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Eine Ausbildung für alle: Grundschule oder Gymnasium? Hauptsache Lehrer
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Der Lehrermangel trifft nicht alle Schulen gleich. Aber Gymnasiallehrer können nicht einfach so in der Mittelschule unterrichten. Mit einem Lösungsvorschlag sorgt Kultusminister Helmut Holter für Streit.

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spon-1279537853053 10.08.2018, 17:34
1. leerer

leider ist das die realität. statt fachkompetente lehrer auszubilden herrscht in der kultusbürokratie eine geistige leere. alle paar jahre wird eine neue didaktische wundersau durchs dorf, land getrieben, was nicht passiert ist kontinuität in absprache mit den kollegen im land. mit wem kultuspolitiker reden, das bleibt ihr gut gehütetes geheimnis, auf jeden fall nicht mit normalen lehrern in den schulen. also vorwärts ins taka-tuka land, ich mach mir die welt, wie sie mir gefällt!

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TS_Alien 10.08.2018, 18:33
2.

So mancher Grundschullehrer würde sich wundern, wenn er nach gleicher Leistung bezahlt würde. Ich wette, das 60-Stunden-Wochen bei einem Grundschullehrer nie vorkommen. Und der Niveauunterschied zwischen dem Einmaleins und dem Korrigieren von Abiturarbeiten ist enorm.

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lizzy_bennet 10.08.2018, 19:12
3. Heterogen

meinte 100% die GEW Vorständlerin in Bezug auf die Schüler an den Gymnasien.
Und tatsächlich gehen viele Lehramtsausbildungen an der Schulformrealität vorbei. Wenn da jetzt mal ein bisschen Bewegung hineinkommt, kann man nur befürworten.

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trex#1 10.08.2018, 20:04
4.

In der Not kommen nun auch Schnapsideen auf den Tisch. Ein Unterricht in verschiedenen Altersstufen und Leistungsstufen verlangt unterschiedliche pädagogische Konzepte. Eine Ausbildung für alle Bereiche würde 3 Jahre Referendariat erforden

Natürlich kann man einen Lehrer der Sek II in der Grundschule einsetzen. Dort arbeiten bereits als Quereinsteiger Leute aus allen Berufen. Qualifikation ist längst nicht mehr gefragt. Ob es sinnvoll ist, ist eine andere Frage.

Dass der Mann keine praktische Ahnung von Schule hat, entnimmt man der Vita.
Das Studium an der Parteihochschule der KPdSU in Moskau schloss er 1987 als Diplom-Gesellschaftswissenschaftler ab. Eine Fehlbesetzung.

Es könnte auch jemand auf die Idee kommen, den Arbeitsmarkt flexibler zu machen, indem es nur noch die Ausbildung zum "Handwerker" gibt, nicht mehr zum Metallbauer, Tischler, Konditor, Mechatroniker, Dachdecker etc. Gleiches Niveau.

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jaypi 10.08.2018, 20:18
5. Ahnungslos...

Zitat von TS_Alien
So mancher Grundschullehrer würde sich wundern, wenn er nach gleicher Leistung bezahlt würde. Ich wette, das 60-Stunden-Wochen bei einem Grundschullehrer nie vorkommen. Und der Niveauunterschied zwischen dem Einmaleins und dem Korrigieren von Abiturarbeiten ist enorm.
Sie haben scheinbar keinerlei Einblicke in die Arbeit von GS- oder Sek1-Lehrern ?!? Die durchschnittliche Arbeitszeit ist ungefähr gleich einzuschätzen, wenn man die Elternarbeit, die aufwendigere Vorbereitung (Differenzierung!) und weiteres mitzählt. Rein fachwissenschaftlich mag das "Niveau" natürlich höher sein, aber pädagogisch und didaktisch leisten GS- und Sek1-Lehrkräfte im Schnitt mit Sicherheit mehr als die (deutlich höher bezahlten) Gymnasiallehrer !!!

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st.esser 10.08.2018, 20:53
6. Anforderungen Grundschullehrer vs. Gymnasiallehrer

Und so mancher Gymnasiallehrer würde sich wundern, wenn er mal eine Woche an einer Grundschule unterrichten würde.

In NRW gibt es ja genau dieses Modell: 2 Jahre Grundschule garantieren dem Gymnasiallehrer im Anschluss die Festanstellung und Verbeamtung.

An einer mir bekannten Grundschule mit knapp 180 Schülern und nur noch 2 Vollzeit-Grundschullehrerinnen (und einer in Teilzeit) müssen die anderen Klassen von Vertretungskräften (zum Teil ohne 2. Staatsexamen, zum Teil Gymnasiallehrer, die bisher keine feste Stelle bekommen haben) geleitet werden. Manche dieser Lehrer halten schon den ersten Tag nicht durch, haben im Laufe des Halbjahrs Fehlzeiten von fast 50% (mit jeweils neuer Krankschreibung wegen angeblich jeweils anderer Krankheit).

Die Zeiten, zu denen Grundschule "einfach" war, sind lange vorbei, jedenfalls für einen Lehrer mit voller Stelle. Statt Abiturarbeiten gibt es ständige Abstimmung mit Eltern, oft auch dem Jugendamt, meist wegen Kindern mit "emotional-sozialem Förderbedarf", die im Zuge der Inklusion in die Grundschulen gekommen sind und auch in permanenter Begleitung durch einen sogenannten Einzelfallhelfer immer wieder Mitschüler angreifen und leider auch oft verletzen.

Mehrere Schüler einer anderen Schule sollten in einer Spezialklinik therapiert werden, die Diagnostik ergab, dass dies zwingend geboten ist, aber die Aufnahme wurde verweigert, weil in beiden Fällen keine ausreichende Unterstützung der Therapie durch das ("sozial schwache") Elternhaus gewährleistet wäre und damit die Chancen für eine erfolgreichen Therapie zu niedrig geschätzt wurden.

Die Grundschule kann diese Kinder also untherapiert weiter unterrichten, mit täglichem Ausrasten und etwa einem gravierenden Vorfall pro Woche (schwere Sachbeschädigung oder Verletzung eines Mitschülers, nicht unbedingt in der Schule, wo die Aufsicht gegeben ist, sondern z.B. auch auf dem Schulweg, beispielsweise ein Schubsen auf die Fahrbahn in den Autoverkehr).

Ich kenne privat eine große Zahl von Lehrern verschiedener Schulformen (von Grundschule bis Sek-II) und Tätigkeiten und Bezahlung unterscheiden sich. Keiner der Lehrer in Sek-I/II wäre bereit in der Grundschule zu unterrichten, selbst wenn er dafür weiterhin das gleiche Gehalt bekäme.

Die Anforderungen an einen Grundschullehrer mögen trivial erscheinen: Lesen und die Grundrechenarten beherrscht doch schließlich (fast) jeder.

Aber die tatsächlichen Herausforderungen in der Grundschule liegen auf ganz anderer Ebene: In der Inhomogenität der Klassen, noch verstärkt durch die Inklusion; in immer jüngeren und teilweise nicht schulreifen Erstklässlern (die in NRW praktisch nicht mehr zurückgestellt werden können); in der Lösung von Problemen die außerhalb der Schule entstehen, teilweise mit dem Jugendamt, und in NRW in den letzten Jahren zunehmend die Komplikationen, die sich aus dem Fehlen qualifizierter und für die Grundschule ausgebildeter Lehrer ergeben (und die als Vertretung vorhandenen Gymnasiallehrer sind leider zum großen Teil mit der Situation an der Grundschule völlig überfordert!).

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salomon17 10.08.2018, 21:03
7. @jaypi

Dann würde ich Ihnen ein oder zwei Jahre Arbeit an einem Gymnasium empfehlen, danach können Sie das besser beurteilen. Es ist immer einfach, aus der eigenen Perspektive die Berufe anderer Menschen zu beurteilen, ohne sie wirklich zu kennen. Jeder Beruf hat seine eigenen Ansprüche und keiner ist einfach! Nein, die Arbeit an Grundschule und Gymnasium ist nicht vergleichbar und deshalb braucht sie unterschiedliche Ausbildung. Ob das ein unterschiedliches Gehalt rechtfertigt, steht auf einem ganz anderen Blatt.

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nochnestimme 10.08.2018, 21:11
8. Gleichmacherei?

Die Einen wollen die Schulformen sprengen, die Anderen wollen gleiches Geld für alle. Na toll. Schon mal an die gedacht, die Lehrer oder Lehrerin werden wollen? Das zu erwartende und zu beschulende Klientel spielt bei der Studienwahl nämlich eine wesentliche Rolle. Die Bezahlung ist häufig gar kein tragendes Element. Hinzu kommt als kritischer Punkt bei dem hier aufgeworfenen Thema, dass die Eignung wohl gar keine Rollen mehr spielen soll, oder wie. Hauptsache das Lehrerzimmer ist gut besetzt.

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missrancor 10.08.2018, 21:53
9.

Ich bin ausgebildete Berufsschullehrerin und nach meinem Referendariat nunmehr an einer Oberschule eingesetzt. Die Befürchtung, dass man schulfremd nicht richtig unterrichten kann, teile ich so nicht. Bisher ist mir diese Abscheu in einer anderen Schulart zu unterrichten fast ausschließlich bei Gymnasiallehrkräften begegnet, die sich scheinbar lediglich auf eine homogene Schülerschaft vorbereiten (wollen/können?). Diese Arroganz (entschuldigen Sie, ich nenne es jetzt einfach mal so), könnte man sich bspw. als Berufsschullehrer gar nicht leisten, da man von vornherein weiß, dass man vom 15-jährigen Hauptschüler bis 50-jährigen Facharbeiter alles in seiner Klasse sitzen haben kann. Und es ist alles machbar, mit persönlichem Engagement. Also einfach mal weniger meckern, sondern machen.

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