Forum: Leben und Lernen
Eltern über Missstände in Kitas: "Mein verträumter Sohn geht im Trubel unter"
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Hohe Gebühren, kurze Öffnungszeiten, gestresste Erzieherinnen und Erzieher - oder auch mal gar keine: In vielen Kitas liegt etwas im Argen. Hier berichten Eltern, was bei ihnen schiefläuft.

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Kurbelradio 01.10.2018, 11:26
70.

warum scheut sich der Vater nicht vor 10 min Wenigerarbeit, damit er pünktlich sein kann? Oder organisiert sich mit anderen Eltern, die den Kurzen dann eben in der Zeit mitnehmen? So hatte ich das gemacht, da ich auch berufstätig, alleinerziehend, war, haben andere Eltern, die mein Einverständnis hatten, meinen Kurzen eben mit nach Hause genommen. Das wurde mir dann per SMS mitgeteilt, wo Sohnemann war. Da drehte es sich auch meist nur um 10 min oder was auch immer. War für alle entspannter. Umgekehrt habe ich deren Kinder auch mitgenommen, wenn was war. Man kann sich doch organisieren. Und trägt dazu bei, Leute kennenzulernen. Da lernt Kind auch was. Dass man sich gegenseitig hilft.

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bicyclerepairmen 01.10.2018, 11:29
71. Und dabei wird ja...

Zitat von themistokles
Sind Sie vielleicht schon einmal auf den Gedanken gekommen, dass ErzieherInnen auch berufstätige Menschen sind und genauso ein recht auf geregelte Arbeitszeiten haben? Wenn eine Kita/ Kindergarten, etc. bereits um 7 Uhr aufmacht .....
..charmant vergessen das die einzelnen Erzieher/innen noch zusätzlich ein immer mehr an Verwaltungsarbeit, an Konzeptdokumentation etc. bringen müssen welches Sie, wie meiner meiner Frau, während der offiziellen Arbeitszeit gar nicht schaffen können. Die Eltern, bzw. die Gesellschaft verlangt ja immer mehr den vollen intellektuellen Circus Maximus mit den lieben Kleinen. On top kommen da noch kaum nachvollziehbare ISO Standards etc. pp.
Da geben oft genug die Erzieherinnen auf oder lassen sich sogar lieber über Zeitarbeitsfirmen anheuern das dann diese Bürde wegfällt, sprich den Festangestellten obliegt diesem nachzukommen.

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annoo 01.10.2018, 11:37
72. Sehr gute Frage

Es ist eine sehr gute Frage von Ihnen, warum er Kinder bekommen hat und doch lieber arbeiten geht, als sich mit den Kindern zu beschäftigen. Also sein eigenes Argument ist nicht mal schlüssig. Ich kenne übrigens einige Väter, die ihre Arbeitszeit zugunsten ihrer Kinder reduziert haben, weil sie sich fragen, weshalb sie sonst Kinder haben, wenn sie sie doch kaum sehen.

Was mich an der Haltung von Tim Taylor ärgert, das ist, dass er sein Modell nicht als für sich am passendsten beschreibt, was ja legitim wäre, sondern es als gesamtgesellschaftlich einfordert: "Ganztagsbetreuung soll abgeschafft werden". Argumente, weshalb dies vor allem volkswirtschaftlich keine gute Forderung ist, hatte ich in meinem vorhergehende Beitrag bereits genannt. Aber gut ist ja, dass man in Deutschland die Wahlfreiheit hat und auch die Sicherheit, dass man eine gewisse Grundsicherheit hat, falls man doch mal eine falsche Entscheidung getroffen hat, siehe Scheidungsfall/prekäre Lebenssitution vor allem für Alleinerziehende Mütter.

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spixel.mmartl 01.10.2018, 11:37
73. UNd deswegen machen sie es gleich genauso

Zitat von Spr.
Was würden wir nur alle nur tun, wenn es nicht immer Leute wie Sie gäbe, die ganz genau wissen, was für alle anderen Leute gut und richtig ist! Wenn Sie Ihre Kinder viel zu lange an Ihrem Rockzipfel hängen haben wollen, ist das Ihre Entscheidung. Die Konsequenzen wie z.B. Defizite Ihrer Kinder im sozialen Miteinander werden Sie dann halt tragen müssen. Aber verkneifen Sie sich gefälligst, allen anderen Leuten Ihre Meinung aufzuzwingen! Das ewige "entweder ihr macht alles genau so wie ich oder ihr seid Rabeneltern" ist nicht nur unverschämt und nervtötend, sondern auch erwiesenermaßen FALSCH!
Und weil das so nervtötend und unverschämt ist, machen Sie es mit ihrer ebenso falschen Behauptung, Kinder die bei der Mutter aufwachsen hätten deswegen Defizite im sozialen Miteinander, gleich genauso FALSCH?

Eine souveräne Reaktion sieht anders aus ...

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freigeist1964 01.10.2018, 11:41
74. 10 Minuten hier, 10 Minuten da

Zitat von MisterD
Ich kann den letzten Vater verstehen. 10 Minuten sehen auf den ersten Blick nicht viel aus. Wenn aber jeden Tag 10 Minuten auf ein Elternteil gewartet werden muss und der eine oder andere evtl. auch morgens schon 10 Minuten früher auf der Matte steht... dann werden aus "mal 10 Minuten", schnell 100 Minuten pro Woche, also fast 2 Stunden zusätzlich, die nicht bezahlt werden... Schenken Sie ihrem Arbeitgeber wöchentlich 2 Stunden? Ja, ich schon, ich verdiene aber auch entsprechend gut und mache das freiwillig... ....
das bleibt doch nicht bei 10 Minuten und da kann ich die Angestellten verstehen, dass sie keine Lust haben fuer den ueblichen Hungerlohn irgendwelche Ueberstunden zu machen, die vermutlich weder bezahlt werden, noch als Freizeitausgleich geltend gemacht werden koennen.

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c.PAF 01.10.2018, 11:41
75.

Wir haben aktuell den Kindergarten gewechselt. Daß er "schlimm" war, ahnten wir, aber wie schlimmer er war, sahen wir erst im Vergleich mit dem neuen Kindergarten.

Bei beiden Kindergärten ist eine Gemeinde ein Träger.
Im KiGa "alt" saß das Personal 80% der Arbeitszeit nur auf dem Sofa herum. Ausflüge gab es aus Prinzip nicht (zu viel Arbeit), im garten war man nur bei schönem Wetter, am Zaun endete alles für die Kinder. Der triste Turnraum im Keller wurde 2x pro Jahr halbherzig besucht. Veranstaltungen hat bitte der Elternbeirat zu organisieren (ansonsten wäre es ja Arbeit), eine Lesenacht für Schulanfänger gibt es nicht (wären ja aÜberstunden). Mittagessen (unser Kind war da schon zuhause) gibt es nur vorgeschnitten, selbst Vorschulkinder bekommen kein Kindernmesser in die Hand. Mobbing etc. sollten sie Kinder unter sich klären, überhaupt seien die Eltern für die Erziehung zuständig. Allgemein lustloses, demotiviertes und griesgrämiges Personal, dazu eine vorllkommen überforderte Leitung.

Kindergarten "neu": das Personal ist aktiv dabei un beschäftigt sich mit den Kindern. 2x im Jahr gibt es einen größeren Ausflug, und solange es nicht stark regnet, geht es jede Woche in den Wald. Dort gibt es dann kleinere Gruppen, in denen Kinder schon ab 3 Jahren mit einem (geeigneten) Messer schnitzen dürfen.
Der Turnraum wird auch so einfach zum Spielen aufgesucht, die Kinder dürfen frei rennen und klettern, allerdings unter Beachtung einiger Regeln. Bei Regelverstößen wird das oder die Kinder herangeholt, es wird dann (nochmal) der Grund und die Wichtigkeit der Regel erklärt. Herumbalgen ist erlaubt, es gibt es "Stopwort", und bei allem, was darüber hinausgeht, greift die Betreuung ein. Veranstaltungen werden zusammen mit dem Elternbeirat organisiert uns selbstverständlich gibt es eine Lesenacht (wie bei eigentlich allen KiGas in der Region). Die Leitung ist kompetent und motiviert, die Mitarbeiter mit Begeisterung bei der Sache, arbeiten, spielen und erklären kindgerecht und mit Begeisterung.

Schade, daß wir erst mit unserem zweiten Kind gewechselt haben, vorher waren wir der Meinung, KiGa ist so... Wenigstens hatten wir bei uns auf dem Land die Wahl, woanders muß man ja froh sein, einen Platz zugeteilt zu bekommen.

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skymind2k 01.10.2018, 11:48
76. Kirchlicher Kindergarten

Es ist eh ein Unding, wenn man bei Kindergärten/Kitas mit kirchlichem Träger sieht, was diesen an Mitspracherecht eingeräumt wird!

Da werden nicht mal 10% der entstehenden Kosten getragen, aber wehe der/die Bewerber(in) ist nicht getauft... der Nächste bitte!

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polza_mancini 01.10.2018, 11:49
77. Au ja,

Zitat von Sonia
nein, denn sie wissen nicht was sie tun. Ein Kind unter 3 oder 4 Jahren 8 Stunden in eine Massenfremdbetreuung zu geben, unverantwortlich. Die Personalbetreuungsschlüssel werden zu 90% in diesem Land nicht eingehalten. In den Luxuskitas in München u. Potsdam vielleicht (Platz 1 200 Euro). Die ersten 3/4 Jahre sind die wichtigsten. Das Kind lernt Vertrauen, es benötigt Zuwendung, auch Trost, Empathie entwickelt sich, individuelle Eigenschaften entwickeln sich. Es kann nur durch Weinen in den frühesten Jahren sich äußern. Niemand hat in der Kita Zeit individuell auf ein Kind einzugehen, zu trösten, zu hinterfragen. Eine Lärmkulisse, die grenzwertig ist. Warum Kinder immer aggressiver werden, als Jugendliche depressiv, warum Emphatielosigkeit wie eine Seuche um sich greift, die Wurzeln liegen in den ersten Kindheitsjahren. Und die Wirtschaft macht druck, benutzt willige Gutachter. Wer es nicht schafft, seinen Kindern einen Volltagsjob unter 3 Jahren in einer Kita zu ersparen, da ist es vielleicht besser, sich keine Kinder anzuschaffen. Bei Kinderpsychiatern gibt es kaum noch Plätze und heilbar ist die Psyche später nicht mehr.
mal unabhängig davon, dass Sie einen Großteil der ehemaligen DDR-Bürger zu Behandlungsfällen erklären, wage ich zu bezweifeln, dass Sie für diese steile These irgendeinen Beleg haben.
Ich kann in der Klasse meiner Tochter einige andere Exemplare bewunderm, die zuhause "getröstet und hinterfragt" wurden und die "ihre individuellen Eigenschaften" entwickelt haben. Bei diesen Kevin-Maltes merkt man leider allzu deutlich, dass die Sozialisierung von Kindern DURCH andere Kinder unabdingbar ist. Auch wenn ich selbst kein Freund von ganztägigen Betreuungen bin - in manchen Fällen wäre ich dankbar, wenn es eine Pflicht gäbe.
Und vielleicht auch mal darüber nachdenken, dass es Familien gibt, die beide arbeiten müssen, um einigermaßen über die Runden zu kommen?

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David K. 01.10.2018, 11:51
78. Die Katastrophe beginnt mit Zwillingen in Hessen

Unsere Zwillinge sind nun 2,5 Jahre. Sie sollten mit einem Jahr in die Betreuung, natürlich haben wir keinen Platz gefunden. Die Anmeldung für den Kindergarten gestaltete sich dann aber noch schwieriger, denn: "Wenn die Kinder nicht mit einem Jahr da waren, dann erhalten sie auch keinen Kindergartenplatz, denn diese sind komplett für die Kinder vorgesehen, die schon da sind"...diese Begründung ist verständlich, aber auch absurd. Nun sieht es so aus, dass wir - mit Glück - vielleicht einen Platz mit 4 Jahren erhalten. Dies in einem Kindergarten, der teilweise gesperrt ist, da eine Wand einsturzgefärdet(!) ist. Meine Frau hätte ihr Studium zu ende gebracht und wäre dann arbeiten gegangen. Kann sie natürlich nicht. Was wiederum dann als Vorwurf gemacht wird, denn: Die Frau arbeitet ja nicht, daher braucht man wiederum keinen Kindergartenplatz.....ebenfalls absurd. Zuguterletzt werden nun die letzten Plätze auch noch kostenfrei, was die katastrophale Lage weiter eskalieren lässt.
Einerseits lässt mich dies in der politischen Debatte zur Einsicht kommen, dass dieses Land ganz andere Probleme als "Flüchtlinge und Co" hat, andererseits muss man hier der bestehenden Politik totales Versagen vorwerfen, weil Entscheidungsträger keinerlei Ahnung von der Realität zu haben scheinen. Es wäre z.B. gerecht gewesen, uns dafür finanziell zu unterstüzen, dass wir keinen Platz in Anspruch genommen haben, aber dies wurde verhindert ("Herdprämie"). Diese "Herdprämie" hätte uns aber die Möglichkeit gegeben, dass wir z.B. eine Tagemutter gefunden hätten und meine Frau eben nicht am "Herd" hätte stehen müssen.

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e.pudles 01.10.2018, 11:54
79. Klar sollte ein pünktliches abholen

oberste Priorität haben. Doch meiner Ansicht nach liegt das Problem eher bei den Öffnungszeiten. Denn für die Personen 50% bis 100% arbeiten sind das unmögliche Zeiten. Normal Firmen Arbeitszeiten sind im allgemeinen von 07.oo/08.ooh bis 17.ooh. Daher verringern die KITA Zeiten, die Chancen eine vernünftige Arbeit zu finden. Denn welcher wirtschaftich denkende und handelnde Firmeninhaber kann es sich leisten seine Mitarbeiter*Innen so arbeiten zu lassen. Das bedeutet dann man kann sich arrangieren indem man halt nur 40% arbeitet mit entsprechendem Einkommensverlust.

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