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Einstufung als geistig Behinderter: Ehemaliger Förderschüler verklagt NRW auf 38.000
DPA

Seine Schulzeit verbrachte ein 20-Jähriger auf Schulen für geistig Behinderte, obwohl er gar keinen Förderbedarf habe, wie er sagt. Jetzt kämpft der junge Mann vor Gericht.

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dertorsten 07.03.2017, 13:09
1. Für dumm erklärt

Hallo,
beim WDR gibt es eine Doku die u.a. diesen Fall neben Anderen thematisiert.
http://www.ardmediathek.de/tv/Menschen-hautnah/Für-dumm-erklärt-Nenads-zweite-Chance/WDR-Fernsehen/Video?bcastId=7535538&documentId=38434418

Fakt: da läuft was schief - ich wünsche Nenad, so heißt er nämlich, alles Gute und viel Erfolg beim Einklagen des Schadensersatzes. Dann wird dieses System hoffentlich in Zukunft etwas ernsthafter hinterfragen, ob die jeweiligen Schüler am richtigen Platz sind in der Förderschule.

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alaba27 07.03.2017, 13:14
2. Gilt das dann für jeden Umzug ?

Sobald ich mein Bundesland verlasse, testet das neue meine Eignung für die bisherige Schulform ? Dann hätten die bald nur noch Aufnahmetests von Umzüglern durchzuführen.

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unzensierbar 07.03.2017, 13:29
3.

38.000? für ein Jahrzehnt und die verschwendete Bildung? Da würde ich auf wesentliche mehr klagen.

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c.PAF 07.03.2017, 13:31
4.

"Die Bezirksregierung Köln als zuständige Behörde argumentiere dagegen, es seien keine Fehler gemacht worden."

Und genau bei so einer Aussage sollte man hellhörig werden. Die Erfahrung zeigt, daß genau dann eben doch Fehler vorliegen bzw. vorlagen.

Hoffentlich kommt die Wahrheit ans Licht...

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gatsue 07.03.2017, 13:40
5. Der Junge Mann verdient alle Unterstützung

Auch heute ist es noch so, z.B. in Berlin: Dort hatte der Senat plötzlich Gelder übrig und "investierte" sie in Fördermaßnahmen an Schulen. Schaute man dann auf den Antrag kam heraus, dass die geförderten Kinder als "geistig zurückgeblieben" eingestuft wurden. Und das bei Sprachförderung für ausländische Kinder!!! Das ist eine maßlose Schweinerei, denn das bleibt in der Schülerakte.

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ykerniz? 07.03.2017, 13:50
6. Leistungsfähigkeit der Lehrer?

Das Erkennen der Leistungsfähigkeit und Begabung von Kindern scheint für Lehrer eine häufig unüberwindbare Aufgabe zu sein. Ich wurde nicht auf die Förderschule verwiesen, weil die entsprechende Klasse im Stoff wesentlich weiter gewesen sei, als die Hauptschulklasse in der ich war. Den Hauptschulabschluss habe ich damals nicht erreicht.
Dr. rer. nat, Dipl. Math.

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dasomat 07.03.2017, 14:17
7. Eigenverantwortung der Eltern

Der junge Mann war zu umstrittenen Zeitpunkt doch wohl minderjährig. Die Vertretung ggü. Dritten und Ämtern hatten die Eltern, oder ein Amtsvormund inne.
Wenn überhaupt msste er eben diese verklagen.

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klangschmied 07.03.2017, 14:30
8.

ich bin auf seiten des klägers... das mal im voraus... aber... haben seine eltern nicht versäumt auf diese jährlichen tests zu bestehen? haben sie ihren eigenen sohn für 'minderbemittelt' (man möge mir diesen ausdruck verzeihen) gehalten?
also zuerst würde ich die eltern rannehmen, bevor ich das land beschuldige... was keine 'gehe aus dem gefängnis' karte für das land sein soll.

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Bernd.Brincken 07.03.2017, 14:41
9. Motive

Die Motivation der Behörden für diese Mentalität ist klar: Ein Spezial-Kunde verschafft ihnen mehr Arbeit, mehr Planstellen, mehr Budget.
Dass sich jemand beschwert, wenn man mehr Geld für ihn ausgegeben hat, ist dabei nicht vorgesehen.
Das gleiche Motiv dürfte auch bei anderen Themen, welche die Gesellschaft beschäftigen, eine große Rolle spielen.

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