Forum: Leben und Lernen
Erstsemester über 30: "Ich hab das Gefühl, ich bin verliebt"
Anne-Kathrin Gerstlauer

Sie standen im Beruf, jetzt wollen sie's nochmal wissen: Fünf Erstsemester über 30 kehren der Bank, dem Supermarkt oder dem Sekretariat den Rücken und gehen jetzt wieder zur Uni. Hier berichten sie über Bauchkribbeln, Bafög-Sorgen und Butterbrote.

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the.queen.of.mean 29.10.2013, 09:41
1. lebenslanges Lernen

Angeblich gehört den a-typischen Lebensläufen die Zukunft. Ich habe mit 27 angefangen zu studieren. Da fühlt man sich dann mit 30 so kurz vor dem Abschluss auch als Opa an der Uni. Dennoch kann ich das jedem empfehlen. Der Mikrokosmos Universität kann wirklich viel Freude machen, wenn man ein Studium beginnt, das den eigenen Fähigkeiten und Interessen entspricht.

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wwwwalter 29.10.2013, 09:52
2. lebenslanges Lernen ja, aber bitte keine Prüfungen mehr !

Zitat von the.queen.of.mean
Angeblich gehört den a-typischen Lebensläufen die Zukunft. Ich habe mit 27 angefangen zu studieren. Da fühlt man sich dann mit 30 so kurz vor dem Abschluss auch als Opa an der Uni. Dennoch kann ich das jedem empfehlen. Der Mikrokosmos Universität kann wirklich viel Freude machen, wenn man ein Studium beginnt, das den eigenen Fähigkeiten und Interessen entspricht.
Wenn man es durchhält und am Ende schafft, ist das schön und bewundernswert. Ich kenne allerdings viele, die es nur versucht haben mit dem Studium, und ganz schnell wieder zurück an ihren füheren Arbeitsplatz gegangen sind.

Ein Studium reicht mir. Irgendwann mal hat man so viele Prüfungssituationen mit allem damit verbundenem Stress hinter sich, das man sich so etwas nie mehr antun möchte. Als Gasthörer gerne - lebenslanges Lernen ja, aber Prüfungen bitte nie wieder !

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Micken 29.10.2013, 09:58
3. Umwege erhöhen die Ortskenntnis

Bei steigender Lebenserwartung, späteren Renteneintrittsalter und Fachkräftemangel, warum sollten dann Menschen über 30 Jahren nicht studieren?! Ich finde es gut wenn an den Unis und Hochschulen jüngere und ältere Menschen gemeinsam studieren und bestenfalls voneinander lernen können.
Von der Politik wird dies zwar nicht geünscht, siehe BAföG, PKV etc. aber ob ein stures Festhalten an "Turbo-Abi", immer mehr in weniger Zeit, der richtige Weg ist, ist fraglich.

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Dengar 29.10.2013, 09:59
4.

Ich hab auch erst mit 26 mein Studium aufgenommen. Es gab anfänglich sogar Kommilitonen, die mich gesietzt hatten, bis sie begriffen, dass ich kein Mitarbeiter, sondern Student war:-) Ich war sieben Jahre raus aus der Schule, und bei einem Ingenieursstudium ist das besonders hart, sich wieder einzufuchsen, aber ich hab's nie bereut, im Gegenteil. Mein Vorteil war, dass ich elternunabhängiges BaFög bekam (wegen fünfjähriger Berufstätigkeit) und auch in den Semesterferien in meinem alten Job weiterarbeiten konnte. Finanziell wäre es sonst hart gewesen.

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blackpride 29.10.2013, 10:02
5. Beautiful!

Ich war zwar noch recht weit diesseits der 30 als ich angefangen habe zu studieren, aber auch ich habe vorher eine Ausbildung gemacht und knapp drei Jahre lang gearbeitet. Insofern kann ich alles nachvollziehen. Bei mir war der Auslöser nämlich auch, dass ich dachte, das kann doch nicht alles gewesen sein. Es war immer mein Traum zu studieren, in Vorlesungen zu gehen, in der Bib zu sitzen und einfach das Leben als Student zu genießen. Ich habe es niemals bereut, meine Arbeit aufzugeben, um zu studieren, denn wenn ich vergleiche wo ich heute bin, was ich heute mache und was ich damals gemacht habe, kann ich nur schließen: Ich habe alles richtig gemacht!

Einen Vorteil hat das Studium nach Ausbildung und Arbeit: Man studiert nicht einfach nur so. Man hat eine Arbeit aufgegeben für sein Studium und daher ist man vom ersten Tag Feuer und Flamme. Und so wie die erste Studentin berichtet hat war es auch bei mir: Es war wie frisch verliebt!

@Kommentar1: Exakt! Mikrokosmus Uni, sehr schön ausgedrückt. Ich möchte diese Zeit nicht mehr missen; es ist aber auch schön, endlich wieder Geld zu verdienen ;)

Ich wünsche allen Studenten viel Erfolg im Studium und natürlich viel Spaß im Studentenleben. Ihr habt euren Kommilitonen eine ganze Menge an Lebens- und Berufserfahrung voraus. Ihr müsst euer Licht nicht unter irgendeinen Scheffel stellen!!!

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prjctdth 29.10.2013, 10:08
6.

Ich studiere selbst Lehramt Mathe/Informatik im 3.Semester. Als ich letztes Jahr mit 31 angefing, war meine Tochter schon 4. Die Wohnung 38 km von der Uni entfernt will abbezahlt werden und meine Frau ist Erzieherin mit Ganztagsjob. Das ist gerade bei der Fächerkombi schon Overkill aber etwas anderes hätte mich schlicht nicht gereizt. Jetzt sitze ich im Zug zum Ersties-Tutorium welches ich gebe und denke darüber nach, das viele von denen, obwohl sie nur ein Jahr unter mir sind, ich mit manchen zusammen in der Vorlesung sitze, rein technisch meine Kinder sein könnten. Das ist schon strange!

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heiligeeinfalt 29.10.2013, 10:19
7. Plan zur Abschaffung meiner Restfreizeit

Ich bin auch so ein Senior-Student und habe mit vor zwei Jahren - da war ich 41 - (wieder) angefangen. Es hatte mich gefuchst, dass ich den ersten Versuch für einen akademischen Abschluss abgebrochen hatte und studiere nun im 5. Semester Richtung Lehramt. Ich mache das neben meinem Job als freier Grafiker her, bin also weiter voll im Beruf. Das ist stressig, aber es geht irgendwie - ich bin Single und habe keine sozialen Verpflichtungen; Hochachtung habe ich vor einigen alleinerziehenden Müttern, die neben Studium und (leider notwendigem) Beruf auch noch Erziehungsarbeit zu leisten haben. Weder mit den Mitstudierenden noch mit den Lehrenden hab ich irgendwelche Probleme und ich habe auch nicht den Eindruck, dass studieren jenseits der 30 nachteilig ist; ganz im Gegenteil glaube ich, dass das kaum ein Aufreger ist. Ich bin ein ganz normaler Student, gehe nur eben auf weniger Partys.

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every_day 29.10.2013, 10:20
8. ..

Zitat von sysop
Sie standen im Beruf, jetzt wollen sie's nochmal wissen: Fünf Erstsemester über 30 kehren der Bank, dem Supermarkt oder dem Sekretariat den Rücken und gehen jetzt wieder zur Uni.
Das ist ja alles ganz toll wenn Leute so etwas anfangen. Allerdings bleibt dennoch die eine markante Frage: Haben die hinterher eine realistische Chance auf dem Arbeitsmarkt? - Letztlich geht es nämlich darum. Immerhin stehen sie im Wettbewerb mit den deutlich jüngeren Absolventen.

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fitzke 29.10.2013, 10:21
9. süß

Anfang 30 habe ich gerade nochmal einen Karrieresprung gemacht.
Jetzt bin ich Anfang 40 und habe bald mein Staatsexamen in der Tasche und möchte danach den Master beginnen. Mit 39 ein Studium beginnen ist richtig hart. Und es wird sich nichtmehr richtig lohnen, außer meinem Ego und einem Studienabschluss, werde ich wohl hinterher über Jahre noch verschuldet sein. Aber besser als mit 50 vom Arbeitsamt versorgt zu werden.

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