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Erzieher-Krise: So kommen Kitas an mehr Personal
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Erzieher ist ein klassischer Frauenberuf - mit den üblichen Nachteilen wie schlechter Bezahlung, mangelndem Status, geringen Karrierechancen. Die OECD empfiehlt nun acht Maßnahmen, um gegenzusteuern.

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DerAndereBarde 14.06.2019, 14:27
10. Ökonomische Prinzipien

Zitat von janmichael
Vielleicht kann mir hier jemand erklären, warum hier das ökonomische Prinzip nicht greift und der Fachkräftemangel nicht automatisch zu höherer Bezahlung führt. In anderen Berufen ist das doch auch so. So klingt das eigentlich so, als könnte man mit einer Privatkita relativ einfach Erzieher abwerben. Ausreichend viele gut betuchte und verzweifelte Eltern werden sich vermutlich auch finden.
Ganz einfach, weil auch andere ökonomische Gleichgewichtsprinzipien hier nicht gelten. Außer eventuell in Nobelvierteln arbeitet keine Kita kostendeckend, sondern die Träger bekommen Budgets vom Land. Und der personelle Aufwand ist durch vorgeschriebene Betreuungsschlüssel auch kaum beeinflussbar. Das gesamte Geschätftsmodell lässt freie Bewegung eines Parameters praktisch nicht zu.

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aggro_aggro 14.06.2019, 14:32
11. Schlechte Bezahlung

Kann Mal jemand erläutern, was "schlechte Bezahlung" sein soll?
Zumindest laut Tarif verdienen Kindergarten Erzieherinnen mehr als die meisten Handwerker (berufliche Ausbildung) und auch mehr als manche Akademiker (z.B. Tarif Erwachsenenbildung). Aufstiegschancen sind natürlich begrenzt, aber dafür ist es als Einstiegsgehalt voll okay. Vollzeitstellen gibt es
mittlerweile auch genug. Wo soll das Problem sein?
Wie bei Grundschullehramt oder im Büro... die angeblich unterbezahlten "Frauenberufe" sind oft ziemlich gut bezahlt im Gegensatz zu den Männerberufen der "Arbeiterschicht", die einfach nur die Klappe halten.

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Sascha.Krause 14.06.2019, 14:33
12. www.kitaplatz.de

Ich wohne in Berlin und sehe so viele Eltern ohne Kitaplatz. Da ist sehr viel Frust. Es ist nicht nur ein Problem dass es zu wenig Plätze gibt. Es ist ein Ärgernis dass der Bewerbungs-Prozess so nahezu komplett intransparent ist. Wir standen auf 30 Wartelisten. Als es dann doch mit einem Platz geklappt hat standen wir weiterhin auf dem anderen 29 Listen und haben somit das Gesamtbild verzehrt.

Ich versuche mit www.kitaplatz.de genau dem entgegenzuwirken. Eine transparente Art der Kita-Bewerbung zu schaffen die sowohl für Eltern als auch für Kitas den Prozess optimiert.

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MatthiasPetersbach 14.06.2019, 14:36
13.

Zitat von Teilzeitalleinerzieherin
....Wie auch bei Hebammen sollte man die Höhe der Bezahlung nicht an akademische Weihen knüpfen....... In unserer Kita klagen die Erzieher im übrigen nicht über die Bezahlung sondern vor allem über die mangelnde Ausstattung. Dass in Deutschland Bettelbriefe an die Eltern wegen Malpapier, Stiften und einem Mindestmaß an Spielzeug für draußen geschickt werden müssen, ist eine Schande und frustriert vor allem auch die Erzieher, die mit dieser Mangelausstattung arbeiten müssen.
Zu 1: Natürlich nicht. Ausschlaggebend sollte sein, was und wieviel jemand täglich leistet.

Zu 2: DAS erstaunt doch tatsächlich ein wenig. Das ist doch wohl eher ein Kommunikationsproblem.

Tatsächlich ist die Zahl derer, die alles im Überfluss besitzen, doch sehr groß. Und damit meine ich nicht irgendwelche reiche Leute, sondern in jedem Keller des Normalos hats 3 Umzugskartons Spielzeug und die Anzahl der Stifte, die man nicht mehr braucht, geht in die Hunderte. Ich wette, daß eine unter die Leute (nicht Eltern) gebrachte Info, daß man Legos auch einfach an der Kita abgeben kann, Ihnen über die Jahre einen Container voll davon beschert.

Jede Flüchtlings(kleider)kammer kann wg. Überangebot ein Lied singen.

Natürlich "muss" das alles irgendeinen Lizenzstempel von irgendeinem wichtigen Prüfstempelverteiler haben und natürlich muß man das auch sichten, sortieren, lagern, ausmisten.

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andre_36 14.06.2019, 14:37
14.

Der Vorschlag mit der Männerquote scheint bei unserer Ministerin nicht angekommen zu sein. Wieso sollten sich junge Männer in einem Beruf ausbilden lassen, in dem sie später keiner einstellt. Offensichtlich bedeutet Gleichberechtigung nur, dass eine Handvoll Frauen in Aufsichtsräte der großen Firmen gelangen.

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Hollowmen 14.06.2019, 14:41
15. @Nr. 7

Sie sind also der Meinung man sollte die Teilzeitkräfte zwangsverpflichten Vollzeit zu arbeiten? Ein Großteil der Erzieherinnen wollen wegen eigener Kinder und Familie nur in Teilzeit arbeiten und dann natürlich am liebsten nur vormittags. Teilzeit in Vollzeitstellen umwandeln wird das Problem also nicht lösen.

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ahauser 14.06.2019, 14:41
16. ich lache mich gleich weg....

....wenn es nicht so traurig wäre!
Drei Jahre Ausbildung OHNE Bezahlung, Danach nur befristete Halbtagsstellen im
Angebot. Insbesondere aufgrund der vielen Frauen, oft als Elternzeitvertretung. Bescheidene Bezahlung , also später auch wenig Rente! Und da wundert man sich, das man zu wenig Nachwuchs findet. Insbesondere den männlichen. Also schon während der Ausbildung ordentlich bezahlen und danach sowieso. Auch eine Männerquote würde helfen. Auch da ist die Politik mal wieder im Tiefschlaf. Spahn übernehmen Sie:-) Ironie aus

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xyz0123456 14.06.2019, 14:52
17. Eigene Erfahrung

Ich selbst bin Erzieherin und muss sagen natürlich wäre eine bessere Vergütung (wer sagt da schon nein??) besonders, wenn diese an die Qualifikationen angepasst werden würden gut. Zurzeit kann man privat tausende Euro investieren um sich weiter zu bilden bekommt aber immer das gleiche Gehalt wie die Kollegin der es schnurz egal ist!

Aber ich persönlich fände am wichtigsten, die passenden Rahmenbedingungen zu schaffen!! Leute sind Krank, müssen Vorbereiten usw (Die schönen Zahlen mit den tollen Betreuungsschlüsseln sind da nur Augenwischerei!) und schon steht man mal wieder einen Vormittag mit 25+ Kindern da. Wie soll da pädagogische Arbeit gewährleistet sein? und wie soll man da nicht irgendwann ausgebrannt sein?
Das schlimmste dabei ist, dass immer mehr Kinder immer länger betreut werden und diese Kinder haben oftmals den ganzen Tag eine gestresste, überbelastete Betreuung. Außerdem müssen diese Kinder die Aufmerksamkeit der Betreuung mit 25 anderen teilen.

Ich gehe oft aus der Arbeit raus und denke mir ich werde nicht allen Kindern so gerecht wie sie es bräuchten. Besonders da die "auffälligeren" Kinder natürlich erstmal die Aufmerksamkeit bekommen...

Es muss sich definitiv etwas ändern.

Mehr gut geschultes Personal, Anerkennung von Weiterbildung/Qualifikationen =Gehalt und mehr Einrichtungen für Kinder mit Mehrbedarf (diese müssen oft auch noch im Regelbetrieb aufgefangen werden!!)

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plusquam.perfekt 14.06.2019, 14:53
18. in Bayern...

... erlässt man den Eltern nun 100? von den Kiga Gebühren, dank des "Gute-Kita-Gesetzes", ... ganz ohne Bedürftigkeitsprüfung. Ich bin ganz sicher das macht den Erzieherjob viel attraktiver ebenso wie die Ausweitung der Öffnungszeiten... was macht die Erzieherin eigentlich mit ihren eigenen Kids, wenn sie schon um 6 Uhr in der Kita ist?

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baladin 14.06.2019, 14:58
19. Jetzt wirklich?

Zitat von ahauser
....wenn es nicht so traurig wäre! , Danach nur befristete Halbtagsstellen im
Das kann ich kaum glauben: Wartelisten, Gruppen werden nicht eingerichtet, Gruppen zu groß....
Und zur Argumentation gehört immer: keine Leute.
Da soll es nur befristete Halbtagsstellen geben?

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