Forum: Leben und Lernen
Erstklässler: Bildungsforscher fordert flexible Einschulung - unabhängig vom Alter
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Einschulung mit fünf? Viele Eltern sind skeptisch und warten immer länger, bis sie ihr Kind in die Schule schicken. Ein Bildungsforscher empfiehlt nun, die bisherigen Stichtage komplett abzuschaffen.

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spon-41d-frm9 31.08.2018, 07:15
20.

na toll, dann müssen die seilbsternannten Superkinder schon mit 4 in die Schule und die Helikopterkinderlein erst mit 12. In dieser Zeit, wo den Leuten jedgliche Vernunft abhandengekommen ist, und sogar der Gebrauch von Plastikstrohhalmen gesetzlich geregelt werden muss würde ich mir sowas nochmal überlegen

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openminded 31.08.2018, 07:36
21. Individualität über alles

Grenzenloser Schwachsinn, wie soll das funktionieren. Die Lehrkräfte dürfen dann quasi Individualunterricht anbieten, das aber für viele Kinder gleichzeitig. Die relativen Lernunterschiede sind dann am Anfang immens, wann sollen die Kinder denn dann auf einem Stand sein? Oder soll die erste Klasse dann zu einem erweiterten Kindergarten verkommen?
Ob ein Kind nun mit 4, 5, 6, 7 oder 8 eingeschult wird soll gerne individuell entschieden werden, aber wenn das Kind zum Einschulungstermin noch nicht weit genug ist, dann ist es doch wohl zumutbar, ein volles Jahr abzuwarten.

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Leser161 31.08.2018, 07:43
22. Ja, aber

Prinzipiell klingt das richtig. Aber wie will man denn das korrekt bewerten? Kinder sind sehr komplex. Meiner Erfahrung nach macht man es sich bei solchen Dingen jedoch sehr einfach. Meiner zweijährigen Tochter hat man Sprachentwicklungstörungen attestiert und wollte Sie zum Arzt schicken, auf Grundlage eines Ankreuzfragebogens für mich. Auf dem ich Wörter ankreuzen sollte, die sie spricht. Die Auswahl war leider recht begrenzt und meine Tochter hat eine grossse Anzahl anderer Worte gekonnt. Aber meine Einwände halfen nichts, es waren halt die falschen Kreuze gemacht.

Zum Glück hatte dieser Vorfall keine negativen Auswirkungen auf sie. Wenn jedoch die Einschulung aufgrund ungeeigneter Tests falsch gelegt wird kann das krasse Auswirkungen haben. Da lieber einen fixen Termin lassen bevor man anfängt in aufgrund ungeeigneter Mittel in die falsche Richtung zu korrigieren.

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reichsvernunft 31.08.2018, 07:47
23. Ehrlich?

Flexible Einschulung? Noch mehr auf die Lehrer abwälzen? Das führt bestimmt zu individualisiertem, personalisiertem Lernen nach Stand des jeweilligen Kindes, bei einem Lehrer-schlüssel von 30 zu 1, einer Ausbildung und einem Umfeld, welches angehende Lehrer immer öfter und früher in Burnout und Jobwechsel treibt und bei immer stärker schwankender Qualität von Unterricht und Lehr-konzepten. Das ist ja ein niedlicher Gedanke, aber vielleicht könnte man sich erstmal darum kümmern, dass es vernünftige Stellen für die Lehrer gibt, genügend davon, genügend Ausgebildet wird und vernünftige Konzepte entwickeln die Kinder nicht bereits mit Abschluss der Grundschule die Lust am Lernen vermiesen und dafür Existenzangst einimpfen, die sich in sinnlosem Übereifer oder vorzeitiger Resignation zeigt... wie soll denn ohne wirklich gute, flexible Infrastruktur und genügend Kapazität ein Lehrplan funktionieren, bei dem nichts auf einander aufbauen kann, weil zwischendrin immer mal wieder ein Kind hier und da dazu kommt? Oder soll dieser Ansatz nur die Flexibilität und damit Attraktivität teurer Privatschulen nach U.S.-Vorbild erhöhen, damit auch jeder schon zur Einschulung weiß, ob er irgendwann Rente aufstocken müssen wird? Manchmal frage ich mich ob unsere gewählten Vertreter eigentlich nachdenken, bevor sie verabschieden, bzw. ob die überhaupt noch an irgendwas außer Pöstchen denken...

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sok1950 31.08.2018, 07:51
24. Warum nicht gleich die Schulpflicht abschaffen?

Möge doch jedes Kind einfach so und das lernen, was es möchte.
Klar, einfach dann erst ab Dezember in die Schule gehen.
Im Übrigen geht jeder Einschulung, unabhängig vom Alter, eine Untersuchung voran mit der der Wissensstand und die allgemeinen Fähigkeiten des Kindes geprüft werden. (Hat meine Enkeltochter - dieses Jahr eingeschult - auch mitgemacht.) Erst danach wird - unabhängig vom Alter oder irgendwelchen Stichtagen - festgestellt, ob das Kind in die Schule geht oder nicht bzw. ob die Voraussetzungen für eine Einschulung gegeben sind. .
Es ist also schlicht falsch liebe Qualitätsmedien, dass es einen Stichtag gibt und nur dieser allein zählt. Warum müssen immer Schreiberlinge Artikel schreiben, welche keine Ahnung von der Materie haben?

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kolenya 31.08.2018, 07:55
25.

Wie soll es ohne Stichtag funktionieren? kommt man dann 8 Monate Später in eine erste Klasse, wo die anderen schon alle Buchstaben hatten?(wie soll das nachgeholt werden?)
Oder gibt es dann 4 erste Klassen, die zu 4 verschiedenen Zeitpunkten starten?(wo sollen die Lehrer dafür herkommen? gibt es das dann bis zum Abitur oder bis wann muss das Fehlende nachgeholt sein, sodass es dann nur ich einen Jahrgangsstart gibt?)

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spon_2999637 31.08.2018, 08:01
26.

Zitat von Filsbachlerche
Aber: Gesetz ist Gesetz - und wenn es noch so unsinnig ist!
Nunja, in den letzten 50 Jahren hat sich auch da einiges getan ;-) Mein Kind geht noch in die Grundschule und im Bekanntenkreis gibt es einige Fälle von Kindern, die - obwohl eigentlich im Einschulalter - nach Schulreifetest erst ein Jahr später eingeschult wurden.

Andererseits gibt es auch Fälle, wo widersinnigerweise auf eine Einschulung bestanden wurde seitens der Schule/Behörde.

Nun kommt es - die flexible oder strenge Handhabung scheint auch sehr stark von der Auslastung/Belegung der Eingangsklassen abzuhängen. Würden ein paar neue Erstklässler mehr bedeuten, dass die Klasse zu groß und damit geteilt werden muss, die Schule aber weder Räume noch Personal für eine weitere Klasse hat, so werden eher Kinder zurückgestellt.

Ist die Eingangklasse eher "zu klein", zwingt man jedes noch halbwegs "taugliche" Kind zur Schule. Das ist sicher nur eine Einzelfallbetrachtung, aber in dieser Gegend schon auffällig wenn man sich mit Eltern unterhält.

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Europa! 31.08.2018, 08:08
27. Eine schwierige Sache

Das Problem ist nicht die geistige, sondern die körperliche und seelische Reife. Ich war von der Grundschule bis zum Abitur fast immer das jüngste Kind in der Klasse und habe darunter ziemlich gelitten. Erst als die zum Teil drei Jahre älteren Sitzenbleiber und Rüpel endlich alle aussortiert waren, ging es mir besser.

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kirschlorber 31.08.2018, 08:19
28. 1 Jahr länger rackern

Überehrgeizige Eltern, 1 Jahr weniger Kindheit, 1 Jahr länger rackern für die Rente. Wo sind die Vorteile? Ach ja, mein Kind ist ja so schlau...

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aggro_aggro 31.08.2018, 09:00
29. individuelles Lernen

Dass alle Schüler nach eigenem Wissensstand lernen ist ein hehres Ziel und sicher die perfekte Lösung, aber wäre ein völlig anderes Schulsystem. Der Lehrer könnte nur noch auf Nachfrage tätig werden, was kleinere Lerngruppen und viel größere Eigeninitiative bei den Schülern voraussetzen würde.
Die Grundschule eignet sich dafür nicht.
Man sollte die Vorschule harmonisieren um Erstklässlern einen harmonischeren Start zu ermöglichen.

Unser Kindergarten wurde vehement gebeten Schreibübungen zu unterlassen oder zumindest auf Zahlen oder abstrakte Schwungübungen umzustellen. Das macht die Kinder geschickter im Umgang mit dem Stift, aber sorgt für einen stofflich ähnlichen Schulstart mit Kindern, die so etwas noch garnicht üben konnten. Und es vermeidet Langeweile, die Schule soll ja nicht die Vorschule wiederholen.

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