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Erfolgreiche Klage : Jura-Studentin darf nicht wegen Verspätung durch Prüfung fallen
DPA

Fünf Minuten Verspätung brachten einer Jura-Studentin null Punkte in einer Prüfung. Das ist unverhältnismäßig, urteilte das Bundesverwaltungsgericht - und hob die Urteile der Vorinstanzen auf.

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ergruender 28.02.2019, 19:35
20. Man hätte auf sie warten sollen!

Warum hat man nicht einfach mindestens 5 Minuten auf sie gewartet?
Man hätte auch versuchen können sie übers Handy zu erreichen. Ich nehme an, dass ihre Handy-Nr. der Uni bekannt ist.
Ich hätte mir jedenfalls Sorgen gemacht, wenn jemand nicht zurückkommt.

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urmedanwalt 28.02.2019, 20:04
21. Verhältnismäßigkeit

ist der Kernbegriff. Ist das so schwer zu kapieren? Ich bin seit langem Prüfer in verschiedenen Ausschüssen, und eine Bewertung der ganzen Prüfung als nicht bestanden, nur weil ein Prüfling an einem Teil nicht ganz teilgenommen hat, habe ich noch nicht erlebt. Sicher gibt es entsprechend weniger Punkte, aber nicht einfach nix. Früher habe ich von solchen Praktiken gehört, aber ich hätte das nicht mitgetragen.

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ergruender 28.02.2019, 20:04
22. Anderen auch passiert?

Dies ist vermutlich nicht der erste Fall, dass ein/e Student/in nach einer Pause nicht rechtzeitig zur mündlichen Prüfung zurückkommt und deswegen die Prüfung als "nicht bestanden" gewertet wurde. Allerdings ist sie anscheinend die erste, die geklagt hat. Was bedeutet dieses Urteil für ehemalige bzw. derzeitige Studenten, die nicht geklagt hatten?

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ergruender 28.02.2019, 20:14
23. Jura-Professoren

Jura-Professoren, die sich anscheinend nicht mit den Gesetzen auskennen, bilden zukünftige Juristen aus!

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GyrosPita 28.02.2019, 20:20
24.

Zitat von ergruender
Jura-Professoren, die sich anscheinend nicht mit den Gesetzen auskennen, bilden zukünftige Juristen aus!
Aha. Die Einreichung einer Klage ist also gleichbedeutend mit "sich mit Gesetzen auskennen?" Dann wundert mich natürlich gar nicht mehr warum so viele "Top-Juristen" in Deutschland rumlaufen...

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aufreger1970 28.02.2019, 20:46
25. Gehts noch?

Zitat von TS_Alien
Zu einer Prüfung muss man pünktlich erscheinen. Sonst könnte z.B. jemand bei einer schriftlichen Prüfung auf das WC gehen und dort dem Zuspätkommenden einige Fragen verraten, so dass dieser sich noch vorbereiten kann. Der Zuspätkommende kann anschließend besser vorbereitet den Prüfungsraum betreten. Bei einer mündlichen Prüfung mit mehreren Teilnehmern ist es zwingend erforderlich, dass alle Prüflinge die gesamte Prüfung anwesend sind und nicht zu spät kommen. Sonst könnte man sich z.B. vor bestimmten Eingangsfragen drücken. Die Gerichte urteilen manchmal sehr merkwürdig.
Es geht hier nicht um eine Stunde oder mehr! Es geht um 5 Minuten!
"Sonst könnte z.B. jemand bei einer schriftlichen Prüfung auf das WC gehen und dort dem Zuspätkommenden einige Fragen verraten, so dass dieser sich noch vorbereiten kann." Das ist bei 5 Minuten Verspätung einfach lächerlich! Mit welcher Begründung geht ein Student (meist schon erwachsen und kein Kleinkind mehr, welches den Harndruck nicht kontrollieren kann) nach 5 Minuten in einer Prüfung auf die Toilette? Vielleicht sollten Sie die Artikel, die Sie kommentieren 2-3mal lesen, um den Inhalt zu verstehen!

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TS_Alien 28.02.2019, 21:32
26.

Zitat von aufreger1970
Es geht hier nicht um eine Stunde oder mehr! Es geht um 5 Minuten! "Sonst könnte z.B. jemand bei einer schriftlichen Prüfung auf das WC gehen und dort dem Zuspätkommenden einige Fragen verraten, so dass dieser sich noch vorbereiten kann." Das ist bei 5 Minuten Verspätung einfach lächerlich! Mit welcher Begründung geht ein Student (meist schon erwachsen und kein Kleinkind mehr, welches den Harndruck nicht kontrollieren kann) nach 5 Minuten in einer Prüfung auf die Toilette? Vielleicht sollten Sie die Artikel, die Sie kommentieren 2-3mal lesen, um den Inhalt zu verstehen!
Es geht um Verspätungen. Damit man sieht, warum Verspätungen bei Prüfungen durchaus rechtfertigen, jemanden von einer Prüfung auszuschließen, habe ich zwei Beispiele gebracht. Das haben fast alle verstanden. Nur Sie nicht.

In einer mündlichen Prüfung, die wesentlich kürzer dauert, sind bereits 5 Minuten Verspätung zu viel. Um es zu präzisieren: Die Studentin ist nicht fünf Minuten zu spät gekommen. Sie hat fünf Minuten einer mündlichen Prüfung verpasst. In dieser Zeit kann so mancher Student bereits den Grundstein für eine nicht bestandene Prüfung legen.

Der Begriff der Verhältnismäßigkeit klingt gut, ist meistens nichtssagend, da man daraus selten klare Handlungsregeln ableiten kann. Wenn fünf Minuten nicht so schlimm sind, wie sieht es dann mit sechs, sieben, ... Minuten aus?

Bei wichtigen Prüfungen ist man pünktlich. Wer einen guten Grund für seine Verspätung hat, hat gute Chancen, dass es keine negativen Konsequenzen gibt. Wer keinen guten Grund für seine Verspätung hat, muss die negativen Konsequenzen tragen.

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ergruender 28.02.2019, 21:44
27. Schadensersatz?

Könnte die Studentin von den Professoren bzw. der Universität eigentlich jetzt Schadensersatz/ (psychologisches) Schmerzensgeld verlangen?

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technobilder 01.03.2019, 01:48
28. Warum sollten Juristen sich auch an Regeln halten müssen ?

Dummland wird immer absurder.
Anstatt auf die Einhaltung von Regeln zu achten, insbesondere bei JURISTEN, werden diese aufgeweicht.

Bald wird auch das völlige Fernbleiben von Prüfungen ganz ohne Entschuldligung erlaubt werden, es wird dann eine mittlere Benotung vergeben - wegen der Chancengleichheit.

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europäer 01.03.2019, 02:18
29. Erstes Staatsexamen

Es ging in dem Fall nicht um eine Prüfung von vielen, sondern um die Wiederholung des ersten juristischen Staatsexamens (staatlicher, von dem Justizprüfungsamt, also den Gerichten, nicht der Uni verantworteter Teil). Die Studentin ist damit also endgültig durch das gesamte Studium durchgefallen. Die mündliche Examensprüfung hat vier Teile (Vortrag, an dem sie teilgenommen hat, Prüfungsgespräche im Strafrecht, Verwaltungsrecht und Zivilrecht). Zu dem Prüfungsgespräch im Strafrecht ist die Studentin 5 Minuten zu spät gekommen. Die drei Prüfungsgespräche dauern je nach Anzahl der (bis zu 6) Geprüften jeweils mehr als eine Stunde, ich meine 20 Minuten pro Prüfling, wobei nicht eine(r) nach dem/der anderen geprüft wird, sondern sich alle gemeinsam an einem "Prüfungsgespräch" beteiligen und die gestellten Fälle gemeinsam lösen. Die mündliche Prüfung insgesamt dauert so den ganzen Tag. Prüfungsgegenstand ist das Studium insgesamt. Prüfer sind in der Mehrzahl Richter.
Die Studentin war wohl damit einverstanden, dass sie an dem Prüfungsgespräch, zu dem sie zu spät gekommen war, nicht teilnimmt, um die übrigen Prüflinge nicht zu stören. Sie wollte aber (bei Bewertung dieses Abschnitts mit 0 Punkten) an den beiden übrigen Abschnitten wieder teilnehmen, da ihre Leistungen gut genug waren, das Examen als Ganzes noch zu bestehen. Die Prüfungskommission und ihr folgend das Verwaltungs- und das Oberverwaltungsgericht haben aber entschieden, dass das nicht geht, weil das Gesetz von "der mündlichen Prüfung" und nicht "den mündlichen Prüfungen" spricht, so dass ein Ganz oder Garnicht gelte. Wer ohne hinreichende Entschuldigung - die Studentin gibt an, sich verhört zu haben, als der Vorsitzende der Prüfungskommission den Zeitpunkt für die Fortführung der Prüfung mündlich bekannt gab, was die Instanzgerichte als nicht genügende Entschuldigung ansahen - auch nur eine Sekunde der Prüfung fernbleibe, falle immer insgesamt durch.
Das Bundesverwaltungsgericht sah dies - meines Erachtens zurecht - als unverhältnismäßig an. Eine Teilnahme an den beiden folgenden Prüfungsabschnitten nach der Pause wäre möglich gewesen, ohne die übrigen Prüflinge zu stören.

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