Forum: Leben und Lernen
Doktorarbeit von Annette Schavan: Triumph der Plagiatsjäger
dapd

Pedanten und Denunzianten, dieses Image klebt an den anonymen Plagiatsjägern. Doch der Fall von Bildungsministerin Schavan zeigt: Die Aktivisten sind besser als ihr Ruf.

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economic-fool 15.10.2012, 14:31
10. Vor dreißig Jahren war das World Wide Web noch unpopulär ...

Zitat von sysop
Pedanten und Denunzianten, dieses Image klebt an den anonymen Plagiatsjägern. Doch der Fall von Bildungsministerin Schavan zeigt: Die Aktivisten sind besser als ihr Ruf.
... von daher sollten sich Plagiatsjäger fragen, wie's mit der "Waffengleichheit" zwischen Jägern und Gejagten aussieht. Dieser Satz bedeutet nicht, dass ich Frau Schavan [den Doktortitel wegzulassen, ist z. Zt. ja nur Ausdruck von Unsicherheit, keine Unhöflichkeit ;-)] in Schutz nehmen will: ich halte sie für ein politisches Leichtgewicht unter unserer "Mutti", und sie hat sich ohnehin zur "lame duck" gemacht.
Aber der "Triumph der Plagiatsjäger" ist mit der "Mühe" "erarbeitet", mit der eine heutige Kampfgruppe der US-Marine, also ein einziger Flugzeugträger seinen 50 (90?) lenkwaffenbestückten Überschallflugzeugen nebst Begleit-U-Boot(en) und Zerstörer(n) die Japaner vom Angriff auf Pearl Harbour abhalten könnte.

Oder, um in Schulanalogien zu bleiben: Der "Triumph" ist so triumphal, als ob Abiturienten dafür abgefeiert werden, dass sie Fünft- oder Erstklässlern überlegen sind. Über diese "Überlegenheit" freuen sich in der Regel aber nur diejenigen, die ihr Abitur mit Ach und Krach geschafft haben ...

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vogelskipper 15.10.2012, 14:34
11. 5 gerade sein lassen....

Frau Schavan wurde von Mutti ja nicht als Hochschulprofessorin verpflichtet, weshalb es in ihrer Ausübung als Bildungsministerin doch egal ist, ob der Titel sauber oder unsauber erworben wurde.
Seid mal nicht so kleinlich;-)

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seoul 15.10.2012, 14:34
12. Für Fleischhauer...

Zitat von juni0r
Wer hält die Plagiatsjäger für Pedanten und Denunzianten? Außer dem Möchtegern-Journalisten Fleischhauer, dem SPON regelmäßig ein Forum für seine billigen Polemiken bietet, ist mir bislang noch niemand begegnet, der das behaupten hätte. Was hat die Entlarvung von Betrügern und Hochstaplern, die sich in politische Ämter lügen, mit Denunziation zu tun? Das sind Leute, die ihre Zeit dafür hergeben, einer Pflicht nachzukommen, die die Universitäten grob vernachlässigt haben.
ist es wichtig, welcher Partei die Plagiatoren zugehörig sind. Wären es solche der LINKEn und der SPD käme er zu überraschend anderen Schlußfolgerungen.
solche Kommentatoren sind eher zu vernachlässigen, sie gehören zum Boullevard oder in die Tonne.

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Vergil 15.10.2012, 14:34
13.

Zitat von sysop
Der Vergleich beider Analysen und die Differenziertheit der Diskussion - auch im Netz - lassen sich als Triumph der größtenteils anonymen Plagiatsjäger interpretieren, die ja immer wieder kritisiert werden als Pedanten und Denunzianten. Es zeigt sich, dass sie das zum großen Teil nicht sind, auch wenn ihre Hartnäckigkeit vielen Hochschulen auf die Nerven geht. Ihre Recherchen aber können sich oft durchaus mit universitären Gutachten messen lassen.
Verstehe ich nicht so recht. Was hat der Vorwurf, sie seien Pedanten und Denunzianten, damit zu tun, dass ihre Recherchen sich mit universitären Gutachten messen lassen könnten? Pedanten und Denunzianten bleiben sie, vor allem letzteres.

Stichwort Denunziantentum: Man muss sich mal "Vroniplag" anschauen. Da kann man anonym Arbeiten melden, die man für verdächtig hält. Man nennt sowas auch "anschwärzen". In anderen Zusammenhängen würde man das anstößig finden. Ich melde der Polizei, dass mein Nachbar Raubkopien in seinem Regal stehen hat? Ein Denunziant. Ich melde die Dissertation meines Nachbarn bei Vroniplag? Auch ein Denunziant, meine ich. Und da Vroniplag diese Arbeiten dann prüft und die geprüften Arbeiten mit vollem Namen ins Netz stellt, befördern sie nicht nur dieses Denunziantentum, sie denunzieren damit in meinen Augen auch selbst.

Man stelle sich vor, dass sich zwei Wissenschaftler auf eine Stelle bewerben, und der eine schwärzt den anderen bei Vroniplag an, um sich einen Vorteil zu verschaffen. Vorstellbar? Natürlich. Ist das in Ordnung? Nein! Was wäre denn, wenn die Dissertation des anschwärzenden Kollegen noch in viel stärkerem Maße geklaute Passagen enthält? Oder was wäre, wenn seine Dissertation zwar "sauber" ist, dafür aber inhaltlich höchst schwach, während der andere eine herausragende Dissertation geschrieben hat, die aber im darstellenden Bereich mehrere Passagen enthält, in denen zwar nicht abgeschrieben, aber wissenschaftlich unsauber zitiert wurde?

Stichwort Pedanterie: Dazu muss man sich mal anschauen, was alles bei Vroniplag als "Plagiat" vermerkt wird. Guttenberg war eine andere Liga, der hatte seitenweise einfach irgendwo abgeschrieben, bei Wikipedia, bei Zeitschriften. Aber Vroniplag kreidet auch an, wenn man drei Sätze in der Dissertation stehen hat und nur hinter dem zweiten steht die korrekte Quelle. Vroniplag sieht dann in der korrekt angegeben Quelle nach und stellt fest, dass man auch die Inhalte von Satz 1 und 3 - teilweise - in jener Quelle findet. Huch: ein Plagiat! Dass solch ein Plagiat mit denen von Herrn Guttenberg nun wirklich qualitativ nichts mehr zu tun hat, steht auf einem anderen Blatt. Gleichwohl taucht der oder die Verfasser/in dann mit dem Stempel "Plagiator" (= Betrüger) bei VroniPlag auf, obwohl - das muss man nochmal betonen - die Quelle korrekt und vollständig angegeben wird. Richtigerweise hätte wohl nach Vroniplag hinter jedem der drei Sätze eine Fußnote mit besagter Quelle stehen müssen. Ich nenne das Pedanterie. Ich vermag in einem solchen Verhalten insbesondere keinen Schaden für die Wissenschaft zu erkennen.

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habakuck58 15.10.2012, 14:34
14. Ohne Aufregung

über dieses Thema zu berichten ist, nach Guttenberg, nicht einfach.
Es ist Ihnen in diesem Fall gelungen.
Man kann über ständig neue Berichte vermeintlicher Plaggiate denken was man will, sie sind erforderlich und wichtig!
In einem Land das offensichtlich mehr auf Titel und schneidiges Aussehen gibt, als auf Wahrhaftigkeit und Kompetenz, ist es wichtig Gegenteiliges in die Diskussion zu zwingen.
Im Sinne von Glaubwürdigkeit und "Erdung" der Betroffenen.

Das Frau Schavan "sich das nicht bieten lässt", zeigt deutlich ihre Abgehobenheit und Realitätsferne.
Ermittlungen wegen des vermutlichen Diebstalls geistigen Eigentumes als Unverschämtheit abzutun, ist sie als solches schon selbst.
Eine Unverschämtheit.
Die Sorgfalt und Unaufgeregtheit mit der die Plaggiatsjäger jetzt offensichtlich vorgehen nutzt allen und schafft das sichere Gefühl:
Es wird aufgepasst.
Das macht zukünftiges "klauen" bei Dissertationen schwerer und einen Doktortitel zu dem was er sein sollte:
Eine echte Auszeichnung für herrvoragend geleistete Arbeit.
Gut zu wissen.

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Trondesson 15.10.2012, 14:35
15.

Zitat von juni0r
Wer hält die Plagiatsjäger für Pedanten und Denunzianten? Außer dem Möchtegern-Journalisten Fleischhauer, dem SPON regelmäßig ein Forum für seine billigen Polemiken bietet, ist mir bislang noch niemand begegnet, der das behaupten hätte. Was hat die Entlarvung von Betrügern und Hochstaplern, die sich in politische Ämter lügen, mit Denunziation zu tun? Das sind Leute, die ihre Zeit dafür hergeben, einer Pflicht nachzukommen, die die Universitäten grob vernachlässigt haben.
Dann zählen Sie mich bitte auch zu denen, die diese "Plagiatsjäger" für Denunzianten halten. Ich hätte übrigens auch noch ein paar weniger schmeichelhafte Bezeichnungen auf Lager, denn was diese Typen da abziehen, ist äußerst destruktiv und nützt niemandem.
Und Sie können Gift darauf nehmen, daß die das nicht aus Gerechtigkeitssinn tun; da steckt etwas anderes dahinter.
Und übrigens, von welcher "Pflicht" sprechen Sie? Zur Erinnerung: Es gab schon mal eine Zeit, in der Bürger es für ihre Pflicht hielten, andere anzuschwärzen...

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scooby11568 15.10.2012, 14:36
16. @ fleon

Tut mir leid, es geht nur um die Sache. Wenn sich jemand etwas zu schulden kommen lässt, muss er bestraft werden. Solange keine illegalen Mittel zur Beweissicherung genutzt wurden ist es mir egal, woher die Anzeige kommt.
Und ja, die Welt ist ohne Herrn Guttenberg besser geworden und würde das auch ohne Frau Schavan, falls das alles so stimmt. Solche Leute sollten Vorbilder sein. Wieso soll der Bürger sich an bestehende Gesetze und Regelungen halten, wenn die das nicht nötig haben?

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seoul 15.10.2012, 14:36
17. Einspruch...

Zitat von perspective
Teddy hat's vermutlich am besten gesagt: "It is not the critic who counts; Not the man who points out how the strong man stumbles, or where the doer of deeds could have done them better. The credit belongs to the man who is actually in the arena, whose face is marred by dust and .....
Euer Ehren. Gerade Menschen, die sich scheinbar immer korrekt durch Leben geschmugelt haben, die deshalb in der Kirche in der ersten Reihe gesessen haben, die erhaben daherwandelten und sich über andere abfällig äußerten, gerade die müssen sich auch zum bitteren ende ihrer gesichtslosen Karrieren vorhalten lassen: Es ist alles nur geklaut!!wie die Prinzen singen....

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ObackoBarama 15.10.2012, 14:37
18.

Zitat von sysop
Pedanten und Denunzianten, dieses Image klebt an den anonymen Plagiatsjägern.
Aber natürlich sind sie das, Pedanten und Denuzianten. Welcher normaler Mensch setzt sich freiwillig am Tisch, Tag und Nacht, rund um die Uhr, Monate lang und durchsucht aufmerksam und penibel eine langweilige Arbeit, mit meherehn Hundert Seiten, Wort für Wort?
So einer muss wohl sehr viel Freizeit haben und gar keine Freunde.

Wer der Bildungsminister in der Regierung ist, ist für die meisten Bundesbürger eh so wichtig, wie die Frage, wer der Bundestrainer der deutschen Nationalmannschaft in Dart ist.

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Mach999 15.10.2012, 14:37
19.

Zitat von fleon
... schlechter Stil. Wer klagt, der muß dies in seinem Namen tun, denn auch seine Beweggründe spielen eine nicht zu vernachlässigende Rolle.
Nein, genau darum geht es in der Wissenschaft nicht. Entweder hat jemand plagiiert oder er hat es nicht getan. Es ist vollkommen unerheblich, wer dies aus welchen Motiven heraus tut. Plagiat bleibt Plagiat.

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