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Elite-Unis - Wege aus der Bildungsmisere?

Wieder streiten deutsche Hochschulen um den begehrten Titel Elite-Uni. Wie gut sind die deutschen Universitäten? Wie wettbewerbsfähig sind sie im internationalen Vergleich?

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Klo 19.10.2007, 15:56
80.

Zitat von M@ESW
Offenbar die Wirtschaft, wie sonst erklärt man die wesentlich höhere Beschäftigungsquote bei Diplom (FH) Absolventen gegenüber Uni Absolventen? ;)
Wenn die Wirtschaft solche Leute braucht, warum bildet sie sie dann nicht aus oder beteiligt sich wenigstens an den Kosten?

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M@ESW 19.10.2007, 16:00
81.

Zitat von Klo
Wenn die Wirtschaft solche Leute braucht, warum bildet sie sie dann nicht aus oder beteiligt sich wenigstens an den Kosten?
Weil es wahrscheinlich billiger ist alle paar Jahre nach ausländischen Fachkräften zu schreien bis die Regierung nachgibt. :)

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bekennerschraiben 19.10.2007, 16:05
82. das elternhaus ist wichtig

Zitat von marrrrtin
In den USA gibt es 30-40 Unis, die besser sind als unsere besten. Havard, MIT, Stanford, Boulder, Chicago, Princeton, Caltech, Yale, Berkeley, usw. sind alle weit "besser" als Heidelberg und TU München zusammen. Übrigens gibt es .....
auch die eltern müssen wollen, dass ihre kinder lernen wollen; ich denke wir deutschen sind da wenig sensitiviert

schule ist bei uns ja pflicht (zum glück noch, wer weiss, wo wir sonst hinkämen)

wir sollten es aber nicht als pflicht, sondern als privileg sehen; es ist eine grosse gnade, dass wir ein im wesentlichen gut funktionierendes schulsystem haben und - wenn man denn von perlen sprechen will - die in weiten teilen vor die säue geworfen werden

ich habe kostenlost studieren können und sogar noch staatskredite bekommen oder sogar zuschuss, der nicht zurückzuzahlen war (hatte es auch noetig)

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bekennerschraiben 19.10.2007, 16:09
83. ich brauchte für mein physikdiplom

Zitat von M@ESW
Ich weiß nicht wie es in den technischen Berufen ist, aber z.B. in der BWL: Diplom = 8 Semester, davon eines als reines Praxissemester Bachelor = 6 Semester, Praxissemester....
14 semester (nebenveruflich) - war damals der durchschnitt; die regel wäre 11 semester gewesen; jetzt sind es 10, und die geileren generationen nach mir schaffens wohl auch in dieser zeit

wen man sein studium selber finanzieren muss und etwas ernst im leben hat, kann man es durchaus unter 10 semsetern schaffen - das bringt natuerlich verschleiss mit sich

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solarfighter 19.10.2007, 16:11
84.

Zitat von marrrrtin
In den USA gibt es 30-40 Unis, die besser sind als unsere besten. Havard, MIT, Stanford, Boulder, Chicago, Princeton, Caltech, Yale, Berkeley, usw. sind alle weit "besser" als Heidelberg und TU München zusammen...
Mal im Ernst: Woran machen Sie eigentlich Elite fest? Wird man dadurch zur Elite, dass man an besagter Universität forschen, lehren oder studieren darf? Und vielmehr: Ist man nicht Elite, wenn man dieses nicht macht?
Spielt z.B. ein Fußballspieler einen besseren Fußball, wenn er ein paar Millionen mehr als Gehalt bekommt?
Gerade das Beispiel Grigori Jakowlewitsch Perelman sollte uns zu denken. Elite definiert sich halt nur in den seltensten Fällen allein über Geld und materielle Ausstattung.

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sergiebreak 19.10.2007, 16:17
85.

Zitat von bekennerschraiben
wenn du dich im ausland bei einem ignoranten bewirbst, der nur das angloamerikanische bildungssystem kennt
Genau! Und was ist die Wahrscheinlichkeit, dass das passiert? ;-)

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bipolar84 19.10.2007, 16:17
86.

Zitat von M@ESW
Diplom = 8 Semester, davon eines als reines Praxissemester Bachelor = 6 Semester, Praxissemester muss im selben Umfang nebenher gemacht werden (also effektiv 7 Semester) Master = 4 Semester nach den 6 (7) Semestern Bachelor
In E-Technik an der RWTH sieht es meines Wissens nach etwas anders aus:
10 Semester bis zum Diplom, inkl. Praxissemester und 1 Diplomsemester
Bachelor = 6 Semester, davon 2 Monate Bachelor Arbeit; kein Praxissemester
Master = 4 Semester; inkl. Praxissemester und Master Arbeit

Macht also wieder 10 Semester. Die RWTH strebt nach eigenen Angaben keinen Bachelor Abschluss an und sieht den Master als Nachfolger vom Diplom (zumindest in E-Technik, über die anderen Fächer kann ich nichts sagen):

"Durch den nunmehr gemeinsamen Bachelor-Studiengang bleibt den Studierenden erheblich mehr Zeit sich zu orientieren, welche Vertiefungsrichtung für sie in Frage kommt."

http://www.fb6.rwth-aachen.de/de/stu...gaenge/186.php
http://www.fb6.rwth-aachen.de/de/stu..._it_ti/221.php

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Fuchs-aus-Princeton 19.10.2007, 16:22
87.

Zitat von alte unke
Genau! Außerdem ist das System ohnehin nicht vergleichbar. Bis zum BA/Bsc ist das Ziel des Studiums grundsätzlich, und immer noch zu einem großen Teil praktisch, Allgemeinbildung. D. h. jemand, der z. B. Physik studieren will, muss dennoch einen großen Teil seiner "credits" in Fächern wie English, Sozialwissenschaften, Sport! - machen. Umgekehrt muss jemand, der Anglistik studieren will Physik, Chemie, Mathematik, Fäacher aus den Sozialwissensschaften, Sport nachweisen, um die Voraussetzung (BA/BS) zu bekommen Der Vergleich mit den USA ist also unsinnig. Man sollte sich da lieber mal die Freiheit der Professoren von administrativen Aufgaben ansehen, die relative Hochbewertung der Lehre bei den Professoren, die Betreuung der Studenten - all das selbst auf der untersten Ebene, ich meine damit die Community Colleges (die allerdingsoft, gerade was die Lehre anbetrifft, eher hervorragend sind)
Bingo! Völlig richtig!

Ich bin es fast schon leid, die Vergleiche zwischen dem Deutschen und amerikanischen Hochschulsystem zu diskutieren, ich tue es trotzdem mal:
Ein Amerikaner geht mit rund 17, 18 Jahren ans College. Das ist, auf Deutsch gesagt, die Uni. Übrigens sind alle (!) Unis in dem Augen der Amerikaner im Bachelor-Studium Colleges oder Schools - Begriffe, die ein Deutscher für seine Elite-Unis nicht mit der Kneifzange anfassen würde. Dazu zählen auch Princeton, das MIT, Harvard und wie sie alle heißen. Und die Begriffe sind selbstverständlich nicht abfällig gemeint. Soviel zur Begriffsklärung.
Wenn der Amerikaner dann mit 21, 22 Jahren mit dem College fertig ist, dann verläßt er die Uni und hat zwar ein Major studiert, aber eben auch zum Großteil völlig andere Fächer. Der Vergleich zu Leistungs- und Grundkursen beim deutschen Abitur liegt durchaus näher als viele zugeben wollen.
So, dann geht unser Freund wahrscheinlich zunächst erst mal arbeiten und gründet möglicherweise eine Familie.
Wenn er will, kehrt er, oftmals später erst, wieder an die Uni zurück und macht einen Master oder PhD, und dafür bewirbt er sich, und die Konkurrenz um PhD-Plätze, gerade an Spitzenunis, ist ziemlich groß.

Merke:
Wenn man den Vergleich zu den USA unbedingt will, sollte man dafür sorgen, dass
a) die Leute zwischen Bachelor und Master/PhD arbeiten gehen und Erfahrungen sammeln. Wenn sie dann an die Uni zurück wollen
b) harte Aufnahme-Prüfungen für das Graduiertenstudium einführen.

Ergebnis:
Die Leute, die dann kommen, werden die Dozenten dann schon richtig in die Zange nehmen, dass am Ende wirklich excellente Bildung übrig bleibt. Gegen den Wille von Menschen wächst so schnell kein Kraut, und das bringt auch mehr als 500 Euro Studiengebühren.

Cheers

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gielchen 19.10.2007, 16:26
88.

Zitat von waitzschrat
...doch gerechtfertigt! Master: Entspricht in etwa dem, was früher mal das "Staatsexamen" war.. .also die Ausbildung bis zu dem Teil bis die Diplomarbeit anfangen konnte.....
Wer ein Diplom gemacht hat, hat eben kein StaatsEx.
Was ein deutsches StaatsEx wert ist weiss ich, seitdem ich im Ausland arbeite und auch an der Uni lehrend tätig bin.
Ich würde sagen, dass deutsche Akademiker in manchen Bereichen überqualifiziert sind.
Diplom hingegen war in manchen Fachbereichen immer so eine Sache....

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ttr 19.10.2007, 16:40
89.

Die Frage ist auch warum es jetzt 6 weitere Unis hätten sein müssen. Deutsche Forschungsgemeinschaft und Wissenschaftsrat haben nur 3 der 7 Universitäten in dieser Runde für gut genug befunden, des weiteren gabe es 2 Wackelkandidaten und 2 die das Prädikat Elite nicht verdienen (zB Göttingen). Wenn dann politische Entscheidungen die Vorschläge dieses Gremiums überstimmen, und neben den Wackelkandidaten auch noch die Uni mit der "roten Ampel" (s. entsprechenden Spiegelbericht) als Eliteuni gewählt wird, wird der ganze Wettbewerb natürlich zur Farce. Ich denke damit die Unis den Titel zu Recht tragen müssen gewisse Mindestanforderungen erfüllt sein, und nur weil man auf eine politisch gleichmäßige regionale Verteilung der Gelder (Nord/Süd, West/Ost) aus ist sollte man mit solchen Entscheidungen nicht das gesamte Vorhaben entwerten.

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