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Erstklässler: Bildungsforscher fordert flexible Einschulung - unabhängig vom Alter
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Einschulung mit fünf? Viele Eltern sind skeptisch und warten immer länger, bis sie ihr Kind in die Schule schicken. Ein Bildungsforscher empfiehlt nun, die bisherigen Stichtage komplett abzuschaffen.

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aggro_aggro 30.08.2018, 22:51
1. Überprüfen

In NRW wird jedes Kind, dass im September geboren ist mit 5 Jahren eingeschult.
Das sollte 1/12 der Schüler sein, also mehr als 13.000 Schüler schon ganz regulär.

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franz-burbach 30.08.2018, 22:57
2. Die Idee mit der früheren Einschulung

Selbst wurde ich auch mit 5 Jahren eingeschult, mit der Begründung,: Das ist gut, dann hat der Junge ein ganzes Jahr im Beruf verdient. Stimmt zwar, ich war mit 16 schon ein geprüfter Geselle. Aber heute im Alter weiß ich das war absolut Idiotisch. Man hat mir nur ein Jahr von einer wunderbaren Kindheit geklaut. Und nichts hat man damit verdient.

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jj2005 30.08.2018, 23:06
3. "Fliessende" Einschulung ist problematisch

Gerade in der ersten Klasse werden Grundlagen in Lesen, Schreiben, Rechnen gelegt. Wenn ein Kind erst im Februar dazustösst, darf die Lehrkraft dem Kind dann höchstpersönlich den Stoff der ersten sechs Monate individuell vermitteln? Zu Lasten der anderen Kinder?

Dagegen wäre eine individuelle "Reifeprüfung" schon denkbar. Manche Kinder sind schon mit 4 Jahren bereit für die erste Klasse, andere erst mit 7. Aber nicht übertreiben - wenn intelligente 10-jährige mit reifen 13-jährigen die Klasse teilen, kommt es zu Problemen ganz anderer Art.

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Filsbachlerche 30.08.2018, 23:15
4. Es ist schon fast fünf Jahrzehnte her

Eine meiner Töchter stand zur Einschulung an. Ich fand sie dafür noch zu kindlich und verspielt. Daher führte ich bei ihr einen Schulreifetest durch (für Fachleute: nach Lauster). Sie bestand diesen sehr knapp. Ich suchte den Rektor der Grundschule auf und wies ihn auf diese Testergebnisse hin. Dieser Rektor bestand auf der Einschulung aufgrund des gesetzlichen Eintrittsalters.

Das gesetzlich festgelegte Schuleintrittsalter entbehrt jeglicher pädagogischen und entwicklungspsychologischen Grundlage.

Meine Tochter mußte verfrüht zur Schule, ohne wirklich voll schulreif gewesen zu sein! Ich bin noch heute der Überzeugung, sie hätte auch ein Gymnasium besuchen und ein ordentliches Abitur ablegen können, wenn sie ein Jahr Aufschub gehabt hätte. So mußte sie einen anderen Weg gehen.

Sie ist auch so glücklich geworden. Aber sie hätte eine bessere Einstiegsmöglichkeit verdient gehabt.

Aber: Gesetz ist Gesetz - und wenn es noch so unsinnig ist!

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struppimz 30.08.2018, 23:33
5. Fehlende Ganztagsbetreuung ...

... an Schulen kann auch dazu führen, dass Eltern - notgedrungen - ihr Kind lieber 1 Jahr länger im Kindergarten lassen. Dieser Aspekt fehlt leider völlig in der Betrachtung!

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aggro_aggro 30.08.2018, 23:49
6. Wozu früher einschulen

Geburtenstarke Jahrgänge und mehr Kitaplätze sorgen dafür, dass schon in der Kita die Kinder nach Jahrgängen gruppiert sind.
Um ein Kind ein Jahr vor seinen Kindergartenfreunden einzuschulen, müssen schon einige Gründe zusammenkommen.
Die Kitas sollten leisten können, dass alle Kinder einen Stift halten können, sich in großen Gesprächsrunden zurückhalten können bis sie dran sind und fließend auf Deutsch kommunizieren können. Also kann die Grundschule direkt besser starten, keine verlorene Zeit, die man durch frühere Einschulung wettmachen muss.

Gute Kitas sind auch Vorschulen.

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phoenix68 31.08.2018, 00:15
7. Kinder sind Menschen

... und weil sie Menschen sind sie verschieden; mit verschiedenen Talenten und noch dazu in verschiedenen Entwicklungstadien. Da ist das Kind, das bereits mit vier lesen und schreiben kann, das seinem Geschwister bei den Mathe-Hausaufgaben hilflt. Wenn das Kind endlich zur Schule darf, kommt es nach sech Wochen nach Hause und weigert sich fortan in die Schule zu gehen mit dem Kommentar es hatte geglaubt, es wuerde in der Schule etwas lernen. Dem Kinde und der Mutter wird klar gemacht, das Kind habe es zu unterlassen, Fragen zu stellen. Dem Kind wird langweilig und hoert auf , sich am Unterricht zu beteiligen. Dem Kind wird vorgeworfen, sich nicht am Unterricht zu beteiligen. Seine Wissbegier wird systematisch getoetet.

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fuchsi 31.08.2018, 00:58
8. Gute Idee, aber wer setzt diese um?

Gerade in den Grundschulen fehlen aktuell Lehrkräfte, für Individualisierung sollten es zwei pro Klasse sein, aber oft ist nicht mal eine qualifizierte Lehrkraft vorhanden. Gleichzeitig ist in den oberen Klassen 3 und 4 die Spanne groß. Einige Kinder lesen und schreiben fließend, andere kennen kaum die Buchstaben oder Zahlen. Wenn Gymnasiallehrkräfte der Fächer Deutsch, Englisch und Mathematik eine Fakultas ab Klasse 3 statt erst ab 5 erwerben könnten, in Fortbildung oder gleich mit dem Studium, könnten Sie die Grundschulen qualifiziert unterstützen und sich um die erstere Gruppe kümmern, so bliebe den Grundschulfachkräften mehr Zeit für die anderen. Zugleich gäbe es eine verbesserte Zusammenarbeit der Schulformen, die in Deutschland aus der Perspektive der Lehrkräfte und deren Ausbildung geradezu schismatisch getrennt sind. Hier liegt einer der Gründe für die mangelnde Flexibilität des Schulsystems. Kinder müssen sich strikt nach dem System richten. Weshalb eigentlich? Warum haben wir kein System, das sich nach den Kindern und deren individuellen Fähigkeiten richtet, mit Lehrkräften, die diese erkennen und auch schulformübergreifend fördern?

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dasfred 31.08.2018, 01:58
9. Öfter mal was neues

Irgendwann muss es ja mal ein perfektes Schulsystem geben und so lange wird experimentiert. Sind ja bloß Kinder. Mir scheint sinnvoll, dass die Kinder mit der Schule beginnen, wenn alle in der Klasse eine vergleichbare Reife mitbringen. Da kann es eben auch mal eine Spannbreite von einem Jahr geben. Allerdings sollte man die Kinder dann auch gemeinsam beginnen lassen und nicht übers Jahr verteilt einschulen. Schule ist nicht nur Unterricht, sondern auch soziale Gemeinschaft. Wenn man sich allerdings heute Kinder im Alter von zwölf ansieht, dann gibt es Einzelne, die schon wie vierzehn wirken, andere eher wie zehn. Sowohl von der körperlichen, wie auch geistigen Reife. Trotzdem müssen alle in dem Alter den gleichen Stoff bewältigen. Das ist das eigentliche Problem. Heute ist der richtige Schüler derjenige, der dem Durchschnitt am nächsten kommt. Die individuelle Förderung kommt in der Schule zu kurz und muss in der Freizeit von den Eltern organisiert werden.

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