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Digitalpakt: Schulen sollen bis zu 25.000 Euro für Laptops und Tablets bekommen
DPA

Beim Digitalpakt Schule sollen sich Bund und Länder bei den letzten Streitpunkten geeinigt haben. Wenige Wochen vor der geplanten Unterzeichnung sind Details aus einem Entwurf bekannt geworden.

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njotha 22.11.2018, 21:13
10. stop kidding...

... heißt das wohl auf Neudeutsch - und für uns Ältere: Leute, hört auf, uns zu verarschen. Schon Grundschulen in nicht ganz kleinen Städten haben 300 bis 500 Schülerinnen, an Oberschulen sind es durchaus auch über 1000. Da sind "bis zu 25.000 ?" (also ca. 50 bis 70 Geräte) noch nicht einmal lächerlich, sondern einfach nur rausgeschmissenes Geld. Und wenn das nicht begleitet wird von effektiven Konzepten zur Weiterbildung der Lehrerinnen und zur Gerätewartung auf Software- und Hardwareebene, dann ist das schlimmer und dümmer als grober Unfug. Deutschland, der digitale Hinterwald.

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bajanibash 22.11.2018, 21:13
11. Für das Bundesland Berlin

besteht diesbezüglich kein Finanzbedarf für solch eine Maßnahme. Hier werden ja bereits Straftäter in der JVA mit Tablet oder Smartphone ausgestattet. Darum kann man wohl davon ausgehen, dass das Bildungssystem diesbezüglich schon ausgestattet ist.

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rw54993 22.11.2018, 21:36
12.

"Lehrer, Eltern, Kinder - alle warten darauf, dass es weitergeht." So ein Unsinn. Lehrer, Eltern und Kinder warten darauf, dass es an den Schulen nicht mehr durchs Dach regnet, dass die Toiletten funktionieren und halbwegs sauber sind, dass in der Schulmensa genießbares Essen auf den Tisch kommt, dass nicht ständig wegen Personalmangel der Unterricht ausfällt, dass flächendeckend Schulsozialarbeiter und Schulpsychologen zur Verfügung stehen, dass genügend Fachleute zur Umsetzung der Inklusion eingestellt werden und vieles andere mehr.

Wenn diese wirklich wesentlichen Bedingungen gegeben sind, dann kann man über Schnickschnack wie eine schnelle Internetanbindung und Endgeräte für jeden Schüler nachdenken. Von diesem Punkt sind wir aber sehr weit entfernt. Im August war bei SPIEGEL ONLINE zu lesen, den Kommunen fehlten 48 Milliarden nur für die Sanierung der Schulen, und selbst damit wäre nur ein Teil des Problems gelöst.

Bei YouTube kann man sich eine sehenswerte Dokumentation von 1959 über die Bedingungen des Lehrerberufs ansehen, Titel: "Blick auf unsere Jugend, Teil 3: Sind unsere Schulen für die Zukunft gerüstet?" Der Vergleich zu heute ist erschreckend, weil wir in vielen Belangen schlechter dastehen als kurz nach dem Krieg. Damals waren die Schulgebäude durch noch nicht reparierte Kriegsschäden nur eingeschränkt nutzbar, heute sind die Schulen durch mangelnde Instandhaltung beispiellos heruntergekommen. Über eine neugebaute Schule wird in der Dokumentation gesagt (Zitat): "Hier findet man auch das, was man eine moderne, hygienische Toilette nennt." Von den gezeigten Zuständen können die meisten Schulen heute nur träumen. Wohlgemerkt, wir reden von einem Zustand von vor 60 (!) Jahren, als meine Großeltern zur Schule gegangen sind.

Beim direkten Vergleich zu anderen westlichen Ländern kriegt man das Grausen. Aus England, Spanien, den USA und Russland (!) kenne ich konkrete Beispiele. (In Russland sind viele Schulgebäude zwar von der Substanz her alt, aber viel besser instandgehalten als hierzulande.) Ich frage mich wirklich, ob in Deutschland die Prioritäten noch stimmen ...

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dkone1 22.11.2018, 21:49
13. Ein guter Anfang

Positiv ist die Tatsache, dass der Bedarf von Schulen erkannt wurde. Allerdings ist meiner Meinung nach auch der Digitalpakt nur eine Behandlung von Symptomen. Schulen ist nur dauerhaft geholfen, wenn die Finanzierung von Ausstattung nicht mehr vom Stadtsäckel abhängt.

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godfader 22.11.2018, 22:09
14. In den wohlhabenden Vorstädten von New York und dem Silicon Valley..

geht es schon längst um die ent-digitalisierung. Dort haben die Eltern und Lehrer verstanden, dass man Mathematik nun mal besser im harten Frontalunterricht lernt als mit Fabelwesen und lustigen Zauberern am ipad. Dieser Digitalisierungswahn lässt sich im Wahlkampf als Erfolg verkaufen, ist allerdings durch wissenschaftliche Studien (PISA!) überhaupt nicht belegt. Länder, welche Null komma Null digitale Komponenten im Unterricht benutzten schlagen uns um längen, z.B. China und Südkorea. Selbst das bettelarme Vietnam ist auf unserem Niveau. Ganz ohne ipads.

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BahnCard50 22.11.2018, 22:09
15. Die Wartung fehlt !!

Computer habe die Schulen, die ich kenne. Nicht das allerneueste, aber durchaus nutzbar. Nur Ist für Hardware und Software-Support, Netzbertrieb, Betrieb der Schuleigenen Fileserver, des Jugendschutz-Filter Routers, die Planung und Überwachung alle nötigen Daten und Elektro-Installationen ein einziger Lehrer, selbstverständlich zusätzlich zum Unterricht, zuständig. Für einen Rechnerpark, den manches mittelständische Unternehmen nicht hat. Und die neuen Rechner soll der jetzt natürlich auch noch betreuen. Na klar.
Was es braucht, ist ein IT-Service vom Schulträger, der das alles benutzungsfertig hinstellt. Sonst verstaubt eine weitere Generation Geräte und die einzigen Gewinner sind die PC-Hersteller.

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hello_again 22.11.2018, 22:24
16. Witz

Es gibt Schulen, die würden sich freuen, wenn sie einen 2. (!) Kopierer bekommen. Und wenn dieser nicht nur schwarzweiß könnte, wären einige Lehrer ziemlich happy.

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thefoolonthehill 22.11.2018, 22:29
17. Es ist zum heulen

Für kein Fach, das heute an Schulen unterrichtet wird, braucht es bessere Tablets oder Computer. Computer haben Schulen schon seit Jahrzehnten, aber keine Lehrer, die den Umgang damit unterrichten können – und schon gar keinen Lehrplan, der die Herausforderungen, die mit diesen Techniken auf die aktuelle Generation zukommen, abdeckt.

Die Kinder kommen immer früher in Berührung mit digitalen Geräten – wissen aber nicht, wie diese funktionieren. Daher vertrauen sie auf die großen Digitalunternehmen, die mit den von ihnen entwickelten grafischen Oberflächen die Nutzung „erklären“, und damit inzwischen eine Monopol haben, was die Erziehung im Umgang mit digitalen Medien angeht – ein Monopol, dass sie schon längst für sich nutzen.

Es gibt keine „digital natives“, die aktuelle Generation hat weniger Ahnung von Technik als je eine davor. Die „digital natives“ haben sich nur daran gewöhnt, sich von den Digitalunternehmen in Form App-Oberflächen sagen zu lassen, was sie tun können und wie sie es tun können. Sie haben sich daran gewöhnt, nicht mehr zu hinterfragen, woher Informationen kommen, sondern daran zu glauben, wenn es auf einem Bildschirm angezeigt wird. Und Google ist das Internet.

Die Kinder müssen lernen, dass die Aussage „Deutschland hat 80 Millionen einwohner“ von Alexa keinen Wert hat, wenn sie nicht auch dazu sagt, woher sie diese Information hat. Sie müssen lernen, wer die Plattformen, die sie nutzen, betreibt, und wie sie mit Sortier- und Filteralgorithmen vermeitlich neutrale Ergebnisse beeinflussen können, und in wessen Interesse. Und das dritte, die verstehen, wie die Algorithmen funktionieren, das ausnutzen können.

Wir brauchen Medienkompetenz-Untericht. Den kann man dann meinetwegen mit neuen Computern und Tablets machen. Das ist aber noch nicht einmal notwendig.

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hello_again 22.11.2018, 22:42
18. Lehrer

Und ich kenne Lehrer, die mich fragen, wie man eine Bild einer beliebigen Webseite auf ein Worddokument kopiert. Immerhin kennen sie jetzt word und wozu es gut ist.Irgendwann zeige ich, dass die Schriftart geändert werden kann.

Wenn ich da mit Short-cuts oder Bildrechten anfangen würde, wäre gleich ganz zu.

Und, die haben noch 15 Jahre vor sich. Grüne, FDP und vor allem die Linke haben recht. Die Personalsituation ist seit Jahren bescheiden. Neue Technik hilft da nicht und frustriert eher noch mehr..

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kaltmamsell 22.11.2018, 22:47
19. Jahre nach der Losung "Schulen ans Netz"

kommt jetzt noch der Equipment-Plunder. Dabei gibt es ganz andere Prioritäten: back to Basics. Dabei wird man sich zurück besinnen auf frugal Math, ergänzt durch klassische Logeleien mit Gesellschaftsspiel-Steinen und Streichhölzern - sobald sie als App verfügbar sein werden. Wait and see...

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