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Digitalpakt: Schulen sollen bis zu 25.000 Euro für Laptops und Tablets bekommen
DPA

Beim Digitalpakt Schule sollen sich Bund und Länder bei den letzten Streitpunkten geeinigt haben. Wenige Wochen vor der geplanten Unterzeichnung sind Details aus einem Entwurf bekannt geworden.

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frauvonm 23.11.2018, 20:24
70. Nicht das, was Schulen brauchen

25.000 Euro pro Schule sind leider nicht einmal im Ansatz genug. Damit lassen sich nicht einmal zwei weitere Computerräume ausstatten, die räumlich gar nicht zur Verfügung stehen.
Besser angelegt wäre das Geld auch im Lehrerzimmer. Als Lehrer ist man nämlich immer noch gezwungen, seine eigenen technischen Geräte zu kaufen, um zeitgemäß Unterricht vorzubereiten. Das wäre in einer normalen Firma der freien Wirtschaft und selbst in einer Behörde völlig undenkbar. Es sollten also erst einmal die Lehrer angemessen ausgestattet werden. Ein Arbeitsplatz mit Computer, Schreibtisch und ein Bürostuhl pro Lehrer sollte Standard sein. Stattdessen arbeitet man als Lehrer auf einem alten Holzstuhl, an einem 50x50cm Tisch, der vollgepackt ist mit Unterlagen, weil man kein Fach mehr abbekommen hat. Unmöglich! Und da verlangen alle, man solle die Ganztagsschule ausbauen... Leider brauchen Lehrer den freien Nachmittag zum Arbeiten am heimischen Schreibtisch, weil im Lehrerzimmer schlicht kein Platz ist.

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seikor 23.11.2018, 22:07
71. wow...

zwei Klassensätze Ipads.... unsere Schule hatte nicht mal die Wahl des Herstellers!
Wieso fangen wir aber nicht mal an der Wurzel an und installieren an jeder Schule eine vernünftige Internetleitung?
An unserem bayrischen Gymnasium leider Mangelware, wir werden hier für dumm verkauft. Kein größere Firma würde so abgespeist werden!

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grotefend 24.11.2018, 08:31
72. Interessant

...wenn man sich die Diskussion hier im Forum anschaut. Die einen beschweren sich lauthals, dass das Geld nicht ausreiche die anderen wiederum regen sich über die vermeintliche Geldverschwendung auf. Das ist wahrlich der Beleg: die Politik kann tun und lassen, was sie will. Es wird sich immer beschwert. Und im Internet dazu noch weit unter der Gürtellinie. Das ist nicht gerade ein Ausweis für eine Gesellschaft, die von sich behauptet, in einem aufgeklärten Land sozialisiert worden zu sein.

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grotefend 24.11.2018, 08:38
73.

Zitat von hello_again
Und ich kenne Lehrer, die mich fragen, wie man eine Bild einer beliebigen Webseite auf ein Worddokument kopiert. Immerhin kennen sie jetzt word und wozu es gut ist.Irgendwann zeige ich, dass die Schriftart geändert werden kann. Wenn ich da mit Short-cuts oder Bildrechten anfangen würde, wäre gleich ganz zu. Und, die haben noch 15 Jahre vor sich. Grüne, FDP und vor allem die Linke haben recht. Die Personalsituation ist seit Jahren bescheiden. Neue Technik hilft da nicht und frustriert eher noch mehr..
Und ich kenne Leute, die behaupten zu wissen, wie es an Schulen zugeht und dennoch keine Ahnung haben. Sie dürften auch in diese Kategorie fallen. Der von Ihnen geschilderte Fall entspricht nicht der Wirklichkeit. Auch wenn Sie es für Ihre „Lehrer sind zu blöd um ein Bild zu kopieren“-Argumentation gerne so hätten.

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prjctdth 24.11.2018, 09:42
74. Woher kommt diese Zahl?

Hat man hier ermittelt, wieviel die Hardware tatsächlich kostet, abhängig von Schülerzahlen? Wohl nicht! Oder ist dies die Summe, die man ausgeben kann? Staatseinnahmen sprudeln doch angeblich! Oder ist es die Summe, die man ausgeben will? Quasi als Maß dessen, für wie wichtig man das Thema hält? Wir wissen ja alle: Das Internet ist Neuland!

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michael.kohrs 24.11.2018, 10:26
75. Falscher Ansatz

Es ist wenig sinnvoll, das Geld für Tablets oder Notbooks auszugeben, auch eine Einmal-Finanzspritze bringt nichts. Viele Schülerinnen und Schüler verfügen über leistungsstarke Handies, die sich auch einsetzen lassen, oder sogar über eigene Tablets. Massen von Notebooks und Tablets müssen dann auch von Lehrenden gewartet, geladen und aktualisiert werden. Besser wäre es, wenn
- die Schulen mit einer leistungsfähigen Wifi Umgebung ausgestattet würden,
- die Schulen durchgängig mit elektronischen Tafeln ausgestattet würden,
- über Leasing Verträge funktionsfähige PC-Räume mit der nötigen Anzahl von Rechnern und einer entsprechenden aktuellen Software angeschafft würden,
- die Einrichtung von Lernplattformen gefördert würde.
Gerade Tablets mit Android werden von den Herstellern oft nur kurz mit Software Aktualisierungen versorgt. Tablets eignen sich auch eher für ältere SuS. Sinnvoll wäre es, wenn die Länder ein Konzept mit Anforderungen für ein „Edu-Tablet“ entwickeln würden und dann mit Tablet Herstellern einen Rahmenvertrag über die Produktion von Tablets zu angemessenen Preisen abschließen würden. Diese Tablets müssten nicht alle technischen Möglichkeiten bieten, könnten aber dafür zu Preisen zwischen 150 und 200 Euro angeboten werden und dann von den SuS als Eigentum erworben werden, wobei man Zuschüsse für bedürftige SuS einplanen sollte. Tablets können zwar hin und wieder auch punktuell im Unterricht eingesetzt werden (aber für viele Szenarien reicht auch der PC-Raum oder die kontrollierte Nutzung des eigenen Handys), nachhaltig ist dagegen der Erwerb und die Nutzung eines eigenen Gerätes in der Schule und zuhause. Dabei sollte ein pädagogisches Konzept und eine Software-Empfehlung das Ganze flankieren.
Einfach Tablets oder Notebooks ohne Konzept in die Schulen zu pumpen ist Geldverschwendung. Allein die Idee zeigt davon, dass man sich wenig Gedanken über die Schulrealität macht.

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alterknacker54 24.11.2018, 11:10
76. Dabei verstehe ich verschiedene Sachen so gar nicht

Warum muss das GG geändert werden, damit die Schulen vom Bund alimentiert werden dürfen? Dahinter steckt doch offensichtlich, dass Bundesmittel, die den Ländern in der Vergangenheit zweckgebunden zur Verfügung gestellt wurden, von den Ländern falsch und sachfremd verwendet worden sind - das kann ja wohl nicht wahr sein! In was für einer Klein-Klein-Bananenrepublik leben wir eigentlich? Wieso sind die Länder nicht in der Lage, die ihnen zur Verfügung gestellten Mittel gem. den Vorgaben einzusetzen? Wieso ist der Bund nicht in der Lage, Länder, die die Mittel "verbummfiedelt" haben, zu reglementeiren - und wenn das auch nur bedeutet, dass sie bei der nächsten warmen Dusche im Trocknen und Kalten bleiben? Es ist wirklich unglaublich!
Die durchschnittlich 25k Euronen/pro Schule sind - wie gesagt - m.E. ein Durchschnittswert. Trotzdem sehe ich die Gefahr, dass in vielen Fällen ohne Sinn und Verstand irgendwelcher Elektroschrott angeschafft wird, um der Ausgabepflicht nachtzukommen. Schon deswegen wäre eine Vergabe der Mittel durch die Länder, die einfach näher dran sind, m.E. der bessere Weg - ob sich das allerdings tatsächlich positiv auswirken würde, wage ich bei den ganzen beteiligten "Neuland-Kretins" zu bezweifeln. Mit anderen Worten: So wird das nix!

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ryce7 24.11.2018, 15:57
77. Fortbildung und Infrastruktur statt Hardware

Schulen, gerade in Bayern, sind medial schon gut ausgestattet, mehr Geräte sind meist nicht nötig. Hier sollten wir, was die Ausstattung im Bereich digitale Schule angeht, auf fortschrittlichere Länder schauen, die gehen schon länger wieder weg von schuleigenen Geräte zu BYOD (bring your own device-schülereigene Geräte), was Wartung, Aktualität der Geräte und Nachhaltigkeit enorm steigert und die Kosten drückt, da Schüler auf ihre eigenen Geräte nun mal besser aufpassen als auf ein fremdes. Nachdem über 95 % aller Fünftklässler (JIM-Studie, https://www.iphone-ticker.de/jugend-studie-mehrheit-hat-mit-10-jahren-eigenes-smartphone-111889/) bereits ein eigenes Smartphone besitzen, ist auch der soziale Aspekt kein großes Thema mehr. Was fehlt sind Fortbildungsangebote für Lehrer, damit umzugehen und dies auch an die Schüler weiterzugeben, da diese in keinster Weise digital natives sind, die kratzen lediglich an der äußersten Schicht...Zudem müssen Schulen schnellstmöglich mit Glasfasernetzen verbunden werden, um auch eine gemeinsame Nutzung zu gewährleisten.

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hello_again 25.11.2018, 08:08
78. @grotefend #73

Sie sollten aufhören aus Einzelbeispielen auf die Allgemeinheit zu schließen.
Wenn ich schreibe, dass ich Lehrer kenne, dann können Sie nicht schreiben, dass es nicht so ist. Was ist das denn für ne Argumentation??

Vielleicht hätte ich dazuschreiben sollen, dass ich vor 20 Jahren Lehrer hatte, die über MSN angechattet werden konnten.
Dass es Lehrer gibt, die genau 0 Ahnung von PCs haben, selbst erst erlebt. Die Lehrerin war begeistert, als ich ihr zeigte, wie ein Bild von einer Webseite in Word kopiert wird..

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grotefend 25.11.2018, 10:04
79. Mit Verlaub!

Zitat von hello_again
Sie sollten aufhören aus Einzelbeispielen auf die Allgemeinheit zu schließen. Wenn ich schreibe, dass ich Lehrer kenne, dann können Sie nicht schreiben, dass es nicht so ist. Was ist das denn für ne Argumentation?? Vielleicht hätte ich dazuschreiben sollen, dass ich vor 20 Jahren Lehrer hatte, die über MSN angechattet werden konnten. Dass es Lehrer gibt, die genau 0 Ahnung von PCs haben, selbst erst erlebt. Die Lehrerin war begeistert, als ich ihr zeigte, wie ein Bild von einer Webseite in Word kopiert wird..
Lesen Sie den Anfang des zitierten Beitrags noch einmal und vergleichen ihn mit Ihrem letzten. Sie werden feststellen, dass Sie es sind, der genau das tut, was Sie kritisieren. Oder kann ich davon ausgehen, dass Sie nicht von den Einzelfall auf die Allgemeinheit schließen? Dann ist der von Ihnen vorgetragene Fall ein Einzelfall und die Mehrzahl der Lehrer ist gut aufgestellt, was EDV-Kenntnisse angeht. Dann ist Ihre ursprüngliche Einlassung über die von Ihnen erwähnte Lehrerin allerdings mehr als obsolet.

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