Forum: Leben und Lernen
Erkenntnisse einer Lehrerin: Hätte ich doch bloß die Eltern angerufen
DPA

Die Hausaufgaben vergessen, rauchend auf dem Klo erwischt - Lehrer könnten ständig ihre Schüler bei den Eltern verpetzen. Frau Freitag tut es. Sie hat gelernt: Lieber nachfragen als später bereuen.

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schokohase123 24.03.2016, 09:56
1. Richtig so

Ausgehend von der Tatsache das Eltern in vielen Fällen die Erziehungsverantwortung heutzutage fälschlicherweise bei den Lehrern sehen, ist es nur richtig diese Verantwortung zurück zu spiegeln. Das hat nichts mit Petze zu tun, sondern verweist die Verantwortung dahin zurück, wo sie grundsätzlich liegen sollte.

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dosmundos 24.03.2016, 10:00
2.

Tja, ist halt zeitaufwändig - und jetzt komme bloß keiner mit dem Blödsinn um die Ecke, Lehrer würden ja ohnehin nur den halben Tag arbeiten...

Wobei sicher auch hier gilt: "Wehret den Anfängen". Wenn sich die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass Schwänzen, Rauchen auf der Schultoilette, üble Beleidigungen etc. den Eltern bekannt wird, dürfte es auch schnell deutlich seltener vorkommen, oder?

Doch wenn es dann 95% der Eltern egal ist oder sie eher noch genervt sind, wenn dauernd die Lehrerin sie daran erinnert, dass sie sich eigentlich mehr um ihre Kinder kümmern müssten, dann dürfte schnell eine Frustrationsgrenze erreicht werden.

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Atheist_Crusader 24.03.2016, 10:23
3.

"Neeein, haben Sie nicht. Sie haben ja nie angerufen. Aber, Frau Freitag, wenn Sie das damals meinen Eltern erzählt hätten, ich schwöre, ich würde heute nicht rauchen."


Das ist aber auch ein ziemliches Armutszeugnis: die eigenen Unzulänglichkeiten erkennen... aber statt dass man heute versucht sie loszuwerden, beschuldigt man lieber Andere dass sie einen gestern nicht davon abgehalten haben.

Hätte die Lehrerin natürlich tun sollen. Aber Jahre später dann noch solche Sprüche klopfen "Ich bin nur so, weil Sie mit nicht daran gehindert haben" funktioniert vielleicht für Teenager. Aber wer als Erwachsener betrachtet und ernst genommen werden will, sollte sich solche Aussagen mal besser sparen. Irgendwo kommt der Punkt, an dem man selbst für sich verantwortlich ist.

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anarchonda 24.03.2016, 10:24
4. Perfekt!

Beim Lesen des ersten Teisl des Textes habe ich innerlich die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen vor soviel Selbstzweifel und Unsicherheit. Ich dachte: "Um Himmels Willen, wie kann man so einem schwachen Individuum 25 Kinder anvertrauen."

Ich hatte Frau Freitag wohl nicht zugestanden, sich anfangs wie ein Anfänger verhalten zu dürfen. Lehrer müssen den nunmal den"Arsch in der Hose haben" Gegenwind von Schülern und deren Eltern auszuhalten.

Viele Regeln sind eben nicht verhandelbar und dies klar und deutlich zu machen ist neben der Wissensvermittlung auch Aufgabe des Lehrers. Frau Freitag hat gelernt, ihrer Verantwortung gerecht zu werden. Perfekt! Lehrer mit Rückgrat sind ein absoluter Gewinn für die Gesellschaft.

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cobaea 24.03.2016, 10:34
5. Angst vor Liebesentzug

Eigentlich glaube ich eher, dass die ausbleibende Information der Eltern am Anfang einer Lehrerkarriere vor allem damit zusammenhängt, dass die Junglehrerin/der Junglehrer fürchtet, von ihren/seinen Schüler/innen als reaktionär abgelehnt oder als "fiese Möpp" nicht geliebt zu werden. In der ersten Zeit sind Lehrkräfte gewöhnlich über ihre eigene Rolle verunsichert und wollen von den Unterrichteten gemocht werden. Sie brauchen Zeit, um zu lernen, dass Schülerinnen und Schüler diese quasi Solidarität weder schätzen noch wollen. Sie wollen klare Ansagen von jemanden, der zu den vermittelten Grundsätzen auch selber steht.

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peter78 24.03.2016, 10:36
6. Seltsame Welt

Jedes auch noch so lächerliches Ereignis wird über "Soziale Netzwerke" kommuniziert, aber wenn das Kind die Schule schwänzt, das liegt im belieben der Lehrkraft, ob die Eltern davon erfahren oder nicht?
Früher gabs "blaue Briefe"; vielleicht sollten wir eine "blaue SMS" VERBINDLICH einführen.

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derhey 24.03.2016, 10:38
7. Respekt vor den Lehrer-innen

10 pupertierende Jungs, 18 Mädchen, Schreibmaschinenunterricht (gab´s noch), Jungs in einer Reihe nebeneinander sitzend.
Attraktive Junglehrerin Marina; man sollte im Takt einer Musik schreiben. Wir Jungs ignorierten dies und machten unsere eigene Musik nämlich Marina, Marina, Marina.
Sollten damit aufhören, zwecklos. Dann plötzlich die Junglehrerin - zack, zack; links und rechts eine an die Backe, die Reihe hindurch, ging so schnell wir waren alle verblüfft.
Danach war die Lehrerin von uns allen hochrepektiert, erhielt ca 14 Tage danach zu ihrem Geburtstag von uns Jungs Blumen, Konfekt und eine Entschuldigung.
Nur zum Nachdenken.

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astor 24.03.2016, 10:40
8. Weiter so!

Ich habe in fast 40 Jahren als Lehrer in schwierigen Fällen die Eltern kontaktiert, z.T. auch zu Hause besucht - auf dem Lande ist das einfacher als in Großstädten - und es hat sich kurz- und langfristig als außerordentlich erfolgreich erwiesen. Die Reaktionen waren immer positiv - außer bei Eltern von total verwöhnten Kindern.

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peeka(neu) 24.03.2016, 10:41
9. Wie sich die Zeiten ändern

Wir wurden von unseren Lehrern damals nach Zigaretten angeschnorrt, wenn sie selbst keine mehr hatten.
Schwänzen dagegen würde man wohl besser in den Grif bekommen, wenn man die Zahlung von Kindergeld abhängig vom Schulbesuch machen würde.

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