrauen ...

.... in die Professionalität der Gesetzgeber UND der umsetzenden Behörden ist mehr als gerechtfertigt!
Es steht zu befürchten, dass das zur Verfügung gestellte Geld in der Anschaffung von Notebooks versemmelt wird (bei denen dann nach 1 Jahr die Hälfte fehlen oder defekt sind), statt z.B. auf neue Formen von digital gestütztem Unterricht zu fokussieren:
- Online-LIVE-Unterricht, der Vertretung von ausfallendem Unterricht möglich macht.
- Innovativen Unterricht wie der "Flipped Classroom", bei dem Inhalte VOR dem Unterricht vermittel werden.
- Fortbildung der Lehrer nicht nur in der Bedienung, sondern in Medien-Kompetenz und neuen Methoden.
Ich sehe da nur Entscheidungsträger, die wenig Ahnung von den oben genannten Themen haben.
Was wird da wieder an Steuergeld "verballert" werden!

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Spiegelleser2018 21.02.2019, 14:22
7.

Ich kenne die Autorin nicht, aber ich vermute einmal, dass sie keine Kinder im pubertierenden Alter hat. Dieser Altersklasse fehlt nämlich eines mit Sicherheit nicht : Tablets, Smartphones und Internetzugang. Im Gegenteil. Diese Generation ist so stark von diesen Dingen geprägt, dass der halbe, offline Tag in der Schule eine notwendige Auszeit vom Digitalen bedeutet. Was wir dringend brauchen ist qualitativer Informatikunterricht, Elektrotechnik, Roboterbau usw. . Aber fürs Lesen, Schreiben und Rechnen brauchen die Kids kein Tablet.

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schoenix 21.02.2019, 14:33
8. Ich bin mir nicht so sicher was ich davon halten soll.

Ich bin ja selbst Informatiker und daher bin ich der Meinung, dass mit besserem Computer-Unterricht mehr getan ist als mit irgendwelchen Tabletts oder Digitalen Whiteboards. Erstere Veralten doch recht schnell und ich hab meine Zweifel am Sinn und letztere können für bestimmte Dinge interessant sein, machen aber auch noch keinen guten Unterricht. Halbwegs gut ausgestattete Computerräume sind sicherlich um Welten wichtiger als WLAN, damit sich die Schüler Pornhub auf ihrem Smartphone noch schneller reinziehen können. Irgendwie kommt mir das so vor als hätten irgendwelche Hippster, ohne wirkliches Konzept, Politiker, ohne wirkliche Ahnung, dazu überredet. Ich sehe schon diese Youtube-Marketing-Videos jetzt auch für deutsche Schulen. Sicher sind auch ein paar sinnvolle Dinge dabei, das will ich auch garnicht abstreiten, aber viel ist gut gemeint aber nicht gekonnt. Und dafür das Grundgesetz zu ändern und am Förderalismus zu drehen halte ich für stark fragwürdig.

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ede_wolf 21.02.2019, 14:38
9. Wie für genug Lehrer sorgen?

Mit Geld.
Zum Beispiel Geld für ein vernünftiges Arbeitsumfeld. Eins, in dem nicht der Schulträger (die Gemeinde) die Eltern zum Putzen der Toiletten auffordert, da er es selber nicht ausreichend zahlt. Für ab und zu mal renovierte Räumlichkeiten. Geld aber auch für eine Unterrichtsausstattung, mit der sich etwas erreichen lässt. Geld für Lernreisen (die gelebte Praxis dass der Lehrer seine Reiskosten selber zahlt, ist mittlerweile untersagt). Geld für zusätzliche Stellen. Denn entgegen der landläufigen Meinung gibt es durchaus auch mal einen Bewerber oder zwei. Geld für eine vernünftige Besoldung von Schulleitern (versuchen Sie mal jemanden zu finden ). Und wenn man schon dabei ist: gleichzeitig auch noch für eine Personaldecke, die es dem Schulleiter erlaubt seinen Job zu machen statt zu unterrichten. Geld für eine Besetzung der Schulsekretariate. Der Schulträger (Gemeinde) hat nämlich entweder kein Geld, oder gibt es lieber für Anderes aus.

Herrgottsakrament wir jubeln über 5,5 Milliarden Euro für die Ausbildung der nächsten Generationen. Mir stinkt diese kreuzdämliche schwarze Null derartig...

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