Forum: Leben und Lernen
Doku über überforderte Eltern: Anna schlägt, kratzt und beißt ihre Mutter
Zorro Film/ if ...Productions

Es gibt Familien, die erleben einen Alptraum miteinander - wenn das Kind sich blutig kratzt, nicht isst. Die Kino-Dokumentation "Elternschule" zeigt einen Ort, wo den Familien geholfen werden kann - wenn Mütter und Väter mitziehen.

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Meinungsäußerung05 04.10.2018, 10:42
20. Zeichen der Vernachlässigung

So wie diese Kinder beschrieben werden, zeugt deren Verhalten eher von Vernachlässigung durch die Eltern. Solche Auffälligkeiten entstehen größtenteils durch ein instabiles Elternhaus. Das hat mit Helikoptereltern nichts zu tun.
Abgesehen davon, ist diese Diskussion über Helikoptereltern kaum noch zu ertragen. Zuerst wurde der amerikanische Begriff mitsamt dem Phänomen nach Deutschland medial eingespeist; dann hat man absurde elterliche Verhaltensausnahmen als Beleg für die Theorie der breiten Existenz der Helikoptereltern herangezogen und seitdem wird das Thema bei fehlendem medialen Input breit getreten. Wer sind die größten Aufreger? Kinderlose, die ohnehin ein Problem mit den nach außen getragenen Lebenszeichen von Kindern haben; Frustrierte und Gehässige. Ergo, Leute, die keine Kompetenz im Bereich Kinder und Leben mit Kindern aufweisen. Aber auch so lässt sich eine Gesellschaft spalten und aufheizen.

Das echte Problem sind die vielen armen Kinderseelen, die in sozial katastrophalen Verhältnissen leben und sich an kaputte Erwachsene als ihre „Bezugspersonen“ wenden müssen. Das muss wehtun; da müssen die Medien aufklären!
Mittel- und Bildungsschichtbashing dient längerfristig sicherlich nicht der gesunden Gesellschaft. Mal darüber nachdenken!

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Zita 04.10.2018, 10:43
21. Danke schön!

Zitat von Mr.Arbogast
Mir wird bei diesem Thema viel zu wenig differenziert.
Vielen Dank für diesen Beitrag, den ich komplett unterschreiben möchte. Ja, es ist vielschichtiger und komplexer als die üblichen "früher war alles besser"/ "antiautoritär ist schuld"-Postings, die man sonst unter solchen Artikeln findet.

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three-horses 04.10.2018, 11:05
22. In der Stadt haben es die Kinder schon schwer.

Zitat von polza_mancini
Meiner - durchaus begrenzten - Erfahrung im Bekanntenkreis nach spiegeln derlei "verhaltensoriginelle" Kinder nahezu ausnahmslos Defizite der Eltern wider, sorry. Medizinische Dispositionen ausdrücklich außen vor, sind die Schwierigkeiten grundsätzlich immer auf die selben Probleme zurückzuführen: Meist wird schlicht der Zeitpunkt verpasst, einen verbindlichen Satz.....
Hierr ist ein Kindergarten vor-/nach-mittag eine gute Therapie. Oder auch ein Spielpaltz wo man nicht alleine ist. In der Stadt haben es die Kinder schon schwer. Ein echt bloedes Vergleich, die Hunde auch. Werden aggressiv und beissen.

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hamish1966 04.10.2018, 11:14
23. Empathie trainieren!

Studien belegen, dass das Empathieniveau in der westlichen Welt seit Jahren sinkt. Auch der Entfremdung durch soziale Medien geschuldet, sind immer weniger Menschen in der Lage Bedürfnisse anderer zu erkennen, Mimik und Signale zu deuten. Die Introspektive (Nabelschau) zur Norm geworden, die Outrospektive (das Hineinversetzen n den anderen) fehlt oft völlig. Der Begriff Selbstverantwortung wird synonym mit rücksichtslosen Durchsetzen verwendet.

Wenn morgendliche Pendler sich mit Kopfhörern gegen ihre Umwelt abschirmen, dies aber mit lautstarkem Nasehochziehen und anderen Körpergeräuschen traktieren, wird man Kinder schwerlich klarmachen, dass man als soziales Tier sein Verhalten anpassen muss. Und zwar nicht erst, wenn jemand ein Video des Vorfalls bei Twitter einstellt.

Extrem befremdlich erlebe ich das Verhalten sehr vieler Eltern und Kinder in der Natur. Desinteressierte Eltern in Wäldern und Wildparks, die scheinbar froh sind, dass ihr lautstark schreiender Nachwuchs 500 Meter entfernt von ihnen so richtig die Sau rauslässt. Kein Gedanke daran, dass sie sich im Lebensraum und dem Zuhause von Wildtieren und Pflanzen befinden. Wichtig sind lediglich noch mehr Spielplätze im Wald und Pommesbuden in Tierparks. Der von uns gestern gesehene, von dem Dauergeschrei zu Tode erschreckte Luchs hoch auf einem Baum in einem Wildpark in der Nähe von Hannover, wird davon ein Lied singen können. Warum geht hier Profit durch Familienentertainment vor Tierwohl?

Empathie muss trainiert werden. Wenn Eltern auf Grund eigenen Empathiemangels diese Fähigkeit nicht weitergeben können, gibt es Programme wie 'Roots of Empathy' www.api-stiftung.de/projekte/projekt-1/ für Kindergärten und Schulen. Und zwar bevor irgendjemand mal der Kragen platzt und Kinder sich der Erziehung eines ihnen unbekannten Dritten gegenübersehen.

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polza_mancini 04.10.2018, 11:21
24.

Zitat von three-horses
Hierr ist ein Kindergarten vor-/nach-mittag eine gute Therapie. Oder auch ein Spielpaltz wo man nicht alleine ist. In der Stadt haben es die Kinder schon schwer. Ein echt bloedes Vergleich, die Hunde auch. Werden aggressiv und beissen.
Das ist nicht unbedingt eine Frage von Stadt oder ländlich: Sie haben aber recht (wenn ich es richtig verstehe), dass sich die Kinder gegenseitig am besten sozialisieren - natürlich ebenfalls unter einem Mindestsatz an Regeln. Ich halte daher auch eine (zumindest) halbtägige KindergartenPFLICHT ab 3 Jahren für unentbehrlich, auch was die Integration von Fremdsprachlern und Kindern aus prekären Verhältnissen angeht. Da fühlen sich aber seltsamerweise viele Eltern auf den Schlips getreten, weil sie darin eine Abwertung der Erziehung zuhause sehen - Unsinn.
Der KiGa ersetzt nicht die vorrangige Verpflichtung der Eltern, sich mit ihren Kindern auseinandersetzen zu müssen - und da macht es der "Mix", wie schon einige hier zurecht schrieben...

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Eulenkind 04.10.2018, 11:33
25. schlechter Trailer - mal sehen wie der Film ist

Ich kann in meiner Familie ganz gut sehen, was gemeinläufig unter "Erziehung" verstanden wird.
Mein Vater: Dessen Mutter sich ganz liebevoll gekümmert hat (NIE geschimpft!!!) und immer für ihn da war. Er hat bis zur Pubertät im Bett seiner Eltern geschlafen hat ist ein glücklicher Mann ohne Selbstwertprobleme.

Meine Mutter: Dessen Mutter erzogen hat, natürlich im eigenen Bett geschlafen hat, leidet bis heute, ist ein psychisches Wrack usw.
Wir Kinder waren gut erzogen und sehr gut in der Schule, immer nett. Hat uns außer beruflichen Erfolg nichts gebracht. Wir sind psychische Krüppel, da meine Mutter die "Erziehung" bei uns zu Hause übernommen hat. Aktuell sind ich und eine Schwester in psychischer Behandlung.

Mein erstes Kind habe ich noch erzogen. Habe massive Probleme mit ihr. Die anderen Kinder sind zum Glück davon verschont worden.
Habe mir den Trailer des Films angesehen und bin schockiert. Ich habe dort keine einzige empathische Person gesehen, auch nicht beim Personal und der Psycho-Typ schon gar nicht. Aber ich werde den Film schauen. ich hoffe nur, dass ich dann nicht wieder nervlich zusammenbreche wie bei der Super Nanny damals. Wer sich wirklich was gutes ansehen will, sollte die französische und englische SuperNanny schauen! Der Film Brüllfalle war auch sehr gut, ist aber sehr themenspezifisch. Alice Miller ist super (Drama des begabten Kindes, Am Anfang war Erziehung, Du sollst nicht merken)...

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three-horses 04.10.2018, 11:42
26. Zum Wohle des Staates.

Zitat von hamish1966
Studien belegen, dass das Empathieniveau in der westlichen Welt seit Jahren sinkt. Auch der Entfremdung durch soziale Medien geschuldet, sind immer weniger Menschen in der Lage Bedürfnisse anderer zu erkennen, Mimik und Signale zu deuten. Die Introspektive (Nabelschau) zur Norm geworden, die Outrospektive (das Hineinversetzen n den anderen) fehlt oft völlig. Der Begriff Selbstverantwortung wird synonym mit rücksichtslosen Durchsetzen verwendet. Wenn morgendliche Pendler sich mit Kopfhörern gegen ihre Umwelt abschirmen, dies aber mit lautstarkem Nasehochziehen und anderen Körpergeräuschen traktieren, wird man Kinder schwerlich klarmachen, dass man als soziales Tier sein Verhalten anpassen muss. Und zwar nicht erst, wenn jemand ein Video des Vorfalls bei Twitter einstellt. Extrem befremdlich erlebe ich das Verhalten sehr vieler Eltern und Kinder in der Natur. Desinteressierte Eltern in Wäldern und Wildparks, die scheinbar froh sind, dass ihr lautstark schreiender Nachwuchs 500 Meter entfernt von ihnen so richtig die Sau rauslässt. Kein Gedanke daran, dass sie sich im Lebensraum und dem Zuhause von Wildtieren und Pflanzen befinden. Wichtig sind lediglich noch mehr Spielplätze im Wald und Pommesbuden in Tierparks. Der von uns gestern gesehene, von dem Dauergeschrei zu Tode erschreckte Luchs hoch auf einem Baum in einem Wildpark in der Nähe von Hannover, wird davon ein Lied singen können. Warum geht hier Profit durch Familienentertainment vor Tierwohl? Empathie muss trainiert werden. Wenn Eltern auf Grund eigenen Empathiemangels diese Fähigkeit nicht weitergeben können, gibt es Programme wie 'Roots of Empathy' www.api-stiftung.de/projekte/projekt-1/ für Kindergärten und Schulen. Und zwar bevor irgendjemand mal der Kragen platzt und Kinder sich der Erziehung eines ihnen unbekannten Dritten gegenübersehen.
Ja da sind wir wieder bei Hambacher Wald. Darueber haette sich der Luchs sicher gefreut. Und die Kinder ertragen oder sich tiefer in das Wald zurueckgezogen. Etwas Natur ist fuer die die Tiere zu wenig. Fuer die Kinder auch. Und Kinder brauchen Kinder und viell Auslauf.
Man soll dafuer sorgen dass der Futternapf immer voll ist, etwas steuern, Moral, Vernunft. In kleinen Dosen. Und immer fuer die Kinder da sein. Muetter an die Arbeit. Zum Wohle des Staates.

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three-horses 04.10.2018, 12:22
27. Teilen schadet nicht.

Zitat von Meinungsäußerung05
So wie diese Kinder beschrieben werden, zeugt deren Verhalten eher von Vernachlässigung durch die Eltern. Solche Auffälligkeiten entstehen größtenteils durch ein instabiles Elternhaus. Das hat mit Helikoptereltern nichts zu tun. Abgesehen davon, ist diese Diskussion über Helikoptereltern kaum noch zu ertragen. Zuerst wurde der amerikanische Begriff mitsamt dem Phänomen nach Deutschland medial eingespeist; dann hat man absurde elterliche.....
Das letzte Abschnitt von Ihnen gibt zu denken. War aber immer so.
Da war oft am Tisch ein Kind dass nicht ein Familienmitglied war.
Sollte man vielleicht wieder machen. Die Kinder zu unterstuetzen. Aber nur die Kinder. Die Erwachsene sind meistens sowieso schon verloren. Ich kenne Familien da sind die Kinder bis zu Decke mit Spielzeug verbuddelt. Wo andere nur wenig bis nichts haben. Etwas teilen schadet nicht.

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Teilzeitalleinerzieherin 04.10.2018, 12:58
28. als Eltern braucht man ein breites Kreuz

Man muss viel aushalten können. Da gibt es Freunde, Verwandte, Nachbarn sogar Fremde sowie später noch Pädagogen in Kita und Schule, die grundsätzlich und immer viel besser wissen, wie mit dem Nachwuchs umzugehen ist. Denen sage ich gerne: "Meine Kinder - meine Verantwortung - meine Entscheidung!". Und dann gibt es den holden Nachwuchs, der - sobald er sprechen kann - gerne verkündet, man sei die schlimmste, furchtbarste, fieseste Person, die jemals auf Gottes Erdboden gewandelt ist, weil man auf geputzte Zähne, halbwegs aufgeräumte Zimmer sowie außerhalb der Ferien feste Schlafenszeiten besteht. Auch das muss man aushalten können. Und vor allem muss man aushalten können, wenn Gruppe A auf Protestgruppe B trifft. Wenn man das nicht kann, sollte man sich das mit den Kindern vielleicht nochmal überlegen.

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Koda 04.10.2018, 13:05
29. Null Mitleid zeigt aber auch: Keine Empathie

Zitat von hisch88
"Kinder brauchen also Grenzen, ...." "Weil sie (Eltern) den autoritären Erziehungsstil vergangener Jahrzehnte ablehnen." Aus diesem Grund......
Eltern können oft auch nur das vorleben, was man ihnen in der Kindheit vorgelebt hat.
Wenn Ihnen Ihre Eltern die Grenzen mit dem Kleiderbügel eingebleut haben sollten, verdienen Sie auch mein Mitleid.
Umgekehrt aber auch das: wenn die (Groß-)Eltern den anti-autoritären Erziehungsstil ihren Kindern auf zwängten, wurden die jetzigen Eltern quasi auch in ihrer Entwicklung gehemmt, sich bei Kindern durchzusetzen.
Wobei: ein 2jähriges Kind, dass seine einzige Nahrung - die Milch - wieder und wieder erbricht, dürfte noch irgend ein anderes Problem haben, als das ihm irgendwelche Grenzen fehlen.

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