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Erschöpfter Uni-Dozent: Schafft die Hausarbeiten ab!
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Die Studenten quälen sich beim Schreiben, die Dozenten beim Lesen. Hausarbeiten sind für alle Beteiligten eine Qual. Hören wir doch einfach auf damit, fordert Schulpädagoge Christoph Tipker.

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ackergold 16.02.2017, 09:38
1. Hausarbeiten sind ein wichtiges Ausbildungselement

Klar, Religionspädagogen, für die es letztlich nur ein einziges relevantes Buch auf Erden gibt, in dem schon alles drin steht, mögen das so sehen und die Korrektur von Hausarbeiten als Last empfinden. Trotzdem sind sie ein wichtiges Element der akademischen Ausbildung, denn wer nicht in der Lage ist, einen Sachverhalt mit einem Roten Faden mit allen relevanten Argumenten in kritischer Reflexion konzise und korrekt in schriftlicher Form auf den Punkt zu bringen, der braucht auch keine akademische Ausbildung, sondern sollte eine Lehre absolvieren. Das gleiche gilt für Dozenten, die so etwas fordern, nur weil sie damit "viel Arbeit haben".
Ja, es macht viel Arbeit, aber auch Herr Tipker wird dafür fürstlich bezahlt. Wenn er das nicht will, könnte er sich jederzeit einen anderen Job suchen, denn seine Nachfolger warten schon.

Schreiben ist eine Kernkompetenz der akademischen Ausbildung, Herr Tipker - und Sie haben dafür zu sorgen, dass Absolventen diese Kernkompetenz erwerben. Da kann es doch wohl keine zwei Meinungen geben.

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t_mcmillan 16.02.2017, 09:43
2.

Klingt vernünftig.

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m82arcel 16.02.2017, 09:44
3.

Bei acht Hausarbeiten in einem Semester ist entweder der Studiengang vollkommen falsch geplant, oder die Studentin hat ihr Studium selbst falsch geplant. Ich vermute, es ist eine Mischung aus beidem.
Ich habe im Bachelor eigentlich nur drei Hausarbeiten schreiben müssen und die natürlich in verschiedenen Semestern. Und so fand ich es eine sinnvolle Vorbereitung auf die Bachelorarbeit - einen großen Teil an Fehlern (zu spät anfangen, unstrukturiertes Vorgehen, zwischendurch alles über den Haufen werfen, etc.) hatte ich dann nämlich schon hinter mir und konnte mich auf den Inhalt konzentrieren. Zudem ist von den Hausarbeiten bei mir deutlich mehr hängen geblieben als von anderen Modulen - aber das mag bei jedem anders sein.

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Buggybear 16.02.2017, 09:46
4. Lieber Christoph,

es tut mir leid, dass es für Euch so schwer ist. Dann tu es doch einfach. Meine Erlaubnis hast Du dazu.
Bei Religionspädagogik legt nun wirklich niemand Wert auf Qualität.

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schlüsselkind 16.02.2017, 09:47
5. Sehr pauschal

Die Forderung zeugt m. E. von wenig Blick über den Tellerrand des Autoren. Was in seinem Fachbereich wenig Sinn haben mag, kann in anderen Elementar sein. Im Jurastudium wird mit der Hausarbeit geübt, in Eigenleistung einen sehr komplexen Sachverhalt rechtlich korrekt "aufzudröseln", Unwesentliches von Wesentlichem zu trennen, und unter Beachtung/Erörterung von Rechtsprechung und Literaturmeinungen eine Lösung zu finden und zu argumentieren. Der elementare Bestandteil des juristischen Handwerkskastens. Für diese komplexe Übung des Einzelnen ist im Rahmen von Seminarrunden und Vorlesungen in dieser Komplexität überhaupt keine Zeit. Und nur weil etwas mühsam ist, gehört es nicht gleich abgeschafft...

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schwarzlichtgestalt 16.02.2017, 09:49
6.

Das passt zum Trend: Hausarbeiten sind das einzige verbliebene niveauvolle, geistvolle Relikt im ansonsten völlig verschulten Hochschulsystem. Wer braucht schon Leute, die wissenschaftliches Arbeiten und Denken einüben? Die Wirtschaft nicht - also weg damit.

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bert1966 16.02.2017, 09:50
7. Was für ein Konzept

Tatsächlich: Unangenehmes gehört verbannt aus dieser Welt, Hausarbeiten zu erstellen und zu korrigieren gehört dazu, genau so wie Klausuren schreiben, bewertet werden überhaupt, die Steuererklärung und der Zahnarztbesuch. Die Lösung: Schaffen wir einfach all das ab und lehnen uns entspannt zurück. Natürlich darf man dann aber auch nicht erwarten, ein Examen zu bestehen oder jemals noch ein Ziel zu erreichen, auch wenn es mühsam ist. Machen wir also einfach keine Abschlüsse mehr, sondern beantragen direkt Hartz IV und das bitte bargeldlos auf´s Konto oder besser noch in Naturalien frei Haus, der Weg zur Bank wäre einfach zu weit ... und viel zu mühevoll.

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Galgenstrick 16.02.2017, 09:51
8. Noch Luft nach unten?

Wozu überhaupt noch lesen und schreiben lernen? Runter und weg mit jedem Niveau. Ist heute schon erschreckend, was viele Akdemiker schon nicht mehr können aber da ist sicher noch Luft nach unten.

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heindeburk 16.02.2017, 09:52
9. Nicht fordern - tun!

Warum schafft der Autor die Hausarbeiten in seinen Seminaren nicht ab?

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