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Erst- bis Sechstklässler: Wo Kinder gern zur Schule gehen - und warum
Robert Schlesinger/ DPA

Was Schüler leisten, wird oft vermessen - sie selbst kommen aber selten zu Wort. Eine Studie hat nun untersucht, wie zufrieden Kinder mit ihrer Schule sind. Ein Ergebnis: Mit Mängeln gehen sie gelassener um als Eltern.

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ondrana 07.09.2019, 20:51
10.

"Dazu gehört, dass Fremdsprachenunterricht ab der 1. Klasse in Deutschland immer noch die Ausnahme ist. In fast allen anderen europäischen Ländern (zumindest in denen, in denen die Muttersprache weder Englisch noch Französisch ist) ist es hingegen die Regel. "

Falsch. Es ist 1. nicht die Regel. Es ist 2. wenn es die Regel ist, nicht unbedingt erfolgreich. Da gibt es jede Menge Studien dazu:

Interessanterweise ist das weltweit so. Es ist egal, ob die Ausgangsprache Koreanisch ist und die Zielsprache Japanisch, die Ausgangssprache English und die Zielsprache Spanisch oder die Ausgangsprache Polnisch und die Zielsprache Deutsch.

Wenn der Fremdsprachenunterricht nicht mindestens 60 - 90 Minuten pro Tag stattfindet oder ständig bilingualer Unterricht erfolgt (und das tut er in fast keinem europäischen Land), steht der Effekt in keinem Verhältnis zum Aufwand.
Das liegt vor allem daran, dass Kinder sich noch keine grammatikalischen Strukturen erschließen können. Insofern ist der Fremdsprachenunterricht, wenn er nicht in sehr umfangreichem Maße stattfindet, nutzlos.

"Ich habe im Verwandten- und Freundeskreis viele Kinder, die mit mir ab 7 Jahren wunderbar Englisch sprechen. Deutsche Kinder kucken da noch mit 9 völlig dumm aus der Wäsche. Und das wirkt eben bis in das Erwachsenenalter nach. Deutsche sprechen nun mal im europäischen Vergleich ziemlich bescheiden Englisch (auch wenn sie das Gegenteil glauben). "

Auch viel zu verallgemeinernd. Nur weil die Kiddies "Head, shoulders, knees and toes" singen können, und einen Pullover als rot bezeichnen können, können sie noch lange keine Fremdsprache.
Deutsche Kinder fallen zurück, wenn man die niederländischen oder skandinavischen Kinder betrachtet. Das liegt aber daran, dass dort im Fernseher und im Kino nichts synchronisiert ist. Die Familien und Kinder wachsen seit Generationen mit der Fremdsprache aus.
Wenn man diese Länder aus der Statistik herausnimmt, schneiden die deutschen Kinder sehr gut ab.

"Im Übrigens sind Whiteboards nicht automatisch interaktiv. Die allermeisten sind es nicht. Ich kenne interaktive Whiteboards vor allem als »Smartboards«. Aber wenn man die Dinger nicht mal richtig benennen kann, ist es auch kein Wunder, wenn es sie in Deutschland kaum gibt."
Hier neige ich dazu, Ihnen zuzustimmen. Wobei meine Tochter, die eine englische Schule besucht hat, erzählte, dass auch dort die meisten Lehrkräfte das interaktive Board nur zu Präsentationszwecken benutzen. Dafür sind die einfach zu teuer.

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ondrana 07.09.2019, 20:52
11.

"Dazu gehört, dass Fremdsprachenunterricht ab der 1. Klasse in Deutschland immer noch die Ausnahme ist. In fast allen anderen europäischen Ländern (zumindest in denen, in denen die Muttersprache weder Englisch noch Französisch ist) ist es hingegen die Regel. "

Falsch. Es ist 1. nicht die Regel. Es ist 2. wenn es die Regel ist, nicht unbedingt erfolgreich. Da gibt es jede Menge Studien dazu:

Interessanterweise ist das weltweit so. Es ist egal, ob die Ausgangsprache Koreanisch ist und die Zielsprache Japanisch, die Ausgangssprache English und die Zielsprache Spanisch oder die Ausgangsprache Polnisch und die Zielsprache Deutsch.

Wenn der Fremdsprachenunterricht nicht mindestens 60 - 90 Minuten pro Tag stattfindet oder ständig bilingualer Unterricht erfolgt (und das tut er in fast keinem europäischen Land), steht der Effekt in keinem Verhältnis zum Aufwand.
Das liegt vor allem daran, dass Kinder sich noch keine grammatikalischen Strukturen erschließen können. Insofern ist der Fremdsprachenunterricht, wenn er nicht in sehr umfangreichem Maße stattfindet, nutzlos.

"Ich habe im Verwandten- und Freundeskreis viele Kinder, die mit mir ab 7 Jahren wunderbar Englisch sprechen. Deutsche Kinder kucken da noch mit 9 völlig dumm aus der Wäsche. Und das wirkt eben bis in das Erwachsenenalter nach. Deutsche sprechen nun mal im europäischen Vergleich ziemlich bescheiden Englisch (auch wenn sie das Gegenteil glauben). "

Auch viel zu verallgemeinernd. Nur weil die Kiddies "Head, shoulders, knees and toes" singen können, und einen Pullover als rot bezeichnen können, können sie noch lange keine Fremdsprache.
Deutsche Kinder fallen zurück, wenn man die niederländischen oder skandinavischen Kinder betrachtet. Das liegt aber daran, dass dort im Fernseher und im Kino nichts synchronisiert ist. Die Familien und Kinder wachsen seit Generationen mit der Fremdsprache aus.
Wenn man diese Länder aus der Statistik herausnimmt, schneiden die deutschen Kinder sehr gut ab.

"Im Übrigens sind Whiteboards nicht automatisch interaktiv. Die allermeisten sind es nicht. Ich kenne interaktive Whiteboards vor allem als »Smartboards«. Aber wenn man die Dinger nicht mal richtig benennen kann, ist es auch kein Wunder, wenn es sie in Deutschland kaum gibt."
Hier neige ich dazu, Ihnen zuzustimmen. Wobei meine Tochter, die eine englische Schule besucht hat, erzählte, dass auch dort die meisten Lehrkräfte das interaktive Board nur zu Präsentationszwecken benutzen. Dafür sind die einfach zu teuer.

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querulant_99 08.09.2019, 09:20
12.

Femdsprachenunterricht ab der 1. Klasse hatte ich natürlich. Und in diese "Fremdsprache" wurde durchweg unterrichtet. Es war Hochdeutsch! Nein, meine Eltern hatten keinerlei ausländischen Wurzel. Ich bin also ein waschechter "Biodeutscher". In meinem kleinem Dorf, in dem ich aufgewachsen bin, wurde ein breiter Hohenloher Dialekt gesprochen, der aussprachemäßig und grammatikalisch sehr weit vom Hochdeutschen entfernt war. Mit einer weiteren Fremdsprache wären die meisten Erstklässler wohl überfordert gewesen.

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kika2012 08.09.2019, 10:19
13. querulant_99

Mein Sohn spricht 3 Sprachen mit 6 Jahren. Und nein, ich habe auch keine ausländischen Wurzeln. Aber eine Patchwork Familie. Und Kinder können sehr wohl mehrere Sprachen im Kleinstkindalter lernen.

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ondrana 08.09.2019, 14:39
14.

Zitat von kika2012
Mein Sohn spricht 3 Sprachen mit 6 Jahren. Und nein, ich habe auch keine ausländischen Wurzeln. Aber eine Patchwork Familie. Und Kinder können sehr wohl mehrere Sprachen im Kleinstkindalter lernen.
Da haben Sie völlig Recht. Das ist aber nicht der Fall, wenn es zwei Mal in der Woche eine halbe Stunde Fremdsprachenunterricht gibt.

Mir wäre da etwas viel wichtiger, wenn die Kinder von der Grundschule in die SEK1 kommen:

sie können die Uhr lesen, analog und digital
sie können sich allein die Schuhe zubinden
sie schaffe es, in den richtigen Schulbus einzusteigen
sie können weitestgehend ihren Ranzen für den nächsten Tag selbst packen
sie können schwimmen
sie können unfallfrei geradeaus und rückwärts gehen
sie können Blätter in eine Mappe heften - in der richtigen Reihenfolge
sie können so leserlich in einer angemessenen Zeit etwas aufschreiben
sie wissen, dass man sich ab und zu waschen sollte
sie wissen, dass Chips und Eistee kein Frühstück sind und essen das Pausenbrot, das ihnen ihre Eltern mitgegeben haben
sie können um Hilfe bitten und Hilfe annehmen
sie haben Bedürfnisaufschub gelernt
sie übernehmen in kleinem Rahmen Verantwortung für sich selbst und ihr Lernen sowie für ihre sozialen Beziehungen
und noch zahllose andere Fähigkeiten.

Fremdsprachenunterricht in der GS steht da auf Position 2534 der Rangliste.

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kika2012 08.09.2019, 18:47
15. ondrana

Die beschriebenen Fähigkeiten sollte jedes Kind mehr oder weniger wissen, wenn es in die Grundschule kommt. Wir lernen Sprachen auch zuhause.

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ondrana 08.09.2019, 20:16
16.

Zitat von kika2012
Die beschriebenen Fähigkeiten sollte jedes Kind mehr oder weniger wissen, wenn es in die Grundschule kommt. Wir lernen Sprachen auch zuhause.
Wir haben bei uns Zwölfjährige, die einige der oben beschriebenen Dinge noch nicht können. Und die Kinder sind bei Weitem nicht immer aus sozial prekären Familien.

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mucschwabe 09.09.2019, 20:33
17. Fremdsprachen

Wenn man dieses Fremdsprachengequatsche hier verfolgt, dann merkt man vor allem, dass viele nicht mal 10 Jahre in die Zukunft schauen können. Fremdsprachen zu lernen macht keinen Sinn mehr, wenn es Computer gibt, die künftig quasi jede beliebige Sprache simultan übersetzen. Das ist eine Fähigkeit, die sehr schnell an die KI künftig ausgelagert wird. Es ist auch genauso dumm, zu fordern, dass künftig die Schüler alle programmieren können sollen. Da sind die Schulen leider 20 Jahre zu spät. Programmieren werden künftig auch eher Maschinen und weniger Menschen.

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Jimi 10.09.2019, 07:28
18. Falscher Diskussionsinhalt

Über Fremdsprachenstart in der GS zu streiten verliert den Fokus auf die Kardinalfehler unseres Bildungssystems: Mangelnde Differenzierung im Unterricht, Lernen im Gleichschritt mit dem Nürnberger Trichter, Angst vor Individuellem Fortschritt, mangelnde Verflechtung von Fächern und Inhalten, Klassenfrequenzen wie beim Alten Fritz, mangelnde Kooperation und Supervision und aufmerksame Fortbildung von und für Lehrern/innen, führerlose Schulen aufgrund offensichtlich mangelnder Attraktivität dieser Position, Gehaltshirarchien von Kita bis Gymnasium, Angst vor lebensnahen Fächern und Inhalten, fehlende kompetente Sprachschulung VOR dem Schuleintritt mit verpflichtender Kitaanbindung insbesondere für Familien mit Migrationshintergrund. Die zweitklassige Ausstattung und das miese Essen sind da noch das i-Tüpfelchen... das sind die systemischer Probleme, an denen sich Lehrer/innen täglich die Zähne ausbeißen und nach 20 Jahren Dienst ihre Abnutzungserscheinungen verursachen. Es zeigt auch, dass die politische Linie der Bildungspolitik, die die Schulämter transportieren, von Statik und Hirarchie geprägt sind.

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baer.reinhard 10.09.2019, 07:56
19. Die Grafik ist interessant

Also obwohl Berlin eine bessere technische Ausstattung mit Whiteboards hat als Bayern oder Sachsen, sind die Schulergebnisse in Bayern und Sachsen besser.
Daraus folgt, dass die technische Ausstattung sicher eine nette Ergänzung ist, aber für sich genommen nicht die schulischen Leistungen verbessert.

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