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Eine Million Dollar Preisgeld: Der beste Lehrer der Welt kommt aus Kenia
Jon Gambrell / AP

Eine Million Dollar für super Unterricht: Peter Tabichi, Lehrer in Kenia, gewinnt den "Global Teacher Award". Er unterrichtet neben Mathe und Physik auch Selbstbewusstsein und Frieden.

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poco4 25.03.2019, 12:08
10. Kognitive Dissonanz

Zitat von christoph.pflaum
Wichtig ist doch zu fragen, was Herrn Peter Tabichi inspiriert hat ein so guter Lehrer zu werden und woher er eine so gute Ausbildung zum Lehrer bekommen hat? Wenn man seine Kleidung ansieht, dann erkennt man, dass Herr Peter Tabichi ein katholischer Franziskaner Mönch ist. Ich glaube es ist sehr wichtig dies hier zu erwähnen, da er sicher durch seine Ausbildung und sein Leben als Franziskaner Mönch sehr stark geprägt wurde. Es ist daher sicher, dass Herr Peter Tabichi den Idealen des heiligen Franziskus nachfolgt. Diese sind Leben in Einfachheit und Liebe zur Natur und Menschen. Diese wichtige Information sollte sicher nicht fehlen oder?
Gute Frage, Herr Pflaum.
Die Antwort auf die Frage, warum verschwiegen wird, dass Peter Tabichi Mönch ist, könnte hierin liegen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Kognitive_Dissonanz
Der Spiegel berichtet über die Katholische Kirche im wesentlichen als ein Ort, wo Kindesmissbrauch geschieht. Die Leserschaft ist entsprechend auch eingestellt. Darüber zu berichten ist natürlich wichtig und gut, aber das Bild eines Klerikers, der so positiv mit Kindern arbeitet, dass er einen Preis gewinnt, statt sich an ihnen zu vergehen, passt nicht ins Bild. Daher wird die kognitive Dissonanz durch Nichtbeachten von Fakten aufgelöst, die nicht ins Bild passen bzw es verändern und differenzieren würden.
Das würde natürlich einen positiven Aspekt der römischen Kirche hervorheben. Den wollen viele aber nicht, damit sie die katholische oder sonst eine Kirche für sich selbst persönlich weiterhin ablehnen können. Anders gesagt: Skandalberichte haben nicht nur, aber auch die Funktion, sich das Thema Kirche vom Leib halten zu können. Das mag jeder halten, wie er will, aber bitte dann keine Objektivität behaupten. Das ist die linke Version der Scheuklappen. Die rechte ist, wenn ein Moslem etwas Positives tut, was nicht in das Bild der Gefahr des Islam passt. Der Versuch, die Dissonanz durch Nichtwahrnehmung aufzulösen, ist identisch, nur die politische Brille eine andere. Beides finde ich unerträglich.

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klein-martin 25.03.2019, 12:19
11. Bester Lehrer ist Franziskanischer Ordensmann

Sehr geehrte Damen und Herren, ein schöner Bericht über den besten Lehrer der Welt. Warum schreiben Sie nicht, dass er ein katholischer Ordensmann ist, der auch noch zölibatär lebt. Wenn man ausführlich über die Fehltritte von Katholiken berichtet kann man doch auch, wenn es etwas sehr Positives zu berichten gibt, schreiben, dass der Preisträger katholisch ist. Das gibt dann ein faires Gesamtbild über die katholische Kirche. Überhaupt wäre es ein sehr interessantes Thema zu berichten, was in aller Welt, besonders in der amen Welt, Katholiken für die Bedürftigsten tun. MfG Klein

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gohogu 25.03.2019, 12:42
12. Mehr Infos

Wer mehr substantielle Infos zu Peter Tabichi möchte, kann z.B. den Artikel in der BBC lesen: https://www.bbc.com/news/business-47658803. Merkwürdig, dass im SPIEGEL-Artikel nicht erwähnt wird, dass er ein Franziskanermönch ist. Passt wohl nicht zum gängigen Bild von der katholischen Kirche?

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theuwe 25.03.2019, 14:40
13. Gute Idee

Zitat von klein-martin
...Überhaupt wäre es ein sehr interessantes Thema zu berichten, was in aller Welt, besonders in der amen Welt, Katholiken für die Bedürftigsten tun...
Wenn es um die Arbeit kirchlicher Hilfsorganisationen geht, dann sollte man dann aber auch bitte den Anteil der wirklich kirchenfinanzierten und der allgemein steuerfinanzierten Etats erwähnen. Das schmälert nicht das Ansehen und die Bedeutung von Hilfsorganisationen sondern allenfalls den Stellenwert des "kirchlichen"

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lesheinen 25.03.2019, 15:19
14.

Die Verdienste diesses besten Lehrers der Welt will ich gar nicht bestreiten. Sicher ist er ein guter Lehrer. Aber wie kommt er zu dieser Auszeichnung? Weltweit gibt es X Millionen Lehrer, gute wie schlechte, von denen ich behaupte, dass sie zum größten Teil keine Ahnung davon haben, dass es diesen Wettbewerb gibt, und dass von denen, denen der Wettbewerb bekannt war, 99,999% auf eine Teilnahme verzichtet haben. Also stand nur eine sehr begrenzte Anzahl von Lehrern in Konkurrenz zueinander, keinesfalls eine repräsentative Anzahl und noch weniger ein objektiv eindeutig bestimmbarer Gewinner des Preises. Des weiteren ist unklar, wer denn die Jury gebildet hat, wie diese gearbeitet hat, welche Kriterien außer Acht blieben oder gewählt wurden.
Das einzig Gute an der Sache ist die politische Komponente. Die Verleihung an diesen Lehrer ist ein statement für alle unterentwickelten Staaten und Gesellschaften. Wäre der Preis an einen Lehrer aus Finnland, das für sein Schulwesen ach so gepriesen wird,oder aus Wanne-Eickel (belegen im nicht so als el dorado des Schulwesens gepriesenen NRW) gegangen, hätte wahrscheinlich kein Mensch so einen Wirbel veranstaltet.

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Lorah 25.03.2019, 16:03
15.

Man kann auch wirklich bei allem ein Haar in der Suppe finden. Schrecklich! Aus der Tatsache, dass im Artikel nicht erwähnt wird, dass der Preisträger ein Mann der Kirche ist wird das bewusste Weglassen von Informationen zum, natürlich, Zwecke der Manipulation. Und aus der Tatsache, dass der Artikel nicht beschreibt, wie genau das Auswahlverfahren war, wird, richtig, Manipulation im Vorfeld und daher natürlich auch beim Ergebnis. Mensch, der hat jetzt 1 Mio. bekommen und da er bisher schon von seinem Gehalt spendet, soviel ist dem Artikel zu entnehmen, wird auch jetzt sicher genug gespendet werden. Freut euch also. Alle. Hier trifft es nämlich einfach mal die richtigen: die Kinder. Herzlichen Glückwunsch!

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TS_Alien 25.03.2019, 16:12
16.

Zitat von thomas_linz
Ernst nehmen. Wenn man Kinder hat, merkt man den Unterschied zwischen gutem und schlechten Lehrer sehr deutlich. Es geht um nichts weniger, als die Zukunftschancen des eigenen Kindes. Warum sollte ich sowas nicht fuer wichtig halten?
Meinen Sie ernsthaft, dass es einen Lehrer des Jahres gibt? So eine Art Lehrer-Weltmeister?

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gandhiforever 25.03.2019, 16:44
17. Pauschalurteile

Nun wird also ein guter Lehrer, der eine Kutte traegt, von bestimmten Leuten dazu benutzt, Kuttentraeger als praedestiniert fuer so eine Auszeichnung hinzustellen.

Das ist genau so ein Pauschalurteil, wie wenn jemand saemtlichen Kuttentraegern Kindesmissbrauch unterstellt.

Tatsache ist, dass die RKK den Kindesmissbrauch durch Kuttentraeger bis vor kurzem gedeckt und verschleiert hat, weil das Image gewahrt werden musste.

Dass die meisten Kuttentraeger, die in der Erziehung teatig sind oder waren, keine Kinder missbraucht haben, ist auch eine Tatsache, macht jedoch den verschleierten Missbrauch keineswegs weniger schlimm.

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poco4 25.03.2019, 17:45
18. Nachweis bitte

Bitte geben sie die Formulierung an, durch die "Kuttenträger" von ihrgendwem hier als prädestiniert für eine Auszeichnung hingestellt wird. Vielleicht merken Sie ja zudem selbst, dass Ihr Begriff "Kuttenträger" pejorativ und pauschalisierend ist. Der durch Ihren Namen erwähnte Ghandi hätte sich derlei nicht erlaubt.

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Haarfoen 25.03.2019, 18:18
19. Gratulation!

Der Bericht ist einfach wunderbar und erfreut zutiefst. Schön, dass der Preis nach Afrika gegangen ist, wo unter wirklich improvisierten Bedingungen gearbeitet werden muss. Das Preisgeld wird der Preisträger verteilen, da bin ich mir sicher. Nur ein bisschen mehr Input seitens der Europäer könnte so viel verbessern, aber wir haben halt nicht mehr in der Birne, als in Kenia die Wasserrechte zu kaufen, Tulpen anbauen zu lassen, die Elfenbeinküste mit unseren Fleischabfällen zu überfluten und Lars Windhorst für sein "land-grabbing" zu bejubeln. Nein, der Mann muss in Afrika bleiben - was für eine imperialistische Frechheit, auch noch den "Import" hierher vorzuschlagen. Bildung muss nicht viel kosten und die Kinder in Afrika sind hungrig nach Bildung. Anders als die hiesigen, teils überernährten Pendants mit diesen neurotischen Helikopter- Eltern im Rücken. Fischfutter für die Konzerne, verblödet und indoktriniert durch den ganzen Werbeschund, abgerichtet auf Markenartikel und so gar nicht kindlich. Ob der Mann eine Kutte trägt oder nicht, ist doch völlig egal - Hauptsache die Afrikaner lernen sich zu emanzipieren und finden zu einer eigenen souveränen Identität, so dass sie sich nicht mehr durch weiße Frauen und Männer ausbeuten und rassistisch diskriminieren lassen. Meine herzlichsten Glückwünsche nach Kenia!

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