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Erzieher-Krise: So kommen Kitas an mehr Personal
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Erzieher ist ein klassischer Frauenberuf - mit den üblichen Nachteilen wie schlechter Bezahlung, mangelndem Status, geringen Karrierechancen. Die OECD empfiehlt nun acht Maßnahmen, um gegenzusteuern.

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ohjeee 15.06.2019, 16:14
50.

Zitat von equigen
Fünf (!) Jahre Berufsausbildung sind doch wohl genug?! Zeitlich entspricht das bereits einem Studium. Praxis ist dabei auch mindestens 50% dabei, wenn nicht mehr. Quereinsteiger mit Abi können bei „richtigem“ Arbeitgeber auch mit 3 Jahren durchkommen. Es gibt Träger (wie den Humanistischen Verband), die schon im ersten Lehrjahr über 800€ dafür bezahlen. Da können andere Auszubildende teils nur davon träumen. Was fehlt ist tatsächlich eine höhere Bezahlung später. Aber den Glauben, dass Männer sich dafür in viel gößerem Maße interessieren werden habe ich nicht. Das ist Genderzeugs... Männer sind nunmal von der Evolution unbestreitbar nicht zum Kinderkriegen eingerichtet, folglich interessiert sich das Gehirn - im Durchschnitt - später auch nicht so sehr für die Kinderbetreuung.
Das ist zwar in manchen Bundesländern so, 5 Jahre für die Erzieherinnen-Ausbildung ist allerdings nicht Standard.

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dickebank 15.06.2019, 16:46
51. Definitionsfrage

Zitat von ohjeee
Das ist zwar in manchen Bundesländern so, 5 Jahre für die Erzieherinnen-Ausbildung ist allerdings nicht Standard.
Der Weg zur staatlich geprüften Erzieherin ist unter fünf Jahren nicht zu machen. Es bedarf nämlich zunächst der Berufsausbildung als Erzieherin und eines Anerkennungsjahres, um im Anschluss an eine höhere Fachschule zu gehen.

Im schlimmsten Fall sind das zwei Jahre bis zum Fachabitur, dann die dreijährige Berufsausbildung und das anschließende Anerkennungsjahr und dann die zwei Jahre an einer höheren Fachschule. Wer das hinter sich hat (m/w/d), ist um die 23 Jahre alt.
Hätte die Person (m/w/d) nach dem Fachabitur (FHR) Erziehungswissenschaften bis zum Bachelor of Education studiert, wäre sie mit 21 fertig gewesen und würde eine höhere Eingruppierung nach dem Studium als die staatl. anerkannte Erzieherperson (m/w/d) erhalten.

Ein Schelm der Böses dabei denkt.

Formaler Schulabschluss um die Berufsausbildung zur Erzieherin zu machen, ist übrigens der HA - also der Hauptschuöabschluss nach Klasse 9. Die Ausbildung zur Kinderpflegerin dauert dann zwei Jahre.

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ohjeee 15.06.2019, 20:59
52.

Zitat von dickebank
Der Weg zur staatlich geprüften Erzieherin ist unter fünf Jahren nicht zu machen. Es bedarf nämlich zunächst der Berufsausbildung als Erzieherin und eines Anerkennungsjahres, um im Anschluss an eine höhere Fachschule zu gehen. Im schlimmsten Fall sind das zwei Jahre bis zum Fachabitur, dann die dreijährige Berufsausbildung und das anschließende Anerkennungsjahr und dann die zwei Jahre an einer höheren Fachschule. Wer das hinter sich hat (m/w/d), ist um die 23 Jahre alt. Hätte die Person (m/w/d) nach dem Fachabitur (FHR) Erziehungswissenschaften bis zum Bachelor of Education studiert, wäre sie mit 21 fertig gewesen und würde eine höhere Eingruppierung nach dem Studium als die staatl. anerkannte Erzieherperson (m/w/d) erhalten. Ein Schelm der Böses dabei denkt. Formaler Schulabschluss um die Berufsausbildung zur Erzieherin zu machen, ist übrigens der HA - also der Hauptschuöabschluss nach Klasse 9. Die Ausbildung zur Kinderpflegerin dauert dann zwei Jahre.
Von welchem Bundesland reden Sie?
In BaWü Realschulabschluss (16 Jahre alt), 3 Jahre Ausbildung, 1 Jahr Anerkennungspraktikum, mit 20 Jahren also ein Bruttogehalt von knapp über 3.000 Euro. In Rheinland-Pfalz sogar nur 2 Jahre+AJ.
Berlin ist keine Referenz.

Staatl. Anerkannte Kinderpflegerin ist KEINE staatl. Anerkannte Erzieherin! Eingruppierung S3/S4, keine pädagogische Arbeit,keine Elterngespräche, keine Portfolios,...

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AdK 16.06.2019, 08:59
53.

Und wie immer ist die Antwort - Bezahlt die Leute besser.
Wir leben in einer Gesellschaft in der du ohne Geld nichts bist. Warum also diese Selbstausbeutung fordern? Bezahlt einen den Stress und der Verantwortung Angemessen Lohn und schwups stehen wieder Fachkräfte bereit.
Deutschland fordert zwar immer vergisst aber das Arbeit kein Hobby ist sondern ein Mittel zum Zweck.

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Nonvaio01 16.06.2019, 09:33
54. mehr Geld , mehr Geld und nochmals mehr Geld

wenn ein Beruf schlecht bezahlt wird sollte man nsich nicht ueber personal mangel wundern.

Ich war frueher auch Konditor, aber 2000 DM Netto waren mir dann einfach zu wenig im monat fuer die harte koerperliche arbeit.

Altenpflege ist es doch das gleiche. man wundert sich ueber fehlendes personal, zahlt aber auf dem untersten niveau. naja die alten leute sind in der gesellschaft ja eh nur kosten faktoren und so werden die eben auch behandelt.

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isar56 16.06.2019, 13:39
55. Ich bin Erzieherin und

habe Sozialpädagogik studiert und in beiden Berufen gearbeitet (Kita und Jugendamt). Der nächste Fachkräftemangel ist zügig im Anmarsch. Jugendämter finden keine Sozialarbeiter mehr. Zu hoch sind Belastung und Verantwortung (für immer mehr gefährdete Kinder und zunehmende Aufgaben, die Berlin mal eben den Jugendämtern überträgt) im Verhältnis zum Einkommen. Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen, Jugendhäuser, Schulsozialarbeit...... geht alles den Bach runter, wie bei Bildung und Pflege. Sooft ich die Fraktionen im Bundestag auch darauf aufmerksam machte...... ich bekam Antworten bzw Blablablubb, aber keinerlei Lösungsansatz. Auch nicht von den Grünen oder Linken. Leere Worthülsen , wie zum Hebammen- und Lehrermangel.

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alexanderschleissinger 17.06.2019, 07:06
56. Vereunderung

Hat sich diese OECD überhaupt mit dem deutschen System befasst?
Mehr Praxis in der Ausbildung: In fast allen Bundesländern gibt es mittlerweile Praxisintegrierte Ausbildungen, die sind vergleichbar mit dualen Ausbildungen. In allen Bundesländern dauert die Erzieherausbildung mindestens 3 Jahre, wovon mindestens 1 Jahr Anerkennungspraktikum ist. In der Regel benötigt es eine Vor-Ausbildung wie zB Kinderpflegerin, die in Bayern über ein Sozialpädagogisches Seminar (überwiegend Praxis) oder die Berufsfachschule (regelmäßige Praxisphasen) erworben wird. Nachholbedarf haben die Kindheitspädagogischen Studiengänge, wobei hier ja oft berufserfahrene Erzieherinnen 'on top' studieren.
Mehr Gehalt? Zumindest im Tarifgebunden öffentlichen Dienst, liegen die Standart Gehälter mit S8a und S8b im Mittelfeld. Als Leitung ist bis S18 drin, das ist ne Menge Kohle.
Höherer Status? Gerne - ich empfehle da einen Blick in die Geschichte des Erzieherinnenberufes in D, dann wird zumindest deutlich, warum der Beruf so ist und gesehen wird, wie er ist.

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Hans-Dampf 17.06.2019, 09:30
57.

Ich fände es fair, wenn man einmal die derzeitigen Gehälter im öD beleuchtet und sich dann fragt, ob der Beruf auskömmlich bezahlt wird.
Ein Erzieher (jeweils immer m/w/d) fängt nach der Ausbildung mit der Entgeltgruppe TV-SuE 8a an und erhält durchschnittlich (also inkl. der Einmalzahlung) Brutto pro Monat 3.205 EUR. Dies ist die Stufe 2 der Entgeltgruppe, denn die Stufe 1 wird i. d. R. übersprungen, weil die Ausbildungszeit anerkannt wird. Nach 14 Jahren im Dienst beträgt dieses Durchschnittsgehalt 4.070 EUR.
Ein Sozialpädagoge bekommt nach dem Studium die Entgeltgruppe TV-SuE 11b mit durchschnittlich 3.328 EUR pro Monat bzw. 3.594, wenn die Stufe 1 übersprungen wird. Nach 14 bzw. 15 Jahren sind es dann mittlerweile 4.740 EUR pro Monat.
Unberücksichtigt sind hierbei höhere Eingruppierungen bei z. B. "schwieriger Tätigkeit" oder Leitungsfunktionen. Als Leiter (ohne Studium) einer KiTa (mind. 40 Plätze) hat man bspw. mindestens S13, also ca. 4.770 EUR in der letzten Stufe.
Vergleichen wir dies nun mit einem Diplom-FH'ler bzw. Bachelor of Engineering (typischer "Männerberuf"). Dort steigt man nach dem Studium mit der Entgeltgruppe TVöD E9b ein und erhält 3.150 EUR Brutto pro Monat im Durchschnitt. Nach 15 Jahren wären das 4.650 EUR. Auch dort ist ein Aufstieg möglich, bis bspw. E11 mit 3.690 EUR anfangs und nach 15 Jahren 5.590. Als Sozialpädagoge mit Garantenstellung sind nach 15 Jahren 4.930 EUR drin.

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Grünspahn 17.06.2019, 09:39
58.

Zitat von andre_36
Der Vorschlag mit der Männerquote scheint bei unserer Ministerin nicht angekommen zu sein. Wieso sollten sich junge Männer in einem Beruf ausbilden lassen, in dem sie später keiner einstellt. Offensichtlich bedeutet Gleichberechtigung nur, dass eine Handvoll Frauen in Aufsichtsräte der großen Firmen gelangen.
Bei uns in der KiTa mussten männliche Praktikanten bis vor einem Jahr das Kinderklo benutzen, da es keine Männertoilette gab und die Erzieherinnen keine Männer auf "ihrer" Toilette wollten. Jeder Mann in einer KaTa wird sofort von einigen besorgten Müttern als Kinderschänder gesehen. - Warum um in aller Welt sollten sich das viele Männer antun?

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Grünspahn 17.06.2019, 09:47
59.

Zitat von ondrana
Unsinn. Jede Grundschule (dort fordert man ja auch immer eine Männerquote, die mangels Bewerbern nicht erfüllt werden kann) , jede Kita würde einem männlichen Bewerber den roten Teppich ausrollen. Glauben Sie ernsthaft, dass in einer Gemeinde, die seit einem Jahr 5 Vollzeitstellen nicht besetzen kann, der sich bewerbende Mann kein Angebot bekommt?
Stimmt nicht, das Problem liegt auch nicht unbedingt bei den Trägern, sondern im Mikrokosmos einger/vieler Kindergärten, wo männlichen Bewerbern eine Mischung aus Mißtrauen (genereller Pädophilieverdacht) und Zickenherrschaft entgegenschlägt. Sie können offiziell noch so oft eine Männerquote fördern, aber wenn das konkrete Arbeiten mit lauter unausgesprochenen Tretminen übersät ist, macht das keiner lange mit.

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