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Erzieher-Krise: So kommen Kitas an mehr Personal
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Erzieher ist ein klassischer Frauenberuf - mit den üblichen Nachteilen wie schlechter Bezahlung, mangelndem Status, geringen Karrierechancen. Die OECD empfiehlt nun acht Maßnahmen, um gegenzusteuern.

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seeyouin1982 14.06.2019, 13:30
1. als alleinerziehende

Mutter in einer Großstadt kenne ich die Probleme. Unsere Kita hat jetzt neu eröffnet, mit einer anstatt 4 geplanten Gruppen, da Personal fehlt. Bei der Bezahlung in Relation zur Veramtwortung - kein Wunder. Die Familienministerin tanzt lieber mit dem Arbeitsminister auf irgendwelchen SPD- Parties. Ich wähle schon lange nicht mehr die SPD

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hannibalanteportas 14.06.2019, 13:40
2. Bis auf den Punkt mit den Quereinsteigern

Sind das alles valide Punkte, die auch auf andere soziale und pflegende Berufe ausgeweitet werden können.
Wie bei allen sozialen Berufen, die engen emotionalen Kontakt mit ihren „Klienten/innen“ haben geht es hier nicht nur um das abspulen von Wissen.
Das ist wie mit dem Bänker, der sich plötzlich zum „Life-Coach“ berufen fühlt und Heilpraktiker für Psychotherapie wird (selbst erlebt).
Nur allein der Wille fehlt, befürchte ich.
Solange es das Heil nur in den MINT-Bereichen und der Haifischfinanzwirtschaft gibt, sehe ich schwarz.

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dieben 14.06.2019, 13:59
3. Pavlowscher Reflex?

Frauenberuf = Schlechte Bezahlung?! Ich finde nicht, dass Erzieherinnen oder auch Krankenschwestern so schlecht verdienen. Meine geschiedene Frau hat jahrzehntelang mehr verdient als ich in der freien Wirtschaft. Ich gönne es Ihr und allen anderen. Über die Schwere der Arbeit oder die Verantwortung kann man diskutieren. Vielleicht auch, ob man hier Anreize schaffen muss. Aber so tut, als würden diese Frauen für einen Hungerlohn arbeiten, ist unlauter.

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MatthiasPetersbach 14.06.2019, 14:04
4.

Zitat von hannibalanteportas
Sind das alles valide Punkte, die auch auf andere soziale und pflegende Berufe ausgeweitet werden können.
...auf andere Berufe sowieso.

Heutzutage gibts wohl keinen (schlecht) bezahlten Beruf, den man ohne Verantwortung, ohne Belastung über den Feierabend hinaus und ohne irgendwelche Kompetenz ausüben könnte.

Es wird mal Zeit, daß man die Arbeitsleistung, die man täglich über Jahre hinweg erbringt und mit Erschöpfung und mit körperlicher und geistiger Abnutzung EHER berücksichtigt als die Frage,ob jemand vor X Jahren 3 oder 3,5 Jahre irgendwelche "Scheine" erworben hat.

Wer um 8:30 antanzt und bis 17:00 Uhr engagiert die Anforderungen seines Arbeitsplatzes erfüllt, hat wohl verdient, daß er einigermaßen von seinem Lohn leben kann. JEDER.

Ich finde, wir lassen uns da viel zu leicht auseinanderdividieren. Mir als Akademiker ist es eben NICHT egal, wieviel der Paketbote verdient - und auch nicht der Erzieher. Weil die im Prinzip MEINE Arbeit machen.

Gleicher Lohn für gleiche Leistung - und da ist meine Ausbildung keinen Pfifferling höher anzusetzen als die der Vorgenannten. Denn die Arbeitsleistung ist dieselbe - und das ist wohl sogar noch zugunsten von mir gerechnet.

Das trifft allerdings auch auf den Paketboten und den Erzieher zu - und auf unzählige andere, die teilweise nach 30 Jahren körperlich oder geistig am Ende sind und dazwischen sich abgehetzt haben - oft abseits von Heizung und Sanitärporzellan.

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Teilzeitalleinerzieherin 14.06.2019, 14:10
5. Wieso immer Studium???

Nach fast acht Jahren Kita Erfahrung kann ich nur feststellen, dass die studierten Kräfte meist nicht für meine Kinder taugten. Die besten Erfahrungen haben meine Kinder mit Quereinsteigern und mit ehemaligen Praktikanten gemacht. Erzieher brauchen für ihren Job vor allem Herz und gesunden Menschenverstand. Wie auch bei Hebammen sollte man die Höhe der Bezahlung nicht an akademische Weihen knüpfen. In unserer Kita klagen die Erzieher im übrigen nicht über die Bezahlung sondern vor allem über die mangelnde Ausstattung. Dass in Deutschland Bettelbriefe an die Eltern wegen Malpapier, Stiften und einem Mindestmaß an Spielzeug für draußen geschickt werden müssen, ist eine Schande und frustriert vor allem auch die Erzieher, die mit dieser Mangelausstattung arbeiten müssen.

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janmichael 14.06.2019, 14:11
6. Schlechte Bezahlung

Vielleicht kann mir hier jemand erklären, warum hier das ökonomische Prinzip nicht greift und der Fachkräftemangel nicht automatisch zu höherer Bezahlung führt. In anderen Berufen ist das doch auch so.

So klingt das eigentlich so, als könnte man mit einer Privatkita relativ einfach Erzieher abwerben. Ausreichend viele gut betuchte und verzweifelte Eltern werden sich vermutlich auch finden.

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cedebe 14.06.2019, 14:17
7.

man könnte auch mal alle bestehebden Verträge von Teil- auf Vollzeitstellen ändern, aber das scheint wohl zu innovativ gedacht zu sein....

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poliki 14.06.2019, 14:19
8.

Es würde sicher helfen, wenn es Deutschlandweit einheitliche Abschlüsse gibt im sozialen Bereich. Dann könnte eine Erzieherin oder Kinderpflegerin (oder Sozialassistentin oder wie auch immer es in den jeweiligen Bundesländern heißt) gefahrlos innerhalb Deutschlands umziehen und weiterarbeiten und nicht wie jetzt mit der Ausländerbehörde über die Anerkennung zu diskutieren.

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MatthiasPetersbach 14.06.2019, 14:24
9.

Zitat von janmichael
So klingt das eigentlich so, als könnte man mit einer Privatkita relativ einfach Erzieher abwerben. Ausreichend viele gut betuchte und verzweifelte Eltern werden sich vermutlich auch finden.
Nun ja, die Hürden sind da nicht zu verachten.

Aber eigentlich ist ne KiTa ne Lizenz zum Gelddrucken - inbegriffen vernünftige Gehälter und vernünftige Kindererziehung.

Wenn es nur ums Kindeswohl und um die Durchführung ginge. Aber es geht um Gesetze, Bestimmungen und Behördengedöns.
Der Bereich ist zu 500 % überreguliert.

Und für "Verbesserungen"werden da Stellschrauben in Bezug auf Kind/Erzieher, Ausbildung der Erzieher, m2/Kind, Kloschüssel/Kind und andere betätigt - das sind aber alles Krücken, die wenig bis nichts über die Qualität aussagen.

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