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Einkommensabhängige Gebühren: OECD-Bildungsdirektor fordert Bezahlstudium
Jörg Carstensen/dpa

Studierende in Deutschland sollten sich an den Kosten ihres Studiums wieder beteiligen, fordert OECD-Bildungsdirektor Andreas Schleicher. Sie sollen allerdings nicht sofort zahlen - und nur unter bestimmten Bedingungen.

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MisterD 30.09.2019, 10:17
1. Schön, dass solche Ideen...

immer von Leuten kommen, die ihr kostenloses Studium längst abgeschlossen haben und auch nicht mehr in die Verlegenheit kommen werden, es im Nachgang teilfinanzieren zu müssen. Schleichers Vater ist bzw. war Professor... wir müssen langsam mal aufhören immer weiter auf die (gehobene) Mittelschicht einzuprügeln. Wir sollen doch schon heute: Ein Haus bauen, fürs Alter vorsorgen, den Kindern ihr Studium finanzieren, unsere Eltern pflegen bzw. die Pflege bezahlen. Nebenbei müssen wir noch konsumieren, damit die Wirtschaft weiterbrummt und weiterbilden neben dem Beruf sollen wir uns am Besten auch noch. Und jetzt also noch nachgelagerte Studiengebühren bezahlen. Danke nein, so treibt man die Mittelschicht immer weiter in die Arme von Rattenfängern am rechten Rand...

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newliberal 30.09.2019, 10:20
2. Es ist schon merkwürdig

für alles und jeden war in den letzten Jahren ausreichend Geld vorhanden, nur für die Bildung nicht. Jetzt wird nach der Klimasteuerkeule die Bildungsteuerkeule geschwungen. Aber finden alle irgendwie klasse. Na ja, have fun.

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claudio_im_osten 30.09.2019, 10:24
3. Natürlich ist das richtig.

Und auch nicht sozial ungerecht. Grundsätzlich sollte jeder zu den öffentlichen Bildungsaufwendungen nach seiner Leistungsfähigkeit beitragen.
Ich kann verstehen, dass die Studenten gern etwas anderes wollen. Aber die derzeitige Praxis, die Hochschulen unterfinanziert mit dem Studierendenansturm alleine und damit letztlich auch die Studierenden im Regen stehen zu lassen, schadet allen Beteiligten.

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vothka 30.09.2019, 10:34
4.

Ich hab mein Studium auch selbst bezahlt - kann nur sagen: Davon geht die Welt nicht unter.
Ich bin in sofern dafür dass man zumindest einen erheblichen Anteil tragen sollte damit die Zahl der nutzlosen Studiengänge wieder zurück geht. Es bringt einfach nichts Dauerstudenten durchzufüttern die nachher keine 30k verdienen

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WilhelmMeister 30.09.2019, 10:37
5. Da ist sie wieder,

die Zahnarzthelferin, die das Studium des Sohnes ihres Chefs bezahlt. Ein altes, aber dennoch richtiges Argument. Aber nur deshalb richtig, weil unser Spitzensteuersatz viel zu niedrig ist und Erbschaft und Vermögen völlig unzureichend bzw. gar nicht besteuert werden.
Die Idee des Herrn Schleicher ist die typisch neoliberale Idee des gebührenfinanzierten Staates und dessen Leistungen können sich eben nur die Reichen leisten.

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DWspon 30.09.2019, 10:41
6. Wieso soll Leistung bestraft werden?

Das heißt die, die erfolgreich sind und sowieso deutlich mehr Steuern bezahlen, sollen im Nachgang das Studium derer bezahlen, die trotz Studium nichts erreichen und sowieso kaum zur Staatsfinanzierung beitragen. Interessante Auffassung von Gerechtigkeit

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Benjowi 30.09.2019, 10:42
7. Falsche Baustelle

Solange dieses Land in vielen Fällen ungerechtfertigt -und ich rede nicht von anerkannten Asylbewerbern-mit immensen Summen als Sozialamt der ganzen Welt mißbraucht werden kann, ist nicht einzusehen, warum ausgerechnet Bildung mit Strafgebühren belegt werden soll. Wir sind mit dem bisherigen System gut gefahren und sollten es besser finanzieren. Der Weg liegt auf der Hand. Im Übrigen profitieren auch Facharbeiter von der Entwicklungen, die nur von Akademikern erbracht werden können, denn die relativ hohen Löhne hierzulande haben auch mit dem wissenschaftlich fundierten Entwicklungsstand zu tun, sonst wären wir auf dem Niveau von Bulgarien.

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jürgenstock 30.09.2019, 10:44
8. Da beSchleicht mich ein Gedanke

Studienabsolventen, die Geringverdiener werden, müssen die Studiengebühren nicht zurückzahlen. Diese Logik ist bestechend.

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MisterD 30.09.2019, 10:51
9. Ja da ist sie wieder...

die Zahnarzthelferin, die dem Sohn ihres Chefs die Uni finanziert. Wie macht sie das eigentlich? Von ihren 1.800 EUR Brutto bezahlt sie 186 EUR Lohnsteuer im Monat. Das ist schon ein dicker Batzen, Respekt, ehrlich. Zum Vergleich, ein Ingenieur mit 5.000 EUR Brutto bezahlt 1.252 EUR Lohsteuer. Der Investmentbanker mit 10.000 Brutto zahlt 3.583 EUR Lohnsteuer... wer trägt hier also mehr bei, zur Finanzierung des Staates und der Bildung frage ich sie? Das was die Zahnarzthelferin pro Jahr an Lohnsteurt abdrückt, bezahlt ihr Arbeitgeber pro Monat...

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