Forum: Leben und Lernen
Erkenntnisse einer Lehrerin: Nett sein bringt nichts
DPA

"Seid doch bitte mal kurz ruhig." Wer so mit seinen Schülern spricht, hat schon verloren, sagt Frau Freitag. Die Lehrerin hat gelernt: Nur wer Regeln durchsetzt, wird respektiert.

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susuki 12.04.2016, 07:30
1.

Unabhängig was an den pädagogischen Hochschulen zur Zeit gelehrt wird...

Es geht darum die SuS 10 - 20 Minuten am Tag in Schach zu halten und den Stoff frontal zu vermitteln.

Der Rest der Zeit kann mit "Gruppenarbeiten" und dergleichen genutzt werden um soziale Gegebenheiten, Kooperationsfähigkeiten und dergleichen zu vermitteln.

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fatherted98 12.04.2016, 07:34
2. Wow...

...was für eine Erkenntnis...und wie lange hat sie dafür gebraucht?...egal...auch dieses wird in vielen Klassen nicht helfen...bei meinem Neffen ist letzten ein Schüler auf die Lehrerin zugegangen hat ihr den Mittelfinger gezeigt sie als H...e beschimpft und ging dann nach Hause...Konsequenz: Keine...Schulleitung will keinen Eklat...und das 3. Klasse Grundschule

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multimölli 12.04.2016, 07:36
3. Grenzen

Ich habe es als Jungscharleiter erlebt: Die mir anbefohlenen wollten Befehle. Ein kleines Bisschen Drill, dann fanden sie die Stunden toll. Die Jungs waren so etwa im Alter 4. bis 6. Klasse.

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neme8 12.04.2016, 07:46
4.

Regel sind dazu da befolgt zu werden.. Gerade im Schulalltag. Wer da zu schnell zu lasch ist hat verloren, das stimmt.
Aber laut Artikel kommt es für mich so rüber, als ob man dazu ein strenger, humorloser Lehrer sein muss, bei dem es keinen Spaß im Untericht macht!
Ich habe mit meinen Schülern ständig Spaß.. Wir lachen im Unterricht und unterhalten uns auch einmal über völlig belanglose Sachen. Jedoch müssen die Schüler einfach wissen, wann sie arbeiten müssen und wann sie mal was anderes machen dürfen. Nett sein, Spaß haben und trotzdem arbeiten gehören für mich zusammen und dürfen auf keinen Fall getrennt werden! Mit Spaß an der Arbeit lernt es sich besser...

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frankenbaer 12.04.2016, 07:56
5. Durchsetzen?

Ich möchte nicht besserwisserissch erscheinen, aber ich frage mich schon wie es sein kann, dass Junglehrer völlig konzeptionslos "an die Front" geschickt werden.

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austenjane1776 12.04.2016, 08:03
6. Realistische Beschreibung

Was im System Schule allerdings meist fehlt, sind Sanktionen für die, die auf das richtige professionelles Verhalten der Lehrkaft nicht reagieren.
Problematisch ist besonders in der Sek I, dass di Lehrkräfte bei massiven Störer/innen wenig Unterstützung ihrer Schulleitungen finden.
Statt die Störenden im Schuleitungs-Zimmer zu "formatieren" werden die Kolleg/innen meist allein gelassen.
Disziplin ist nie nur die Sache der/des Einzelnen.
Nach meiner Erfahrung gibt es immer mehr Schüler/innen, die das System verstanden haben und so hart drauf sind, dass die einzelne Lehrkraft machtlos ist.
Das sind oft Kinder gebildeter Eltern, die die Regeln kennen, die wissen, was die Lehrkraft alles "nicht darf" und die bei Bedarf dann ihre Eltern mit dem Schulrecht unterm Arm mitbringen.
Hier wären die Schulleitunge aufgerufen, die Kolleg/innen zu unterstützen - aber nach meiner Erfahrung werden diese oft allein gelassen.
Damit kann die einzelne Lehrkraft ihre Regeln eben nicht mehr "durchsetzen".
Mit der Folge, dass die Disziplin in die Tonne geht.
Leider.
Für die Studier- bzw Ausbildnungsfähigkeit der Schüler/innen ist das auch schlecht -
wenn dieser "Schutzraum" Schule weg ist, können viele nicht "umschalten" auf Anpassen und Mitmachen.
Und fliegen oft in der Probezeit aus der mühsam gefundenen Ausbildung.
Folge:
Die Disziplin müßte viel stärker in den Vordergrund rücken.
Aber die meisten Schulleitunge scheinen eher angstbesetzt, als ihre Kollegien zu unterstützen.
Die Instrumente sind vorhanden.

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chase_22 12.04.2016, 08:06
7. Kann ich nur zustimmen

Ich weiß aus inzwischen 14 Jahren Schule, dass sich ein zu strenger Lehrer unbeliebt macht, noch unbeliebter macht sich ein inkonsequenter. Ich habe von jungen Referendaren die in ihren Unterrichtsmethoden mehr als Fragwürdig waren bis zur sturen Frührentnerin einiges erlebt und ich muss sagen, wichtiger als Nettigkeit oder Strenge war Konsequenz. Man muss nicht wegen jeder Kleinigkeit an die Decke gehen oder den Unterricht für eine minutenlange Predigt unterbrechen. Aber einfach mal einen Schüler, welcher den Unterricht stört, vor die Tür setzen reicht meistens aus und ist von den Schülern auch gewünscht. Ich denke einer meiner häufigsten Sätze zu einem Lehrer war "Können sie ihn bitte rausschmeißen damit hier Ruhe ist?"

Meine mit Abstand kompetenteste Lehrerin bisher war nicht symphatisch, auch nicht wirklich nett. Aber sie war konsequent in dem was sie tat und sie hat es geschafft eine Klasse, die sämtliche Hoffnung das Fachabitur in Mathematik zu bestehen aufgegeben hat, in einem Jahr zur Prüfungsreife geprügelt. Erfolgreich.

Also aus der Sicht eines Schülers kann ich nur sagen: Wir wollen keine freundlich lächelnden Kindergärtner. Wir wollen lernen und wir verlangen vom Lehrer dafür zu sorgen, dass das möglich ist.

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widower+2 12.04.2016, 08:06
8. Eigene Regeln?

Ich finde es etwas problematisch, wenn jeder Lehrer quasi seine eigenen Regeln aufstellt wie im Artikel impliziert. Wenn die eine keine Kaugummis erträgt und die andere keine Daunenjacken nimmt das ein Stück Orientierung.

Das kann dann seltsame Blüten treiben im Fall der Frnzösischlehrerin meiner Tochter, die verlangt, dass man die Bücher und Hefte für ihr Fach in einem separaten Behältnis mitbringt, das allerdings keine Plastiktüte sein darf. Das ergibt dann an gewissen Tagen Schulranzen + Sportbeutel + Französischtasche. Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie das aussehen würde, wenn noch mehr Lehrer auf diese abstruse Idee kämen.

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spmc-12355639674612 12.04.2016, 08:09
9. Wenn man das liest,

fragt man sich, was unsere professionellen Pädagogen eigentlich im Studium lernen. Alle diese Binsenwahrheiten sollten ihnen bereits bekannt sein, wenn sie das erste Mal selbständig unterrichten.
Was aber ebenfalls nicht zu unterschätzen ist, ist die Fachkompetenz: Lehrkräfte, die in ihrem Fach unsicher sind, werden von den Schülern nicht ernst genommen - das betrifft insbesondere den Unterricht an Gymnasien.

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