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Eliteförderung: Diese Unis sind "exzellent"
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Die Kommission hat entschieden: Elf deutsche Unis tragen fortan den Titel "Exzellenzuniversität" - darunter die in Hamburg, Dresden und Bonn. Es geht um Fördersummen in Milliardenhöhe.

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sfk15021958 19.07.2019, 17:02
1. "Mangelernährung"....

statt großzügiger Förderung, wie sie die Max-Planck oder Fraunhofer Gesellschaft und einige andere mehr, erhalten. Befristete Arbeitsverträge eines Teils der Wissenschaftler und Zittern und Bangen um die Weiterförderung - als ehemaliger Uni-Bediensteter kennt man das zur Genüge!

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spaceagency 19.07.2019, 17:13
2. Eliteunis der Welt

werden allerdings nicht von einer nationalen Kommission erwählt sondern müssen sich das erarbeiten. International ist keine deutsche Uni unter den ersten 10 und je nach Ranking 2 oder drei unter den ersten 100. Jetzt gibt es also auch in Deutschland verordnete selbstgekürte Eliteunis. Mal sehen wie sich das dann in den internationalen Listen auswirkt

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Darwins Affe 19.07.2019, 17:16
3. Exzellent?

1) Beim internationalen Ranking kommt die TU München auf Platz 55, die LMU München auf Platz 63, die Uni Heidelberg auf Platz 66. Die anderen bei SPON erwähnten Institute liefen unter ferner liefen.
2) https://www.topuniversities.com/university-rankings/world-university-rankings/2019

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alleghieri 19.07.2019, 17:20
4. Wie definiert man Exzellenz?

Über Elite-Universitäten wie Harvard oder Oxford verfügt Deutschland nicht und die Ernennung einiger Universitäten zu „Exzellenz-Unis“ wird daran nichts ändern; dafür sind die verteilten Mittel um mehrere Größenordnungen zu gering und dafür fehlen mehrere andere Voraussetzungen, unter anderem mehrere hundert Jahre Geschichte als Elite-Uni. Es geht eher um einen gewissen sportlichen Ehrgeiz und vor allem um einen Werbecoup, aber wenn man sich den bürokratischen Aufwand vergegenwärtigt der notwendig ist, um beeindruckende Hochglanzprospekte und großartige Versprechungen zu produzieren, ist der Ertrag von 10 – 15 Millionen pro Jahr eher bescheiden, vor allem, wenn man ihn in Relation zu einem typischerweise mehrere hundert Millionen Euro umfassenden Gesamtbudget einer Uni setzt. Wieviel von dem Geld tatsächlich in Forschung und Lehre landet, ist dann noch eine weitere Frage, die man lieber nicht beantwortet haben möchte. An der Unterfinanzierung der Universitäten und am allmählichen Verrotten der Substanz werden solche PR-Aktionen jedenfalls nichts ändern.

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alexandermoritz 19.07.2019, 17:42
5. 10-28 Mio. Euro?

Da bekommt jede halbwegs gute amerikanische oder britische Uni 10x mehr pro Jahr allein an Alumni-Spenden, von dem ohnehin viel größeren Budget wegen deutlich höherer Studiengebühren ganz zu schweigen.

Dazu kommen noch die ganzen Industriekooperationen, an meiner Uni hatte bspw. Boeing allein für 200 Mio. Pfund ein Forschungszentrum eröffnet.

Vielleicht sollte Deutschland, wenn man sich schon nicht mit der Industrie zu sehr verknüpfen möchte, endlich dafür sorgen, dass viele Milliarden an Steuergeldern in die Forschung und Lehre zusätzlich gehen, nur dann kann das was werden.

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spaceagency 19.07.2019, 17:44
6. Darwins Affe - jetzt schon

jetzt hat Deutschland mal schnell ein paar Unis als Elite deklariert. Das war bei den wirklichen Elite Unis Arbeit von Jahrzehnten und Jahrhunderten, nicht per Dekret. Es wird sich zeigen ob diese international bestehen werden in den wirklichen Rankings und ob die dann auch als Forschungshubs Spitzenforscher der ganzen Welt anziehen werden. Die Zeit wirds zeigen, bis dahin aber hört sich diese Geschichte als typisches deutsches Schulterklopfen an mit Hurrahpatriotismus. Es wird sich zeigen ob auch Substanz dahinter ist

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dschmi87 19.07.2019, 17:58
7. Das mit den Berliner Unis ist doch ein Witz oder?

In welchem Fachbereich sollen die exzellent sein? Bin seit paar Jahrzehnten bei jedweden Research Management dabei, wie derzeit ETH Zürich. Aber Forscher aus Berlin habe ich bis heute noch bei keiner Veranstaltung gesehen... Aachen ok, KiT, Ok, München ok, Tübingen ok, Heidelberg ok... aber Berlin?!
Jetzt mal ganz ehrlich Berlin? In was sollen die gut sein? Im Plagiieren? Dir Berliner Unis kommen im internationalen Vergleich schlechter weg als manche nicht „Elite Uni“.
Und nein ich mag Berlin, aber ich sehe die Dinge wie sind. Aber die Politik bestimmt ja darüber wer Elite sein soll... weil Berlin Bundeshauptstadt ist, müssen die Unis um jeden Preis „Elite“ sein. Selbst wenn sie keine sind... das ist so lächerlich... mit dem Geld hätte man Köln oder Frankfurt eher fördern müssen (die auch im internationalen Ranking als auch ansehen viel höher sind) als Berlin... man kann da nur noch Kopf schütteln. Wenn der nächste Kanzler oder Kanzlerin aus Aalen kommt, soll dann die nächste Eliteuniversität Hochschule Aalen sein?! Allein im Fachbereich Maschinenbau kopiert Berlin eher Aachen und ja selbst die Hochschule Ulm als das es zum Research beiträgt.

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im_ernst_56 19.07.2019, 18:02
8.

Zitat von Darwins Affe
1) Beim internationalen Ranking kommt die TU München auf Platz 55, die LMU München auf Platz 63, die Uni Heidelberg auf Platz 66. Die anderen bei SPON erwähnten Institute liefen unter ferner liefen. 2) https://www.topuniversities.com/university-rankings/world-university-rankings/2019
Die Kriterien nach diesem Ranking sind völlig andere als die des Exzellenz-Wettbewerbs. Nämlich:
Academic Reputation
Employer Reputation
Faculty/Student Ratio
Citations per faculty
International Faculty Ratio
International Student Ratio
Anders ausgedrückt: Die Kriterien sind viel weiter gefasst. Es geht nicht nur um Spitzenforschung! Academic Reputation ist nur ein Kriterium.

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ulisses 19.07.2019, 18:04
9. Elite = Max Planck, Helmholtz und Fraunhofer

Als ehemaliger Alumnus ist es für mich eine Katastrophe, dass die Georg-August-Universität Göttingen nicht dabei ist. Göttingen hat mehrere Max Planck Institute, exzellente naturwissenschaftliche Fakultäten und, in der Vergangenheit, die meisten Nobelpreisträger und namhaften Wissenschaftler. Wodurch wurde die Göttinger Bewerbung verdorben? Die Region dort hat quasi nichts anderes als die Uni. So. Beleidigter Stolz beiseite.
Persönlich meine ich, dass Festlegung von Exzellenz durch staatliche Entscheidung Quatsch ist. Staatliche Förderung sollte natürlich nicht nach dem Gießkannenprinzip geschehen, sondern gezielt. Die Max Planck Institute und andere außeruniversitäre Einrichtungen sind auch im internationalen Maßstab exzellent. Sie brauchen und verdienen mehr Geld. Unis sollten bundesweit den gleichen akademischen Standard garantieren können, egal ob nun München oder Oldenburg. Nach einer exzellenten Masterarbeit kann man sich ja dann für eine entsprechende Dissertation in einer Forschungsgruppe an einem MPI bewerben. Ergo: nach jedem erfolgten Qualifikationsschritt erfolgt eine weitere Auslese und damit logische Ausbildung Exzellenz. Jeder von vorneherein festgelegte Auslesemechanismus ist begrenzend und damit kontraproduktiv.

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