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Dramatische Bildungsstudie: Deutschland gehen die Akademiker aus
DPA

Der Bundesrepublik fehlen in Kürze Zehntausende Akademiker. Das geht aus einem Gutachten für die Regierung hervor, das SPIEGEL ONLINE vorliegt. Die Studienautoren empfehlen eine Radikalreform: Die Unis sollen für Gesellen und ältere Arbeitnehmer ohne Abitur geöffnet werden.

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Quagmyre 29.02.2012, 12:31
10. Bericht

Zitat von michaelmuench
Ich bin zwar kein Student kann mir aber trotzdem nicht erklären wie es zu einem Mangel an Akademikern kommen soll. Heutzutage schafft es doch fast jedes Kind aufs Gymnasium und die Realschüler machen auch alle auf einem WG oder TG weiter. Fast jeder Schüler geht studieren und wird somit Akademiker. Die Unis in ganz Deutschland sind überfüllt, besonders Studiengänge wie Jura, Medizin und Maschinenbau sind randvoll und die Hörsäle platzen aus alles Nähten. An diesem Bericht kann doch irgendetwas nicht stimmen?!
Sehe ich auch so. Wahrscheinlich aber gehen viele Akademiker einfach weg aus Deutschland, und der Rest hat für die deutschen Arbeitgeber einfach zu hohe Gehaltsvorstellungen.

Wie mit dem Fachkräftemangel, den auch keiner versteht.

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MasterMurks 29.02.2012, 12:32
11. Hallo? Realität?

Zitat von sysop
Der Bundesrepublik fehlen in Kürze Zehntausende Akademiker. Das geht aus einem Gutachten für die Regierung hervor, das SPIEGEL ONLINE vorliegt. Die Studienautoren empfehlen eine Radikalreform: Die Unis sollen für Gesellen und ältere Arbeitnehmer ohne Abitur geöffnet werden.
Da frage ich mich doch, ob die Herren Weisen auch dieses absurde Ding namens "Realität" in Ihre Ausführungen mit einbezogen haben.

Wir haben zu wenig Studenten? Achja? Die Hochschulen kommen doch aus lauter Finanznot nichtmal mit den normalen Jahrgängen zurecht, so dass ein Großteil schon durch Zulassungsbeschränkungen aussortiert wird (Numerus Clausus). Von den Doppeljahrgängen durch Wehrpfichtaussetzung und G8 ganz zu schweigen.

Wir steuern auf einen Fachkräftemangel zu? Echt jetzt? Die arbeitssuchenden Akademiker (Naturwissenschaftler, Ingenieure im Maschinenbau und der Verfahrenstechnik) in meinem Bekanntenkreis sehen das etwas anders. Denn zum einen stößt ihnen in der Industrie die geballte Ablehnung entgegen ("Wir haben im Jahr 4000 Bewerbungen und einen Bedarf von 150, da müssen Sie sich nicht wundern, wenn Sie abgelehnt werden!"), und wenn sie jemand einstellen will, dann ein Zeitarbeitsverein zu miserablen Konditionen.

Die Firmen bilden "ältere Arbeitnehmer" weiter? Ich lach mich schlapp! Ich kenne genau eine Person, die das für sie relevante Rentenalter von 65 Jahren tatsächlich in Lohn und Brot erlebt hat. Er wollte gerne weiterarbeiten, durfte aber nicht. Der Rest von etwa 20 Bekannten wurde mit Mitte bis Ende 50 frühverrentet, bei entsprechenden Abschlägen, Tricksereien mit dem Arbeitsamt und allem was dazu gehört. Und das waren Leute aus allen Gruppen: Maschinenbauer, Chemiker, Kaufleute, teilweise Akademiker.

Und jetzt kommen diese, Verzeihung, Laberköppe und erzählen das genaue Gegenteil zur er- und gelebten Realität? Ich frage mich, wer die noch ernst nimmt!

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47/11 29.02.2012, 12:32
12. Ganz leicht zu erklären ...

Zitat von michaelmuench
Ich bin zwar kein Student kann mir aber trotzdem nicht erklären wie es zu einem Mangel an Akademikern kommen soll. Heutzutage schafft es doch fast jedes Kind aufs Gymnasium und die Realschüler machen auch alle auf einem WG oder TG weiter. Fast jeder Schüler geht studieren und wird somit Akademiker. Die Unis in ganz Deutschland sind überfüllt, besonders Studiengänge wie Jura, Medizin und Maschinenbau sind randvoll und die Hörsäle platzen aus alles Nähten. An diesem Bericht kann doch irgendetwas nicht stimmen?!
.... mein Sohn wartet bereits seit 4 (!) Jahren auf einen Studienplatz . Woher sollen also die Akademiker kommen ? 17.000 Studienplätze sind allein von Auslandsstudenten belegt !!!

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mm2112 29.02.2012, 12:32
13. Masse statt Klasse?

Der Ansatz hat noch nie funktioniert, sieht man ja auch wieder beim Bachelor/Master.

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aquarelle 29.02.2012, 12:32
14. !?

"Ausgelernte Azubis und Über-40-Jährige sollen die Möglichkeit haben, an den Hochschulen zu studieren - auch ohne Abitur. "


Ja, und wo sollen die noch hin?
Seit letztem WS platzen die Hörsäle doch bereits aus allen Nähten.
Mittlerweile erhält zwar jedes Brot eine Hochschulzugangsberechtigung, allerdings finde ich es nicht fair, wenn nun auch noch Azubis mit abgeschlossener Berufsausbildung und über 40-jährige (wieso berechtigt genau dieses Alter fürs Studium?) an die Unis geschleust werden nur weil die Regierung der Meinung ist, es gebe zu wenig Akademiker.
Vielleicht ist ihr nicht klar dass viele Akademiker abwandern, weil der Standort Deutschland einfach unattraktiv geworden ist.

Ich für meinen Teil weiß zumindest jetzt schon, dass ich hier nicht bleiben werde.

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jamesmaxwell 29.02.2012, 12:32
15. Zustimmung

Zitat von michaelmuench
Ich bin zwar kein Student kann mir aber trotzdem nicht erklären wie es zu einem Mangel an Akademikern kommen soll. Heutzutage schafft es doch fast jedes Kind aufs Gymnasium und die Realschüler machen auch alle auf einem WG oder TG weiter. Fast jeder Schüler geht studieren und wird somit Akademiker. Die Unis in ganz Deutschland sind überfüllt, besonders Studiengänge wie Jura, Medizin und Maschinenbau sind randvoll und die Hörsäle platzen aus alles Nähten. An diesem Bericht kann doch irgendetwas nicht stimmen?!
Auch ich kann mich noch gut errinern, das vor kurzem noch Artikel mit dem Titel "Deutschlands Unis überfüllt" o.ä. kursierten. Ein Wandel der Lage in so kurzer Zeit kommt mir doch recht eigenartig vor. Ich selbst bin Student und erlebe eine gut ausgelastete Universität.

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OlafKoeln 29.02.2012, 12:32
16. ...

Zitat von sysop
Der Bundesrepublik fehlen in Kürze Zehntausende Akademiker. Das geht aus einem Gutachten für die Regierung hervor, das SPIEGEL ONLINE vorliegt. Die Studienautoren empfehlen eine Radikalreform: Die Unis sollen für Gesellen und ältere Arbeitnehmer ohne Abitur geöffnet werden.
Welcher Fachkräftemangel? Ich denke, den wird auch in absehbarer Zeit nicht geben (ausgenommen in speziellen Fällen). Es werden noch immer zahlreiche Akademiker unter Qualifikation eingesetzt. Hochqualifizierte Einwanderer werden ignoriert bzw. deren Abschlüsse nicht anerkannt oder Anpassungsqualifikationen werden nicht angeboten. Der Trend geht ja sogar dahin, den Meister durch den Einsatz von Bachelor's zu ersetzen - wobei letzterer dann wieder auf längere Sicht unter Qualifikation arbeitet.

Und wie soll ein 40ig jähriger ein Studium absolvieren? Gerade ein Ingenieurstudium (mit notwendigen Praktika/Laborversuchen etc.) ist nur schwer berufsbegleitend zu einem Vollzeitjob zu absolvieren, wobei der Gehaltsverlust bei einem Direktstudium für die Mehrheit wohl nicht akzeptabel wäre.

Es ist auch illusorisch zu glauben, das ohne Absenkung der Ansprüche in den Grundfächern die Mehrzahl ohne Abitur und Jahrzehnte aus dem Schulbetrieb das Grundstudium mit den Ansprüchen in Mathematik/Physik schaffen würden. Ich denke, dass die Universitäten da die falschen Ansprechpartner sind.

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dreadi99 29.02.2012, 12:32
17. tolle Recherche

Nun, wie leider immer häufiger bei Spiegel, nur schlecht recherchiert und zu einseitig. Da gibts eine Studie und die wird für einzig richtig gewertet.

Es gibt so viel Studenten und Studienanfänger wie nie zuvor, sicher auch genug Studienabbrecher Wer sich die Politik in Deutschland anschaut, wundert sich nicht, dass Akademiker im Ausland Ausschau halten. Die Politik macht viel, aber immer noch zuviel Lobbypolitik für Leute die eine Partei wählen, die aus Umfragen nur auf 5% kommt. Leider sind die Leute die die Macht besitzen meist dort anzutreffen.

Alles Gute Deutschland :)

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ympertrymon 29.02.2012, 12:33
18. Wozu eine "Radikalreform"?

Zitat von sysop
Der Bundesrepublik fehlen in Kürze Zehntausende Akademiker. Das geht aus einem Gutachten für die Regierung hervor, das SPIEGEL ONLINE vorliegt. Die Studienautoren empfehlen eine Radikalreform: Die Unis sollen für Gesellen und ältere Arbeitnehmer ohne Abitur geöffnet werden.
Die Politik sollte erst einmal die grundlegendsten Dinge angehen. Ich bin selbst fast 40, habe Abitur und bislang "nur" eine berufsausbildung und diverse Weiterbildungen absolviert. Aktuell beginne ich noch einmal ein Studium - was mir von der Politik, die angeblich das lebenslange Lernen fordert, alles andere als leicht gemacht wird:
- die Studienberatung beim Arbeitsamt ist für mich nicht mehr zuständig (ich bin über 30)
- im Studentenwohnheim komme ich nicht mehr unter (ich bin über 30)
- Bafög bekomme ich nicht (ich bin über 30)
- Meister-Bafög bekomme ich nicht (ist keine berufliche Weiterbildung)

Bevor man also wieder mal das Pferd von hinten aufzäumt - bitte erst einmal die grundlegenden Voraussetzungen schaffen, damit überhaupt jemand über 30 nochmals ein Studium beginnen kann. Und dann schauen, ob sich nicht bereits genügend motivierte Fachkräfte finden. Davon bin ich nämlich überzeugt.

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endbenutzer 29.02.2012, 12:33
19. Akademikermangel - schon wieder...

Zitat von sysop
Der Bundesrepublik fehlen in Kürze Zehntausende Akademiker. Das geht aus einem Gutachten für die Regierung hervor, das SPIEGEL ONLINE vorliegt. Die Studienautoren empfehlen eine Radikalreform: Die Unis sollen für Gesellen und ältere Arbeitnehmer ohne Abitur geöffnet werden.
Wie immer die gleiche Leier. Solange auch nur ein Akademiker in Deutschland ohne (entsprechend bezahlte) Arbeit ist, kann es keinen Akademikermangel geben. Also liebe Arbeitgeber: Auch mal nach Leuten über 40 suchen und vielleicht mal etwas Unterstützung gewähren (Umzugskosten, Maklerkosten etc.), wenn der Bewerber beruflich den Wohnort wechseln muss.

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