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Eliteförderung: Diese Unis sind "exzellent"
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Die Kommission hat entschieden: Elf deutsche Unis tragen fortan den Titel "Exzellenzuniversität" - darunter die in Hamburg, Dresden und Bonn. Es geht um Fördersummen in Milliardenhöhe.

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Luscinia007 19.07.2019, 20:59
20.

Zitat von spaceagency
werden allerdings nicht von einer nationalen Kommission erwählt sondern müssen sich das erarbeiten. International ist keine deutsche Uni unter den ersten 10 und je nach Ranking 2 oder drei unter den ersten 100. Jetzt gibt es also auch in Deutschland verordnete selbstgekürte Eliteunis. Mal sehen wie sich das dann in den internationalen Listen auswirkt
und dann betrachtet man mal was das Studium an einer dieser internationalen Topuniversitäten kostet, wie hoch die Studiengebühren dort sind udn auf wie viele Jahrzehnte sich die dortigen Absolventen verschulden, dann weiß man, wie diese Top-Universitäten sich das Ranking nicht "verdient", sondern erkauft haben.
Setzt man die Exzellenz der deutschen Unis in Relation zu den Studiengebüren, dann schlagen diese die britischen und amerikanischen Eliteunis um Welten ;)

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spaceagency 19.07.2019, 21:29
21. luscinia - es sind aber

nicht nur teure Unis unter den ersten 20-40 Unis, sondern auch Unis mit tiefen Gebühren wie jene der Schweiz oder NL. Nach ihrer Denkweise wären dann diese auch wieder überlegen, was sie allerdings sowieso sind.....nicht ganz durchgedacht...

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dw_63 19.07.2019, 21:42
22. Zwei Klassen Unis

Zitat von Theya
Die meisten Vorredner haben bereits treffend analysiert und kritisiert, dass diese Bewertung ausgewählter deutscher Unis als "Elite-Universitäten" mehr als zweifelhaft ist. Ich möchte noch einen weiteren Blickpunkt hinzufügen: die allermeisten Unis sind nicht in allen Fachbereichen herausragend, sondern haben oft ein, zwei Schwerpunkte - sei es Physik in Bayreuth, Informatik in Saarbrücken oder Geschichte in Oldenburg. Wenn ich an einem Studium interessiert bin, ist dies ja i.A. kein "Studium Generale", sondern in einem ganz bestimmen Fach, und dann bin ich gut damit beraten, mir eine Universität zu suchen, die speziell in diesem Fach glänzt. Das kann einer der nun auserkorenen "Elite-Unis" sein, muss aber nicht. Denn nur weil nun das Label "Elite" draufsteht, muss diese Universität in *meinem* Fach noch lange nicht zu den besten gehören. Anstatt Universitäten ganz allgemein als "Elite" zu bezeichnen, wäre es viel sinnvoller gewesen, "Elite-Fachbereiche" auszuloben -- wenn dieses ganze "Elite"-Gefasel denn schon überhaupt sein muss.
Das was Sie gesagt haben, habe ich auch impliziert gemeint, aber es geht noch um was viel schwerwiegenderes.

Die Unis, die über gute Forschungseinrichtungen und Lehrmittel verfügen, werden gefördert, was ist mit dem Rest? Weiter gedacht, werden dann die Unis abgehängt, die eben nicht über die Einrichtungen verfügen und nicht die Förderung genießen?

Werden wir in 10 Jahren immer wieder die gleichen „Elite“ Unis in der Auflistung sehen? Wahrscheinlich ist es, werden dann die Studenten zu den Unis pilgern, wie die Mieter in die Stadt?

Unser Bildungssystem ist die Zukunft Deutschlands, wir haben sonst nur die Industrie, die eben qualifiziertes Personal braucht,

In vielen neuen Technologien sind wir bereits abgehängt, Bildung ist Wettbewerb und doch nicht, sondern eine Investition.

Wettbewerb ist dann gut, wenn auch die Chancenverteilung dazu passt.

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andre_peter 19.07.2019, 22:17
23. Falscher Weg

Es mag ja für diese Elite-Universitäten von ganz entscheidender Bedeutung sein, weil ja viel Geld fließt, aber es wird immer mehr eine zwei Klassen Bildung forciert die eigentlich keiner möchte. Für mich persönlich geht es auch darum, wie Studenten, Lehrkräfte und Mitarbeiter gefördert werden und Studienbedingungen für alle Menschen geschaffen werden, die uns gemeinsam voran bringen. Übrigens finde ich es auch sehr auffällig, dass so wenig Universitäten im Norden, diese Auszeichnung erhalten haben. Das riecht extrem nach Kungelei. Forschung ist wichtig, aber wie schon erwähnt, auch akzeptable Bedingungen für Lehrkräfte und Studenten und Mitarbeiter.

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Volvulus 19.07.2019, 23:47
24. Und dennoch:

Zitat von spaceagency
[...] International ist keine deutsche Uni unter den ersten 10 und je nach Ranking 2 oder drei unter den ersten 100 [...]
Ich studierte einst an einer Universität im Südwestdeutschen Schichtstufenland N° 202.
Nun verraten Sie mir mal, warum eine der grössten und besten orthopädischen Uni.-Kliniken in den Staaten ausgerechnet mich als leitenden Oberarzt wollte und das Johns Hopkins Baltimore als Chefarzt der Departments Shoulder Surgery und das Johns Hopkins Aramco gleich als Chefarzt der Abteilung für Orthopädie zudem eine hoch dotierte orthopädische Uni.-Klinik der Schweiz ebenfalls als Sektionschef Schulterchirurgie?

Leider musste ich all diese schönen Stellenangebote absagen, da ich leider erwerbsunfähig erkrankt bin ...

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holy64 20.07.2019, 07:38
25. War klar, dass

Bonn dabei ist. In diese Region muss ja alles geschoben werden. Dank Karlizcek.

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accie 20.07.2019, 08:36
26. Spiegel macht Propaganda für Oligarch

Na, entspricht mein Beitrag gegen Interessen des Spiegel bzw. Interessen der Oligarchen. Das kann ich sehr gut nachvollziehen, wenn Sie meinen Beitrag nicht veröffentlichen. Ich glaube. Ich brauche Ihnen nicht sagen, dass Sie schon lange nicht mehr von den Menschen nicht ernst genommen werden. Aber das macht nichts. Die Frage ist wie lange noch der Spiegel existieren wird. Die Menschen wachen auf.

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dschmi87 20.07.2019, 09:08
27. Selbst nach fast 24 Stunden versteh ich es nicht

Wie die Berliner Unis Elite sein sollen? Und Göttingen, Frankfurt und Köln nicht? Wie schon im anderen Post, ich habe seit Jahrzehnten mit dem Research Management zu tun über die ETH Zürich. Selbst die Hochschule Ulm oder die Uni Trier macht fundiertere Grundlagenforschung als die beiden Berliner Unis zusammen. Wieso hab ich die noch nie bzw sehr selten auf internationalen Veranstaltungen gesehen?! Aus Freiburg, München, Göttingen, Dresden etc schon. Die Exzellenzkommission ist ein Witz. Hier zählt nicht das Know How, sondern nur die Politik. Das ein verzweifelter Versuch mit dieser auf internationaler Ebene aufzuschließen. Aber das wird scheitern, denn bildungstechnisch ähnelt Berlin einem Entwicklungsland.

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Luscinia007 20.07.2019, 09:33
28.

Zitat von spaceagency
nicht nur teure Unis unter den ersten 20-40 Unis, sondern auch Unis mit tiefen Gebühren wie jene der Schweiz oder NL. Nach ihrer Denkweise wären dann diese auch wieder überlegen, was sie allerdings sowieso sind.....nicht ganz durchgedacht...
Ihr Einwand spricht genau für meine These. Im aktuellen THE-Ranking ist genau eine nicht-britische europäische Universität in den Top25, nämlich die ETH Zürich auf Platz 11. Denn die Schweizer Universitäten zahlen ihren Professoren nämlich weltweit die höchsten Gehältern, nämlich 17.000 SFR im Monat, das ist doppelt so viel, wie deutsche Professoren erhalten. Die Plätze im Ranking sind gekauft, und zwar, indem durch Finanzkraft die besten Lehrer eingekauft werden. Denn das Ranking richtet sich hauptsächlich nach der Anzahl der Publikationen und Zitationen der Lehrenden und dem Verhältnis von Lehrenden zu Studierenden, Faktoren, die sich über den Preis regulieren lassen.
Daraus folgt: wenn man aus den Rankings die durch Studiengebüren "finanzgedopten" Unis rausstreicht, sieht die Liste ganz anders aus. Da mag die ETH zwar die Spitze einer Liste von öffentlich finanzierten Unis anführen, aber das Ranking dahinter sieht dann ganz anders aus.
Im Übrigen folgen auf die ETH als nächste geführenfreie Universität die LMU München auf 32, dann Lausanne CH, dann Stockholm auf 40, dann die PSL Paris, TU München, Heidelberg, und als letzte nichtbritische europäische Universität unter den Top50 Leuven in Belgien. Was die 4-5 asiatischen und australischen Universitäten abelangt, bin ich mir über die Finanzierungmethode (Studiengebühren oder nicht) im Unklaren.
Aber abschließend lässt sich feststellen, dass Sie bei Ihrem Einwand nicht nur nicht nachgedacht, sondern auch nicht nachgeforscht haben. Denn niederländische Unis listen in den Top50 nicht, geschweige denn vor den am am höchsten oben stehenden deutschen Unis.

Und da ich aufgrund Ihrer sprachlichen Eigenheiten jetzt doch eine bestimmte regionale Herkunft vermute: Der Platz der ETH ist ebenfalls gekauft, und zwar über das Anwerben von ausländischen Spitzenforschern mit den höchsten Gehältern weltweit. Eigengewächse sind im Lehrkörper der schweizerischen Universitäten in der Minderheit.

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uppsala 20.07.2019, 09:48
29. Forschung vs. Lehre

Zitat von Theya
die allermeisten Unis sind nicht in allen Fachbereichen herausragend, sondern haben oft ein, zwei Schwerpunkte - sei es Physik in Bayreuth, Informatik in Saarbrücken oder Geschichte in Oldenburg. Wenn ich an einem Studium interessiert bin, ist dies ja i.A. kein "Studium Generale", sondern in einem ganz bestimmen Fach, und dann bin ich gut damit beraten, mir eine Universität zu suchen, die speziell in diesem Fach glänzt. Das kann einer der nun auserkorenen "Elite-Unis" sein, muss aber nicht. Denn nur weil nun das Label "Elite" draufsteht, muss diese Universität in *meinem* Fach noch lange nicht zu den besten gehören.
Prinzipiell korrekt, aber auch noch verkürzt. Forschungsexzellenz korreliert nicht unbedingt mit Qualität der Lehre. Es gibt kaum ernsthafte Anreize an Unis, gute Lehre abzuliefern, und die Bestenauslese im Berufungsverfahren konzentriert fast ausschließlich auf Forschung (bzw. darin wiederum auf die Publikationsliste...). Als Folge sitzen in Fachbereichen, die in den Kennzahlen zur Foschungsproduktivität herausragen, auch immer wieder eine Menge Professoren, die im Hörsaal Dienst nach Vorschrift machen und sich ansonsten nur auf das Produzieren von Papers konzentrieren. Letztlich kommt man als Studieninteressierte(r) nicht darum herum, sich sehr genau anzuschauen, welche Studieninhalte an einzelnen Standorten vermittelt werden und was derzeitige Studis/Absolventen so zu berichten haben.

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