Forum: Leben und Lernen
Dozent ohne Gehalt: "Man kann auch von Erpressung reden"

Günter Fröhlich trifft seine Studenten manchmal im Café - denn dort arbeitet er gegen Geld. An der Uni Regensburg unterrichtet er ohne Lohn. Dem Land Bayern wirft er im Interview Staatssklaverei vor.

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Pfaffenwinkel 04.05.2016, 08:38
1. Bei den engagierten Dozenten

können Studenten mehr lernen als bei einem gestressten Professor.

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RainerCologne 04.05.2016, 08:44
2.

Deutschland, das Land mit dem Märchen des Fachkräftemangels.

Wenn wir es uns leisten können einen höchst Ausgebildeten Akademiker hinter einer Bar arbeiten zu lassen wird mal wieder klar, was ein Witz dieser "Fachkräftemangel" doch ist.

Ich wünsche dem Herren viel Erfolg für die Klage.

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Trendgenerator 04.05.2016, 09:16
3. Der Herr Fröhlich...

Zitat von RainerCologne
Deutschland, das Land mit dem Märchen des Fachkräftemangels. Wenn wir es uns leisten können einen höchst Ausgebildeten Akademiker hinter einer Bar arbeiten zu lassen wird mal wieder klar, was ein Witz dieser "Fachkräftemangel" doch ist. Ich wünsche dem Herren viel Erfolg für die Klage.
"Wenn wir es uns leisten können einen höchst Ausgebildeten Akademiker hinter einer Bar arbeiten zu lassen wird mal wieder klar, was ein Witz dieser "Fachkräftemangel" doch ist."

... ist sicherlich GEbildet, aber nicht AUSgebildet (allenfalls zum Barrista).
Aus Sicht eines potentiellen Arbeitgebers kann er nur lesen und schreiben. Und das ist in Hi-Tech Deutschland nichts übermässig Aufregendes.

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klangschmied 04.05.2016, 09:18
4.

30 Stunden im Jahr ohne Vergütung? Also weniger als eine Woche Arbeit unvergütet?
Kann man deswegen Klage einreichen? Der Normale Arbeiter, der sich alle drei Jahre einen neuen Job suchen muss, weil man ungerne Unbefristete Verträge vergibt, oder bei Arbeitsvermittlungen arbeiten muss, muss meist 1-3 Monate als Praktikant erstmal Vollzeit arbeiten und sich um seine Familie kümmern... unbezahlt versteht sich, denn sonst macht es ein andere und danach hat man kein Einkommen um seine Familie zu ernähren.
Ich tausche gerne mit dem Herren und reiche keine Klage ein.

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helmut.alt 04.05.2016, 09:21
5.

Die Crux besteht darin, dass Herr Fröhlich keine Planstelle hat, aber unterrichten muss um seine venia legendi nicht zu verlieren; denn dann ist er als Dozent gestrandet. Höchste Zeit, dass solche untragbaren Situationen abgeschafft werden.

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gratiola 04.05.2016, 09:27
6. Um so mehr

die Erinnerung an den real existierenden Sozialismus verblasst, um so mehr wird der "Manchesterkapitalismus" wieder salonfähig. Die Steigbügelhalter sitzen nicht nur in München. sondern in jeder anderen Landesregierung und auch im Kanzleramt bzw. im Bundestag. Ich wünsche dem Kollegen viel Glück. Es ist aber unwahrscheinlich, dass er dafür bezahlt wird. Streng genommen müssten die Beamten und Abgeordneten, also auch die Richter, auf einen Teil ihrer Bezüge verzichten. Wo gibt es den sowas!?

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jojack 04.05.2016, 09:33
7. Alte Zöpfe

Ja, Deutschland und sein Hochschulwesen. Da wird fleißig weiter habilitiert, auch wenn das sonst weltweit niemand tut. Gleichzeitig befördert man so Karrieren im akademischen Elfenbeinturm. Seitensprünge in die Wirtschaft werden faktisch bestraft.

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plutinowski 04.05.2016, 09:34
8. mal nachgerechnet

Zitat von klangschmied
30 Stunden im Jahr ohne Vergütung? Also weniger als eine Woche Arbeit unvergütet? Kann man deswegen Klage einreichen? Der Normale Arbeiter, der sich alle drei Jahre einen neuen Job suchen muss, weil man ungerne Unbefristete Verträge vergibt, oder bei Arbeitsvermittlungen arbeiten muss, muss meist 1-3 Monate als Praktikant erstmal Vollzeit arbeiten und sich um seine Familie kümmern... unbezahlt versteht sich, denn sonst macht es ein andere und danach hat man kein Einkommen um seine Familie zu ernähren. Ich tausche gerne mit dem Herren und reiche keine Klage ein.
Er schreibt, dass er pro Vorlesung über 200 Std. Vorbereitung braucht. Das ist auch realistisch, wenn man es gut machen will. Bei 2 SWS (also 2 VL pro Jahr, vermute ich) sind das 400-500 St. Vorbereitungszeit, zzgl. Zeit für die VL selbst, Prüfungen usw. Wir reden hier also immerhin von drei bis vier Monaten unbezahlter hochqualifizierter Arbeit pro Jahr. Tauschen Sie immer noch so gern?

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industrialdesigner 04.05.2016, 09:52
9. Naja...

das mit den 200 Stunden pro Unterrichtseinheit ist natürlich auch eine Schönrechnung...(6000 Stunden im Jahr Vor- und Nachbereitung für 30 Stunden Vorlesungszeit halte ich für etwas übertrieben) schon klar, dass ihm das keiner bezahlen möchte. Allerdings ist diese Regelung mit der Verpflichtung zu unterrichten um seinen Habilitierungsstatus nicht zu verlieren sehr fragwürdig.

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